Ausblick

Der folgende Abschnitt sollte in Verbindung mit dem Ausblick im Lagebericht des Finanzberichts für das Jahr 2013 gelesen werden, der unsere Erwartungen für die Jahre 2014 und 2015 darlegt.

Die Weltwirtschaft

Wir erwarten, dass sich das Wachstum der Weltwirtschaft, angetrieben von einer signifikanten Konjunkturbelebung in den USA, im laufenden Jahr auf 3,2 % beschleunigen und im kommenden Jahr knapp 4 % erreichen wird. Im Jahr 2015 würde das Wachstum damit über dem durchschnittlichen Wachstum der vergangenen zehn Jahre liegen. Nachdem die extremen Wetterbedingungen in den USA im ersten Quartal 2014 für einen deutlichen Rückgang der Wirtschaftsleistung sorgten, erwarten wir im weiteren Jahresverlauf kräftige Wachstumsraten, so dass das reale Bruttoinlandsprodukt in den USA um 1,9 % zulegen dürfte. Im Jahr 2015 dürfte sich das Wachstum auf etwa 3,5 % beschleunigen.

Die Wirtschaft der Eurozone dürfte, unterstützt durch die nach wie vor expansiv ausgerichtete Geldpolitik und einer etwas weniger restriktiven Fiskalpolitik, ihren moderaten Wachstumspfad fortsetzen und im Jahr 2014 um 1,1 % wachsen. Im kommenden Jahr erwarten wir ein Wachstum von 1,5 %. Unter den großen Eurozonenländern dürfte die deutsche Wirtschaft mit einem binnenwirtschaftlich getriebenen Wachstum von 1,8 % im Jahr 2014 und 2,0 % im Jahr 2015 am stärksten expandieren. Die Konjunkturerholung im Vereinigten Königreich dürfte sich in diesem Jahr fortsetzen und die Wirtschaft um 3,1 % wachsen. Im kommenden Jahr dürfte sich das dortige Wachstum auf 2,5 % verlangsamen, was etwa dem Durchschnittswachstum der vergangenen zehn Jahre entspricht. Einen kräftigen Impuls für die japanische Wirtschaft lieferte die expansive Ausrichtung der Fiskal- und Geldpolitik. Die im April durchgeführte Mehrwertsteuererhöhung dürfte jedoch temporär einen signifikant negativen Effekt auf die Konsumausgaben gehabt haben und das Wachstum im zweiten Quartal eingebrochen sein. Im Jahresdurchschnitt 2014 dürfte die japanische Wirtschaft um 1,2 % wachsen. Für das Jahr 2015 erwarten wir eine leichte Erhöhung des Wirtschaftswachstums auf 1,5 %. In den Industrieländern insgesamt dürfte sich das Wachstum im Jahr 2014 auf 1,7 % beschleunigen und im Jahr 2015 weiter auf 2,5 % ansteigen.

Das Wachstum dürfte sich in den Entwicklungs- und Schwellenländern im Jahr 2014 nur marginal auf 4,7 % erhöhen und im Jahr 2015 auf 5,2 % steigen. Das nur moderate Wachstum der Entwicklungs- und Schwellenländer geht insbesondere auf die Wachstumsabschwächung in Brasilien zurück, dessen Wirtschaft in den Jahren 2014 und 2015 nur noch um 1,2 % expandieren dürfte. Auch die russische Wirtschaft dürfte im laufenden Jahr langsamer expandieren. Wir erwarten hier ein Wachstum von nur noch 0,8 % im Jahr 2014 und eine Beschleunigung auf 2,4 % im Jahr 2015. Das Wachstum in China dürfte im Jahr 2014 mit 7,8 % marginal über dem des Vorjahres liegen und im Jahr 2015 moderat auf 8,0 % anziehen. Unter den BRIC-Ländern dürfte sich das Wachstum im Jahr 2014 nur für Indien kräftig auf 5,8 % beschleunigen und im Jahr 2015 weiter auf 6,1 % steigen.

