Überblick zur Finanz- und Ertragslage

Wirtschaftliches Umfeld

Das Wachstum der Weltwirtschaft dürfte im zweiten Quartal 2014 stärker zugelegt haben. Dies dürfte auf eine Beschleunigung der wirtschaftlichen Dynamik sowohl in den Industrie- als auch in den Schwellen- und Entwicklungsländern zurückgehen. In den sieben größten Industrienationen dürfte sich das Wachstum gegenüber dem Vorquartal auf Jahresbasis von einem fast stagnierenden ersten Quartal auf rund 2 % auf Jahresbasis im zweiten Quartal 2014 beschleunigt haben.

Die Wirtschaft der Eurozone dürfte im zweiten Quartal 2014 weiter moderat gewachsen sein. Dies wäre das fünfte Quartal mit positivem Wachstum in Folge, nachdem die Wirtschaft in der Eurozone zuvor in sechs Quartalen um insgesamt fast 1,5 % geschrumpft war. Das Wachstum der deutschen Wirtschaft dürfte sich im zweiten Quartal 2014 hauptsächlich durch die wetterbedingte Gegenbewegung beim Bausektor verlangsamt haben. Dagegen dürfte das Wachstum in den USA und Kanada im zweiten Quartal 2014 wieder deutlich angezogen haben, nachdem sich dort das Wachstum im ersten Quartal 2014 wetterbedingt merklich abgeschwächt hatte. In Großbritannien dürfte sich das Wachstum ebenfalls merklich beschleunigt haben. Im Gegensatz dazu dürfte die im April 2014 in Kraft getretene Mehrwertsteuererhöhung das Wachstum in Japan deutlich beeinträchtigt haben, so dass die japanische Wirtschaft im zweiten Quartal 2014 merklich geschrumpft sein dürfte.

Chinas Wirtschaft dürfte im zweiten Quartal 2014, teilweise getrieben durch erhöhte fiskal- und geldpolitische Stimuli wieder stärker gewachsen sein; für Russland dagegen deuten die Einschätzungen der Einkaufsmanager auf eine schrumpfende Wirtschaftsaktivität im gleichen Zeitraum.

Insgesamt war das zweite Quartal 2014 von einer weiteren graduellen Verbesserung der Lage an den europäischen Finanzmärkten gekennzeichnet. Im Kreditgeschäft mit Firmenkunden verlangsamte sich der Rückgang des Volumens erneut, während die Kredite an Privathaushalte gegenüber dem Vorjahr weiter leicht schrumpften. Durch das fortgesetzte solide Wachstum bei den Einlagen des Privatsektors hielt somit der Abbau des Kreditüberhangs gegenüber der Refinanzierungsseite an. Deutschland verzeichnete wieder eine überdurchschnittliche Entwicklung; hier lagen die Unternehmenskredite etwa auf Vorjahresniveau und die Kredite an Haushalte legten, angetrieben von einer Zunahme des Hypothekengeschäfts, zu. Insgesamt nahmen die Zuversicht in den Banken im Euroraum und das Vertrauen der Investoren offenbar weiter zu, denn bei den Bilanzsummen gab es im zweiten Quartal 2014 Anzeichen einer Stabilisierung; gleichzeitig wurden die Banken auf dem Anleihemarkt aktiver und nahmen mehr Fremdmittel auf als in den beiden außerordentlich schwachen Vorjahreszeiträumen in 2012 und 2013 zusammen. Zudem stärkte eine Reihe von Banken ihre Kapitalausstattung durch die Ausgabe neuer Aktien.

In den USA blieb das Kreditwachstum in Summe hoch. Dabei reduzierte sich das Expansionstempo der Unternehmenskredite, die bisher der Haupttreiber gewesen waren, deutlich und das Volumen der privaten Hypotheken stagnierte weiter. In anderen Kategorien beschleunigte sich das Wachstum dagegen, bei den Konsumentenkrediten ebenso wie bei den gewerblichen Immobilienkrediten. Auf der Einlagenseite verlor der zuletzt rasante Anstieg etwas an Fahrt.

Im Investmentbanking wurde im Anleihesegment im Vorjahresvergleich ein moderates Plus bei den Emissionen verzeichnet, im Handel dagegen von einem ohnehin eher schwachen Ausgangsniveau aus nochmals ein beträchtliches Minus. Aktienseitig entwickelte sich das zweite Quartal 2014 bei Emissionen sehr stark, bei den Handelsvolumina jedoch ebenfalls schlechter als 2013. Im Geschäft mit Fusionen und Übernahmen schließlich beschleunigte sich die Aufwärtsdynamik; das Quartal wurde sogar zu einem der besten aller Zeiten: Die angekündigten Transaktionen erreichten einen Wert von mehr als 1 Billion US-$ und damit eine Marke, die zuletzt nur 2006/07 und davor während der New-Economy-Blase im Jahr 2000 überboten wurde. Im Emissions- und Beratungsgeschäft insgesamt gewannen die europäischen Banken nach Verlusten im letzten Jahr im ersten Halbjahr 2014 nun wieder Marktanteile von ihren US-Wettbewerbern hinzu.

Auch in der Vermögensverwaltung profitierten die Banken von weiteren Rekordständen bei wichtigen Aktienindizes wie dem Dow Jones oder dem deutschen Leitindex Dax, der im Juni erstmals die Schwelle von 10.000 Punkten durchbrach. Angesichts der Bekenntnisse wichtiger Notenbanken zu einem anhaltend niedrigen Zinsumfeld dürfte die Risikoneigung vieler Investoren weiter angestiegen sein.

Mit Blick auf Veränderungen bei Aufsicht und Regulierung stand im abgelaufenen Quartal in Europa der Beschluss über den einheitlichen Abwicklungsmechanismus im Rahmen der Bankenunion („SRM“) ebenso im Mittelpunkt wie die Verabschiedung der Richtlinie über die Sanierung und Abwicklung von gescheiterten Banken („BRRD“) sowie die Bilanzüberprüfung durch die Europäische Zentralbank im Vorfeld der Übernahme der Aufsicht über die führenden Banken im Euroraum. In den USA bestimmten vor allem weitere rechtliche, teilweise mit hohen Kosten verbundene Auseinandersetzungen zwischen den Aufsichtsbehörden und Banken die Schlagzeilen.