Rahmenwerk zum Risikomanagement - Wesentliche Risikoarten

Die Details zum Risikomanagement für Kredit-, Markt-, operationelles und Liquiditätsrisiko sind in den Abschnitten „Kreditrisiko“, „Marktrisiko aus Handelsaktivitäten“, „Marktrisiko aus Nichthandelsaktivitäten“, „Operationelles Risiko" und „Liquiditätsrisiko“ ausgeführt. Die Ansätze im Risikomanagement für weitere wesentliche Risiken sind nachfolgend dargestellt:

Strategisches Risiko

Strategisches Risiko ist das Risiko, einen unerwarteten operativen Verlust zu erleiden (zum Beispiel negative Erträge), der durch geringere operative Erträge, die nicht durch Kostenreduzierung im Betrachtungszeitraum des Modells kompensiert werden können, bedingt ist. Strategisches Risiko betrachtet nur solche Ertrags- oder Kostenvolatilitäten, die nicht direkt dem Eingehen von Handelspositionen (Marktrisiko), den Kreditverlusten (Kreditrisiko) oder den operativen Ereignissen (Operationelles Risiko) zugeordnet werden können, da diese bereits in den jeweiligen Risikobereichen abgedeckt werden. Wir versuchen, das allgemeine Geschäftsrisiko in unseren Geschäftseinheiten durch Portfoliodiversifizierung zur Reduktion unserer Abhängigkeit von einzelnen beziehungsweise wenigen Märkten oder Produkten, durch Produktinnovationen, durch zeitnahes Überwachen der Umsetzung des Strategie- und Kapitalplans und durch Sicherstellung einer flexiblen Kostenbasis, zum Beispiel durch Outsourcing, zu verringern.

Reputationsrisiko

Das Reputationsrisiko unterliegt bei uns dem Reputationsrisiko-Management-Programm (RRM-Programm). Dieses Programm wurde aufgebaut, um einheitliche Normen für die Identifikation, Eskalation und Auflösung der Reputationsrisiken aus Geschäften mit Kunden oder durch verschiedene Geschäftsaktivitäten zu bieten. Die Hauptverantwortung für die Identifikation, Eskalation und Lösung von Reputationsrisiken liegt bei den Geschäftsbereichen. Jeder Mitarbeiter ist verpflichtet, im Rahmen seiner Tätigkeit jede unmittelbare oder beabsichtigte Transaktion in Bezug auf mögliche Risikofaktoren zu analysieren und zu bewerten, um Reputationsrisiken zu minimieren. Wenn ein mögliches Reputationsrisiko identifiziert wird, muss es zur weiteren Prüfung auf eine ausreichend hohe Ebene innerhalb des entsprechenden Geschäftsbereichs weitergeleitet werden. Wenn Fragen offenbleiben, sollten sie zur Diskussion unter entsprechend hochrangigen Mitgliedern der relevanten Geschäfts- und Kontrollgruppen eskaliert werden. Reputationsrisiken, die durch solche informellen Gespräche nicht zu einem zufriedenstellenden Abschluss geführt werden, müssen zur weiteren Prüfung und endgültigen Klärung über den etablierten Reputationsrisiko-Eskalationsprozess weitergeleitet werden.

Das Group Reputational Risk Committee („GRRC“) prüft und entscheidet alle das Reputationsrisiko sowie Neukunden betreffenden Fragen, deren Eskalation vom Senior Management und Regional Management als notwendig erachtet wird oder aufgrund anderer Konzernrichtlinien und -verfahren erforderlich ist. In 2014 war das GRRC durchgängig dem Risk ExCo untergeordnet, wurde jedoch im Berichtszeitraum mit Wirksamkeit per Februar 2015 zu einem Komitee mit direkter Berichtslinie an den Gesamtvorstand entwickelt.

Modellrisiko

Darüber hinaus wurde im Jahr 2014 eine neue Abteilung gegründet, welche alle Modellrisikoaktivitäten der Bank in einer unabhängigen Einheit zusammenfasst:

  • Modellvalidierung stellt eine unabhängige Validierung der methodischen Aspekte der Modelle sicher. Die wesentlichen Ziele der Modellvalidierung beinhalten die Überprüfung der Angemessenheit der Resultate, die Überprüfung der sachgerechten Anwendung und des Zwecks des Modells, die logische und konzeptionelle Fundierung der Modelle sowie die Angemessenheit und Korrektheit der Implementierung;
  • Modellrisikoüberwachung unterstützt die Etablierung eines prozessübergreifenden Rahmenwerks für das Modellrisikomanagement und umfasst übergreifende Standards für Modellentwicklung, -nutzung und -validierung, Identifizierung und Behebung von Problemen und Inkonsistenzen in der Modellierung sowie die Pflege einer konzernweiten Modellinventur; und
  • die wesentlichen hochrangigen Komitees, um Modellrisiken zu adressieren, sind das Group Model Risk Management Committee („GMRMC”) und das Pricing Model Risk Management Committee („PMRMC“). Beide sind Subkomitees des CaR und des Risk ExCo und handeln im Auftrag des Vorstands. Das PMRMC ist verantwortlich für das Management und die Überwachung von Modellrisiken der Bewertungsmodelle (Bewertungsmodelle und Risikomanagementmodelle der Geschäftsbereiche für Handelspositionen). Das GMRMC ist verantwortlich für das Management und die Überwachung von Modellrisiken der Risiko- und Kapitalmodelle.

Compliance-Risiko

Compliance ergreift zur Steuerung dieses Risikos folgende Maßnahmen:

  • Identifizierung wesentlicher Regelungen und Vorschriften, deren Nichteinhaltung zu einer Gefährdung des Vermögens der Bank führen könnte (gemeinsam mit den Geschäftsbereichen, Infrastrukturfunktionen oder dem Regional Management der Deutschen Bank);
  • Beratung und Unterstützung des Vorstands bei der Einhaltung wesentlicher Regelungen und Vorschriften sowie bei der Einführung effizienter Verfahren zur Umsetzung anwendbarer, wesentlicher Regelungen und Vorschriften und der Einrichtung der erforderlichen Kontrollen;
  • Überwachung der angemessenen und wirksamen Umsetzung neuer oder angepasster wesentlicher Regelungen und Vorschriften durch die Geschäftsbereiche, Infrastrukturfunktionen oder das Regional Management der Deutschen Bank, einschließlich möglicher Pläne für die Implementierung angemessener Kontrollen. Compliance ist nicht ausdrücklich dazu angehalten, eigene Überwachungsprogramme vorzuhalten, hat jedoch das Recht, Überwachungsaktivitäten durchzuführen;
  • Bewertung der angemessenen und wirksamen Umsetzung aller bestehenden wesentlichen Regelungen und Vorschriften durch die Geschäftsbereiche, Infrastrukturfunktionen oder das Regional Management der Deutschen Bank sowie der Einrichtung einer entsprechenden Kontrollumgebung; und
  • Mindestens einmal jährlich sowie auf Ad-hoc-Basis Berichterstattung an Vorstand und Aufsichtsrat.

Kennzahlenvergleich

Vergleichen Sie Kennzahlen der letzten Jahre. mehr