Ausblick

Der folgende Abschnitt sollte in Verbindung mit dem Ausblick im Lagebericht des Finanzberichts für das Jahr 2013 gelesen werden, der unsere Erwartungen für die Jahre 2014 und 2015 darlegt.

Die Weltwirtschaft

Wir beobachten, dass sich die einzelnen Zonen der Weltwirtschaft unterschiedlich schnell bewegen mit zunehmendem Gegenwind für die Europäische Wirtschaft, was Auswirkungen auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben dürfte. Wir erwarten, dass sich das Wachstum der Weltwirtschaft im laufenden Jahr leicht von 3 % auf 3,2 % und im kommenden Jahr dann auf 3,7 % beschleunigen wird. Im Jahr 2015 würde das globale Wachstum damit etwas unter dem durchschnittlichen Wachstum der vergangenen zehn Jahre liegen. Das reale Bruttoinlandsprodukt der USA dürfte in 2014 mit 2,4 % etwa so stark wie im Vorjahr zulegen. Im Jahr 2015 rechnen wir in den USA mit einer Wachstumsbeschleunigung auf 3,6 %, auch wenn die Geldpolitik der amerikanischen Notenbank im kommenden Jahr weniger expansiv ausgerichtet sein dürfte.

Die Wirtschaft der Eurozone dürfte, merklich unterstützt durch die erwartete noch expansivere Ausrichtung der Geldpolitik, ihren moderaten und noch fragilen Wachstumspfad fortsetzen und im Jahr 2014 um 0,7 % expandieren. Im kommenden Jahr erwarten wir eine Wachstumrate von 1 %, jedoch mehrten sich im Laufe der letzten Wochen Anzeichen zunehmender Unsicherheiten für den kurzfristigen Ausblick. Unter den großen Euroländern dürfte die deutsche Wirtschaft mit einem binnenwirtschaftlich getriebenen Wachstum von jeweils 1,5 % in den Jahren 2014 und 2015 am stärksten zulegen. Die Konjunkturerholung im Vereinigten Königreich dürfte sich in diesem Jahr fortsetzen und die Wirtschaft um 3,1 % wachsen. Im kommenden Jahr dürfte sich das Wachstum dort jedoch auf 2,5 % verlangsamen, was weiterhin über dem Durchschnittswachstum der vergangenen zehn Jahre liegt. Die japanische Wirtschaft dürfte trotz der Dämpfung durch die im April erhöhte Mehrwertsteuer im Jahresdurchschnitt 2014 um 1 % wachsen. Für das Jahr 2015 erwarten wir eine leichte Beschleunigung des Wirtschaftswachstums auf 1,3 %. In den Industrieländern insgesamt dürfte sich das Wachstum im Jahr 2014 auf 1,8 % beschleunigen und im Jahr 2015 weiter auf 2,4 % steigen.

Dagegen wird erwartet, dass sich das Wirtschaftswachstum der Entwicklungs- und Schwellenländer im Jahr 2014 auf 4,4 % verlangsamen wird. Erst im kommenden Jahr erwarten wir eine Beschleunigung des Wachstums auf 4,9 %. Das nur moderate Wachstum der Entwicklungs- und Schwellenländer geht insbesondere auf die Wachstumsabschwächung in China und Brasilien zurück. Im Jahr 2014 dürfte das Wirtschaftswachsum in China mit 7,3 % unter dem Niveau des letzten Jahres liegen, für 2015 erwarten wir eine weitere Abschwächung auf 7 %. Das prognostizierte Wirtschaftswachstum für Brasilien liegt im Jahr 2014 nur noch bei 0,3 %, nach 2,5 % im Vorjahr. Für das Jahr 2015 rechnen wir mit einer Expansion der brasilianischen Wirtschaft um 1 %. Auch die russische Wirtschaft dürfte im laufenden Jahr langsamer expandieren. Wir erwarten hier ein Wachstum von nur noch 0,5 %, das im Jahr 2015 auf höchstens 1 % steigen dürfte. Unter den BRIC-Ländern dürfte sich das Wachstum im Jahr 2014 nur in Indien kräftig von 4,4 % auf 5,5 % beschleunigen und im Jahr 2015 weiter auf 6,5 % zulegen.

