Kapitalmanagement

Am 25. Juni 2014 hat die Deutsche Bank AG eine Kapitalerhöhung aus genehmigtem Kapital gegen Bareinlagen abgeschlossen, die zu einem Zufluss liquider Mittel von 8,5 Mrd € geführt hat. Die Anzahl der Deutsche Bank AG Aktien ist um 359,8 Millionen von 1.019,5 Millionen auf 1.379,3 Millionen gestiegen. Dies beinhaltet sowohl eine Kapitalerhöhung ohne Bezugsrechte um 59,9 Millionen Aktien durch einen Ankeraktionär, als auch ein öffentliches Zeichnungsangebot für 299,8 Millionen neuer Aktien durch Bezugsrechte, das durch ein Bankenkonsortium garantiert wurde.

Unmittelbar vor dem öffentlichen Zeichnungsangebot wurden 59,9 Millionen Aktien zu einem Preis von 29,20 € an die Paramount Services Holdings Ltd. platziert. Diese Investitionsgesellschaft wird im Namen Seiner Exzellenz Scheich Hamad Bin Jassim Bin Jabor Al-Thani aus Katar geführt, der beabsichtigt, künftig ein Ankeraktionär der Deutschen Bank zu bleiben. Die Transaktion, die als Kapitalerhöhung ohne Bezugsrechte durchgeführt wurde, unterlag nicht den Registrierungspflichten des Securities Act 1933 und wurde nicht in den USA angeboten oder verkauft. Die Erlöse aus diesem Angebot führten zu einem Barmittelzufluss von 1,7 Mrd €.

In der öffentlichen Neuemission, die vollständig durch ein Bankenkonsortium garantiert wurde, wurden 299,8 Millionen junge nennwertlose Namensaktien ausgegeben. Der Ausgabepreis betrug hierbei 22,50 € pro Aktie. 99,1 % der Bezugsrechte wurden ausgeübt; die restlichen, nicht-gezeichneten jungen Aktien wurden am Sekundärmarkt verkauft. Der nominale Mittelzufluss betrug dadurch 6,8 Mrd €.

Die ordentliche Hauptversammlung 2013 erteilte dem Vorstand die Ermächtigung, bis zu 101,9 Millionen Aktien bis Ende April 2018 zurückzukaufen. Davon können 51,0 Millionen Aktien über den Einsatz von Derivaten erworben werden. Diese Ermächtigungen ersetzten die Genehmigungen der Hauptversammlung 2012. Während des Zeitraums von der Hauptversammlung 2013 (23. Mai 2013) bis zur Hauptversammlung 2014 (22. Mai 2014) wurden 31,3 Millionen Aktien zurückgekauft, davon 9,4 Millionen über den Einsatz von Derivaten. Die zurückgekauften Aktien wurden im gleichen Zeitraum zu Aktienvergütungszwecken verwendet. Zur Hauptversammlung 2014 war der Bestand an zurückgekauften Eigenen Aktien in Treasury somit nahezu Null.

Die ordentliche Hauptversammlung 2014 erteilte dem Vorstand erneut die Ermächtigung, bis zu 101,9 Millionen Aktien bis Ende April 2019 zurückzukaufen. Davon können 51,0 Millionen Aktien über den Einsatz von Derivaten erworben werden. Diese Ermächtigungen ersetzen die Genehmigungen der Hauptversammlung 2013. Wir haben von der BaFin die Zustimmung zur Umsetzung dieser Genehmigungen erhalten, wie es unter CRR/CRD 4 erforderlich ist. Während des Zeitraums von der Hauptversammlung 2014 bis zum 30. Juni 2014 haben wir keine weiteren Aktien zurückgekauft. Zum 30. Juni 2014 war der Bestand an zurückgekauften Eigenen Aktien in Treasury weiterhin nahezu Null.

Vor der Kapitalerhöhung betrug der Nennwert des genehmigten Kapitals für den Vorstand 922 Mio € (360 Millionen Aktien). Mit der Kapitalerhöhung reduzierte sich dies auf einen Nennwert von 0,6 Mio € (0,2 Millionen Aktien). Zusätzlich hat die Hauptversammlung 2014 weiteres Kapital von 256 Mio € (100 Millionen Aktien) genehmigt. Vor der Hauptversammlung betrug das genehmigte bedingte Kapital 691 Mio € (270 Millionen Aktien). Durch eine Genehmigung von neuem bedingtem Kapital mit einem Nennwert von 256 Mio € (100 Millionen Aktien), die teilweise alte Beschlüsse ersetzt, beträgt das bedingte Kapital nun 486 Mio € (190 Millionen Aktien). Darüber hinaus hat die Hauptversammlung 2014 die Begebung von Genussscheinen genehmigt, die die Anforderungen an die aufsichtliche Anerkennung als zusätzliches Tier-1-Kapital erfüllen.

Am 20. Mai 2014 hat die Deutsche Bank Zusätzliche Tier-1-Anleihen (Additional Tier-1 Notes, im Folgenden „AT1-Anleihen“) mit einem Nominalwert von 3,5 Mrd € begeben. Die Transaktion ist der erste Schritt in Richtung des geplanten Gesamtemissionsvolumens von 5 Mrd € bis Ende 2015 in Zusätzlichem Tier-1-Kapital gemäß CRR/CRD 4.

