Verbriefungen

Der folgende Abschnitt zu Verbriefungen zeigt spezifische Offenlegungen auf Basis von Säule 3. Die Regulierung erfordert kein Testat der Säule-3-Offenlegung. Dementsprechend ist dieser Abschnitt der Säule-3-Offenlegung nicht testiert. Dargestellte quantitative Angaben folgen dem regulatorischen Konzept zur Konsolidierung.

Überblick über unsere Verbriefungsaktivitäten

Wir engagieren uns in verschiedenen Geschäftsaktivitäten, die Verbriefungsstrukturen verwenden. Die wesentlichen Ziele sind, Anlagekunden den Zugang zu Risiko- und Ertragsprofilen bestimmter Portfolios von Vermögensgegenständen zu ermöglichen, ausleihenden Kunden Zugang zu Refinanzierungen zu gewähren sowie die Steuerung unserer eigenen Kreditrisiken.

Ein Marktteilnehmer im Verbriefungsmarkt kann typischerweise drei verschiedene Rollen übernehmen: Originator, Sponsor oder Investor wie in Artikel 4 (1) (13, 14) CRR definiert. Originator ist ein Institut, welches entweder selbst oder über verbundene Unternehmen direkt oder indirekt an der Begründung oder dem Erwerb von verbrieften Forderungen beteiligt ist. Als Sponsor agiert ein Institut, wenn es ein Asset Backed Commercial Paper-Programm („ABCP“) oder anderes Verbriefungsprogramm auflegt und verwaltet, aber die Aktiva weder begründet noch auf seine Bilanz gekauft hat. Alle anderen von uns eingegangenen Verbriefungspositionen werden in der Rolle des Investors übernommen. Um unsere Geschäftsziele zu erreichen, sind wir in allen drei Rollen auf dem Verbriefungsmarkt aktiv.

Verbriefungen im Anlagebuch

Als Originator verwenden wir Verbriefungen vor allem mit dem Ziel der Reduzierung des Kreditrisikos, im Wesentlichen durch die Credit Portfolio Strategies Group („CPSG“). Sie nutzt unter anderem synthetische Verbriefungen zur Steuerung des Kreditrisikos von Krediten und Kreditzusagen aus dem internationalen Investment-Grade Kreditportfolio, des Leveraged Portfolios sowie des Portfolios von Krediten an Unternehmen des deutschen Mittelstands innerhalb der Konzernbereiche CB&S und GTB. Das Kreditrisiko wird vor allem durch synthetisch besicherte Kreditverpflichtungen in Form von Finanzgarantien und, weniger häufig, durch Kreditderivate, welche Schutz gegen das erste Verlustrisiko bieten, auf die Kontrahenten übertragen.

Das Gesamtvolumen des Kreditrisikotransfers als Originator zeigt einen Anstieg für CB&S. Dieser resultierte im Wesentlichen aus neuen Tätigkeiten als Originator in 2014. Diese Transaktionen beziehen sich auf europäische kleinere und mittlere Unternehmen („KMU“) sowie europäische und amerikanische Forderungen an Konzerne und Finanzinstitute. Das Volumen des Kreditrisikotransfers sank für PBC aufgrund von Rückzahlungen in den zugrunde liegenden Forderungen bei Postbank-Transaktionen.

In beschränktem Umfang haben wir in 2008 und 2009 Verbriefungstransaktionen im Rahmen einer Strategie zur aktiven Steuerung des Liquiditätsrisikos abgeschlossen. Einen Teil hiervon beabsichtigen wir in 2015 zu ersetzen. Diese Transaktionen übertragen keine Kreditrisiken und werden daher nicht im quantitativen Teil dieses Kapitels gezeigt.