Verschiedene geopolitische Risiken können unsere Erwartungen beeinflussen. Eine weitere Verschärfung der Ukraine-Krise, bei der es zu einer Sanktionsspirale der westlichen Länder mit Reaktionen Russlands kommen könnte, stellt insbesondere bei einer Kürzung oder sogar einer Einstellung russischer Erdöl- und Erdgaslieferungen ein Risiko für die Entwicklung der europäischen Wirtschaft dar. Zudem besteht das Risiko, dass eine Verschärfung der Konflikte im Nahen Osten für einen signifikanten Anstieg der Ölpreise sorgen und damit die globale Wirtschaftsaktivität dämpfen könnte.

Die Bankenbranche

Vor dem Hintergrund der zuletzt eingetrübten konjunkturellen Aussichten dürfte auch das Geschäft der europäischen Banken kaum deutlich an Schwung gewinnen. Zumindest zeichnet sich im Euroraum ein weiteres Nachlassen der Schrumpfung bei den Unternehmenskrediten ab, während das Kreditgeschäft mit privaten Haushalten weiterhin stagnieren könnte. In den USA wird sich das Kerngeschäft mit Krediten und Einlagen des Privatsektors voraussichtlich auch in den kommenden Quartalen gut entwickeln.

Insgesamt dürfte der Umbau in der europäischen Bankenbranche angesichts der weiterhin unter einem nachhaltigen Niveau liegenden Geschäftsergebnisse noch nicht abgeschlossen sein. Im Gegensatz dazu könnte in den USA die Profitabilität der Banken vom aktuell bereits sehr guten Stand durchaus weiter steigen. Allerdings dürfte hier der Risikovorsorge-Bedarf im Kreditgeschäft moderat zunehmen. Aufwendungen für Rechtsstreitigkeiten stellen insbesondere für einzelne Finanzinstitute in beiden Regionen nach wie vor ein besonderes, schwer kalkulierbares Risiko dar.

Der Ausblick für das Investmentbanking ist positiver, da Unternehmen auf beiden Seiten des Atlantiks zunehmend Gebrauch von ihren beachtlichen Barreserven machen dürften. Zudem scheinen die Finanzmärkte bereit zu sein, für die Finanzierung interessanter Projekte reichlich Liquidität zu sehr günstigen Konditionen zur Verfügung zu stellen.

In ähnlicher Weise dürften die Bewertungen an den Kapitalmärkten aufgrund des niedrigen Zinsumfelds weiter von hoher Nachfrage der Investoren getrieben werden, und das nicht nur an den Aktien-, sondern auch an manchen Anleihemärkten. Der US-amerikanische Rentenmarkt wird davon wahrscheinlich ausgenommen sein. Hier dürften die Auswirkungen des bevorstehenden Ausstiegs der Federal Reserve aus ihrer ultraexpansiven Geldpolitik am deutlichsten und möglicherweise recht abrupt spürbar werden. In Europa könnte der umfangreiche Kauf von Vermögenswerten durch die EZB dem Aufwärtsdruck bei Anleiherenditen, der von den Entwicklungen in den USA herrührt, entgegenwirken.

