Eigenkapital und Aufsichtsrechtliches Eigenkapital

Eigenkapital

Das Eigenkapital hat sich zwischen dem 31. Dezember 2013 und dem 31. December 2014 insgesamt um 18,3 Mrd € erhöht. Dieser Anstieg resultierte in erster Linie aus der Ausgabe von 359,8 Mio Stammaktien im Juni 2014 mit Gesamterlösen von 8,5 Mrd € sowie der Emission von neuen zusätzlichen Eigenkapitalbestandteilen (Zusätzliche Tier-1-Anleihen, die nach IFRS als Eigenkapital klassifiziert werden) am 20. Mai und 19. November 2014 mit Erlösen von 4,7 Mrd €. Zum Anstieg des Eigenkapitals trugen des Weiteren das den Deutsche Bank-Aktionären zurechenbare Konzernergebnis von 1,7 Mrd €, positive Effekte aus Wechselkursänderungen in Höhe von 2,9 Mrd € (vor allem US-Dollar) sowie unrealisierte Gewinne (per Saldo) aus zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten in Höhe von 1,4 Mrd € bei, die hauptsächlich aus gestiegenen Marktpreisen von festverzinslichen Wertpapieren europäischer Emittenten resultierten. Teilweise gegenläufig zu dieser positiven Entwicklung war die Dividendenzahlung an Deutsche Bank-Aktionäre von 765 Mio €.

Aufsichtsrechtliches Eigenkapital

Die Berechnung von aufsichtsrechtlichem Eigenkapital und Kapitalquoten, die in diesem Bericht dargestellt sind, berücksichtigen die Jahresendgewinne nach Abzug einer Dividendenzahlung von 0,75 € je Aktie gemäß dem Vorschlag des Vorstands an den Aufsichtsrat und die Hauptversammlung. Für weitere Details verweisen wir auf unser Kapitel “Behandlung von Jahresendgewinnen für die Solvabilitätsmeldung” im Abschnitt „Risikobericht – Aufsichtsrechtliches Eigenkapital“.

Die Berechnung unseres aufsichtsrechtlichen Eigenkapitals zum 31. Dezember 2013 beruht auf dem Basel 2.5-Rahmenwerk. Seit dem 1. Januar 2014 erfolgt die Berechnung unseres aufsichtsrechtlichen Eigenkapitals, unserer risikogewichteten Aktiva und unserer Kapitalquoten auf Basis der Eigenkapitalanforderungen gemäß der Capital Requirements Regulation (CRR) und der Capital Requirements Directive 4 (CRD 4), die am 27. Juni 2013 veröffentlicht wurde, einschließlich der darin enthaltenen Übergangsregelungen. Insofern verwenden wir bei der Darstellung der Ergebnisse unter Berücksichtigung der Übergangsregeln die Bezeichnung „CRR/CRD 4“. Bei der Darstellung der Ergebnisse auf Basis einer vollständigen Anwendung des finalen Rahmenwerks verwenden wir den Begriff „CRR/CRD 4-Vollumsetzung“.

Das Tier-1-Kapital gemäß CRR/CRD 4 erhöhte sich zum 31. Dezember 2014 auf 63,9 Mrd €, was zu einer CRR/CRD 4 Tier-1-Kapitalquote von 16,1 % zum 31. Dezember 2014 führte. Zum 31. Dezember 2013 betrug unser Tier-1-Kapital gemäß Basel 2.5-Regelungen 50,7 Mrd €, verbunden mit einer Tier-1 Kapitalquote zum 31. Dezember 2013 gemäß Basel 2.5 von 16,9 %. Unser CRR/CRD 4 Tier-1-Kernkapital (als Tier-1-Kapital ohne Hybridinstrumente unter Basel 2.5 bezeichnet) betrug zum 31. Dezember 2014 60,1 Mrd €, verbunden mit einer CRR/CRD 4 Tier-1-Kernkapitalquote zum 31. Dezember 2014 von 15,2 %. Zum Jahresende 2013 betrug unser Tier-1-Kernkapital gemäß Basel 2.5-Regeln 38,5 Mrd € und die dazugehörige Basel 2.5-Tier-1-Kernkapitalquote 12,8 %.

Die Umsetzung der neuen Kapitalanforderungen gemäß CRR/CRD 4 hat zu einem negativen Erstanwendungseffekt von 1,5 Mrd € in unserem Tier-1-Kapital geführt. Der negative Effekt wurde zum Einen verursacht durch die Aberkennung unserer ehemals emittierten hybriden Tier-1-Kapitalinstrumente, die unter Vollumsetzung der CRR/CRD 4-Regeln nicht mehr als Tier-1-Kapital angerechnet werden können und die den, nach den Übergangsregelungen maximal anerkennungsfähigen Betrag (Anrechnungsobergrenze, ‚Cap‘) für Zusätzliches Tier-1-Kapital um 2,2 Mrd € überschritten hatten. Eine weitere Reduktion unseres Tier-1-Kapitals in Höhe von 1,5 Mrd € war auf Kapitalabzüge zurückzuführen, die in 2014 mit einem ‚Phase-in‘-Satz von 20 % zu berücksichtigen waren. Im Wesentlichen handelte es sich hierbei um Kapitalabzüge von latenten Steueransprüchen sowie von Vermögenswerten leistungsdefinierter Pensionsfonds. Die Reduktion wurde teilweise durch positive Erstanwendungseffekte aus Verbriefungspositionen in Höhe von 0,9 Mrd € abgeschwächt, für die wir eine Risikogewichtung von 1250 % an Stelle einer Abzugsbehandlung gewählt haben. Ein weiterer, positiver Effekt in Höhe von 1,2 Mrd € resultierte aus wesentlichen Beteiligungen an Unternehmen der Finanz- und Versicherungsbranche, die von der Ausnahmeregelung für Beträge profitierten, die unterhalb der, auf das entsprechende Tier-1-Kernkapital bezogenen 15 %-Schwelle liegen und daher – an Stelle eines Kapitalabzugs – mit 250 % risikogewichtet wurden.

