Risikomanagement – Überblick

Kreditrisikoüberblick

  • Das maximale Kreditrisiko erhöhte sich um 105 Mrd € oder 6 % auf 1,8 Bil € im Vergleich zum 31. Dezember 2013 weitgehend aufgrund eines Anstiegs der positiven Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten, die überwiegend bei Zins- und Währungsprodukten im Laufe des vierten Quartals zu verzeichnen waren, trotz erheblicher Maßnahmen für Kontraktanpassungen und Novation von Geschäften zur Reduzierung von Marktwerten. Die Kreditqualität des maximalen Kreditrisikos beinhaltete zu 79 % Kredite mit hoher Anlagequalität zum 31. Dezember 2014, was einen leichten Anstieg im Vergleich mit 77 % zum 31. Dezember 2013 darstellt.
  • Das Kreditrisiko blieb diversifiziert nach Regionen, Branchen und Geschäftspartnern. Regional ist es gleichmäßig über unsere Schlüsselmärkte verteilt (Nordamerika 31 %, Deutschland 29 % und restliches Westeuropa 26 %) und blieb in der regionalen Gliederung gegenüber dem Vorjahr weitestgehend stabil. Unser größtes Branchenengagement besteht gegenüber Banken und Versicherungen mit 25 % des Bruttoengagements (vor Berücksichtigung von Sicherheiten) im Vergleich zu 33 % am 31. Dezember 2013. Auf Kreditnehmerebene blieben wir gut diversifiziert, wobei unsere zehn größten Engagements auf Bruttobasis 7 % unserer gesamten Kreditrisiken umfassten, verglichen mit 10 % zum 31. Dezember 2013, und mit Geschäftspartnern guter Bonitätseinstufung (Investment-Grade) waren.
  • Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft in 2014 betrug 1,1 Mrd € und war damit aufgrund materieller Reduktionen in allen Geschäftsbereichen um 931 Mio € oder 45 % niedriger als in 2013. Der Rückgang in der NCOU resultierte insbesondere aus geringerer Risikovorsorge für nach IAS 39 reklassifizierte Forderungen sowie für Kredite an Unternehmen aus dem gewerblichen Immobiliensektor. Unser Kerngeschäft profitierte von höheren Auflösungen sowie vom Ausbleiben großer Buchungen für Einzelkunden.
  • Unser gesamtes Kreditportfolio erhöhte sich um 29 Mrd € oder 7 % von 382 Mrd € zum 31. Dezember 2013 auf 411 Mrd € zum 31. Dezember 2014. Der Anstieg ist im Wesentlichen auf Wechselkursänderungen, Änderungen bei der Strukturierung von Sicherheiten im ETF Geschäft bei CB&S, höheres Geschäftswachstum in CB&S und Deutsche AWM zurückzuführen und wurde teilweise durch den Abbau in unserer NCOU kompensiert. Die größte Branche in unserem Kreditportfolio, Immobilienfinanzierungen für private Haushalte, belief sich auf 153 Mrd € zum 31. Dezember 2014, davon 119 Mrd € im stabilen deutschen Markt. Der Anteil an Krediten mit Investment-Grade Bonitätseinstufung in unserem Firmenkreditportfolio, welches 55 % des gesamten Kreditbuchs umfasste, erhöhte sich zum 31. Dezember 2014 leicht auf 65 % gegenüber 64 % per 31. Dezember 2013.
  • Der Ökonomische Kapitalbedarf für das Kreditrisiko erhöhte sich zum 31. Dezember 2014 auf 12,9 Mrd € gegenüber 12,0 Mrd € zum Jahresende 2013. Der Anstieg resultierte hauptsächlich durch höhere Positionswerte in den Unternehmensbereichen CB&S und GTB, teilweise kompensiert durch niedrigere Positionswerte im Unternehmensbereich NCOU.
  • Die risikogewichteten Aktiva für das Kreditrisiko haben sich seit dem 31. Dezember 2013 um 41,9 Mrd € oder 21 % auf 244 Mrd € erhöht, was hauptsächlich durch die Einführung des neuen CRR/CRD 4-Rechtsrahmens, Fremdwährungsbewegungen und Modellverbesserungen zu begründen ist. Der Anstieg wurde teilweise durch Reduzierung von Risikopositionen sowie Verkäufe kompensiert, welche hauptsächlich auf den Unternehmensbereich NCOU zurückzuführen sind.

