Unternehmerische Verantwortung

Die Stärkung von Governance-Strukturen- und Kontrollsystemen, Operational Excellence und die Erfüllung neuer aufsichtsrechtlicher Anforderungen standen für uns auch im Jahr 2014 an oberster Stelle. Darüber hinaus wollen wir Vertrauen mehren, indem wir unter anderem zur Lösung globaler Herausforderungen wie Bildungsgerechtigkeit, sozialer Inclusion oder Klimawandel beitragen und so unseren Wert für die Gesellschaft unter Beweis stellen.

Unser im Berichtsjahr überarbeiteter Verhaltens- und Ethikkodex enthält die Verpflichtung zur Nachhaltigkeit. Sie steht im Zentrum unserer unternehmerischen Verantwortung. Wir sind der Auffassung, dass wirtschaftlicher Erfolg und Wettbewerbsfähigkeit auf internationaler Ebene Mehrwert für unsere Aktionäre, Kunden und die Gesellschaft als Ganzes schaffen. Wir berücksichtigen die umweltpolitischen und sozialen Folgen unseres Handelns und wenden bei unseren Geschäftsaktivitäten hohe Umwelt- und Sozialmaßstäbe an, um in eine nachhaltige Zukunft zu investieren.

Diese Verpflichtung steht im Einklang mit unserer Strategie 2015+ und mit unseren Werten und Überzeugungen. Bei unserem Handeln berücksichtigen wir die unterschiedlichen Perspektiven und die sich verändernden Anforderungen all unserer Anspruchsgruppen.

In einem komplexen Geschäftsumfeld haben wir den Nachhaltigkeitsansatz in unserem Kerngeschäft weiter ausgebaut. Wir legten den Schwerpunkt auf die Steigerung von Transparenz, die Wahrnehmung von Geschäftschancen, die sich aus globalen Trends ergeben, und das Management möglicher Umwelt- und Sozialrisiken.

Unser Engagement geht weit über unser Kerngeschäft hinaus. Als verantwortungsvoller Unternehmensbürger ist die Deutsche Bank hervorragend aufgestellt, um neue Konzepte voranzubringen, die zur Bewältigung globaler Herausforderungen beitragen.

Umwelt- und Sozialrisiken

Unser Rahmenwerk zum Umgang mit Umwelt- und Sozialrisiken (ES-Risikorahmenwerk) erfordert eine besondere Überprüfung von Transaktionen in sensiblen Sektoren. Wir haben unseren Mitarbeitern praktische Richtlinien an die Hand gegeben, unter anderem dazu, wie bestimmtes Geschäftsgebaren bei Kunden besser adressiert werden kann. Darüber hinaus haben wir eine Position zu Transaktionen in oder in der Nähe von Welterbestätten formuliert sowie unsere Verpflichtung zum Erhalt von Wäldern erneuert. Zudem haben wir gemeinsam mit anderen Banken und Investoren einen Ansatz zur Steuerung von Carbon Asset Risk entwickelt. Des Weiteren haben wir ein umfangreiches IT-Projekt umgesetzt. Es hilft uns, den Prüfungsprozess zu verbessern und die Zahl der geprüften Transaktionen zu erhöhen. Im Jahr 2014 stieg die Zahl der Transaktionen, die im Rahmen unseres ES-Risikorahmenwerks geprüft wurden, auf 1.250 (2013: 721). Das spiegelt auch das geschärfte Bewusstsein für diese Risiken in unserem Unternehmen wider.

Die Einhaltung unserer Leitlinien und unser ES-Risikomanagement werden durch Trainingsmaßnahmen unterstützt. Um das Bewusstsein für Nachhaltigkeitsrisiken zu schärfen, haben wir zusätzlich zu Initiativen wie Nachhaltigkeitstagen, Earth Week und Präsentationen bei Veranstaltungen ein Trainingskonzept entwickelt, das 2015 auf globaler Ebene eingeführt wird.

ESG im Asset Management

Unseren Ansatz zur Berücksichtigung von Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien (ESG) im Investitionsprozess haben wir weiter ausgebaut. Ein zentrales Team ist für die bereichsübergreifende Umsetzung der ESG-Strategie sowie den Ausbau von Kompetenzen und Kapazitäten für nachhaltiges Investieren innerhalb von Deutsche Asset & Wealth Management verantwortlich. Wir sind davon überzeugt, dass wir nur so eine optimale langfristige Performance bieten und unsere treuhänderische Pflicht erfüllen können.

2014 entwickelte das ESG-Team eine bankeigene Softwarelösung, die Daten von fünf führenden Anbietern verarbeitet und damit eine hohe Objektivität und Zuverlässigkeit der Informationen gewährleistet. Die sogenannte „ESG Engine“ ermöglicht es uns, bis zu 1.500 Datensätze zum ESG-Verhalten von mehr als 5.000 Unternehmen zu filtern. Auf dieser Grundlage können wir aktiv und passiv verwaltete Produkte sowie eine ESG-Variante von allen bestehenden Produkten entwickeln. Darüber hinaus ermöglicht uns die Datenbank, Produkte gezielt an den individuellen Nachhaltigkeitsstandards unserer Kunden auszurichten.

Ende 2014 verwaltete die Deutsche Bank Vermögenswerte in Höhe von rund 5,4 Mrd €, die ESG-Kriterien im Investitionsprozess berücksichtigen (2013: 5,1 Mrd €).