Verschiedene geopolitische Risiken können unsere Erwartungen beeinflussen. Eine Verschärfung der Ukraine-Krise, bei der es zu einer Sanktionsspirale der westlichen Länder mit Reaktionen Russlands kommen könnte, stellt insbesondere bei einer Kürzung oder sogar einer Einstellung russischer Erdöl- und Erdgaslieferungen ein Risiko für die Entwicklung der europäischen Wirtschaft dar. Zudem besteht das Risiko, dass eine Verschärfung des Konflikts im Nahen Osten, vor allem im Irak, für einen signifikanten Anstieg der Ölpreise sorgen und damit die globale Wirtschaftsaktivität dämpfen könnte.

Die Bankenbranche

In den nächsten zwölf Monaten ist in Europa von einer weiteren Stabilisierung im Kredit- und Einlagengeschäft mit dem Privatsektor auszugehen. Der Rückgang bei den Ausleihungen an Unternehmen im Euroraum dürfte Schritt für Schritt zu Ende gehen, wobei noch nicht wieder mit einem signifikanten Wachstum zu rechnen ist. Im Privatkundengeschäft und insbesondere bei Hypotheken sind Zuwächse unter anderem in Deutschland wahrscheinlich, während sich der Schrumpfungsprozess in einigen der von der Krise der letzten Jahre am stärksten betroffenen Länder langsam abschwächen könnte. Die moderate Expansion des Einlagenvolumens wird dank steigender Einkommen und Unternehmensgewinne und trotz des Niedrigzinsumfelds voraussichtlich anhalten.

In den USA dürfte das Kreditwachstum zunehmend auf einer breiteren Basis stehen und nicht nur überwiegend von klassischen Unternehmenskrediten angetrieben werden. So scheint eine Belebung im Hypothekarkreditgeschäft ebenso möglich wie eine umfangreichere Expansion bei Konsumentenkrediten und gewerblichen Immobilienkrediten. Einlagenseitig könnte sich das Wachstumstempo weiter verringern.

Im Investmentbanking sind die Vorzeichen insbesondere im Merger & Acquisition-Geschäft hervorragend. Angesichts der fortschreitenden konjunkturellen Erholung, hoher Liquiditätsreserven der Unternehmen und einer sehr positiven Börsenentwicklung dürfte die Neigung zu Firmenzusammenschlüssen zunehmen. Davon sollten auch die Emissionen von Fremd- und Eigenkapital sowie das Konsortialkreditgeschäft profitieren. Gleichzeitig könnten das Handelsvolumen (und damit auch die Erträge der Banken) bei weiterhin niedriger Volatilität an den Finanzmärkten unter einem Mangel an Kundenaktivitäten leiden.

Dementsprechend gestalten sich auch die Perspektiven für die Vermögensverwaltung gemischt. Einerseits stützen das freundliche Kapitalmarktumfeld und die gestiegenen Börsenkurse die Erträge aus der Verwaltung von Kundengeldern und setzen Anreize für verstärkte Investitionen in riskantere, aber potenziell auch renditeträchtigere Anlageklassen. Andererseits sinkt bei weitgehend ruhigen, freundlichen Märkten tendenziell die Frequenz, mit der Portfolios umgeschichtet werden, so dass sich die Handelsintensität und in der Folge das Provisionsergebnis der Banken verringert.

Insgesamt dürfte den europäischen Banken in den nächsten zwölf Monaten generell eine Steigerung ihrer Profitabilität gelingen, von einem bislang außerordentlich niedrigen Niveau aus. Nichtsdestotrotz werden dabei vermutlich Rechtsstreitigkeiten, die oft mit umfangreichen Prozess- und sonstigen Kosten verbunden sind, ein wichtiger Faktor für das Gesamtabschneiden der Banken bleiben.