Wir hatten weiterhin einen Anstieg in unserem Tier-1-Kapital, welcher im Wesentlichen aus der Kapitalerhöhung aus genehmigtem Kapital gegen Bareinlagen mit einem Bruttoerlös von 8,5 Mrd € resultierte sowie aus der Begebung von Zusätzlichen Tier-1-Anleihen (Additional Tier-1-Notes, im Folgenden „AT1-Anleihen“) gemäß CRR/CRD 4, die in zwei Transaktionen mit einem anrechenbaren Betrag von 4,6 Mrd € getätigt wurden. Unser den Deutsche Bank-Aktionären zurechenbares Konzernergebnis in 2014 in Höhe von 1,7 Mrd €, ermäßigt um die Abgrenzung für Dividenden und AT1-Coupons in Höhe von 1,2 Mrd €, trug ebenfalls zu diesem Anstieg bei. Weiterhin sahen wir positive Effekte auf unser Tier-1-Kapital und Tier-1-Kernkapital aufgrund von Währungsumrechnungsdifferenzen in Höhe von 1,5 Mrd €.

Unser CRR/CRD 4 Tier-1-Kapital in der Vollumsetzung betrug 50,7 Mrd € zum 31. Dezember 2014. Die CRR/CRD 4 Tier-1-Kapitalquote (Vollumsetzung) belief sich zum 31. Dezember 2014 auf 12,9 %. Unser CRR/CRD 4 Tier-1-Kernkapital in der Vollumsetzung betrug 46,1 Mrd €. Die CRR/CRD 4 Tier-1-Kernkapitalquote in der Vollumsetzung belief sich zum 31. Dezember 2014 auf 11,7 %.

Zum 31. Dezember 2014 war unser CRR/CRD 4 Tier-1-Kapital in der Vollumsetzung um 13,2 Mrd € niedriger als unser, nach den Übergangsregelungen ermitteltes CRR/CRD 4 Tier-1-Kapital. Dies resultierte zum Einen aus der Aberkennung unserer ehemals emittierten hybriden Tier-1-Kapitalinstrumente in Höhe von 10,0 Mrd €. Zum anderen wurden mit einem Gesamtbetrag von 3,6 Mrd € bestimmte Abzugspositionen – im Wesentlichen latente Steueransprüche sowie Vermögenswerte leistungsdefinierter Pensionsfonds – in voller Höhe vom Tier-1-Kernkapital abgesetzt, während sie nach den Übergangsregeln vom Zusätzlichen Tier-1-Kapital abgezogen wurden.

Die risikogewichteten Aktiva gemäß CRR/CRD 4 betrugen 397 Mrd € zum 31. Dezember 2014 im Vergleich zu 300 Mrd € zum Jahresende 2013 gemäß Basel 2.5. Die risikogewichteten Aktiva für das Kreditrisiko stiegen um 42 Mrd € im Wesentlichen aufgrund der Umstellung auf das neue CRR/CRD 4-Rahmenwerk, aufgrund von Fremdwährungsbewegungen insbesondere in der zweiten Hälfte des Jahres sowie aufgrund von Modelländerungen. Die neue Ermittlung von RWA für CVA im Rahmen des CRR/CRD 4-Rahmenwerkes trugen 21 Mrd € zum Anstieg bei. Die Erhöhung der RWA für Marktrisiken um 17 Mrd € war primär verursacht durch die im Rahmen des CRR/CRD 4-Rahmenwerkes erfolgte Umstellung von Kapitalabzugpositionen auf eine 1250 %-Risikogewichtung, teilweise kompensiert durch Reduktionen von Aktiva. Die risikogewichteten Aktiva für das Operationelle Risiko stiegen um 16 Mrd € an, vorrangig aufgrund einer frühzeitigen Berücksichtigung der Auswirkungen von Modellverbesserungen in unserem fortgeschrittenen Messansatz (AMA-Modell) im zweiten Quartal 2014.

Die risikogewichteten Aktiva gemäß CRR/CRD 4-Vollumsetzung betrugen 394 Mrd € zum 31. Dezember 2014. Zusätzlich zu den oben genannten Bewegungen hatten wir in der Vollumsetzung eine Reduktion der RWA in Höhe von 3 Mrd €, im Wesentlichen aufgrund von RWA-Reduzierungen bei den Pensionsfonds.