Ökonomisches Kapital für das Marktrisiko

Das Ökonomische Kapital für das Marktrisiko misst die Höhe des benötigten Kapitals, um extreme unerwartete Verluste aus unseren Risikopositionen über einen Zeithorizont von einem Jahr aufzufangen. „Extrem“ bedeutet hier, dass das berechnete Ökonomische Kapital mit einer Wahrscheinlichkeit von 99,98 % die innerhalb eines Zeithorizonts von einem Jahr aggregierten unerwarteten Verluste abdeckt.

Unser Modell für die Berechnung des Ökonomischen Kapitals besteht aus zwei Kernkomponenten: der Komponente der allgemeinen Risiken (Common Risk), die alle Risikotreiber bereichsübergreifend abdeckt, und der Abfolge von geschäftsspezifischen Stresstests (Business Specific Stress Tests, „BSSTs“), die diese Komponente ergänzt. Beide Komponenten werden anhand schwerer, in der Vergangenheit beobachteter Marktschocks kalibriert.

Die Komponente der allgemeinen Risiken des Ökonomischen Kapitalmodells für gehandelte Marktrisiken basiert auf einer modifizierten Version unseres aufsichtsrechtlichen Stress-Value-at-Risk-Modells. Daher profitiert das Ökonomische Kapitalmodell von Verbesserungen des Value-at-Risk-Modells und berücksichtigt den längeren Liquiditätshorizont.

Die Berechnung des Ökonomischen Kapitals für Marktrisiken aus den Handelsbereichen erfolgt wöchentlich. Das Modell berücksichtigt die folgenden Risikofaktoren: Zinssätze, Bonitätsaufschläge, Aktienkurse, Fremdwährungskurse, Rohstoffpreise und Korrelationen.

Wir arbeiten fortlaufend an der Überprüfung und Verfeinerung unserer geschäftsspezifischen Stresstests, um sicherzustellen, dass wesentliche Risiken erfasst und eventuelle extreme Marktveränderungen abgebildet werden. Obwohl Worst-Case-Szenarien von unseren Risikomanagern nach bestem Ermessen und unter Berücksichtigung extremer historischer Marktbewegungen definiert werden, kann der Wertverlust aus den Marktrisikopositionen selbst die Schätzungen für unser Ökonomisches Kapital übersteigen, da nicht sämtliche Abwärtsszenarien gleichzeitig vorhergesagt und simuliert werden können.

Das Ökonomische Kapital für handelsbezogene Ausfallrisiken repräsentiert eine Schätzung des Ausfall- und Migrationsrisikos der Kreditprodukte bei einem 99,98 %-Konfidenzniveau unter Berücksichtigung des Liquiditätshorizonts der betreffenden Unterportfolios. Es deckt die nachstehenden Positionen ab:

  • Aktiva im Anlagebuch, die zum beizulegenden Zeitwert bilanziert werden;
  • nicht verbriefte Kreditprodukte im Handelsbuch ohne das Korrelationshandelsportfolio;
  • verbriefte Produkte im Handelsbuch ohne das Korrelationshandelsportfolio und
  • das Korrelationshandelsportfolio.

Das Ökonomische Kapital für das handelsbezogene Ausfallrisiko des Korrelationshandelsportfolios wird unter Nutzung des umfassenden Risikoansatzes (Comprehensive Risk Measure) berechnet. Für alle anderen Positionen basiert die Berechnung des Ökonomischen Kapitals für das handelsbezogene Ausfallrisiko auf unserem Kreditportfoliomodell. Die vom Ausfallrisiko betroffenen Positionen unseres Handelsbuchs werden durch Limite für Einzelnamen und Portfolios auf Basis von Bonitätseinstufungen, Volumen und Liquidität überwacht. Die Limite für Einzelnamen werden für zwei Kennziffern gesetzt: die Belastung bei Kreditausfall (Default Exposure); das heißt die Auswirkung auf Gewinne und Verluste eines augenblicklichen Kreditausfalls bei gegenwärtiger Rückflussquote, und das Anleihenäquivalent zum Zeitwert, das heißt die offene Position bei einem Kreditausfall mit einer Rückflussquote von null Prozent. Darüber hinaus gibt es ein Limit für das Ökonomische Kapital für handelsbezogene Ausfallrisiken in unserem Rahmenwerk für Ökonomisches Kapital für Marktrisiken, während der Inkrementelle Risikoaufschlag zum Zwecke der Berechnung des aufsichtsrechtlichen Kapitals für diese Risiken eingesetzt wird. Um die Effekte aus Diversifikation und Konzentration zu erfassen, führen wir eine übergreifende Berechnung für das Ökonomische Kapital für handelsbezogene Ausfallrisiken und Kreditrisiken durch. Wichtige Parameter zur Berechnung des handelsbezogenen Ausfallrisikos sind Engagementhöhe, Rückflüsse und Ausfallwahrscheinlichkeiten sowie Restlaufzeiten. Diese Parameter werden aus Marktinformationen und externen Bonitätseinstufungen für Handelsbuchpositionen und internen Einschätzungen für das Anlagebuch wie auch für das Ökonomische Kapital für Kreditrisiken abgeleitet. Veränderungen der Bonitätseinschätzungen werden durch Veränderungsmatrizen bestimmt, die aus historischen Zeitreihen von Ratingagenturen sowie aus internen Einschätzungen gewonnen werden. Die Wahrscheinlichkeit von gleichzeitigen Bonitätsverschlechterungen und Ausfällen wird durch die Korrelation von Ausfällen und Bonitäten im Portfoliomodell bestimmt. Diese Korrelationen werden durch systematische Faktoren bestimmt, die Länder, geografische Regionen und Branchen repräsentieren.

Die Validierung des Modells zur Berechnung des Ökonomischen Kapitalbedarfs für das Marktrisiko wird von einem unabhängigen Team durchgeführt. Die regelmäßige Prüfung erstreckt sich unter anderem auf die Angemessenheit von Risikofaktoren, die Kalibrierungstechniken, die Parameterausprägungen und Modellannahmen.