Hinsichtlich des Regulierungs- und Aufsichtssystems für Banken stehen in den nächsten Quartalen der Abschluss der Bilanzüberprüfung und der Stresstest der großen Banken im Euroraum durch EZB und EBA im Mittelpunkt sowie im Anschluss daran im November 2014 die Übernahme der Bankenaufsicht durch die EZB im Rahmen des einheitlichen Aufsichtsmechanismus („SSM“). Außerdem treten zum Jahresbeginn 2015 die Richtlinie über die Sanierung und Abwicklung gescheiterter Banken („BRRD“) und der einheitliche Abwicklungsmechanismus („SRM“) in Kraft. Daneben werden nach der Konstituierung der neuen Europäischen Kommission im Herbst gesetzgeberische Aktivitäten unter anderem auf dem Gebiet der sogenannten Bankenstrukturreform und der Finanztransaktionssteuer erwartet. In den USA dürften die Behörden weitere Vorschriften im Zuge der Umsetzung des Dodd-Frank Acts erlassen; außerdem stehen immer noch Reformen, unter anderem der staatlichen Förderung der privaten Immobilienfinanzierung, der Geldmarktfonds und des Repomarktes, auf der Agenda.

Der Deutsche Bank-Konzern

Im Jahr 2012 hat die Deutsche Bank ihre Strategie 2015+ bekannt gegeben und fünf Hebel definiert, die entscheidend für die Umsetzung unserer Vision sind: Kapital, Kunden, Kosten, Kultur und Kompetenzen. Zusätzlich hat sich der Konzern mehrere Finanzziele gesetzt, um die finanziellen Bestrebungen der Strategie 2015+ darzustellen. Seither sind wir bei der Umsetzung unserer Ziele deutlich vorangekommen. Die makroökonomischen Gegebenheiten, die Marktbedingungen und das aufsichtsrechtliche Umfeld sind jedoch schwieriger als ursprünglich im Jahr 2012 angenommen. Insbesondere das niedrige Zinsniveau, gestiegene regulatorische Kosten und Aufwendungen für Rechtsstreitigkeiten sowie der Margendruck haben sich mittlerweile zu einer noch größeren Herausforderung entwickelt, die Ziele unserer Strategie 2015+ im geplanten Zeitraum zu verwirklichen.

Im Mai 2014 haben wir eine Reihe von Maßnahmen zur Stärkung unserer Kapitalbasis, Verbesserung unserer Wettbewerbsfähigkeit und Investition in unser Kundengeschäft angekündigt. Um dies zu erreichen, haben wir unser Eigenkapital erhöht mit dem Ziel, unsere Kapitalquoten zu verbessern und einen Puffer gegen künftige regulatorische Unsicherheiten sowie potenzielle makroökonomische Widrigkeiten zu schaffen. In diesem Zusammenhang haben wir unser Bekenntnis zur Strategie 2015+ bekräftigt und unsere Finanzziele angepasst. Diese sind in der nachstehenden Tabelle dargestellt. Die Ziele spiegeln den Abschluss der Kapitalerhöhung mit einem Erlös von 8,5 Mrd € wider. Darin enthalten sind eine Emission unter Ausschluss des Bezugsrechts von 1,7 Mrd €, die bei einem Ankerinvestor platziert wurde, eine Bezugsrechtsemission, bei der Eigenkapital von 6,8 Mrd € aufgenommen wurde, sowie die geplante Emission von CRR/CRD 4-konformem zusätzlichem Kernkapital (AT1) in Höhe von rund 5 Mrd € bis Ende 2015 (3,5 Mrd € davon wurden schon im Mai 2014 platziert).

Konzernfinanzkennzahlen1

30.6.2014

Ziel für 2015

Ziel für 2016

1

Die angepasste und die berichtete Eigenkapitalrendite nach Steuern (basierend auf dem durchschnittlichen Active Equity), die angepasste und die berichtete Aufwand-Ertrag-Relation und die angepasste CRR/CRD 4-Verschuldungsquote, die in der obigen Tabelle enthalten sind, sind nicht nach IFRS ermittelte Messgrößen. Beschreibungen dieser Messgrößen und der getätigten Anpassungen zu den direkt vergleichbaren Messgrößen nach IFRS oder CRR/CRD 4 können im Abschnitt „Weitere Informationen: Nicht nach IFRS ermittelte Messgrößen“ dieses Berichts gefunden werden.

2

Unter der Annahme einer Steuerquote für den Konzern zwischen 30% und 35%.

3

Realisierte Kostenersparnis (brutto) aus der Implementierung des OpEx-Programms.

