Risikomanagement – Überblick

Kreditrisikoüberblick

  • Nach einer leichten Abkühlung im ersten Quartal 2014 ist ein beschleunigtes Wachstum der globalen Weltwirtschaft zu verzeichnen, das aus einem starken Aufschwung der US-Wirtschaft und einem maßvollen Wachstum in China resultiert. Geopolitische Risiken bleiben weiterhin erhöht aufgrund der neue Höhepunkte erreichenden Spannungen zwischen Russland und dem Westen bezüglich der Ukraine sowie der zunehmenden Spannungen im Nahen Osten. Die ökonomischen und finanziellen Auswirkungen auf die Märkte durch diese Ereignisse sind bisher weiterhin lokal begrenzt. Mögliche Auswirkungen auf die Kreditportfolios werden eng überwacht und wir erwarten keine materiellen Kreditausfälle als Ergebnis dieser Ereignisse. Das Gesamtkreditengagement nach dem Sitzlandprinzip gegenüber Russland betrug zum 30. Juni 2014 6,1 Mrd €, konzentriert auf Engagements gegenüber dem Staat, mehrheitlich im Staatsbesitz befindliche Banken sowie Unternehmen in strategisch wichtigen Branchen. Der Anstieg der Kreditrisikoengagements im Vergleich zum 31. Dezember 2013 in Höhe von 0,3 Mrd € ist größtenteils besichert. Das Kreditrisikoengagement gegenüber der Ukraine ist relativ klein mit 0,5 Mrd € zum 30. Juni 2014.
  • Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft belief sich in den ersten sechs Monaten 2014 auf 496 Mio €, was einem Rückgang um 332 Mio € (40 %) gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres entspricht. Dieser Rückgang ist hauptsächlich durch geringere Risikovorsorge in NCOU, anhaltend gute Performance im deutschen Privatkundengeschäft und den Wegfall von im ersten Halbjahr 2013 ausgewiesenen großen Einzelposten in unserem Kerngeschäft bedingt.
  • Unsere Forderungen aus dem Firmenkreditgeschäft haben sich in den ersten sechs Monaten 2014 um 9,8 Mrd € (5 %) erhöht, zumeist in den Investment-Grade-Ratingklassen.
  • Der Anteil der Kredite mit Investment-Grade-Rating in unserem Firmenkundenkreditbuch ist zum 30. Juni 2014 mit 72 % unwesentlich höher als zum 31. Dezember 2013.
  • Der Ökonomische Kapitalbedarf für das Kreditrisiko reduzierte sich leicht um 0,1 Mrd € auf 11,9 Mrd € zum 30. Juni 2014, verglichen mit 12,0 Mrd € zum Jahresende 2013. Der Rückgang resultierte hauptsächlich aus operativen Modellverbesserungen im Jahr 2014, teilweise kompensiert durch höhere Positionswerte vornehmlich im Unternehmensbereich GTB.

Marktrisikoüberblick

  • Der Ökonomische Kapitalbedarf für das Marktrisiko aus Nichthandelspositionen erhöhte sich auf 9,0 Mrd € zum 30. Juni 2014, verglichen mit 8,5 Mrd € zum Jahresende 2013. Der Anstieg resultierte hauptsächlich aus dem Anstieg des strukturellen Währungsrisikos durch die Emission von Tier-1-Anleihen am 20. Mai 2014 in US Dollar und Pfund Sterling.
  • Der Ökonomische Kapitalbedarf für das Marktrisiko aus Handelspositionen betrug 5,4 Mrd € zum 30. Juni 2014, verglichen mit 4,2 Mrd € zum Jahresende 2013. Der Anstieg war hauptsächlich auf höhere Positionswerte der zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten Aktiva im Anlagebuch und der verbrieften Produkte zurückzuführen.
  • Der durchschnittliche Value-at-Risk innerhalb der ersten sechs Monate 2014 betrug 55 Mio € und erhöhte sich leicht um 2 Mio € gegenüber dem Jahresdurchschnitt 2013. Eine Erhöhung im Zinsrisiko wurde durch Reduzierungen im Credit-Spread-Risiko und einen Rückgang im Rohwarenpreisrisiko teilweise kompensiert. Insgesamt hat sich der Value-at-Risk vorwiegend durch einen Rückgang des Diversifikationsnutzens infolge einer Änderung der Zusammensetzung des Portfolios erhöht.