Wir legen eine Vielzahl von ABCP-Programmen auf, durch die wir von Dritten originierte Vermögenswerte verbriefen, unterstützen und verwalten. Diese Programme gewähren Kunden Zugang zur Refinanzierung im Commercial Paper („CP“)-Markt und schaffen damit Investmentprodukte für Investoren. Jedes Programm besteht aus einer das CP herauslegenden Zweckgesellschaft (dem sogenannten „Conduit“) sowie einer oder mehreren unterstützenden Zweckgesellschaften, durch welche die Vermögenswerte angekauft werden. Das Conduit und die Zweckgesellschaften sind als Gesellschaften mit beschränkter Haftung oder entsprechender rechtlicher Form organisiert. Die durch diese ABCP-Programme verbrieften Vermögenswerte umfassen Autokredite, Auto-Leasing-Verbindlichkeiten, Kredite an Autohändler, Studentendarlehen, Kreditkartenverbindlichkeiten, Handelsfinanzierungen, Vorfinanzierung von Nachschussverpflichtungen („Capital Call Receivables“), private und gewerbliche Immobilienfinanzierungen, zukünftige Zahlungsströme und sonstige Vermögenswerte. Als Verwalter von CP-Programmen unterstützen wir den Erwerb von nicht vom Deutsche Bank-Konzern gewährten Krediten sowie von Wertpapieren und sonstigen Forderungen durch ein CP Conduit, das anschließend zur Finanzierung dieses Erwerbs kurzfristige CP hoher Bonität am Markt verkauft, die durch die zugrunde liegenden Vermögenswerte besichert sind. Um eine Investment-Grade Bonitätseinstufung für die CP aufrechtzuerhalten, benötigen die Conduits ausreichende Sicherheiten, Kreditverbesserungen („Credit Enhancements“) und Liquiditätsunterstützung. Wir stellen diesen Conduits Liquidität und Kreditverbesserung zur Verfügung. Die entsprechenden Fazilitäten sind Teil des aufsichtsrechtlichen Anlagebuchs. Darüber hinaus schließen wir in Einzelfällen auch Währungs- und Zinsswaps mit den Conduits ab, die im Handelsbuch erfasst werden. Weitere Details zu unserem Engagement gegenüber Conduits innerhalb von ABCP-Programmen finden sich im Abschnitt „Arten von Zweckgesellschaften, die von der Gruppe als Sponsor verwendet werden“.

Ferner handeln wir als Investor in von Dritten herausgegebenen Verbriefungen, indem wir von Dritten emittierte Verbriefungstranchen kaufen oder indem wir Liquidität, Kreditverbesserungen oder eine andere Art der Finanzierung zur Verfügung stellen. Ergänzend unterstützen wir Verbriefungen Dritter, indem wir Derivate in Bezug auf die Verbriefungsstrukturen zur Verfügung stellen. Diese beinhalten Währungs-, Zins-, Aktien- und Kreditderivate.

Fast die Hälfte unserer Verbriefungsaktivitäten in 2014 bezogen sich auf Aktivitäten als Originator, überwiegend für Transaktionen von CPSG, das heißt für Risikotransfers aus unserem bestehenden Kreditbuch. Bei den übrigen Verbriefungsaktivitäten übernahmen wir für etwa 8 % die Sponsorrolle, für den Rest waren wir als Investor tätig.

Im Laufe des Jahres 2014 hat sich das gesamte Verbriefungsbuch um 3,5 Mrd € auf 55,1 Mrd € erhöht. Hauptgrund waren die zuvor erwähnte Aktivität als Originator zur Kreditrisikoabsicherung sowie Wechselkursänderungen.

Generell sind die Verbriefungspositionen der Leistungsfähigkeit verschiedener Arten von Vermögenswerten ausgesetzt, im Wesentlichen besicherte oder unbesicherte Industriekredite, Verbraucherkredite wie Auto- oder Studentenkredite sowie erst- oder zweitrangige Sicherungsrechte auf Wohn- oder Gewerbeimmobilien. Grundsätzlich sind wir in allen Risikoklassen der Verbriefungen aktiv, mit einem Schwerpunkt in den vorrangigen Tranchen. Die Untergruppe der Wiederverbriefungen ist im Wesentlichen gesichert durch Verbriefungen mit Unternehmensschuldverschreibungen im Sicherheitenpool.

Der primäre Rückgriff für Verbriefungspositionen liegt in den zugrunde liegenden Vermögenswerten. Das damit zusammenhängende Risiko wird verringert durch Kreditverbesserung, üblicherweise in Form von Überbesicherung, Nachrangigkeit, Reservekonten, Zinsüberschuss oder anderen Unterstützungsmechanismen. Zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen bestehen unter anderem aus in der Kreditdokumentation enthaltenen Klauseln („performance triggers“), finanziellen Verpflichtungen („financial covenants“) und Verzugsklauseln, welche bei Eintritt Rechte auf beschleunigte Rückzahlung, Zwangsvollstreckung und/oder andere Abhilfen auslösen.

