Belastung von Vermögungswerten

Am 27. Juni 2014 veröffentlichte die EBA, wie in Artikel 443 CRR vorgegeben, Richtlinien zur Offenlegung von belasteten und unbelasteten Vermögenswerten. Diese stellen einen ersten Schritt bei der Festlegung eines Rahmenwerks für belastete Vermögenswerte dar und bilden die Grundlage für verbindliche technische Standards, die die EBA bis 2016 entwickeln wird. Um den folgenden Abschnitt fertig zu stellen, haben wir diese Richtlinien genutzt.

Belastete Vermögenswerte sind hauptsächlich die bilanziellen und außerbilanziellen Vermögenswerte, die bei der besicherten Refinanzierung, Sicherheiten-Swaps und sonstigen besicherten Verbindlichkeiten als Sicherheit verpfändet werden. Darüber hinaus berücksichtigen wir, in Übereinstimmung mit den technischen Standards der EBA zum regulatorischen Berichtswesen von belasteten Vermögenswerten, Vermögenswerte, die über Abrechnungssysteme platziert sind, einschließlich leistungsgestörter Mittel und Sicherheitenleistungen (Initial Margin), sowie andere als Sicherheit verpfändete Vermögenswerte, die nicht frei abgerufen werden können, wie vorgeschriebene Mindestreserven bei Zentralbanken, als belastete Vermögenswerte. Nach EBA-Richtlinien auch als belastet einbezogen sind Forderungen aus derivativen Ausgleichszahlungen.

Dieser Abschnitt bezieht sich auf belastete Vermögenswerte innerhalb der Institutsgruppe, konsolidiert für aufsichtsrechtliche Zwecke gemäß dem deutschen Kreditwesengesetz. Nicht eingeschlossen sind damit Versicherungsunternehmen oder Unternehmen außerhalb des Finanzsektors. Die von Tochterunternehmen des Versicherungsgewerbes als Sicherheit verpfändete Vermögenswerte sind Bestandteil der Anhangangabe 22 „Als Sicherheiten verpfändete und erhaltene Vermögenswerte“ des Konzernabschlusses. Verfügungsbeschränkte Vermögenswerte, gehalten, um Verpflichtungen gegenüber Versicherungsnehmern erfüllen zu können, sind Bestandteil der Anhangangabe 39 „Informationen zu Tochtergesellschaften“ des Konzernabschlusses.

Sofort verfügbare Vermögenswerte sind unbelastete und frei übertragbare bilanzielle und außerbilanzielle Positionen, die nicht auf andere Weise belastet sind und die in uneingeschränkt übertragbarer Form vorliegen. Bis auf Forderungen aus Wertpapierleihe, aus Wertpapierpensionsgeschäften und positive Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten werden alle unbelasteten, zum beizulegenden Zeitwert bewerteten, finanziellen Vermögenswerte und zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Investitionen als sofort verfügbar angesehen.

Der sofort verfügbare Wert entspricht dem aktuell bilanzierten Buchwert und nicht einem gestressten Liquiditätswert (siehe „Liquiditätsreserven“-Abschnitt mit einer Analyse unbelasteter liquider Vermögenswerte, die in einem Liquiditätsstressszenario verfügbar sind). Sonstige unbelastete Vermögenswerte sind bilanzielle und außerbilanzielle Positionen, die nicht als Sicherheit für besicherte Refinanzierung oder andere besicherte Schuldverschreibungen gehalten werden oder die auf andere Weise als nicht verfügbar angesehen werden. In dieser Kategorie enthalten sind Forderungen aus Wertpapierleihen sowie aus Wertpapierpensionsgeschäften und positive Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten. In ähnlicher Weise werden Kredite und sonstige Forderungen an Kunden nur dann als sofort verfügbar angesehen, sofern diese in einer standardisierten, übertragbaren Form vorliegen und noch nicht genutzt wurden, um Finanzierungsmittel zu generieren. Dies stellt einen konservativen Ansatz dar, da ein Teil dieser Kredite, die momentan unter Sonstige gezeigt werden, in ein Format gebracht werden könnte, das es uns ermöglichen würde, Finanzierungsmittel zu generieren.

Belastete und unbelastete Vermögenswerte

 

31.12.2014

 

Buchwert

Beizulegender Zeitwert

 

 

 

Unbelastete Vermögenswerte

 

in Mrd €
bilanziell

Vermögenswerte

Belastete Vermögenswerte

Sofort verfügbar

Sonstige

Belastete Vermögenswerte

Unbelastete Vermögenswerte

1

Forderungen aus Wertpapierleihe und aus Wertpapierpensionsgeschäften (Reverse Repos) werden alle unter Unbelastete Vermögenswerte, Sonstige gezeigt. Die Verwendung der zugrunde liegenden Sicherheiten ist gesondert in der Tabelle der außerbilanziellen Vermögenswerte unten erfasst.

2

Enthält keine Schuldtitel oder Aktieninstrumente (oben gesondert ausgewiesen).

