Risikoanpassung für die variable Vergütung

Verschiedene Maßnahmen zielen darauf ab, effektive Risikomanagement-Prozesse in den Vergütungssystemen zu implementieren, die sowohl ex ante als auch ex post Anpassungen erlauben.

Ex-ante-Risikoanpassung

Um die Anwendung adäquater Ex-ante-Risikoanpassungen einzurichten, verwenden wir ein bankweit geltendes standardisiertes Modell zur Messung der risikoadjustierten, bonusberechtigenden Performance (Ergebnis vor Bonus und Steuern – „NIBBT“) jeder Division. Alle Ergebnisse für Zwecke der Ermittlung der variablen Vergütung werden nach Maßgabe des § 19 InstitutsVergV auf Grundlage der Nutzung Ökonomischen Kapitals (Economic Capital – „EC“) risikoadjustiert.

Es stellt die von der Bank primär genutzte Methode zur Berechnung der Größe des zukünftigen potenziellen Risikos dar, dem die Bank möglicherweise ausgesetzt ist. Das Modell misst die Höhe des Eigenkapitals, das benötigt würde, um sehr schwer wiegende unerwartete Verluste aus dem Portfolio der Bank aufzufangen.

Ökonomisches Kapital wurde als beste der Bank zur Verfügung stehende Methode zur Vorhersage künftiger noch nicht realisierter Verluste ihres derzeitigen Portfolios und damit als beste Kennzahl zur Adjustierung von Pools für die variable Vergütung bestätigt. Das SECC hat die Eignung der Risikoanpassungsmethode überprüft und wiederholt diese Prüfung jährlich.

Das Economic Capital-Modell der Bank erfasst vier Risikoarten:

  • Kreditrisiko
  • Marktrisiko
  • Operationelles Risiko
  • Allgemeines Geschäftsrisiko

Diese Risiken werden unabhängig voneinander und unter Berücksichtigung der verschiedenen Komponenten, aus denen sich die einzelnen Risikoarten zusammensetzen, abgebildet.

Kreditrisiko

Das Kreditrisiko entsteht im Zusammenhang mit Transaktionen, aus denen sich tatsächliche, bedingte oder potenzielle Ansprüche gegenüber einem Geschäftspartner, Kreditnehmer oder Schuldner (im Folgenden auch „Geschäftspartner“ genannt) einschließlich solcher Ansprüche, die die Bank weiterzugeben plant, ergeben. Der Konzern unterscheidet drei Arten von Kreditrisiken: Ausfallrisiko, Länderrisiko und Abwicklungsrisiko.

Marktrisiko

Das Marktrisiko resultiert aus der Unsicherheit über Veränderungen von Marktpreisen und -kursen (inklusive Zinssätzen, Aktienkursen, Wechselkursen und Rohstoffpreisen), den zwischen ihnen bestehenden Korrelationen und ihren Volatilitäten. Das Marktrisiko umfasst das handelsbezogene Marktrisiko, das nicht handelsbezogene Marktrisiko und das gehandelte Ausfallrisiko.

Operationelles Risiko

Das operationelle Risiko steht für die Gefahr von Verlusten, die infolge der Unangemessenheit oder des Versagens von internen Verfahren und Systemen, Menschen oder infolge externer Ereignisse eintreten. Es umfasst Infrastrukturrisiken und sonstige nicht finanzielle Risiken, wie aufsichtsrechtliche und rechtliche Risiken. Zudem birgt es Modellrisiken, die Verlustrisiken der Bank oder Risiken falscher strategischer Entscheidungen umfassen. Diese können aus Funktionsmängeln bei den für die Bewertung von Vermögenswerten oder Verbindlichkeiten, des Risikomaßes oder sonstiger Bereiche (wie Implementierung von Handelsstrategien, Prognose zu wirtschaftlichen Entwicklungen, Analyse von Investitionen oder Optimierung der Wertentwicklung) eingesetzten Modellen resultieren.

