Liquiditätsanforderungen unter der CRR

Im Rahmen der Basel 3-Regeln hat der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht zwei Mindestliquiditätsstandards für Banken festgelegt:

Die Mindestliquiditätsquote (Liquidity Coverage Ratio – LCR): Finalisiert vom Baseler Ausschuss im Januar 2013, soll die LCR die kurzfristige Widerstandsfähigkeit eines Liquiditätsrisikoprofils einer Bank über einen Zeitraum von 30 Tagen in Stressszenarien unterstützen. Die Quote ist definiert als der Betrag des Volumens liquider Vermögenswerte mit hoher Bonität (High Quality Liquid Assets-HQLA), die zur Beschaffung von Liquidität genutzt werden könnten, verglichen mit dem Gesamtvolumen der Nettomittelabflüsse, die aus tatsächlichen und Eventualrisiken in einem gestressten Szenario resultieren.

Diese Anforderung wurde im Rahmen des Delegierten Rechtsakts der Europäischen Kommission (European Commission Delegated Act) vom 17. Januar 2015 in europäisches Recht umgesetzt. Dennoch muss die Übereinstimmung mit der LCR in Europa nicht vor dem 1. Oktober 2015 erfolgen. Die Mindestliquiditätsquote ist vorbehaltlich einer Einführungsphase und startet mit 60 % im Oktober 2015, die dann auf 70 % in 2016, 80 % in 2017 und 100 % in 2018 erhöht wird. Die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (European Banking Authority – EBA) berät sich aktuell über Berichtsformate, um den Standard in Übereinstimmung mit dem Delegierten Rechtsakt zu berechnen.

Um eine bessere Vergleichbarkeit zu ermöglichen, basiert die von uns veröffentlichte LCR von 119 % zum 31. Dezember 2014 auf der Basel 3-Spezifikation.

Die strukturelle Liquiditätsquote (Net Stable Funding Ratio – NSFR): Basel 3 enthält auch einen Vorschlag, eine strukturelle Liquiditätsquote einzuführen, um die mittel- bis langfristigen Refinanzierungsrisiken zu reduzieren, indem sie von Banken verlangt, ihre Geschäfte aus genügend stabilen Refinanzierungsquellen zu refinanzieren. Die NSFR erfordert von einer Bank ein stabiles Refinanzierungsprofil im Verhältnis ihrer bilanziellen und außerbilanziellen Aktivitäten. Die Quote ist definiert als der Betrag der verfügbaren stabilen Refinanzierung (Anteil von Eigen- und Fremdmitteln, die als eine stabile Quelle der Refinanzierung angesehen werden) im Verhältnis zu dem Betrag, der für eine stabile Refinanzierung (eine Funktion der Liquiditätseigenschaften der verschiedenen gehaltenen Anlageklassen) erforderlich ist.

Obwohl die NSFR ein internationaler Mindeststandard vom 1. Januar 2018 an werden soll, ist die Quote noch vorbehaltlich nationaler Umsetzung. In Europa sind die Regeln für die NSFR noch von der Europäischen Kommission in Form eines Delegierten Rechtsakts in 2016 umzusetzen. Deshalb wurde für die europäischen Banken das endgültige Format und die damit verbundene Umsetzung noch nicht bestätigt.