Schuldtitel

184,2

42,4

141,8

0

42,4

141,8

Aktieninstrumente

69,5

49,7

19,8

0

49,7

19,8

Sonstige Aktiva

 

 

 

 

 

 

Barreserve und verzinsliche Einlagen bei Kreditinstituten

82,0

6,9

75,1

0

 

 

Forderung aus Wertpapierleihe oder Wertpapierpensionsgeschäften1

43,6

0

0

43,6

 

 

Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte2

 

 

 

 

 

 

Handelsaktiva

17,1

0

17,1

0

 

 

Positive Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten

630,4

0

0

630,4

 

 

Forderung aus Wertpapierleihe oder Wertpapierpensionsgeschäften1

80,9

0

0

80,9

 

 

Sonstige zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswert2

14,9

0

14,9

0

 

 

Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte2

2,9

0

2,9

0

 

 

Forderungen aus dem Kreditgeschäft

398,0

44,9

19,4

333,7

 

 

Sonstige Aktiva

166,5

62,9

0

103,6

 

 

Insgesamt

1.689,9

206,7

291,0

1.192,2

 

 

 

31.12.2014

 

Beizulegender Zeitwert der erhaltenen Sicherheiten

 

 

 

Unbelastete Vermögenswerte

in Mrd €
außerbilanziell

Vermögenswerte

Belastete Vermögenswerte

Sofort verfügbar

Sonstige

Erhaltene Sicherheiten:

253,1

201,9

49,8

1,4

Schuldtitel

175,4

127,0

48,4

0

Aktieninstrumente

76,3

74,9

1,4

0

Sonstige erhaltene Sicherheiten

1,4

0

0

1,4

Andere ausgegebene eigene Schuldtitel als eigene Pfandbriefe oder Asset Backed Securities

0

0

0

0

Die obigen Tabellen zeigen bilanzielle und außerbilanzielle Vermögenswerte, die in die Kategorien „Belastete“, „Sofort verfügbare“ und „Sonstige“ eingeteilt werden. Alle Forderungen aus Wertpapierleihe und aus Wertpapierpensionsgeschäften werden mit dem beizulegenden Zeitwert der erhaltenen Sicherheiten ausgewiesen.

Die belasteten Vermögenswerte in den obigen Tabellen beinhalten Vermögenswerte, die auf Ebene der einzelnen Gesellschaften unbelastet, jedoch möglicherweise im Konzern nur eingeschränkt übertragbar sind. Solche Restriktionen können auf entsprechende lokale Anforderungen an die Kreditvergabe oder ähnliche aufsichtsrechtliche Restriktionen zurückzuführen sein. In dieser Situation ist es nicht möglich, einzelne nicht übertragbare Bilanzpositionen zu identifizieren. Die Position „Andere ausgegebene eigene Schuldtitel als eigene Pfandbriefe oder Asset Backed Securities“ bezieht sich auf solche Bestände eigener Schuldverschreibungen, die von einer Nicht-IFRS Organisation bilanziell nicht ausgebucht werden. Dies ist auf die Deutsche Bank AG nicht anwendbar.

 

31.12.2014

in Mrd €

Deckung der Verbindlichkeiten, Eventualverbindlichkeiten, ausgeliehenen Wertpapiere

Buchwert belasteter Vermögenswerte, beizulegender Zeitwert belasteter erhaltener Sicherheiten und eigene emittierte Schuldtitel

Bilanzieller/außerbilanzieller Betrag ausgewählter finanzieller Verpflichtungen und finanzieller Vermögenswerte

382,5

408,7

Die obige Tabelle zeigt den Gesamtbestand belasteter bilanzieller und außerbilanzieller Vermögenswerte und stellt diese den entsprechenden Verbindlichkeiten, Eventualverbindlichkeiten und ausgeliehenen Wertpapieren, die zur haftenden Belastung geführt haben, gegenüber. Zum 31. Dezember 2014 waren nur 207 Mrd € der bilanzierten Vermögenswerte des Konzerns belastet. Diese Vermögenswerte standen hauptsächlich im Zusammenhang mit der Finanzierung des Handelsbestands und sonstiger Wertpapiere sowie mit durch Kreditsicherheiten besicherter Refinanzierung (zum Beispiel Pfandbriefe und gedeckte Schuldverschreibungen) und mit Barsicherheiten für Margin-Anforderungen bei Derivaten.

Zum 31. Dezember 2014 hatte der Konzern Wertpapiere mit einem beizulegenden Zeitwert von 253 Mrd € als Sicherheit erhalten. Davon wurden 202 Mrd € verkauft oder verpfändet. Diese Verpfändungen beziehen sich typischerweise auf Transaktionen zur Unterstützung von Kundenaktivitäten einschließlich Prime-Brokerage-Geschäften sowie auf Sicherheiten, die im Rahmen von Exchange Traded Funds oder zur Erfüllung von Nachschussforderungen bei Derivategeschäften geleistet wurden.