Allgemeines Geschäftsrisiko

Das allgemeine Geschäftsrisiko bezeichnet das Risiko, das aufgrund von Veränderungen der generellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen entsteht. Dazu gehören beispielsweise das Marktumfeld, das Kundenverhalten und der technische Fortschritt, da diese die Geschäftsergebnisse des Konzerns beeinträchtigen können, wenn dieser sich nicht rechtzeitig an die veränderten Bedingungen anpasst. Der bedeutendste Aspekt des allgemeinen Geschäftsrisikos ist das strategische Risiko; dieses bezeichnet das Risiko, infolge eines Rückgangs der operativen Erträge unerwartete Verluste zu erleiden, die nicht innerhalb des entsprechenden Zeithorizonts durch Kostenreduzierungen ausgeglichen werden können. Das strategische Risiko umfasst die Ertrags- oder Kostenvolatilität, die nicht aus der Eingehung von Positionen (Marktrisiko), Kreditverlusten (Kreditrisiko) und operationellen Ereignissen (operationelles Risiko) resultieren.

Grundsätzlich bilden wir alle wesentlichen Risiken mit den vorstehend beschriebenen vier primären Risikoarten unseres ökonomischen Kapitalrahmenwerks ab. Sonstige Risiken werden unter der entsprechenden übergreifenden Risikoart abgebildet.

Infolge der oben genannten Methode erhöht sich die Belastung für den Gebrauch von Ökonomischem Kapital mit Erhöhung des Risikoprofils der Bank, wodurch die bankweite wirtschaftliche Rentabilität sinkt und damit auch die Höhe der gewährten variablen Vergütung. Die Bank ist der Auffassung, dass die Verwendung eines risikoadjustierten Gewinns und Verlusts eine extrem effiziente und robuste Methode der Ex-ante-Risikoanpassung darstellt und von der Übernahme wesentlicher Risiken abschreckt, da dieses Modell die Auszahlung variabler Vergütung an die Höhe des übernommenen Risikos koppelt.

Die Economic Capital-Risikoanpassung ist nicht das einzige Instrument der Risikoanpassung. In der Gewinn- und Verlustrechnung verbuchte Kredit-, Markt- und operationelle Verluste werden im NIBBT ausgewiesen, darüber hinaus berücksichtigt die subdivisionale Zuteilung weitere angemessene Risikokennzahlen und „Red-Flag“-Daten. Die divisionalen Pools für die variable Vergütung enthalten zudem die Auswirkung von Liquiditätskosten durch das Liquiditätstransferpreissystem (Funds Transfer Pricing), die liquiditätsbeanspruchenden und -generierenden Geschäftsbereichen ein angemessenes Anreizsystem bieten. Liquiditätskosten werden den Geschäftsbereichen in vollem Umfang zugewiesen und als Teil des Geschäftsergebnisses ausgewiesen. Die Rechtfertigung und Größenordnung der Preissystemkomponenten werden von Treasury kontinuierlich überwacht.

Ex-post-Risikoanpassung

Leistungs- und Verfallsbedingungen sind ein zentrales Element unserer Struktur für die aufgeschobene Vergütung. Sie gewährleisten, dass Awards an zukünftigem Verhalten und zukünftiger Leistung ausgerichtet sind. Wie sich aus den in diesem Bericht enthaltenen statistischen Auswertungen ergibt, erhöht sich der Anteil der in aufgeschobener Form gewährten und damit Leistungs- und Verfallsbedingungen unterliegenden variablen Vergütung entsprechend dem Einkommen. In Verbindung mit dem Anwendungsbereich der Messgröße für die Risikoanpassung ist der Zeitraum, auf den diese Regelungen anwendbar sind, ebenfalls relevant; dies spiegelt sich in der Anwendung dieser Bedingungen bis zur Lieferung der Awards wider.