Die erste Due-Diligence-Prüfung (Ordnungsmäßigkeitsprüfung) neuer Engagements im Anlagebuch beinhaltet, abhängig von der jeweiligen Transaktion, in der Regel alle oder einen Teil der folgenden Maßnahmen: (a) Überprüfung der betreffenden Dokumente einschließlich Term Sheets, Servicer-Berichten oder sonstiger historischer Performancedaten, Gutachten Dritter, wie Analysen von Ratingagenturen (bei externen Ratings) etc., (b) die Modellierung von Basis- und Downside-Szenarien durch Cashflow-Modelle für die verschiedenen Vermögensklassen, (c) Überprüfung der Servicer zur Einschätzung der Widerstandsfähigkeit ihrer Prozesse und ihrer Finanzstärke. Das Ergebnis dieser Due-Diligence-Prüfung ist in einem Kredit- und Ratingbericht zusammengefasst, welcher abhängig von Kredithöhe und zugeordnetem internem Rating mit entsprechender Kreditkompetenz genehmigt werden muss.

Die Erfüllung der aufsichtsrechtlichen Anforderungen an den Risikoselbstbehalt, die Due Diligence und die Überwachung gehören zu unserem Credit-Review-Prozess. Die für die Berichterstattung benötigten Daten werden über die IT-Systeme gesammelt, die für den Credit-Review-Prozess und das finanzielle Reporting genutzt werden.

Die fortlaufende, regelmäßige Überwachung der Leistungsfähigkeit schließt einen Vergleich der regelmäßigen Berichte der Dienstleister („Servicer“) zu in der Kreditdokumentation enthaltenen Leistungsauslösern oder -verpflichtungen sowie der allgemeinen Trends bezüglich der Entwicklung der Wirtschaft, der geografischen Region, der Branche oder des Servicers mit ein. Die Überwachung der Teilmenge der Wiederverbriefungen bezieht, soweit verfügbar, die Performance der den einzelnen Verbriefungstranchen zugrunde liegenden Vermögenswerte ein.

Für längerfristige Kreditzusagen ist eine mindestens jährliche Überprüfung der internen Bonitätseinstufung erforderlich. Wesentliche negative (oder positive) Veränderungen in der Leistungsfähigkeit der zugrunde liegenden Vermögenswerte können eine frühere Überprüfung auslösen. Vollständige Kreditüberprüfungen sind ebenfalls jährlich erforderlich oder, bei Krediten mit guter Bonitätseinstufung, alle zwei Jahre. Darüber hinaus gibt es einen getrennten, üblicherweise quartalsweisen „watch list“-Prozess für Kredite, bei denen ein erhöhtes Verlustrisiko festgestellt wurde. Er erfordert eine getrennte Einschätzung der Performance der Vermögenswerte und des Servicers, schließt eine Überprüfung der Kreditstrategie ein und identifiziert Maßnahmen zur Verringerung des Verlustpotenzials. Das Vorgehen für Wiederverbriefungen unterscheidet sich hiervon nicht.

Die Einschätzung der strukturellen Integrität ist eine weitere wichtige Komponente des Risikomanagements für Verbriefungen, mit einem Fokus auf der strukturellen Absicherung einer Verbriefung, wie in der Kreditdokumentation definiert (zum Beispiel Bestehen der Sicherheitsposition, Separierung der Zahlungsströme und Buchprüfungsrechte). Diese Einschätzung wird für jede Verbriefung von einem zweckbestimmten Team durchgeführt, welches außenstehende Buchprüfer engagiert, Prüfungsumfänge definiert und die Ergebnisse solcher externer Prüfungen bewertet. Das Ergebnis dieser Risikoprüfungen und -einschätzungen ergänzt die Kredit- und Bonitätsbewertung durch das Kreditrisikomanagement.

Verbriefungsaktivitäten haben einen Einfluss auf unsere Liquiditätsaktivitäten. Einerseits haben wir, wie zuvor erwähnt, in 2008 und 2009 Verbriefungstransaktionen als Teil einer aktiven Liquiditätsmanagementstrategie abgeschlossen. Andererseits sind wir in Bezug auf mögliche Ziehungen der Liquiditätsunterstützung für konzernunterstütztes ABCP oder andere revolvierende Kreditzusagen exponiert. Dieses gesamte Liquiditätsrisiko wird durch unsere Treasury-Abteilung überwacht, ist Teil der konzernweiten Liquiditätsplanung und unterliegt regelmäßigen Stresstests.