Marktrisikoüberblick

  • Der durchschnittliche Value-at-Risk der Handelsbereiche belief sich 2014 auf 51,6 Mio € im Vergleich zu 53,6 Mio € in 2013. Der Rückgang war im Wesentlichen auf eine Risikoreduktion im Credit Spread Risiko und Rohstoffrisiko zurückzuführen.
  • Die RWA für das Marktrisiko sind seit dem 31. Dezember 2013 um 17,0 Mrd € oder um 36 % auf 64,2 Mrd € gestiegen, größtenteils getrieben durch die Einführung des regulatorischen Rahmenwerks in CRR/CRD 4, welches eine Erhöhung der RWA für Verbriefungen im Handelsbuch in CB&S zur Folge hatte. Des Weiteren wurde eine potenziell konservativere Modelländerung für den Inkrementellen Risikoaufschlag im vierten Quartal 2014 berücksichtigt.
  • Der Ökonomische Kapitalbedarf für das Marktrisiko aus Nichthandelsaktivitäten erhöhte sich um 1,4 Mrd € oder um 16 % auf 9,9 Mrd € zum Jahresende 2014. Dieser Anstieg spiegelte hauptsächlich das gestiegene strukturelle Währungsrisiko, die Methodenverbesserungen für das Pensionsrisiko und das gewachsene Risiko aus Garantiefonds wider, die durch den Risikoabbau in der NCOU teilweise kompensiert wurden.
  • Der Ökonomische Kapitalbedarf für das Marktrisiko aus Handelsaktivitäten belief sich auf 5,0 Mrd € zum Jahresende 2014 im Vergleich zu 4,2 Mrd € zum Vorjahresende. Dieser Anstieg war im Wesentlichen zurückzuführen auf das erhöhte Engagement in den zu Marktpreisen bewerteten Bankbüchern.

Operationelles Risiko – Überblick

  • Unser Ökonomischer Kapitalbedarf für operationelle Risiken stieg zum 31. Dezember 2014 auf 7,6 Mrd € im Vergleich zu 5,3 Mrd € zum Jahresende 2013. Der Anstieg resultiert hauptsächlich aus der frühzeitigen Berücksichtigung der Auswirkungen von Weiterentwicklungen des Modells für fortgeschrittene Messansätze (AMA), die im zweiten Quartal 2014 integriert wurden und initial zu einer Erhöhung des Ökonomischen Kapitals von 1,1 Mrd € führten. Der zusätzliche Anstieg ist durch die Erhöhung des operationellen Risikoprofils der Deutschen Bank sowie der kompletten Branche begründet. Die aus operationellen Risiken entstandenen Verluste, welche zur Erhöhung des Ökonomischen Kapitalbedarfs führten, beruhen weitgehend auf der Häufung von Rechtsstreitigkeiten, Untersuchungen und den damit verbundenen Maßnahmen.
  • Der Ökonomische Kapitalbedarf enthält formal weiterhin die in unserem AMA-Modell eingebettete Sicherheitsmarge, die im Jahr 2011 zur Deckung unvorhergesehener Haftungsrisiken aus der letzten Finanzkrise implementiert wurde. Die kürzlich eingereichten risikosensitiven Modellverbesserungen zur Ablösung der Sicherheitsmarge werden zukünftig zu einem höheren Bedarf an Ökonomischem Kapital für operationelle Risiken im Vergleich zu der Sicherheitsmarge führen. Das Management hat entschieden, diese Erhöhung erstmalig im zweiten Quartal 2014 zu berücksichtigen.
  • Die risikogewichteten Aktiva für das operationelle Risiko erhöhten sich zum 31. Dezember 2014 auf 67,1 Mrd € im Vergleich zu 50,9 Mrd € zum Jahresende 2013. Der Anstieg von 16,2 Mrd € ist durch die frühzeitige Berücksichtigung von AMA Modellverbesserungen, die erstmalig im zweiten Quartal 2014 ausgewiesen wurden und initial zu einer RWA Erhöhung von 7,7 Mrd € führten, begründet. Der zusätzliche Anstieg wurde durch die Erhöhung des operationellen Risikoprofils der Deutschen Bank sowie der kompletten Branche hervorgerufen.