Für die für 2014 (im Februar 2015) gewährte aufgeschobene Vergütung galten die folgenden Leistungs- und Verfallsbedingungen:

Konzern-Common Equity Tier-1-Leistungsbedingung

Diese Leistungsbedingung gilt für alle Mitarbeiter mit Deferred Equity Awards. Auf Basis einer Entscheidung des Vorstands verfallen die gesamten noch nicht unverfallbaren REA aller Mitarbeiter mit aufgeschobener Vergütung, wenn an einem beliebigen Quartalsende vor dem Unverfallbarkeitsdatum die Konzernkernkapitalquote (Common Equity Tier-1) unter der jeweils gültigen regulatorischen Minimumkapitalgrenze liegt (einschließlich eines zusätzlichen Risikopuffers von 200 Basispunkten).

Für die Senior Management Group, die der fünfjährigen REA-Anwartschafts- und -Haltefrist unterliegt, verfallen die gesamten noch nicht unverfallbaren REA, wenn die Common Equity Tier-1-Bedingung zu irgendeinem Zeitpunkt ausgelöst wird.

Konzern-IBIT-Leistungsbedingung

Die Leistungsbedingung wird ausgelöst, wenn das Konzernergebnis vor Steuern (Income Before Income Taxes – IBIT) negativ ist. Sie gilt für alle Mitarbeiter mit Deferred Equity Awards. Soweit der Vorstand vor Unverfallbarkeit und Zuteilung feststellt, dass das Konzernergebnis vor Steuern für das Jahr negativ ist, ist die Leistungsbedingung nicht erfüllt, und 100 % der in diesem Jahr anstehenden REA verfallen für alle Mitarbeiter.

Für die Senior Management Group, die der fünfjährigen REA-Anwartschafts- und -Haltefrist unterliegt, verfallen 20 % des Awards für dieses Jahr, falls in einem Jahr während dieses Zeitraums das Konzernergebnis vor Steuern (IBIT) negativ ist (aber die Bestimmung hinsichtlich der Unterschreitung der Konzernkernkapitalquote nicht ausgelöst wurde).

Für Material Risk Taker gilt die tranchenweise Berücksichtigung der Konzern-IBIT-Bedingung auch im Hinblick auf ihre RIA, so dass, wenn der Vorstand vor Unverfallbarkeit und Zuteilung feststellt, dass das Konzernergebnis vor Steuern in einem Jahr negativ ist, die Leistungsbedingung nicht erfüllt ist und die anstehende RIA-Tranche zu 100 % verfällt.

Divisionale IBIT-Leistungsbedingung

Diese Leistungsbedingung gilt nur für Material Risk Taker und wird ausgelöst, wenn das divisionale Ergebnis vor Steuern negativ ist. Ist das divisionale Ergebnis vor Steuern für das Jahr vor Unverfallbarkeit negativ, verfallen die anstehenden REA- beziehungsweise RIA-Tranchen für alle Material Risk Taker des jeweiligen Bereichs (wie vom Vorstand vor Zuteilung bestimmt) für dieses Jahr zu 100 %, auch wenn das Konzernergebnis positiv ist.

Für die Senior Management Group, die der fünfjährigen REA-Anwartschafts- und -Haltefrist unterliegt, verfallen 20 % des Awards für dieses Jahr, falls in einem Jahr während dieses Zeitraums das divisionale Ergebnis vor Steuern (IBIT) negativ ist.

Der divisionale Verfall gilt nicht für Vorstandsmitglieder oder Mitarbeiter des Regional Management oder in Infrastrukturfunktionen. Für sie gilt lediglich die Konzern-Verfallsbedingung.

Verfall wegen Wegfalls der Leistungsgrundlage

Diese Verfallsbedingung gilt für RIA und REA und erlaubt es der Bank festzulegen, ob Anpassungen auf Grundlage tatsächlicher Ergebnisse notwendig sind. Bis zu 100 % der noch nicht unverfallbaren Anwartschaften eines Mitarbeiters können verfallen, wenn festgestellt wird, dass die ursprünglich gewährten Anwartschaften (oder die Gewährung, der Eintritt der Unverfallbarkeit oder die Lieferung eines sonstigen Awards an den Mitarbeiter) nicht angemessen waren, weil eine Leistungskennzahl sich nachträglich als substanziell falsch herausgestellt hat oder ein Geschäft, Handelsgeschäft beziehungsweise eine Transaktion, die dem Mitarbeiter zugerechnet werden kann, sich wesentlich nachteilig auf eine Deutsche Bank-Gesellschaft, eine Division oder den Deutsche Bank-Konzern auswirkt.