Die Transaktion bestand aus drei Tranchen: einer Tranche von 1,75 Mrd € mit einem Zinssatz von 6 %, einer Tranche von 1,25 Mrd US-Dollar mit einem Zinssatz von 6,25 % sowie einer Tranche von 650 Mio Britischen Pfund mit einem Zinssatz von 7,125 %. Die Preise aller drei Tranchen wurden zu pari (100 %) oder darüber festgesetzt. Die Stückelung der einzelnen Anleihen beträgt 100.000 Euro, 200.000 US-Dollar und 100.000 Britische Pfund.

Die AT1-Anleihen sind aktienrechtlich Genussscheine mit einer zeitweisen Herabschreibung, falls die Tier-1 Kernkapitalquote (CET 1) der Gruppe 5,125 % (“trigger”) unterschreitet. Die AT1-Anleihen wurden mit beigefügten Optionsscheinen unter Ausschluss von Bezugsrechten ausgestattet, beruhend auf der Ermächtigung der Hauptversammlung 2012 für bedingtes Kapital. Jede AT1-Anleihe beinhaltet einen Optionsschein, der den Erwerb einer Aktie der Deutschen Bank AG ermöglicht. Optionsscheine zur Zeichnung von 30.250 Aktien aller drei Tranchen, die ursprünglich den AT1-Anleihen beigefügt waren, wurden durch einen Zeichner losgelöst.

Die weiteren, ehemals emittierten hybriden Tier-1-Kapitalinstrumente (im Wesentlichen alle nicht kumulativen Vorzugsaktien) werden unter CRR/CRD 4-Vollumsetzungsregeln nicht mehr anerkannt – hauptsächlich da sie über keinen Abschreibungs- oder Eigenkapitalwandlungsmechanismus verfügen. Allerdings werden sie während der CRR/CRD 4-Übergangsphase großteils als Zusätzliches Tier-1-Kapital (Additional Tier-1) und unter den CRR/CRD 4-Vollumsetzungsregeln als Tier-2 anerkannt. Während der Übergangsphase reduziert sich der maximal anerkennbare Betrag an Zusätzlichen Tier-1-Instrumenten ausgehend von Basel 2.5-konformen Emissionen zum 31. Dezember 2012 jeweils zum Jahresanfang um 10 % oder 1,3 Mrd € bis 2022. Zum 30. Juni 2014 führte dies zu anrechenbaren Zusätzlichen Tier-1-Instrumenten in Höhe von 13,5 Mrd € (3,5 Mrd € der neu begebenen AT1-Anleihen sowie die noch übergangsweise anrechenbaren hybriden Tier-1 Instrumente von 10,0 Mrd €) verglichen zu 11,2 Mrd € zum 31. Dezember 2013. Drei hybride Tier-1-Kapitalinstrumente mit einem Nominalbetrag von 1,7 Mrd € und einem anrechenbaren Betrag von 1,6 Mrd € wurden im ersten Halbjahr gekündigt. 8,9 Mrd € ehemals emittierter hybrider Tier-1-Instrumente können unter CRR/CRD 4-Vollumsetzung noch als Tier-2 angerechnet werden.

Die Kategorien der Tier-2-Kapitalinstrumente (nachrangige Verbindlichkeiten, Genussscheine, kumulative Vorzugsanteile) und deren Einteilung in Tier-2-Kapital erster und zweiter Klasse gemäß Basel 2.5 sind nach den CRR/CRD 4-Regeln nicht mehr anwendbar. Sämtliche Kategorien unserer Tier-2-Kapitalinstrumente, die den früheren Basel 2.5-Regeln entsprachen, werden auch als Tier-2-Kapitalinstrumente nach CRR/CRD 4 berücksichtigt.

Die Summe unserer Tier-2-Kapitalinstrumente, die während der CRR/CRD 4-Übergangsphase anerkannt sind, betrug 5,4 Mrd € zum 30. Juni 2014. Hiervon waren 666 Mio € ehemals emittierter hybrider Tier-1-Instrumente, als Tier-2-Kapital anerkannt. Dies entspricht dem Überschuss der ehemals emittierten hybriden Tier-1-Instrumente über dem Anrechnungsbetrag für Zusätzliches Tier-1-Kapital während der Übergangsphase („spill-over“). Der Nominalbetrag der ursprünglichen Tier-2-Kapitalinstrumente beträgt 7,4 Mrd €. Der Unterschied zum anrechenbaren Tier-2-Kapital während der CRR/CRD 4-Übergangsphase liegt hauptsächlich an der Berechnung der Restlaufzeit-Abschläge, aus denen sich eine lineare Ermäßigung des anrechenbaren Betrages eines Kapitalinstruments in den letzten fünf Laufzeitjahren ergibt. Seit dem 31. Dezember 2013 wurden dreizehn Tier-2-Kapitalinstrumente mit einem Nominalvolumen von 2,2 Mrd € gekündigt.