Umwelt- und Sozialprojekte finanzieren

Die Deutsche Bank ist einer der führenden privatwirtschaftlichen Projektfinanzierer auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien. Im Jahr 2014 stellte die Deutsche Bank mehr als 978 Mio € (2013: 782,9 Mio €) für Projekte im Bereich erneuerbare Energien zur Verfügung. Unsere Beratungs- und Finanzdienstleistungen ermöglichten die Finanzierung von Projekten mit einer Gesamtkapazität von mehr als 1.793 Megawatt und einem Investitionsvolumen von 4,3 Mrd €.

Anfang 2014 veröffentlichten wir gemeinsam mit 12 weiteren Banken die „Green Bond Principles“, die zur Integrität und Transparenz auf dem Markt für „grüne“ Anleihen beitragen sollen. Sie regeln die Bezeichnung, die Offenlegung, die Verwaltung und das Reporting „grüner“ Anleihen, um sicherzustellen, dass die Finanzierungsmittel Umwelt- und Sozialprojekten, zum Beispiel in den Bereichen erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Wasserreinhaltung, zugutekommen.

Im Jahr 2014 vervierfachte sich das Volumen des Marktes für „grüne“ Anleihen. Die Deutsche Bank war Konsortialführer bei mehreren großen Emissionen. Wir begleiteten zum Beispiel eine Anleihe der KfW im Volumen von 1,5 Mrd € und die erste „grüne“ Anleihe von Unilever in Höhe von 250 Mio £.

Klimaneutralität des Geschäftsbetriebs

Im Jahr 2014 gestalteten wir unseren Geschäftsbetrieb erneut CO2-neutral. Wir investierten in Energieeffizienz-Projekte, nutzten erneuerbare Energien und neutralisierten unsere unvermeidbaren CO2-Emissionen durch den Erwerb und die Stilllegung von hochwertigen Ausgleichszertifikaten.

Soziale Herausforderungen angehen

Als globales Unternehmen stellen wir uns den gesellschaftlichen Herausforderungen und stärken Gemeinschaften. Mit einer Fördersumme von 80,5 Mio € (2013: 78,2 Mio €) waren die Deutsche Bank und ihre Stiftungen wieder unter den engagiertesten Unternehmensbürgern weltweit. Im vergangenen Jahr erreichten wir mehr als 5,8 Millionen Menschen mit unseren Programmen.

Wir führten Born to Be in Europa, Asien, Südafrika und auf dem amerikanischen Kontinent ein. Mit Born to Be helfen wir jungen Menschen, ihr Potenzial zu entfalten, indem wir ihr Selbstvertrauen stärken, sie beim Aufbau von Kompetenzen unterstützen und ihnen den Zugang zu Bildungs- und Beschäftigungsangeboten erleichtern. Im Jahr 2014 nahmen weltweit mehr als eine Million junge Menschen an den diversen Projekten teil.

Von unseren Social-Investment-Programmen profitierten im Jahr 2014 rund 1,6 Millionen Menschen. Sie reichen von Mikrofinanzierung zu Impact Investments, fördern Unternehmertum, verbessern das lokale Umfeld und helfen Menschen in Not. Als Vorreiter im Bereich Mikrofinanzierung haben wir seit 1997 etwa 330 Mio US-$ an über 130 Mikrofinanzinstitute in 51 Ländern vergeben und damit etwa 3,9 Millionen Mikrokredite im Gesamtvolumen von 1,8 Mrd US-$ ermöglicht. Darüber hinaus stellen immer mehr Mitarbeiter der Deutschen Bank ihr Fachwissen Sozialunternehmern zur Verfügung.

Die Herausforderungen der Zukunft lassen sich nur mit Weitblick und wegweisenden Konzepten meistern. Die Konferenzreihe Urban Age der Alfred Herrhausen Gesellschaft, die Lösungswege für die Metropolregionen untersucht, erreichte in den letzten 10 Jahren mehr als 5.000 Teilnehmer. Und der Wettbewerb Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen prämierte seit 2006 über 2.700 innovative Lösungskonzepte für Städte und Gemeinden in Deutschland.

Unsere strategischen Partnerschaften mit renommierten Institutionen ermöglichen einer breiten Öffentlichkeit Zugang zu Kunst und Musik und bieten jungen Talenten eine Plattform. Unsere Partnerschaft mit den Berliner Philharmonikern, die 2014 ihr 25-jähriges Bestehen feierte, hat nicht nur die einzigartige Digital Concert Hall hervorgebracht, sondern seit 2002 auch gut 37.000 Kinder und Jugendliche erreicht. Zudem ermöglichen wir seit mehr als 35 Jahren den Zugang zu zeitgenössischer Kunst an über 900 Standorten der Bank, in Ausstellungen, durch zielgerichtete Vermittlungsprogramme und Partnerschaften. Im Jahr 2014 erreichten wir mehr als drei Millionen Menschen mit unseren Kunst- und Musikangeboten.

Rund 17.000 Mitarbeiter (21 % der Belegschaft ohne Postbank) waren 2014 weltweit als Corporate Volunteers aktiv und haben an über 190.000 Stunden gemeinnützige Einrichtungen und Organisationen ihre Zeit, ihr Wissen und ihre Erfahrung zur Verfügung gestellt. Sie stärkten damit die Wirksamkeit unserer Initiativen und belegten, wie die Deutsche Bank und ihre Mitarbeiter eine Kultur der Leistung mit einer Kultur der Verantwortung verbinden.


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