Wir haben einen Teil des bestehenden Bestands an Verbriefungstransaktionen als „Altbestand“ identifiziert, gekennzeichnet für Risikoreduzierungen, der jetzt Teil unserer NCOU ist. Risikoreduzierung bedeutet üblicherweise, dass bestehende Positionen in unseren Büchern teilweise oder vollständig im Markt veräußert werden – sofern angemessene Verkaufspreise erzielt werden können. Diese Positionen profitieren auch, soweit anwendbar, von Reduzierungen durch Amortisation. Im Laufe des Jahres 2014 zeigte der „Altbestand“ eine Nettoreduktion um 2,5 Mrd € auf 5,2 Mrd €.

Kreditabsicherungsgeschäfte für Verbriefungsstrukturen werden im Zusammenhang mit jeder individuellen Kreditgenehmigung angeordnet und bei jeder internen Kredit- oder Bonitätsüberprüfung erneut betrachtet. Allerdings erfolgt das Management der Kreditrisiken weitgehend durch Vermeidung unangemessener Risikokonzentrationen auf Ebene von Kreditnehmer, Servicer und Klasse der Vermögenswerte. Eine höhere anfängliche Risikoübernahme wird auf einen in der Kreditgenehmigung angeordneten Endstand reduziert, im Wesentlichen durch Syndizierung oder Verkäufe im Sekundärmarkt. Der Erfolg dieser Risikoreduzierung wird überwacht und regelmäßig an das Management berichtet. Im Anlagebuch gibt es Kreditabsicherungsgeschäfte nur in sehr geringem Umfang.

Darüber hinaus finden Absicherungsgeschäfte im Zusammenhang mit der Strukturierung von Verbriefungstransaktionen üblicherweise statt, um die Zweckgesellschaft von Zins- und Währungsrisiken freizustellen – soweit aufgrund der Art der verbrieften Vermögenswerte erforderlich. Wenn wir diese Absicherung zur Verfügung stellen, wird das damit zusammenhängende Kreditrisiko gegenüber der Verbriefungsstruktur in die Bewertung des Kreditrisikomanagements eingeschlossen und im Folgenden als Teil des Anlagebuchs berichtet, obwohl es tatsächlich Teil des Handelsbuchs ist. Falls die Absicherung nicht durch uns erfolgt, wird sie weitgehend mit großen, solventen internationalen Finanzinstitutionen abgeschlossen. Dieses indirekte Kontrahentenrisiko wird an den Kreditanalysten des Sicherungsgebers gemeldet und wird Teil seiner/ihrer Krediteinschätzung.

Verbriefungen im Handelsbuch

Im Handelsbuch agieren wir als Originator, Sponsor und Investor. In der Investorenrolle ist unser Hauptziel die Funktion als Market Maker im Sekundärmarkt. Diese Funktion als Market Maker beinhaltet die Bereitstellung eines liquiden Markts für unsere Kunden sowie eines Zwei-Wege-Markts (Kauf/Verkauf), um hieraus Handelserträge zu generieren. Als Originator sind wir im Wesentlichen in kurzfristigen synthetischen eintranchigen Schuldverschreibungen (SST-CDOs) tätig, welche durch Kredite an Konzerne oder SMEs gestützt sind. Ebenfalls in einer Originatorrolle finanzieren wir Kredite zur späteren Verbriefung, im Wesentlichen beschränkt sich dies auf den Bereich gewerbliche Immobilienfinanzierung. Handelsbuchaktivitäten, in denen wir die Rolle eines Sponsors haben (ohne Aktivitäten aus „Multi-Seller“-Transaktionen), sind, wie zuvor erwähnt, minimal.

Wir halten ein Portfolio von ABS-Korrelationsgeschäften in der NCOU, welches derzeit abgewickelt wird. Außer Geschäften zur Risikoreduzierung dieses Portfolios unternehmen wir in diesem Bereich keine neuen Aktivitäten mehr. Das Risiko aus diesen Positionen wird im Rahmen des Market Risk Management Governance Framework (im Folgenden erläutert) aktiv gesteuert.