Liquiditätsrisikoüberblick

  • Die Liquiditätsreserven zum 31. Dezember 2014 beliefen sich auf 184 Mrd € (zum Vergleich: 196 Mrd € zum 31. Dezember 2013). Wir erhielten eine positive Netto-Liquiditätsposition unter Stress zum 31. Dezember 2014 (in einem kombinierten Szenario).
  • Wir haben 44 Mrd € für das Gesamtjahr 2014 zu einem durchschnittlichen Aufschlag von 45 Basispunkten und mit einer durchschnittlichen Laufzeit von 4,8 Jahren in den Kapitalmärkten aufgenommen und unseren Emissionsplan für das Jahr 2014 vollständig erfüllt.
  • Unsere Refinanzierung stammte zu 76 % aus Refinanzierungsquellen, die wir als die stabilsten einstufen. Dazu gehören Kapitalmarktemissionen und Eigenkapital sowie Einlagen von Privatkunden und Transaktionsbankkunden.

Kapitalmanagementüberblick

  • Die Tier-1-Kernkapitalquote (als Tier-1-Kapital ohne Hybridinstrumente unter Basel 2.5 bezeichnet) berechnet gemäß CRR/CRD 4 („Phase-in“-Rate von 20 %) betrug 15,2 % zum 31. Dezember 2014, verglichen mit 12,8 % zum Jahresende 2013 basierend auf Basel 2.5. Unsere Pro-forma-CRR/CRD 4 („Phase-in“-Rate von 0 %) Tier-1-Kernkapitalquote betrug 14,6 % zum Jahresende 2013.
  • Das Tier-1-Kernkapital gemäß CRR/CRD 4 stieg um 21,6 Mrd € auf 60,1 Mrd € an verglichen mit 38,5 Mrd € Tier-1-Kernkapital gemäß Basel 2.5. Die Umstellung auf das CRR/CRD 4-Rahmenwerk führte zu einem positiven Erstanwendungseffekt für 2014 in Höhe von 10,4 Mrd € aufgrund der Anwendung einer „Phase-in“-Rate von 20 %, im Wesentlichen aufgrund der Behandlung von immateriellen Vermögenswerten von 9,2 Mrd €. Die Übergangsregeln gemäß CRR/CRD 4 erlauben es, bestimmte Kapitalabzugspositionen zuerst vom Zusätzlichen Tier-1-Kapital abzusetzen, um den Banken den Übergang bis zur Vollumsetzung der CRR/CRD 4-Regeln zu erleichtern. Der verbleibende Anstieg in Höhe von 11,1 Mrd € ist im Wesentlichen auf unsere Kapitalerhöhung aus genehmigtem Kapital gegen Bareinlagen mit einem Bruttoerlös von 8,5 Mrd € zurückzuführen.
  • Das Zusätzliche Tier-1-Kapital gemäß CRR/CRD 4 sank um 8,4 Mrd € auf 3,8 Mrd €, verglichen mit 12,2 Mrd € Zusätzlichem Tier-1-Kapital gemäß Basel 2.5. Wir hatten einen negativen Erstanwendungseffekt aufgrund der Umsetzung der CRR/CRD 4-Regeln in Höhe von 12,0 Mrd €, welcher im Wesentlichen aus Kapitalabzügen aus immateriellen Vermögenswerten von 9,2 Mrd € resultierte sowie aus ehemals emittierten hybriden Tier-1-Kapitalinstrumenten in Höhe von 2,2 Mrd €, die nicht mehr als Zusätzliches Tier-1-Kapital anrechenbar waren. Der negative Erstanwendungseffekt wurde teilweise ausgeglichen durch die Neuemission von „AT1-Notes“, welche die CRR/CRD 4-Anforderungen erfüllen, in Höhe von 4,6 Mrd €.