Im Hinblick auf die Finanzmarktregulierung und -aufsicht dürften in Europa im Wesentlichen folgende Themen den Rest dieses Jahres und 2015 bestimmen: die Übernahme der Aufsicht über die Großbanken im Euroraum durch die EZB im November 2014, das Inkrafttreten der Richtlinie über die Sanierung und Abwicklung von Banken (Bank Recovery and Resolution Directive, BRRD) im Januar 2015, der Beginn der Umsetzung der Mindestliquiditätsquote (Liquidity Coverage Ratio, LCR) ebenfalls im Januar 2015 und Gesetzesvorschläge beispielsweise zur sogenannten Strukturreform im Bankensektor und zur Finanztransaktionssteuer. In den USA könnten die Kapital- und Liquiditätsanforderungen insbesondere für große Finanzinstitute noch weiter erhöht werden; außerdem sind weitere Reformen etwa des Systems der Immobilienfinanzierung, der Geldmarktfonds oder des Repo-Marktes möglich.

Der Deutsche Bank-Konzern

Im Jahr 2012 hat die Deutsche Bank die Strategie 2015+ gestartet und dabei fünf Hebel definiert, die entscheidend für die Umsetzung unserer Vision sind. Diese lauten: Kapital, Kosten, Kunden, Kultur und Kompetenzen. Zusätzlich hat sich der Konzern Finanzziele gesetzt, um die finanziellen Effekte der Strategie 2015+ darzustellen. Im Mai 2014 haben wir ein Maßnahmenpaket zur Unterstützung der Strategie 2015+ bekannt gegeben. Dieses umfasste unter anderem eine Kapitalerhöhung, bei der neues Kapital in Höhe von 8,5 Mrd € aufgenommen wurde. Vor diesem Hintergrund haben wir unsere Finanzziele angepasst. Die finanziellen Key Performance Indicators (KPIs) des Konzerns sind in der folgenden Tabelle aufgeführt.

Konzernfinanzkennzahlen1

30.9.2014

Ziel für 2015

Ziel für 2016

1

Die angepasste und die berichtete Eigenkapitalrendite nach Steuern (basierend auf dem durchschnittlichen Active Equity), die angepasste und die berichtete Aufwand-Ertrag-Relation und die CRR/CRD 4-Verschuldungsquote auf Basis einer Vollumsetzung, die in der obigen Tabelle enthalten sind, sind nicht nach IFRS ermittelte Messgrößen. Beschreibungen dieser Messgrößen und der getätigten Anpassungen zu den direkt vergleichbaren Messgrößen nach IFRS oder CRR/CRD 4 können im Abschnitt „Weitere Informationen: Nicht nach IFRS ermittelte Messgrößen“ dieses Berichts gefunden werden.

2

Unter der Annahme einer Steuerquote für den Konzern zwischen 30 % und 35 %.

3

Realisierte Kostenersparnis (brutto) aus der Implementierung des OpEx-Programms.

4

Investments (OpEx) sind Kosten, welche für die Realisierung der Kostenersparnis im Rahmen des OpEx-Programms benötigt werden.

5

Die Common Equity Tier-1-Kapitalquote gemäß CRR/CRD 4 (Vollumsetzung) repräsentiert unsere Kalkulation der Kernkapitalquote ohne die Übergangsphase von CRR/CRD 4. Weitere Informationen zur Berechnung dieser Quote sind im Risikobericht enthalten.

6

Die CRR/CRD 4-Verschuldungsquote auf Basis einer Vollumsetzung stellt unsere Berechnung gemäß der Veröffentlichung von CRR/CRD 4 vom 27. Juni 2013 in der geänderten Fassung dar. Weitere Informationen zur Berechnung dieser Quote sind im Risikobericht enthalten.

Eigenkapitalrendite nach Steuern (basierend auf dem durchschnittlichen Active Equity)2

