Zusammenfassende Risikobewertung

Zu den für uns wichtigen Risikokategorien gehören das Kreditrisiko, das Marktrisiko, das operationelle Risiko (einschließlich Rechtsrisiko), das Geschäftsrisiko (einschließlich des steuerlichen und des strategischen Risikos), das Reputationsrisiko, das Liquiditätsrisiko, das Modellrisiko und das Compliance-Risiko (MaRisk, das heißt entsprechend den Mindestanforderungen an das Risikomanagement). Wir steuern die Identifikation und die Bewertung von Risiken sowie Maßnahmen zur Reduzierung der wichtigen und möglichen zukünftigen Risiken durch einen internen Governance-Prozess mithilfe von Risikomanagementtools und -prozessen. Unser Ansatz zur Identifizierung und Folgenabschätzung zielt darauf ab, Auswirkungen dieser Risiken auf unser finanzielles Ergebnis, unsere langfristigen strategischen Ziele und unsere Reputation zu reduzieren.

Im Rahmen unserer regelmäßigen Analyse von Risiken und deren Zusammenhängen werden die Sensitivitäten der wichtigsten Portfoliorisiken durch eine induktive Risikobewertung sowie eine deduktive Analyse makroökonomischer und politischer Szenarien überprüft. Dieser duale Ansatz erlaubt es uns, nicht nur Risiken zu erfassen, die sich auf unsere Risikobestände und Geschäftsbereiche auswirken, sondern auch solche, die nur für bestimmte Portfolios relevant sind.

Aktuelle Portfoliorisiken, auf die wir uns weiterhin konzentrieren, sind: die mögliche erneute Eskalation der europäischen Staatsschuldenkrise, ein potenzieller Rückgang des asiatischen Wirtschaftswachstums, Turbulenzen durch monetäre Straffung in den USA und die damit verbundenen Auswirkungen auf Emerging Markets sowie das potenzielle Risiko eines geopolitischen Schocks einschließlich der anhaltenden Spannungen zwischen Russland und der Ukraine. Diese Risiken standen in den letzten Quartalen stets im Vordergrund. In den vergangenen Monaten haben wir darüber hinaus die Auswirkungen niedrigerer Ölpreise in den wichtigsten Produktionsländern und den entsprechenden Branchen in den Fokus genommen. Die Bewertung der potenziellen Auswirkungen dieser Risiken erfolgt durch Integration in unsere konzernweiten Stresstests, die unsere Absorptionsfähigkeit dieser Ereignisse für den Fall ihres Eintritts bewerten. Die Ergebnisse dieser Tests zeigten, dass wir derzeit ausreichend Kapital und Liquiditätsreserven vorhalten, um die Auswirkungen dieser Risiken zu absorbieren, falls sie in Übereinstimmung mit den Testparametern eintreten. Weitere Informationen über die Auswirkungen dieser und anderer Risiken für unsere Portfolios finden sich im Abschnitt „Kreditengagement“.

Im Jahr 2014 hielt der in den Vorjahren beobachtete globale Trend zu mehr Regulierung der Finanzdienstleistungsindustrie an, und er wird sich aus unserer Sicht auch in den nächsten Jahren fortsetzen. Wir konzentrieren uns darauf, potenzielle politische und aufsichtsrechtliche Änderungen zu identifizieren und deren mögliche Auswirkungen auf unser Geschäftsmodell und unsere Prozesse zu bewerten.

Insgesamt lag der Fokus des Risiko- und Kapitalmanagements im gesamten Jahr 2014 darauf, unser Risikoprofil in Übereinstimmung mit unserer Risikostrategie zu halten, unsere Kapitalbasis zu stärken und unsere strategischen Initiativen zu unterstützen. Ein besonderes Augenmerk galt dabei der Optimierung der Bilanzstruktur. Dieser Ansatz spiegelt sich in den nachfolgenden Risikobewertungen wider.