  • Das Tier-2-Kapital gemäß CRR/CRD 4 sank um 0,4 Mrd € auf 4,4 Mrd € verglichen mit 4,7 Mrd € Tier-2-Kapital gemäß Basel 2.5, primär aufgrund von fälligen und gekündigten Instrumenten sowie aufgrund von Restlaufzeitabschlägen, teilweise kompensiert durch Entlastung beim Abzug von Verbriefungspositionen und wesentlichen Beteiligungen an Unternehmen in der Finanzbranche.
  • Die risikogewichteten Aktiva sind im Jahresvergleich um 96 Mrd € von 300 Mrd € per 31. Dezember 2013 basierend auf Basel 2.5 auf 397 Mrd € per 31. Dezember 2014 gemäß CRR/CRD 4 gestiegen. Unsere risikogewichteten Aktiva gemäß Pro-forma-CRR/CRD 4-Berechnung betrugen zum Jahresende 2013 355 Mrd €. Der Anstieg reflektiert hauptsächlich den Effekt der Umstellung auf das CRR/CRD 4-Regelwerk einschließlich des Ansatzes von Risikoaktiva aus kreditbezogenen Bewertungsanpassungen (CVA) sowie höhere risikogewichtete Aktiva aus Kredit- und operationellen Risiken einschließlich der Effekte aus Bewegungen der Fremdwährungskurse. Teilweise gegenläufige Effekte resultierten aus Risikoreduzierungsaktivitäten und dem Verkauf von Aktiva.
  • Die Interne Kapitaladäquanzquote erhöhte sich auf 177 % zum 31. Dezember 2014, verglichen mit 165 % zum 31. Dezember 2013.
  • Die Tier-1-Kernkapitalquote gemäß CRR/CRD 4-Vollumsetzung verbesserte sich im Jahr 2014 deutlich von Pro-forma-9,7 % zum 31. Dezember 2013 auf 11,7 % zum 31. Dezember 2014. Der Anstieg von 199 Basispunkten war bestimmt durch unsere Kapitalerhöhung mit Bezugsrechtsausschluss im zweiten Quartal 2014, welche ungefähr 250 Basispunkte beisteuerte. Ein teilweise gegenläufiger Effekt resultierte aus höheren Risikoaktiva.

Bilanzmanagementüberblick

Zum 31. Dezember 2014 betrug unsere CRR/CRD 4-Verschuldungsquote auf Basis einer Vollumsetzung, eine nicht nach IFRS ermittelte finanzielle Messgröße, 3,5 % verglichen mit unserer Pro-forma-CRR/CRD 4-Verschuldungsquote von 2,4 % (ohne Berücksichtigung der vor kurzem erfolgten Überarbeitung der Regeln für die Verschuldungsquote) am 31. Dezember 2013, unter Berücksichtigung des Tier-1-Kapitals auf Basis einer Vollumsetzung in Höhe von 50,7 Mrd € im Verhältnis zum anzuwendenden Risikomaß in Höhe von 1.445 Mrd € (34,0 Mrd € sowie 1.445 Mrd € per 31. Dezember 2013).

Für Erläuterungen zu den überarbeiteten CRR/CRD 4-Regeln verweisen wir auf den Abschnitt „Bilanzmanagement“ in diesem Bericht