(angepasst) 8,2 %

~ (angepasst) 12 %

~ 12 %

Aufwand-Ertrag-Relation

(angepasst) 73,6 %

~ (angepasst) 65 %

~ 65 %

Kostenersparnis3

2,9 Mrd € jährlich

4,5 Mrd € jährlich

4,5 Mrd € jährlich

Investments (OpEx)4

2,7 Mrd €

4 Mrd €

4 Mrd €

CRR/CRD 4 Tier-1-Kernkapitalquote (Vollumsetzung)5

11,5 %

Größer als 10 %

Größer als 10 %

CRR/CRD 4 Verschuldungsquote auf Basis einer Vollumsetzung6

3,3 %

3,5 %

3,5 %

Unsere angepassten Ziele basieren auf einer Reihe wesentlicher Annahmen. So gehen wir davon aus, dass neue Vorschriften, wie die CRD 4-Richtlinie und die Leitlinien der EBA, im Einklang mit unseren Erwartungen implementiert werden, sich das globale Wachstum des Bruttoinlandsprodukts im relevanten Zeitraum zwischen 2 % und 4 % jährlich stabilisiert, die Zinsen an den Märkten, an denen wir tätig sind, bis 2016 nicht wesentlich steigen sowie die Zentralbankinterventionen an den US-amerikanischen Finanzmärkten weiter reduziert werden.

Der Abschluss der Kapitalerhöhung ist ein substanzieller und integraler Bestandteil unserer angepassten Ziele. Mit unserer gestiegenen Tier-1-Kernkapitalquote gemäß CRR/CRD 4 (Vollumsetzung) haben wir eine starke Kapitalbasis geschaffen, die das Bekenntnis zu unserem globalen Universalbankmodell unterstreicht und unsere Fähigkeit zur Bewältigung künftiger aufsichtsrechtlicher Herausforderungen bekräftigt. Zusätzlich können wir dank dieses Kapitals unsere risikogewichteten Aktiva steuern und gleichzeitig unsere CRR/CRD 4 Verschuldungsquote auf Basis einer Vollumsetzung verbessern.

Im Rahmen des OpEx-Programms werden wir auch künftig eine größere Kosteneffizienz anstreben. Bei unserem Ziel, bis 2015 kumulierte Einsparungen von 4,5 Mrd € zu erreichen, liegen wir mehr als im Plan. Mithilfe der Kosteneinsparungen können wir die steigenden Aufwendungen für die Erfüllung neuer aufsichtsrechtlicher Anforderungen decken. Das Programm verändert auch die Art und Weise, wie wir Geschäfte tätigen und zusammenarbeiten. Wir werden veraltete IT-Systeme durch neue standardisierte und skalierbare Plattformen mit besseren Kontrollen ersetzen. Wir werden beim Kauf von Waren und Dienstleistungen mehr Disziplin an den Tag legen, die richtigen Mitarbeiter für die richtigen Positionen gewinnen, unsere Prozesse hinterfragen und unsere Strukturen verschlanken, um Bürokratie abzubauen und eine schnellere Entscheidungsfindung zu fördern. Das OpEx-Programm läuft nun seit über zwei Jahren. Wir stehen zu unseren Versprechen und bekennen uns klar zu einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit Kollegen weltweit. Dies hat uns zu einer noch stabileren Bank gemacht. Außerdem sind wir davon überzeugt, bis Ende 2015 unser Einsparungsziel von jährlich 4,5 Mrd € zu erreichen.

Kundenorientierung ist einer unserer Kernwerte. Wir haben ein konzernweites Projekt aufgelegt, um das Verständnis für unsere Kunden zu erhöhen und ihre Bedürfnisse sowie ihren Zufriedenheitsgrad besser zu erfassen. Im Rahmen des Programms zur Verstärkung unserer Kundenorientierung werden wir auch ein neues Verfahren einführen, um die bereichsübergreifende Kooperation zu fördern und dadurch eine noch reibungslosere Kundenbetreuung über verschiedene Geschäftsbereiche hinweg zu ermöglichen. Wir führen eine ganzheitliche Transformation unserer Technologieplattform durch, um eine flexible und verlässliche IT-Umgebung bereitzustellen, die den Bedürfnissen unserer Geschäftspartner und Kunden noch stärker entspricht. Nach Abschluss der Kapitalerhöhung im Mai 2014 sind wir noch besser aufgestellt, um unseren Marktanteil zu erhöhen und unsere Führungsposition durch gezielte Investitionen in unsere Geschäftsbereiche zu festigen.