Unsere Handelsbereiche handeln Verbriefungspositionen entlang der gesamten Kapitalstruktur, von erstrangigen Bonds mit großem Nachrang zu nachrangigen First-loss-Tranchen, sowohl Verbriefungen als auch Wiederverbriefungen. Unser Risikopositionswert auf Wiederverbriefungen im Handelsbuch betrug zum 31. Dezember 2014 801 Mio € im Vergleich zu 1.025 Mio € im Vorjahr und besteht im Wesentlichen aus forderungsbesicherten Wertpapieren älterer Jahrgänge (einschließlich eines Anteils an Verbriefungen) und einer mittleren Bonitätseinstufung von BBB+. Der unterschiedliche Grad des Risikos entlang der Kapitalstruktur spiegelt sich im Preis wider, zu dem eine Verbriefungsposition gehandelt wird, da der Markt einen Mindestertrag unter Berücksichtigung des Verlustrisikos aus seinem Investment erwartet. Verbriefungspositionen bestehen größtenteils aus Wertpapieren, gestützt auf erst- oder zweitrangige Sicherungsrechte auf Wohn- oder Gewerbeimmobilien („RMBS“ oder „CMBS“), forderungsbesicherten Wertpapieren („CLOs“), unterlegt durch erstrangige Unternehmenskredite oder unbesicherte Kredite, sowie ABS, unterlegt durch besicherte oder unbesicherte Konsumentenkredite.

Ähnlich wie bei anderen Vermögenswerten im Anleihe- und Kreditgeschäft steht der Handel mit Verbriefungen in engem Zusammenhang mit globalem Wachstum und geopolitischen Ereignissen, die die Liquidität beeinflussen und, wie in der Krise beobachtet, zu niedrigeren Handelsvolumina führen können. Aktuelle Regulierungsänderungen und die Unsicherheit über ihre endgültige Umsetzung können bei verbrieften Produkten zu einer Zunahme der Volatilität und einem Rückgang der Liquiditäts-/Handelsvolumina führen. Andere potenzielle Risiken bei Verbriefungswerten sind eine vorzeitige Rückzahlung, die Verlustschwere bei Zahlungsausfällen sowie die Performance der Servicer. Zu beachten ist in diesem Zusammenhang, dass die Vermögenspositionen im Handelsbuch zu Marktwerten bewertet und die zuvor genannten Risiken im Preis berücksichtigt werden.

Unser Governance-Rahmenwerk für das Marktrisikomanagement („Market Risk Management Governance Framework“) wird für alle Verbriefungspositionen im Handelsbuch eingesetzt. Zu dem auf Verbriefungen angewandten Rahmenwerk für die Risikosteuerung (Risk Government Framework) gehören auch Richtlinien und Verfahren bezüglich der Genehmigung neuer Produkte und Transaktionstypen, von Risikomodellen und -messungen sowie Bestandsverwaltungssystemen und der Buchung von Handelsgeschäften. Alle Verbriefungspositionen werden erfasst und bei der Berechnung des Value-at-Risk, des gestressten Value-at-Risk und des Ökonomischen Kapitals berücksichtigt. Die Bewertungen sind abhängig von internen sowie externen Modellen und Prozessen. Sie schließen die Nutzung von Bewertungen Dritter bezüglich der Risiken aus den zugrunde liegenden Sicherheiten ein. Alle Verbriefungspositionen im Handelsbuch werden auf globaler, regionaler und Produktebene innerhalb des Risk-Governance-Rahmenwerks erfasst, bilanziert und limitiert. Änderungen des Kredit- oder Marktrisikos werden ebenfalls ausgewiesen.

Die Limitstruktur schließt Value-at-Risk und produktspezifische Limite ein. Marktwertlimite für Vermögensklassen hängen von der Rangstufe/dem Rating und der Liquidität ab. Schlechter bewertete Positionen oder Positionen in weniger liquiden Vermögensklassen sind durch ein niedrigeres Handelslimit gekennzeichnet. Das Limitüberwachungssystem erfasst die Risiken und markiert jegliche Überschreitung von Schwellenwerten. Für alle Transaktionen oberhalb des Limits ist eine Genehmigung durch Market Risk Management erforderlich. Die Prozesse für Verbriefungen und Wiederverbriefungen sind gleichartig.