4

Investments (OpEx) sind Kosten, welche für die Realisierung der Kostenersparnis im Rahmen des OpEx-Programms benötigt werden.

5

Die Common Equity Tier-1-Kapitalquote gemäß CRR/CRD 4 (Vollumsetzung) repräsentiert unsere Kalkulation der Kernkapitalquote ohne die Übergangsphase von CRR/CRD 4. Weitere Informationen zur Berechnung dieser Quote sind im Risikobericht enthalten.

6

Die CRR/CRD 4-Verschuldungsquote auf Basis einer Vollumsetzung stellt unsere Berechnung gemäß der Veröffentlichung von CRR/CRD 4 vom 27. Juni 2013 in der geänderten Fassung dar. Weitere Informationen zur Berechnung dieser Quote sind im Risikobericht enthalten.

Eigenkapitalrendite nach Steuern (basierend auf dem durchschnittlichen Active Equity)2

(angepasst) 7,3 %

~ (angepasst) 12 %

~ 12 %

Aufwand-Ertrag-Relation

(angepasst) 72,1 %

~ (angepasst) 65 %

~ 65 %

Kostenersparnis3

2,6 Mrd € jährlich

4,5 Mrd € jährlich

4,5 Mrd € jährlich

Investments (OpEx)4

2,4 Mrd €

4 Mrd €

4 Mrd €

CRR/CRD 4 Tier-1-Kernkapitalquote (Vollumsetzung)5

11,5 %

Größer als 10 %

Größer als 10 %

CRR/CRD 4-Verschuldungsquote auf Basis einer Vollumsetzung6

3,4 %

3,5 %

3,5 %

Unsere angepassten Ziele basieren auf einer Reihe wesentlicher Annahmen. So gehen wir davon aus, dass neue Vorschriften, wie die Richtlinie CRD 4 und die Leitlinien der EBA, im Einklang mit unseren Erwartungen implementiert werden, dass sich das globale Wachstum des Bruttoinlandsprodukts im relevanten Zeitraum zwischen 2 % und 4 % jährlich stabilisieren wird, die Zinsen an den Märkten, an denen wir tätig sind, bis 2016 nicht wesentlich steigen und die Zentralbank-Maßnahmen an den US-amerikanischen Finanzmärkten weiter reduziert werden.

Wir haben unsere Finanzziele entsprechend angepasst, halten jedoch an unserer Strategie 2015+ fest.

Der Abschluss der Kapitalerhöhung ist ein substanzieller und integraler Bestandteil unserer angepassten Ziele. Mit unserer gestiegenen Common Equity Tier-1-Kapitalquote gemäß CRR/CRD 4 (Vollumsetzung) sind wir daher zuversichtlich, dass wir künftige aufsichtsrechtliche Herausforderungen bewältigen und sogar einen stattlichen Puffer verzeichnen können. Zusätzlich können wir mithilfe des Eigenkapitals unsere risikogewichteten Aktiva selektiv ausbauen und gleichzeitig unsere CRR/CRD 4-Verschuldungsquote auf Basis einer Vollumsetzung optimieren.

Wir bekräftigen unser Operational Excellence (OpEx)-Ziel, bis 2015 jährliche Einsparungen von 4,5 Mrd € und eine angepasste Aufwand-Ertrag-Relation von rund 65 % in 2015 zu erreichen. Wir erwarten höhere Kosten für die Einhaltung von Rechtsvorschriften durch unsere Investments in neue Kontrollkapazitäten, die Integration von Plattformen, die Verbesserung von End-to-End-Prozessen und die Stärkung unseres aufsichtsrechtlichen Rahmenwerks. Wir verpflichten uns, die Kosten, die durch die Investments in unser aufsichtsrechtliches Rahmenwerk entstehen, durch eine strikte Kostendisziplin, die kontinuierliche Umsetzung der Maßnahmen aus der OpEx-Initiative und Managemententscheidungen auszugleichen, und wir erwarten, auf einem guten Weg hinsichtlich der Erreichung der Ziele unserer Strategie 2015+ zu bleiben.