Diese Bestimmung gilt auch für die EUA von Material Risk Takern, wodurch gewährleistet wird, dass ein größerer Prozentsatz der Awards für Material Risk Taker einem möglichen Verfall wegen Wegfalls der Leistungsgrundlage unterliegt. Darüber hinaus gilt diese Bestimmung auch während der auf den Eintritt der Unverfallbarkeit des REA folgenden Haltefrist, so dass sichergestellt ist, dass Maßnahmen bezüglich eines Verfalls wegen Wegfalls der Leistungsgrundlage in Bezug auf an Material Risk Taker vergebene aktienbasierte Vergütung während eines Zeitraums von dreieinhalb Jahren (fünf Jahren im Fall der Senior Management Group) ergriffen werden können.

Verfall wegen eines Verstoßes gegen regulatorische Auflagen oder interne Richtlinien

Diese verhaltensabhängige Verfallsbedingung ist auf REA und RIA anwendbar und sieht den vollständigen Verfall der gesamten noch nicht unverfallbaren aufgeschobenen Vergütung wegen Verstoßes gegen interne Richtlinien oder Verfahren respektive gegen geltende Gesetze oder externe Vorschriften zurückgefordert werden.

Diese Bestimmung gilt auch für die EUA von Material Risk Takern und während der auf den Eintritt der Unverfallbarkeit des REA folgenden sechsmonatigen Haltefrist, so dass sichergestellt ist, dass Maßnahmen im Hinblick auf einen verhaltensbedingten Verfall für an Material Risk Taker vergebene aktienbasierte Vergütung über einen Zeitraum von dreieinhalb Jahren (fünf Jahren im Fall der Senior Management Group) anwendbar bleiben.

Eine Zusammenfassung der obigen Bestimmungen ist nachfolgend aufgeführt.

Aufgeschobene Vergütung für 2014: Verfallsbedingungen

Leistungs- und Verfallsbedingungen

Senior Management Group & sonstige Material Risk Taker

Alle übrigen Mitarbeiter mit aufgeschobener Vergütung

Bedingung zum Konzernergebnis (REA) – anwendbar auf REA-Tranchen vor Zuteilung

  • Im Falle eines negativen Konzern-IBIT verfällt die nächste fällige REA-Tranche
  • Falls die CET1-Kapitalquote aufgrund eines negativen Konzern-IBIT oder aus einem anderen Grund weniger als 200 Basispunkte über dem anwendbaren gesetzlichen Mindestkapitalniveau des Konzerns gemäß Artikel 92(1)(a) CRR liegt, verfallen 100 % aller noch nicht ausgelieferten REAs des Jahres 2014

ja

ja

Konzernergebnisbedingung (RIA) – anwendbar auf RIA-Tranchen vor Auslieferung für Material Risk Taker (MRT)

  • Im Falle eines negativen Konzern-IBIT verfällt die nächste fällige RIA-Tranche

ja

 

Bedingung zum divisionalen Ergebnis – anwendbar auf REA- und RIA-Tranchen vor Auslieferung für MRT

  • Im Falle eines negativen divisionalen IBIT verfällt die nächste fällige REA/RIA-Tranche
  • Bedingung gilt nicht für Mitarbeiter aus Infrastrukturbereichen, Regional Management oder NCOU

ja

 

Verfall wegen Revenue Impairment – anwendbar auf noch nicht ausgelieferte RIA und REA

ja

ja

Verfall wegen Revenue Impairment anwendbar auf EUA und während der Haltefristen für REA-Tranchen nach Eintritt der Unverfallbarkeit für MRT

ja

 

Verstoß gegen Richtlinien – anwendbar auf noch nicht ausgelieferte RIA und REA

ja

ja

Verstoß gegen Richtlinien – anwendbar auf EUA und während der Haltefristen für REA-Tranchen nach Eintritt der Unverfallbarkeit für MRT

ja