Das Steuerungsrahmenwerk für das Marktrisikomanagement (Market Risk Management Governance Framework) berücksichtigt das Emittentenrisiko für Verbriefungspositionen im Handelsbuch. Entsprechende Prozesse im Marktrisikomanagement steuern Konzentrationsrisiken und legen die Limite auf Positionsniveau fest. Die Limitstruktur basiert auf Vermögensklassen und dem Rating. Für Positionen mit verminderter Liquidität und Positionen mit niedrigem Rating werden niedrigere Handelslimite festgesetzt. Wir erstellen Berichte zum Limitmanagement, um die Einhaltung der Limite auf Positionsebene sicherzustellen und alle potenziellen Limitüberschreitungen festzustellen. Wenn Positionen die relevanten Marktwertlimite auf globaler Ebene überschreiten, ist eine Genehmigung durch das Marktriskomanagement erforderlich. Weitere Due-Diligence-Prüfungen erfolgen bei Positionen, für die eine Handelsgenehmigung erforderlich ist. Dies beinhaltet die Analyse der Kreditperformance des Wertpapiers und die Beurteilung der Risiken des betreffenden Handelsgeschäfts. Außerdem beinhaltet der Risikomanagementprozess Stresstests zur Werthaltigkeit der Sicherheiten und eine Überwachung der Performance. Dieser Prozess erfasst sowohl Verbriefungen als auch Wiederverbriefungen.

Die Verbriefungshändler beziehen Absicherungsgeschäfte sowohl auf Makro- wie auch auf Positionsebene ein, um Kredit-, Zins- sowie gewisse Ablaufrisiken („Tail Risk“) des gesamten Verbriefungsbuchs zu verringern. Duration und Kreditsensitivitäten (DV01s und CS01) sind die primären Maßstäbe für die Risikosensitivität zur Ermittlung angemessener Absicherung. Einige der genutzten Absicherungsprodukte schließen Zinsswaps, US Treasuries und produktspezifische Indizes ein. Das Marktrisiko der Absicherungsgeschäfte (sowohl gedeckt als auch ungedeckt) ist im zuvor beschriebenen Marktrisikomanagement-Steuerungsrahmenwerk eingeschlossen und wird darin verwaltet. Das Kontrahentenrisiko aus Absicherungsgeschäften (sowohl gedeckt als auch ungedeckt), welches überwiegend gegenüber großen, globalen Finanzinstitutionen besteht, wird in einem formalisierten Risikomanagementprozess durch das Kreditrisikomanagement verwaltet und genehmigt.

Nach Maßgabe der CRR muss vor dem Abschluss einer Transaktion für alle relevanten Positionen eine Due-Diligence-Prüfung durchgeführt werden. Der betreffende Trading Desk ist für die Durchführung der Pre-Trade Due Diligence und die anschließende Erfassung der entsprechenden Daten bei Handelsausführung verantwortlich. Unsere Verbriefungshändler müssen die erforderlichen Daten bei Ausführung der Transaktion dokumentieren, um anzuzeigen, ob die relevanten Due-Diligence-Maßnahmen durchgeführt wurden. Zu den Aufgaben im Rahmen der Pre-Trade-Due Diligence gehören Bestätigungen von Merkmalen der Dealstrukturen, die Überwachung der Performance des zugrunde liegenden Portfolios und die Offenlegung der damit verbundenen Haltepflichten.

Anschließend prüft die GTO Regulatory Securitization Group die Transaktionsdaten auf Fehler oder Markierungsänderungen, verteilt aufsichtsrechtliche Kontrollberichte und fungiert als Eskalationspunkt zu diesem Sachverhalt. Im Rahmen der Validierung von Markierungsänderungen oder Fehlern werden diese seitens GTO Regulatory Securitization Group sowohl kommuniziert als auch entsprechend korrigiert. Das Marktrisikomanagement-Team unterzieht einzelne CRR/CRD 4-relevante Positionen, die die vorab definierten Limite (siehe oben beschriebenes Verfahren) überschreiten, einer weiteren Pre-Trade-Due-Diligence-Prüfung.

Rechnungslegungs- und Bewertungsansätze für Verbriefungen

Unsere Rechnungslegungsgrundsätze sind in der Anhangangabe 1 „Wesentliche Rechnungslegungsgrundsätze und -einschätzungen“ aufgeführt. Die wesentlichen Rechnungslegungsgrundsätze für durch uns originierte Verbriefungstransaktionen sowie für von uns gehaltene Aktiva, die mit der Intention erworben wurden, diese zu verbriefen, sind die „Grundsätze der Konsolidierung“, „Finanzielle Vermögenswerte und Verpflichtungen“ und „Ausbuchung von finanziellen Vermögenswerten und Verpflichtungen“ (siehe auch Anhangangabe 14 „Zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente“).