Zusätzlich zur Bestätigung der Strategie 2015+ haben wir im Mai 2014 unser Ziel bekräftigt, die führende kundenorientierte globale Universalbank zu sein. Dazu haben wir eine Reihe von Investitionen angekündigt, um dieses Ziel zu unterstützen. Wir beschleunigen eine gezielte Investition am US-amerikanischen Markt, an dem wir unseren Marktanteil steigern können. Wir werden in Europa stärker in das digitale Bankgeschäft investieren, da wir in der Digitalisierung des Privatkundengeschäfts signifikante Geschäftschancen erkennen, sei es im Wachstum des elektronischen Handels, bei der zunehmenden Nutzung von mobilen Bezahllösungen oder beim Wechsel des Kunden vom Filialgeschäft auf das Online-Banking. Darüber hinaus werden wir für die Betreuung internationaler Unternehmen zusätzliche Ressourcen bereitstellen. Das Wachstum der privaten Vermögen in den Schwellenländern, insbesondere in Asien, ist für uns eine große Chance. Um diese zu ergreifen, werden wir unser bestehendes Produktangebot und unsere Präsenz in den Regionen nutzen sowie in den kommenden drei Jahren in den wichtigsten Märkten die Zahl der Relationship Manager um 15 % erhöhen.

Unsere Werte und Überzeugungen sind der Kern unseres langfristigen Kulturwandels und der damit verbundenen Ziele. Diese sind Leitlinien für unseren Umgang mit Kunden, Aktionären, Kollegen und für unser Verhalten in den Gesellschaften, in denen wir agieren. Kürzlich wurde zum ersten Mal der „Living the Values“-Award an Mitarbeiter verliehen, die unsere Werte und Überzeugungen bei ihrer täglichen Arbeit beispielhaft leben. Mit diesen und anderen Initiativen, einschließlich bankweiter Schulungsprogramme, werden wir die Integration des Kulturwandels in unserem Arbeitsumfeld voranbringen. Hierdurch können wir unsere Prozesse und Plattformen kontinuierlich verbessern, indem wir neue und bessere Ideen nutzen.

Unser Ausblick und unsere geschäftlichen Erwartungen basieren auf verschiedenen wirtschaftlichen und betrieblichen Annahmen. Positive Marktentwicklungen, der Rückzug von Mitbewerbern und die Umsetzung unserer Strategie 2015+, die den Kunden in den Mittelpunkt unserer Aktivitäten stellt und für eine strikte Kostendisziplin sorgt, können uns ermöglichen, unsere Erträge zu steigern und Kosten einzudämmen, die Kundenzufriedenheit zu optimieren, die Margen anzuheben, die Kapitalaufstellung zu verbessern sowie unseren Marktanteil über das angenommene Niveau hinaus zu erhöhen und damit zusätzliche Wachstumsmöglichkeiten für den Konzern zu schaffen.

Die Fähigkeit, unsere angepassten Ziele zu erreichen, basiert jedoch auf wesentlichen Annahmen in Bezug auf das künftige wirtschaftliche und aufsichtsrechtliche Umfeld, das prognostizierte Zinsniveau und Zentralbank-Maßnahmen. Ein Wiederaufflammen der Schuldenkrise in Europa, eine schwache globale, regionale und nationale Konjunktur, aufsichtsrechtliche Änderungen, die unsere Kosten weiter in die Höhe treiben beziehungsweise unsere Geschäftsaktivitäten einschränken können, oder sich weiter verengende Margen könnten sich auch negativ auf unsere Fähigkeit auswirken, unsere Strategie zu implementieren oder die sich daraus ergebenden Vorteile zu nutzen. Des Weiteren sind wir aufgrund unserer spezifischen Geschäftsaktivitäten in Rechtsstreitigkeiten, Schlichtungsverfahren und aufsichtsrechtlichen Verfahren sowie Ermittlungen in Deutschland und einer Reihe von Gerichtsbarkeiten außerhalb Deutschlands, insbesondere in den USA und im Vereinigten Königreich, involviert, die verschiedenen Unwägbarkeiten unterliegen. Obgleich wir zahlreiche signifikante Rechtsstreitigkeiten beigelegt und erhebliche Fortschritte bei anderen Verfahren erreicht haben, gehen wir davon aus, dass das Umfeld in Bezug auf Rechtsstreitigkeiten und regulatorische Anforderungen auch künftig sehr herausfordernd sein wird.