Für die Zwecke von Artikel 431 CRR haben wir eine offizielle Risiko-Offenlegungsrichtlinie etabliert. Diese hat zum Ziel, dass unsere Risiko-Veröffentlichungen in Übereinstimmung mit den geltenden gesetzlichen, aufsichtsrechtlichen und rechnungslegungsbezogenen Risiko-Offenlegungsstandards sind. Ein Risk Disclosure Committee, bestehend aus hochrangigen Vertretern und Fachexperten aus Finance und Risk, überwacht unsere jeweiligen Prozesse der Risiko-Veröffentlichungen. Auf Grundlage unserer Beurteilung und Prüfung sind wir der Überzeugung, dass unsere Risiko-Veröffentlichungen in diesem Risikobericht unser Gesamtrisikoprofil angemessen und umfassend vermitteln.

Risikoprofil

Die Vielfalt unserer Geschäftsaktivitäten impliziert verschiedene Risikoübernahmen durch unsere Geschäftsbereiche. Wir messen die wesentlichen inhärenten Risiken in unseren entsprechenden Geschäftsmodellen durch unsere nicht diversifizierte Gesamtgröße für das Ökonomische Kapital. Diese spiegelt das Risikoprofil für jeden Unternehmensbereich vor übergreifenden Effekten auf Konzernebene wider.

Im Vergleich zum Jahresende 2013 stieg unser Ökonomisches Kapital vor allem in CB&S – resultierend aus gestiegenen Kredit- und Marktrisikolevels, teilweise aus Wechselkurseffekten und höherem Ökonomischen Kapitalbedarf für Operationelles und Strategisches Risiko. Weitere Erhöhungen ergaben sich in Consolidation & Adjustments aus höherem Marktrisiko für Nichthandelspositionen aus Fremdwährungsrisiken und Methodenänderungen bei der Berechnung von Pensionsrisiken. Der beobachtbare Anstieg der risikogewichteten Vermögensgegenstände erklärt sich weitgehend aus dem Wechsel der Berechnungsmethodik von Basel 2.5-Vorgaben auf die neuen CRR/CRD 4-Regelungen und weiteren Methodenänderungen. Weitere Veränderungen der risikogewichteten Vermögensgegenstände ergaben sich aus Wechselkursänderungen sowie erhöhter Risikobereitschaft, reduziert durch den fortschreitenden Risikoabbau in der NCOU.

Risikoprofil unserer Geschäftsbereiche auf Basis des Ökonomischen Kapitals und risikogewichteter Aktiva im Vergleich zu Erfolgskennzahlen

 

31.12.2014

in Mio € (sofern nicht anders angegeben)

Corporate Banking & Securities

Private & Business Clients

Global Transaction Banking

Deutsche Asset & Wealth Management

Non-Core Operations Unit

Consoli-
dation & Adjustments

Insgesamt in Mio €

Insgesamt in %

N/A – nicht aussagekräftig

1

Diversifikationseffekt über Kredit-, Markt-, operationelles und strategisches Risiko (größte Geschäftsrisiko-Komponente).

2

Die Buchkapitalallokation wird gesteuert über die risikogewichteten Aktiva sowie weitere regulatorische Abzuspositions basierend auf CRR/CRD 4-Vollumsetzung. Siehe auch Anmerkung 4 „Segmentberichterstattung“ für eine Beschreibung der Zuordnung des durchschnittlichen aktiven Eigenkapitals zu den Geschäftsbereichen.

3

Risikogewichtete Aktiva und Kapitalkennzahlen basieren auf dem Basel 2.5 Regelwerk bis 31. Dezember 2013 und ab 1. Januar 2014 auf CRR/CRD 4-Vollumsetzung.

Kreditrisiko

5.799

3.547

2.302

323

868

46

12.885

40

Marktrisiko

5.153

3.200

185

1.987

1.308

3.020

14.852

47

Operationelles Risiko

3.569

1.088

150

722

2.070

0

7.598

24

Geschäftsrisiko

2.581

0

4

1

499

0

3.084

10

Diversifikationseffekte1

–3.441

–1.095

–262

–611

–1.087

–59

–6.554

–21

Ökonomischer Kapitalbedarf insgesamt in Mio €

13.661

6.740

2.379

2.420

3.658

3.008

31.866

100

in %

43

21

7

8

11

9

100

0

 

 

 

 