Unsere Werte und Überzeugungen sind der Kern unseres langfristigen Kulturwandels. Sie bestimmen unseren Umgang mit Kunden, Aktionären und Kollegen sowie unser Verhalten in den Gesellschaften, in denen wir agieren. Als wichtigen Schritt bei der Implementierung des Kulturwandels haben wir kürzlich den aktualisierten Verhaltens- und Ethikkodex der Deutschen Bank veröffentlicht. Er wird uns dabei helfen, unsere Werte und Überzeugungen im Geschäftsalltag umzusetzen, da er die Standards für das ethische Verhalten aller Mitarbeiter festlegt. Mit diesen und anderen Initiativen, einschließlich bankweiter Schulungsprogramme, werden wir die Integration des Kulturwandels in unser Arbeitsumfeld weiter vorantreiben. Ferner werden wir unsere Prozesse und Plattformen kontinuierlich verbessern, indem wir neue und bessere Geschäftsverfahren anwenden.

Unser Ausblick und unsere Ergebniserwartungen basieren auf verschiedenen wirtschaftlichen und betrieblichen Annahmen. Positive Marktentwicklungen, der Rückzug von Mitbewerbern und die Umsetzung unserer Strategie 2015+ können es uns ermöglichen, unsere Erträge zu steigern und Kosten einzudämmen, die Kundenzufriedenheit zu optimieren, die Margen anzuheben, die Kapitalaufstellung zu verbessern sowie unseren Marktanteil über das aktuelle Niveau hinaus zu erhöhen und damit zusätzliche Wachstumsmöglichkeiten für den Konzern zu schaffen.

Es bestehen auch Risiken hinsichtlich der künftigen wirtschaftlichen Entwicklungen, des aufsichtsrechtlichen Umfelds, der erwarteten Zinssätze und der Zentralbankmaßnahmen. Ein Wiederaufflammen der Schuldenkrise in Europa, eine schwache globale, regionale und nationale Konjunktur, aufsichtsrechtliche Änderungen, die unsere Kosten weiter in die Höhe treiben beziehungsweise unsere Geschäftsaktivitäten einschränken können, oder sich weiter verengende Margen könnten sich auch negativ auf unsere Fähigkeit auswirken, unsere Strategie zu implementieren oder die sich daraus ergebenden Vorteile zu nutzen. Nach der Finanzkrise haben die Häufigkeit rechtlicher und regulatorischer Verfahren, staatlicher und aufsichtsbehördlicher Untersuchungen und Anfragen sowie das Gewicht von Entscheidungen, die bei Verfahren getroffen werden, dramatisch zugenommen. Aufgrund dieser Verfahren ist die Deutsche Bank dem Risiko hoher finanzieller Schäden und Kosten für die Verteidigung sowie möglicher aufsichtsrechtlicher Beschränkungen ausgesetzt. Es ist wahrscheinlich, dass dem Konzern beträchtliche Aufwendungen im Zusammenhang mit einigen oder allen Verfahren entstehen, unabhängig davon, wie diese ausgehen. Ein Überblick über die laufenden Verfahren und Eventualverbindlichkeiten findet sich im Kapitel „Sonstige Eventualverbindlichkeiten“ dieses Berichts.