Die Segmente

Im ersten Halbjahr 2014 sah sich Corporate Banking & Securities (CB&S) wie die Investmentbankingbranche weiterhin einem herausfordernden Umfeld ausgesetzt. Trotz eines leicht positiveren Marktausblicks für das zweite Halbjahr dieses Jahres dürfte sich die Branche anhaltendem Gegenwind gegenübersehen, der aus sich verändernder Regulierung, Ressourcenengpässen, kontinuierlichen Unsicherheiten in den Schwellenländern und dem allmählichen Rückzug der Notenbanken aus ihrer Rolle als Unterstützer der Weltwirtschaft besteht. Wir beabsichtigen, unsere Stärken durch eine kontinuierliche Plattformintegration und fortlaufende Investitionen noch weiter zu bündeln. Im Jahre 2014 dürften wir das aktualisierte Ziel unserer Strategie 2015+ von einer angepassten Eigenkapitalrendite nach Steuern (basierend auf dem durchschnittlichen Active Equity) von 13 % auf 15 % weitgehend planmäßig umsetzen, obwohl Herausforderungen und Unsicherheiten bleiben.

Für die Länder, in denen Private & Business Clients (PBC) tätig ist, hat sich der makroökonomische Ausblick für 2014 insgesamt verbessert, wird aber weiter herausfordernd bleiben. PBC strebt eine Stärkung seines stabilen Kreditgeschäfts in Deutschland durch eine Ausweitung der Margen an. Gleichzeitig werden wir eine strenge Risikodisziplin einhalten und den Kapitalbedarf weiter gezielt optimieren. Wir erwarten keine kurzfristige Anhebung des niedrigen Zinsniveaus, was unsere Erträge aus dem Einlagengeschäft weiter belasten wird. Die Entwicklung bei den Anlageprodukten und den entsprechenden Erträgen ist vor allem von der Entwicklung des makroökonomischen Umfelds in Europa und von der Erholung des Vertrauens deutscher Kunden abhängig. Wir werden den Fokus weiterhin darauf legen, das Potenzial unserer Privat- und Firmenkundenbank (PFB) auszuschöpfen. Dabei bauen wir auf ein integriertes Betreuungsmodell für kleine und mittlere Unternehmen in Form eines Joint Venture zwischen PBC und GTB. Dies wird durch die Stärkung unseres Advisory Banking in anderen europäischen Kernmärkten ergänzt. Außerdem werden wir weiterhin von unseren wachstumsorientierten Investitionen in asiatischen Kernländern profitieren. Des Weiteren planen wir, über die nächsten drei Jahre 200 Mio € zur Verbesserung der digitalen Ressourcen in Deutschland und Europa zu investieren. Die laufende Integration der Postbank dürfte PBC zusätzliche Synergien und Kosteneinsparungen ermöglichen. Die Umsetzungskosten aus der Postbank-Integration und die Maßnahmen aus dem OpEx-Programm werden wechselnden Einfluss auf unseren Geschäftserfolg im Jahr 2014 haben. Für das Gesamtjahr 2014 dürften aber die Umsetzungskosten im Rahmen des OpEx-Programms unseren Plänen entsprechen. In 2015 werden wir unseren Wachstumskurs fortsetzen, um unser angepasstes Ziel der Strategie 2015+ von einem Ergebnis vor Steuern von rund 2,5 bis 3 Mrd € zu erreichen, sobald wir die Vorteile der Postbank-Integration vollständig nutzen können.