Arten von Zweckgesellschaften, die von der Gruppe als Sponsor verwendet werden

Wir etablieren und verwalten als Sponsor Programme für die Ausgabe forderungsgedeckter Geldmarktpapiere („Asset Backed Commercial Paper Programs“ oder „ABCP-Programme“), mit deren Hilfe von Dritten erworbene Vermögenswerte verbrieft werden. Jedes Programm besteht aus einer Zweckgesellschaft, die die Geldmarktpapiere begibt (das „Conduit“), und einer oder mehreren unterstützenden Zweckgesellschaften, über welche die Vermögenswerte erworben werden. Die durch die ABCP-Programme verbrieften Vermögenswerte beinhalten Forderungen aus Autofinanzierungen oder Autoleasingverträgen, Ansprüche aus Vorfinanzierungen von Warenbeständen von Autohändlern („auto dealer floor plan receivables“), Studentendarlehen, Kreditkartenforderungen, Forderungen aus Handelsgeschäften, Forderungen aus Zahlungsverpflichtungen, Forderungen aus Wohn- und Gewerbeimmobilienfinanzierungen, zukünftigen Zahlungen und anderen Vermögenswerten.

Die Conduits, die zur Ausgabe der forderungsgedeckten Geldmarktpapiere („Commercial Paper“) genutzt werden, sind: Aspen Funding Corp., Newport Funding Corp., Gemini Securitization Corp. und Rhein-Main Securitization Ltd. Die forderungsankaufenden SPEs finanzieren sich über Conduits, die Wertpapiere ausgeben (einschließlich variabler Finanzierungspapiere) oder in Kreditfaziliäten eintreten. Die folgende Tabelle stellt die ABCP-bezogenen Positionen bezogen auf unsere Conduits dar. Die dargestellten Positionen entsprechen den für regulatorische Kapitalberechnungszwecke verwendeten Werten, wie sie im Verbriefungsrahmenwerk genutzt werden. In Verbindung mit der Herabstufung unseres kurzfristigen Ratings durch Moody’s im Juli 2014 wurde die Nutzung der Conduits zur Finanzierung von Verbriefungen Dritter reduziert, was zu dem Rückgang der ABCP-bezogenen Positionen führte.

Risikopositionswerte gegenüber ABCP-Programmen nach wesentlichen Zweckgesellschaften

in Mio €

31.12.2014

31.12.2013

1

Positionswerte von Gemini Securitization Corp. LLC setzen sich aus direkten (1.073 Mio €) und aus den zusätzlich gezeigten SPE-Positionswerten zusammen (im Wesentlichen Sedona Capital Funding Corp. LLC 1 Mio €).

2

Positionswerte von Rhein-Main Securitization Ltd. setzen sich aus direkten (4 Mio €) und aus den zusätzlich gezeigten SPE-Positionswerten zusammen (im Wesentlichen RM Fife Ltd. 296 Mio € und RM Sussex Ltd. 777 Mio €).

Aspen Funding Corp.

1.022

959

Newport Funding Corp.

546

582

Gemini Securitization Corp. LLC1

1.074

6.176

Sedona Capital Funding Corp. LLC

1

1.659

Montage Funding LLC

0

894

Saratoga Funding Corp. LLC

0

1.047

Rhein-Main Securitization Ltd.2

1.077

3.195

RM Multi-Asset Ltd.

0

215

RM Fife Ltd.

296

922

RM AYR Ltd.

0

551

RM Sussex Ltd.

777

963

RM Chestnut Ltd.

0

543

Sword Securitization Ltd.; Scimitar Securitization Ltd.

0

338

SPAN NO 9 PT LIMITED

0

338

Insgesamt

3.720

11.250

Wir übernehmen sowohl bilanzielle als auch außerbilanzielle Adressenausfallrisiken. Diese stammen aus den unterstützenden Zweckgesellschaften oder aus den dem entsprechenden Conduit zur Verfügung gestellten Liquiditätsfazilitäten, Garantien, Kreditderivaten (in Form von Total Return Swaps) oder vergleichbaren Kreditverbesserungen, aus Derivaten, die der Absicherung von Zins- und Währungsrisiken dienen, sowie aus Geldmarktpapieren.