 

 

 

 

 

IBIT

3.266

1.335

1.198

1.027

–2.851

–859

3.116

N/A

Eigenkapitalrendite vor Steuern (basierend auf dem durchschnittlichen Average Active Equity)2

13 %

9 %

20 %

16 %

–37 %

N/A

5 %

N/A

Risikogewichtete Aktiva3

175.561

79.571

43.265

16.597

58.538

20.437

393.969

N/A

 

31.12.20131

in Mio € (sofern nicht anders angegeben)

Corporate Banking & Securities

Private & Business Clients

Global Transaction Banking

Deutsche Asset & Wealth Management

Non-Core Operations Unit

Consoli-
dation & Adjustments

Insgesamt in Mio €

Insgesamt in %

N/A – nicht aussagekräftig

1

Die Betragszuordnung für die Unternehmensbereiche wurde an die Struktur zum 31. Dezember 2014 angepasst.

2

Ohne das strategische Risiko, das in 2013 noch nicht bei der Berechnung des Diversifikationseffektes berücksichtigt wurde.

3

Die Buchkapitalallokation wird gesteuert über die risikogewichteten Aktiva sowie weitere regulatorische Abzuspositions basierend auf CRR/CRD 4-Vollumsetzung. Siehe auch Anmerkung 4 „Segmentberichterstattung“ für eine Beschreibung der Zuordnung des durchschnittlichen aktiven Eigenkapitals zu den Geschäftsbereichen.

4

Risikogewichtete Aktiva und Kapitalkennzahlen basieren auf dem Basel 2.5 Regelwerk bis 31. Dezember 2013 und ab 01. Januar 2014 auf CRR/CRD 4-Vollumsetzung.

Kreditrisiko

4.597

3.742

1.900

373

1.392

9

12.013

44

Marktrisiko

4.658

2.967

193

1.535

1.565

1.820

12.738

47

Operationelles Risiko

2.453

803

96

580

1.320

0

5.253

19

Geschäftsrisiko

1.413

0

6

1

263

0

1.682

6

Diversifikationseffekte2

–1.945

–842

–156

–478

–974

–120

–4.515

–17

Ökonomischer Kapitalbedarf insgesamt in Mio €

11.175

6.671

2.039

2.010

3.566

1.710

27.171

100

in %

41

25

8

7

13

6

100

0

 

 

 

 

 

 

 

 

 

IBIT

3.158

1.555

1.107

782

–3.402

–1.744

1.456

N/A

Eigenkapitalrendite vor Steuern (basierend auf dem durchschnittlichen Average Active Equity)3

16 %

11 %

22 %

13 %

–33 %

N/A

3 %

N/A

Risikogewichtete Aktiva4

114.729

73.001

36.811

12.553

52.443

10.832

300.369

N/A

Das Risikoprofil von Corporate Banking & Securities (CB&S) wird geprägt vom Handel zur Unterstützung der Begebung von Positionen, Strukturierungs- und Marktpflegeaktivitäten, welche Markt- und Kreditrisiken unterliegen. Weiterhin bestehen Kreditrisiken durch Ausleihungen an Unternehmen und Finanzinstitute. Im aktuellen Geschäftsmodell von Corporate Banking & Securities stammen die verbleibenden Risiken aus operationellen Risiken und Geschäftsrisiken, hauptsächlich aufgrund möglicher Rechts- und Ertragsschwankungsrisiken. CB&S IBIT stieg in 2014 um 108 Mio € oder 3 % im Vergleich zu 2013, jedoch reduzierte sich im gleichen Zeitraum die Eigenkapitalrendite vor Steuern um drei Prozentpunkte auf 13 %. Diese Entwicklung liegt vor allem in der gestiegenen Allokation des durchschnittlichen aktiven Eigenkapitals als Folge der Kapitalerhöhung im Mai 2014 sowie der Erhöhung der risikogewichteten Aktiva, die vor allem aus Methodenänderungen resultieren, die im Zusammenhang mit dem Wechsel vom Basel 2.5 Rahmenwerk zu den Regelungen nach CRR/CRD 4 stehen.