Operationelle Risiken – Überblick

  • Der ökonomische Kapitalbedarf für operationelle Risiken erhöhte sich im Vergleich zum Jahresende 2013 um 1,1 Mrd € und betrug 6,4 Mrd € zum 30. Juni 2014.
  • Der Anstieg resultierte hauptsächlich aus einer proaktiven Berücksichtigung der Auswirkungen von Modellverbesserungen in unserem fortgeschrittenem Messansatz (AMA-Modell).
  • Während unsere Gespräche mit der BaFin zu diesen Modellverbesserungen noch andauern, hat die Geschäftsleitung entschieden, die Auswirkungen dieser Modelländerungen dort zu berücksichtigen, wo diese zu einem Anstieg des Kapitalbedarfs gegenüber demjenigen des derzeit von der BaFin genehmigten Modells führen.

Liquiditätsrisikoüberblick

  • Die Liquiditätsreserven beliefen sich zum 30. Juni 2014 auf 199 Mrd € (im Vergleich zu 196 Mrd € zum 31. Dezember 2013). Wir erhalten eine positive Liquiditätsposition unter Stress zum 30. Juni 2014 (in einem kombinierten Szenario).
  • Der ursprüngliche Finanzierungsplan von 20 Mrd € wurde bereits im Mai 2014 erfüllt und deshalb auf 30 bis 35 Mrd € erhöht. Die Emissionsaktivitäten am Kapitalmarkt in den ersten sechs Monaten 2014 betrugen 24,8 Mrd €.
  • 66 % der Gesamtrefinanzierung der Bank basierten auf den Refinanzierungsquellen, die wir als die stabilsten einstufen; diese beinhalteten Kapitalmarktemissionen und Eigenkapital sowie Einlagen aus dem Privatkunden- und Transaction-Banking-Geschäft.

Kapitalmanagementüberblick

  • Die CRR/CRD 4 Tier-1-Kernkapitalquote lag zum 30. Juni 2014 bei 14,7 %. Zum Jahresende 2013 lag die vergleichbare Pro-forma-Quote bei 14,6 %.
  • Die risikogewichteten Aktiva gemäß CRR/CRD 4 erhöhten sich um 101 Mrd € auf 401 Mrd € zum 30. Juni 2014 im Vergleich zu 300 Mrd € gemäß Basel 2.5 zum Jahresende 2013, hauptsächlich aufgrund der Änderungen durch das CRR/CRD 4-Rahmenwerk.
  • Die interne Kapitaladäquanzquote stieg zum 30. Juni 2014 auf 179 % im Vergleich mit 167 % zum 31. Dezember 2013.
  • Die CRR/CRD 4-Common-Equity-Tier-1-Kapitalquote (auf Basis einer Vollumsetzung) war zum 30. Juni 2014 11,5 % verglichen mit 9,7 % zum Jahresende 2013.

Bilanzmanagementüberblick

  • Unsere Verschuldungsquote, berechnet auf Basis der gesamten IFRS-Aktiva im Vergleich zum gesamten IFRS-Eigenkapital, betrug 24 zum 30. Juni 2014 und war damit niedriger verglichen mit dem Stand von 29 zum Jahresende 2013.
  • Zum 30. Juni 2014 betrug unsere CRR/CRD 4-Verschuldungsquote auf Basis einer Vollumsetzung, eine nicht nach IFRS ermittelte finanzielle Messgröße, 3,4 % verglichen mit 2,4 % am 31. Dezember 2013, unter Berücksichtigung des Tier-1-Kapitals auf Basis einer Vollumsetzung in Höhe von 49,4 Mrd € im Verhältnis zum anzuwendenden Risikomaß in Höhe von 1.447 Mrd € (34,0 Mrd € sowie 1.445 Mrd € zum 31. Dezember 2013).