In Global Transaction Banking (GTB) werden schwierige Marktbedingungen mit einem niedrigen Zinsniveau, einem äußerst wettbewerbsintensiven Umfeld und geopolitischen Herausforderungen weiterhin unser Ergebnis beeinflussen. Außerdem könnten sich Umsetzungskosten im Zusammenhang mit OpEx sowie andere Aufwendungen für die Umsetzung der Strategie 2015+ negativ auf das Ergebnis in 2014 auswirken. Nichtsdestotrotz könnten steigende Volumina bei Handelsfinanzierungen und im Zahlungsverkehr diese negativen Faktoren kompensieren. Für 2015 erwarten wir einen erheblichen Anstieg der Profitabilität mit einem Ergebnis vor Steuern in Höhe von 1,6 Mrd € bis 1,8 Mrd €, da Wachstumsinitiativen erste Ergebnisse erzielen sollten.

Deutsche Asset & Wealth Management (DeAWM) macht weiter Fortschritte, um seine Ziele im Rahmen der Strategie 2015+ zu erreichen. Auch künftig werden wir unsere globalen Fähigkeiten für die Bereitstellung erstklassiger Vermögensverwaltungsprodukte und -dienstleistungen für unsere Kunden einsetzen. Der Bereich Asset Management plant, sein Spektrum an Anlageprodukten und maßgeschneiderten Lösungen zu erweitern. Dazu zählen aktive, passive, systematische, liquide alternative und Sachwert-Anlagestrategien. Wealth Management, ein strategischer Schwerpunkt des Bereiches, wird seine Dienstleistungen für sehr vermögende Privatkunden weltweit weiter ausbauen. Wir werden unsere Geschäftsbeziehungen zu CB&S, PBC und GTB stärken, um den Vertrieb unserer Produkte zu fördern und im Interesse der Kunden Möglichkeiten für mehr gemeinsame Initiativen zu eruieren. Wir werden weiter in unser operatives Geschäft und unsere Technologie investieren, um den Kundenservice zu verbessern, die Systeme zu aktualisieren und Effizienzen zu erzielen. Unsere finanzielle Performance wird teilweise von der erfolgreichen Umsetzung dieser Projekte abhängen, aber wir erwarten weitere Fortschritte auf dem Weg zur Erreichung unseres Strategie 2015+ Zieles von einem Ergebnis vor Steuern von 1,7 Mrd € bis zum Ende des nächsten Jahres.

Die Strategie und das Mandat der Non-Core Operations Unit (NCOU) sind an den Gesamtzielen der Bank ausgerichtet und konzentrieren sich auf den Risikoabbau und die Verringerung der Bilanzsumme des Konzerns. Ziel ist es, Kapital freizusetzen, die Bilanzsumme gemäß CRD 4 zu verringern und den Unternehmenswert durch eine Reduzierung von Risiken aus verbleibenden Vermögenswerten und Geschäftsaktivitäten zu schützen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Reduzierung wesentlicher potenzieller Risiken sowie auf einer Reduzierung der Kostenbasis des Bereiches NCOU als Beitrag zum Risikoabbau. Bei der erfolgreichen Umsetzung unserer Strategie zum Risikoabbau gibt es anhaltende Herausforderungen. Die NCOU Portfolios umfassen signifikante Investitionen in einzelne Unternehmen und halten sonstige Vermögenswerte, die nicht zu unserem Kerngeschäft gehören. Diese Investitionen und Vermögenswerte sehen sich Chancen und Risiken ausgesetzt, die sich aus verändernden wirtschaftlichen Rahmen- und Marktbedingungen ergeben. Solche Veränderungen können für Unwägbarkeiten im Zeitplan des Risikoabbaus sorgen und sich auf künftige Ergebnisse auswirken. Die Geschwindigkeit des Risikoabbaus dürfte sich im Zeitablauf verlangsamen, da sich das Portfoliovolumen verringert. Dies wird auch zu niedrigeren Portfolioerträgen und zu einer erhöhten Sensibilität der Volatilität in Bezug auf die Berechnung risikogewichteter Aktiva (RWA) führen. Unsere Risikoabbau-Strategie wird sich weiter auf eine Kombination mehrerer Einflussfaktoren konzentrieren. Dazu zählen vor allem Kapital, Verschuldung, Risikoreduzierung und das damit verbundene Ergebnis vor Steuern. Neben den Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Strategie für den Risikoabbau in der NCOU rechnen wir auch mit einem weiterhin herausfordernden rechtlichen Umfeld.