Die Segmente

Corporate Banking & Securities (CB&S) konnte im dritten Quartal 2014 ebenso wie die anderen Investmentbanken höhere Erträge verzeichnen. Dies spiegelt eine Erhöhung der Volatilität gegen Ende des Quartals und positive Bedingungen für Unternehmensfinanzierungen wider. Der leicht positivere Ausblick für Debt Sales & Trading basiert auf einer möglichen Rückkehr zu normaleren Volatilitätsniveaus aufgrund einer divergierenden Politik der Zentralbanken. Der Branche schlägt jedoch nach wie vor enormer Gegenwind durch das sich verändernde aufsichtsrechtliche Umfeld, den kontinuierlichen Druck auf die Finanzressourcen und die anhaltende makroökonomische Unsicherheit entgegen. Dank einer gestiegenen Ertragsdynamik in 2014 werden wir unsere Stärken weiter durch anhaltende Investitionen in unsere Plattform ausbauen, neue aufsichtsrechtliche Anforderungen einhalten und Ressourcen flexibel innerhalb der Geschäftsbereiche und Kundenportfolios aufzuteilen, um nachhaltige Renditen zu erwirtschaften. In 2014 und 2015 dürften wir das aktualisierte Ziel unserer Strategie 2015+ von einer bereinigten Eigenkapitalrendite nach Steuern (basierend auf dem durchschnittlichen Active Equity) von 13 % bis 15 % weitgehend planmäßig umsetzen, aber Herausforderungen und Unsicherheiten bleiben.

Für die Länder, in denen Private & Business Clients (PBC) tätig ist, hat sich der makroökonomische Ausblick für 2014 insgesamt verbessert. Auch in 2015 sollte das moderate Wachstum anhalten. Das Marktumfeld insgesamt dürfte jedoch weiterhin herausfordernd bleiben. Wir erwarten angesichts der anhaltenden Verschlechterung in 2014 keine kurzfristige Anhebung des niedrigen Zinsniveaus, was unsere Erträge aus dem Einlagengeschäft voraussichtlich weiter belasten wird. PBC strebt eine Stärkung seines Kernkreditgeschäfts in Deutschland durch eine Ausweitung der Margen an. Gleichzeitig werden wir eine strenge Risikodisziplin einhalten und den Kapitalbedarf weiter gezielt optimieren. Die Entwicklung bei den Erträgen aus dem Anlagegeschäft ist vor allem von dem makroökonomischen Umfeld in Europa und der Erholung des Kundenvertrauens in Deutschland abhängig. Wir werden den Fokus weiterhin darauf legen, das Potenzial unserer Privat- und Firmenkundenbank (PFB) auszuschöpfen. Dabei bauen wir auf unser integriertes Betreuungsmodell für kleine und mittlere Unternehmen in Form eines Joint Venture zwischen PBC und GTB. Außerdem stärken wir unser Beratungsgeschäft in anderen europäischen Kernmärkten und wollen weiterhin von unseren wachstumsorientierten Investitionen in asiatischen Kernländern profitieren. Des Weiteren planen wir, in unsere Systeme zu investieren, um die digitalen Ressourcen in Deutschland und Europa zu verbessern. Durch die laufende Integration der Postbank dürfte PBC zusätzliche Synergien und Kosteneinsparungen erzielen. Die vierteljährlichen Umsetzungskosten für die Postbank-Integration und andere Maßnahmen aus dem OpEx-Programm variieren in Abhängigkeit von den Meilensteinen einzelner Projekte. Wir erwarten jedoch, dass die Umsetzungskosten für das Gesamtjahr größtenteils unseren Plänen entsprechen. Für 2015 werden wir unsere angepassten Strategie 2015+ Ambitionen in Form eines Ergebnisses vor Steuern von 2,5 Mrd € bis 3 Mrd € voraussichtlich zu erreichen beibehalten, sobald wir die Vorteile der Postbank-Integration vollständig nutzen können.