Das Risikoprofil von Private & Business Clients (PBC) spiegelt Kreditrisiken aus dem Kreditgeschäft mit Privatkunden und kleinen und mittleren Unternehmen sowie Marktrisiken aus Nichthandelsaktivitäten aus Investitionsrisiken, aus der Einlagenmodellierung und aus Credit-Spread-Risiken wider. Bei weitgehend unverändertem Risikoprofil reduzierte sich der berichtete Gewinn vor Steuern im Vergleich zu 2013 durch Belastungen aus der Erstattung von Kreditgebühren erheblich, die auch zu einer leicht geringeren Eigenkapitalrendite vor Steuern führte. Diese wurden im Mai und im Oktober des Jahres 2014 durch Änderungen in der deutschen Rechtsprechung zu Kreditbearbeitungsgebühren ausgelöst.

Die Umsätze von Global Transaction Banking umfassen mehrere Produkte mit unterschiedlichen Risikoprofilen. Der Großteil der Risiken stammt von Kreditrisiken aus Handelsfinanzierungsgeschäft, während andere Geschäftsbereiche wenig bis kein Kreditrisiko haben. Der relativ geringe Anteil von Marktrisiken ergibt sich aus derivativen Hedgepositionen. Die Eigenkapitalrendite vor Steuern von 20 % markiert einen leichten Rückgang im Vergleich zu 2013. Vor dem Hintergrund der leicht gestiegenen Profitabilität wird der Rückgang der Eigenkapitalrendite vor Steuern weitgehend durch das gestiegene Geschäftsvolumen in einem wettbewerbsintensiven Niedrigzinsumfeld verursacht.

Der Hauptrisikotreiber in unserem Unternehmensbereich Deutsche Asset & Wealth Management (Deutsche AWM) sind Garantien auf Investmentfonds, die wir unter Marktrisiken aus Nichthandelsaktivitäten ausweisen. Weiterhin bringt das Beratungs- und Kommissionsgeschäft von Deutsche AWM entsprechende operationelle Risiken mit sich. Die Eigenkapitalrendite vor Steuern im Bereich AWM erhöhte sich durch einen höheren Gewinn aufgrund niedrigerer Umsetzungskosten im Zusammenhang mit unserem OpEx-Programm, der Wertaufholung von früheren Wertminderungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und niedrigere Kosten aus Rechtsstreitigkeiten. Der Anstieg des Ökonomischen Kapitalbedarfs resultierte hauptsächlich aus einem höheren Marktrisiko aus Nichthandelspositionen für Garantiefonds.

Zum Portfolio der Non-Core Operations Unit (NCOU) gehören Aktivitäten, die entsprechend der Geschäftsstrategie der Bank nicht zum zukünftigen Kerngeschäft zählen, Vermögenswerte, die durch Änderungen des Geschäftsumfelds und der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie des gesetzlichen oder aufsichtsrechtlichen Rahmens signifikant beeinträchtigt sind, sowie Vermögenswerte, die für Risikoabbaumaßnahmen vorgesehen sind. Die NCOU umfasst auch weitere zur Abtrennung geeignete Vermögenswerte, Vermögenswerte mit erheblicher Kapitalbindung und niedrigen Renditen sowie Vermögenswerte, die Rechtsrisiken unterliegen. Das Risikoprofil der NCOU umfasst Risiken über die gesamte Bandbreite unseres Unternehmens und enthält Kreditrisiken sowie auch Marktrisiken und operationelle Risiken (inklusive Rechtsrisiken), für die der gezielte beschleunigte Risikoabbau vorgesehen ist. Die Entwicklung der Eigenkapitalrendite von NCOU ergibt sich daraus, dass die Verluste nicht ausreichend mit der Kapitalallokation reduziert werden konnten. Obwohl die Risikoabbaustrategie zum Kapitalaufbau der Gruppe beitragen konnte, war das Einkommen weiterhin von rechtlichen und regulatorischen Kosten betroffen.

Consolidation & Adjustments beinhaltet hauptsächlich Marktrisiken aus Nichthandelsaktivitäten für strukturelle Währungsrisiken und das Risiko aus Pensionsverpflichtungen.