Als Sponsor unterstützen wir auch einige Zweckgesellschaften in der Auswahl der verbrieften Wertpapiere und der Strukturierung der Tranchen. Diese Arten von Verbriefungstransaktionen schließen auch solche mit ein, bei denen ein geringer Teil der verbrieften Forderungen von uns selbst begründet wurde; Beispiele sind ausgefallene oder nicht ausgefallene Forderungen aus Wohnungsbaukrediten oder gewerblichen Immobilienfinanzierungen. Wir übernehmen sowohl bilanzielle als auch außerbilanzielle Adressenausfallrisiken inklusive Erstverlusttranchen oder Derivate zur Absicherung von Zins- und Währungsrisiken.

Als Originator oder Sponsor von Verbriefungstransaktionen verkaufen wir die durch solche Verbriefungstransaktionen begründeten Geldmarktpapiere oder Tranchen (oder veranlassen entsprechende Verkäufe durch beauftragte Wertpapierdienstleister beziehungsweise „Market Maker“) ausschließlich auf der Basis reiner Ausführungsgeschäfte und nur an erfahrene Unternehmen, die auf ihre eigene Risikoeinschätzung vertrauen. Im Rahmen unseres gewöhnlichen Geschäftsverkehrs bieten wir Unternehmen, für die wir gleichzeitig auch Anlageberatungsdienstleistungen erbringen, keine Geldmarktpapiere oder andere Tranchen aus Verbriefungstransaktionen an, für die wir als Originator oder Sponsor gelten.

Unser Geschäftsbereich Deutsche Asset & Wealth Management (Deutsche AWM) stellt Asset-Management-Service für Investmentvermögen einschließlich Anlagefonds und alternative Investmentfonds sowie für Privatplatzierungen mit Zugriff auf traditionelle und alternative Investments über alle wichtigen Forderungsklassen einschließlich Verbriefungspositionen zur Verfügung. Ein kleiner Anteil von weniger als 3,0 % beinhaltet Tranchen in Verbriefungstransaktionen, in denen die Deutsche Bank als Originator oder Sponsor agiert.

Aufsichtsrechtliches Rahmenwerk für Verbriefungen

Artikel 4 (1) (61) CRR definiert, welche Arten von Transaktionen und Positionen als Verbriefungstransaktionen und -positionen für die aufsichtsrechtliche Berichterstattung dargestellt werden.

Generell sind Verbriefungstransaktionen definiert als Transaktionen, bei denen das Kreditrisiko eines verbrieften Portfolios in mindestens zwei Tranchen aufgeteilt wird und bei denen die Zahlungen an die Inhaber der Tranchen von der Performance des verbrieften Portfolios abhängen. Die einzelnen Tranchen stehen in einem Rangfolgeverhältnis. Dieses bestimmt die Reihenfolge und Höhe der Zahlungen oder Verluste, die den Inhabern der Tranchen zugewiesen werden (Wasserfall). So führt die Zuweisung von Verlusten zu einer Junior-Tranche nicht bereits zur Beendigung der gesamten Verbriefungstransaktion, das heißt, die Senior-Tranchen bestehen weiter nach Verlustzuweisungen an nachgeordnete Tranchen.

Verbriefungspositionen können in verschiedenen Formen eingegangen werden, wie beispielsweise als Investitionen in Verbriefungstranchen, im Wasserfall stehende Derivatetransaktionen zur Absicherung von Zins- und Währungsrisiken, Liquiditätsfazilitäten, Kreditverbesserungen, Gewährleistungen oder Sicherheiten für Verbriefungstranchen.

Vermögenswerte, die selbst begeben oder angekauft wurden und bei denen eine Absicht besteht, diese zu verbriefen, folgen den allgemeinen Regeln für die Zuordnung zum Bank- oder Handelsbuch. Weitere Details sind im Abschnitt „Zuordnung von Positionen zum aufsichtsrechtlichen Handelsbuch“ beschrieben.

Der Ansatz für die Berechnung der aufsichtsrechtlichen Kapitalanforderungen für Verbriefungspositionen des Bank- und des Handelsbuchs wird in der europäischen „Capital Requirements Regulation“ („CRR“) vorgegeben.