In Global Transaction Banking (GTB) dürften die Marktbedingungen weiter herausfordernd bleiben, da kürzlich die bereits niedrigen Zinssätze weiter gesenkt wurden, das Umfeld äußerst wettbewerbsintensiv ist und geopolitische Risiken bestehen. Außerdem könnten sich Umsetzungskosten im Zusammenhang mit dem OpEx-Programm sowie andere Aufwendungen für die Umsetzung der Strategie 2015+ negativ auf das Ergebnis in 2014 auswirken. Dies könnte durch Volumenzuwächse bei den Transaktionen in den Bereichen Cash Management und Trade Finance ausgeglichen werden, sofern sich die Weltwirtschaft nachhaltig stabilisiert und ein Wachstum einsetzt. Für 2015 halten wir an unserer Ambition eines Anstieges des Ergebnisses vor Steuern auf 1,6 Mrd € bis 1,8 Mrd € fest, da Wachstumsinitiativen erste Ergebnisse erzielen sollten.

Die Deutsche Asset & Wealth Management (Deutsche AWM) rechnet damit, das im Rahmen der Strategie 2015+ gesteckte Ziel eines Ergebnisses vor Steuern von 1,7 Mrd € bis Ende des nächsten Jahres zu erreichen. Dies hängt teilweise von der erfolgreichen Umsetzung zahlreicher Initiativen ab, mit denen wir unser Kundenangebot erweitern sowie unsere Betriebs- und Technologieplattform weiter stärken möchten. Hinsichtlich der erstgenannten Maßnahme liegt im Wealth Management ein entscheidender Schwerpunkt auf dem Ausbau der Dienstleistungen für sehr vermögende Kunden weltweit. Im Asset Management werden wir auf der Grundlage von aktiven, passiven, systematischen, liquiden alternativen und Sachwert-Anlagestrategien zusätzliche Produkte auflegen, um geänderten Kundenanforderungen gerecht zu werden. Darüber hinaus werden wir unsere Geschäftsbeziehungen zu CB&S, PBC und GTB weiter ausbauen, um den Vertrieb unserer Produkte zu fördern und im Interesse der Kunden Möglichkeiten für mehr gemeinsame Initiativen zu eruieren. Das Investitionsprogramm für unsere Betriebs- und Technologieplattform macht weiter gute Fortschritte. Wir erwarten, dass es zusätzliche Effizienzsteigerungen mit sich bringt und durch eine Optimierung der Systeme das Kundenerlebnis verbessert. Das zukünftige Ergebnis kann von bestehenden Unsicherheiten beeinflusst werden. Ein Rückgang von Transaktionsaktivitäten könnte sich auf die Erträge im Wealth Management, insbesondere im Aktien und Devisengeschäft, auswirken. Der sorgfältige Umgang mit der Kostenbasis wird in Anbetracht steigender regulatorischer Aufwendungen unerlässlich sein.

Die Strategie und das Mandat der Non-Core Operations Unit (NCOU) sind an den Gesamtzielen der Bank ausgerichtet wie der Freisetzung von Kapital und der Reduzierung der Bilanzsumme durch Risikoabbau sowie der Reduzierung des Fremdfinanzierungsgrads aus den verbleibenden Vermögenswerten und Geschäftsak-tivitäten. Bei der erfolgreichen Umsetzung dieser Strategie gibt es anhaltende Herausforderungen. Die NCOU-Portfolios umfassen signifikante Investitionen in einzelne Unternehmen und enthalten sonstige Vermögens-werte, die nicht zu unserem Kerngeschäft gehören. Diese Investitionen und Vermögenswerte sehen sich verändernden wirtschaftlichen Rahmen- und Marktbedingungen ausgesetzt. Solche Veränderungen können für Unwägbarkeiten im Zeitplan des Risikoabbaus sorgen und sich auf künftige Ergebnisse auswirken. Die Geschwindigkeit des Risikoabbaus hat sich verlangsamt, da sich das Portfoliovolumen verringert hat. Es wird erwartet, dass dies zu einer erhöhten Sensitivität der Volatilität in Bezug auf die Berechnung risikogewichteter Aktiva führt und dadurch das gesamte zur Verfügung stehende Kapital zukünftig beeinflusst. Neben den Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Strategie des Risikoabbaus in der NCOU rechnen wir auch mit einem weiterhin herausfordernden rechtlichen Umfeld.