Ratingagenturen tragen aufsichtsrechtlichen Anforderungen Rechnung

Im März und April 2014 haben Fitch Ratings und Standard & Poor’s jeweils ihren Ausblick für die Langfristratings der Deutschen Bank von „stabil“ auf „negativ“ gesenkt. Dies war das Ergebnis einer branchenweiten Überprüfung, bei der die Annahmen in Bezug auf die Wahrscheinlichkeit staatlicher Unterstützung für den europäischen Bankensektor kritisch hinterfragt worden waren. Beide Agenturen reagierten damit auf die Weiterentwicklung der EU-Richtlinie zur Sanierung und Abwicklung von Kreditinstituten, welche die Stabilität der Finanzdienstleistungsbranche erhöhen soll. Ein wichtiges Ziel der Richtlinie ist es, dass Aktionäre und Besitzer von Anleihen eventuelle Verluste von Banken tragen und die Belastung der Steuerzahler reduziert wird.

Im Juli 2014 hat Moody’s das Langfrist-, Stand-alone- und Kurzfristrating der Deutschen Bank um jeweils eine Stufe auf A3, baa3 und P-2 gesenkt. Der Ausblick für das Standalone-Rating der Deutschen Bank wurde als stabil bewertet, während der Ausblick für das Langfristrating negativ geblieben ist. Auch der negative Ausblick der Ratingagentur Moody’s reflektiert die Einschätzung, dass die Entwicklung hin zu einer geringeren systemischen Unterstützung für EU-Banken geht.

Im Rahmen ihrer Überprüfung von deutschen, österreichischen und britischen Banken setzte Standard & Poor’s das Langfristrating der Deutschen Bank am 3. Februar 2015 auf negativen „Credit Watch“ (Überprüfung des Ratings im Hinblick auf eine Herabsetzung). Die Prüfung beruht auf einem neuen Gesetz zur Gläubigerbeteiligung im Insolvenzfall (Bail-in) in diesen Ländern, das seit dem 1. Januar 2015 gilt. Die Ratingagentur will das Ergebnis ihrer Überprüfung bis Anfang Mai 2015 veröffentlichen.


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