Bilanzmanagement

Wir steuern unsere Bilanz auf Konzernebene und gegebenenfalls in den einzelnen Regionen lokal. Wir weisen unsere Finanzressourcen bevorzugt den Geschäftsportfolios zu, die sich am positivsten auf unsere Rentabilität und unseren Shareholder Value auswirken. Wir überwachen und analysieren die Bilanzentwicklung und beobachten bestimmte marktrelevante Bilanzkennzahlen. Diese dienen als Basis für Diskussionen und Managemententscheidungen des Capital and Risk Committee. Mit der Veröffentlichung der CRR/CRD 4 am 27. Juni 2013 haben wir die Berechnung unserer Verschuldungsquote an das rechtsverbindliche Rahmenwerk angepasst.

Überleitung der für die Berechnung der Verschuldungsquoten verwendeten Risikomaße

 

30.9.2014

31.12.2013

in Mrd €
(soweit nicht anders angegeben)

Bilanzsumme gem. IFRS

CRR/CRD 4
Voll­umsetzung

Bilanzsumme gem. IFRS

Pro-forma-
CRR/CRD 4
Voll­umsetzung

1

Einschließlich zu Sicherungszwecken gehaltener Derivate.

2

Einschließlich Forderungen aus Prime-Brokerage-Geschäften.

3

Einschließlich aufsichtsrechtlicher Aufrechnung, Berücksichtigung von Sicherheiten sowie aufsichtsrechtlichen Bewertungsabschlägen, auch für Wertpapierfinan-zierungsgeschäfte ohne Bar-Komponente.

4

Einschließlich Effekten aus der Überleitung von einer rechnungslegungsbezogenen in eine aufsichtsrechtliche Sicht sowie aufsichtsrechtlicher Anpassungen.

Risikomaß (zum Berichtsstichtag)

1.709

1.478

1.611

1.445

Gesamte Abweichung zu IFRS

 

–231

 

–167

Wichtigste Bestandteile des Risikomaßes und Aufgliederung der Abweichungen zu IFRS:

 

 

 

 

Derivate1

560

336

509

373

Abweichung zu IFRS durch

 

 

 

 

Aufrechnung

 

–458

 

–401

Aufschlag

 

234

 

266

Wertpapierfinanzierungsgeschäfte2

175

43

207

44

Abweichung zu IFRS durch

 

 

 

 

Aufsichtsrechtlicher Ansatz für Volatilitätsanpassungen3

 

–132

 

–163

Übrige Vermögenswerte

975

901

896

866

Abweichung zu IFRS durch

 

 

 

 

Aufrechnung für Wertpapierkassageschäfte

 

–74

 

–30

Außerbilanzielle Risikopositionen

 

230

 

199

Mit 100 % Gewichtungsfaktor

 

215

 

185

Mit 50 % Gewichtungsfaktor

 

3

 

2

Mit 20 % Gewichtungsfaktor

 

8

 

8

Mit 10 % Gewichtungsfaktor

 

4

 

5

Anpassungen4

 

–32

 

–38

 

 

 

 

 

Eigenkapital insgesamt (IFRS)

70,1

 

55,0

 

 

 

 

 

 

Tier-1-Kapital auf Basis einer Vollumsetzung

 

49,5

 

34,0

 

 

 

 

 

IFRS Verschuldungsquote (in x)

24,2

 

29,3

 

CRR/CRD 4-Verschuldungsquote auf Basis einer Vollumsetzung (in %)

 

3,3

 

2,4

Unsere IFRS-Verschuldungsquote, berechnet auf Basis der gesamten IFRS-Aktiva im Vergleich zum gesamten IFRS-Eigenkapital, betrug 24 zum 30. September 2014 und war damit niedriger verglichen mit dem Stand von 29 zum Jahresende 2013.

Zum 30. September 2014 betrug unsere CRR/CRD 4-Verschuldungsquote auf Basis einer Vollumsetzung, eine nicht nach IFRS ermittelte finanzielle Messgröße, 3,3 % verglichen mit 2,4 % am 31. Dezember 2013, unter Berücksichtigung des Tier-1-Kapitals auf Basis einer Vollumsetzung in Höhe von 49,5 Mrd € im Verhältnis zum anzuwendenden Risikomaß in Höhe von 1.478 Mrd € (34,0 Mrd € sowie 1.445 Mrd € per 31. Dezember 2013).

Die wichtigsten Treiber für die oben gezeigten Verbesserungen in den Verschuldungsquoten waren unsere vorgenannten Kapitalerhöhung, die Ausgabe von CRR/CRD 4-kompatiblen Zusätzlichen Tier-1-Anleihen und der den Deutsche Bank-Aktionären zurechenbare Konzernergebnis in der ersten neun Monaten des Jahres 2014, die zusammen die jeweiligen Kapitalmaßnahmen erhöhten.

Aufgrund der Einführung der zuvor dargestellten CRR/CRD 4-Verschuldungsquote auf Basis einer Vollumsetzung haben wir die Berechnungen unserer angepassten CRR/CRD 4-Verschuldungsquote auf Basis eines zur Berücksichtigung der Implementierungsphase angepassten Tier-1-Kernkapitals sowie unserer bereinigten IFRS-Verschuldungsquote auf Basis der nach IFRS berichteten Bilanzsumme sowie des Eigenkapitals nach Berücksichtigung von Anpassungen eingestellt.

Am 10. Oktober 2014 hat die Europäische Kommission einen delegierten Rechtsakt erlassen, der zu wesentlichen Änderungen in der Berechnung des Risikomaßes für die Verschuldungsquote in einem überarbeiteten CRR/CRD 4-Rahmenwerk führt:

  • Geschriebene Kreditderivate: Der effektive Nominalwert für geschriebene Kreditderivate, das heißt der Nominalwert reduziert um alle negativen Änderungen des beizulegenden Zeitwert, die im Tier-1-Kapital eingeflossen sind, wird in das Risikomaß der Verschuldungsquote integriert. Das sich daraus ergebende Risikomaß kann weiter reduziert werden um den effektiven Nominalwert eines gekauften Kreditderivates auf den gleichen Referenznamen, sofern bestimmte Bedingungen erfüllt sind.
  • Abzug variabler Nachschusszahlungen: Abzug der von den Kontrahenten in Bar erhaltenen variablen Nachschusszahlungen vom aus aktuellen Wiederbeschaffungskosten resultierenden Risikomaß und Abzug der an den Kontrahenten gezahlten variablen Nachschusszahlungen vom Risikomaß, das sich aus Forderungen, die als Vermögenswerte bilanziert wurden, sofern bestimmte Bedingungen erfüllt sind.
  • Wertpapierfinanzierungsgeschäfte: Einbeziehung der Brutto-Forderungen aus Wertpapierfinanzierungstransaktionen, die mit Verbindlichkeiten aus Wertpapierfinanzierungstransaktionen aufgerechnet werden können, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind. Zusätzlich muss neben den Brutto-Forderungen auch ein Aufschlag für die Netto-Forderungen aus Wertpapierfinanzierungstransaktionen in das Risikomaß aufgenommen werden. Beim Übergang vom aufsichtsrechtlichen Ansatz für Volatilitätsanpassungen (Supervisory Volatility Adjustments Approach) zu den Netto-Forderungen werden die Abschläge aus dem Risikomaß entfernt.
  • Außerbilanzielle Risikopositionen: Berücksichtigung der Gewichtungsfaktoren (Credit Conversion Factors) aus dem Standardansatz für das Kreditrisiko von 0 %, 20 %, 50 % oder 100 % je nach Risikokategorie, mit einer Untergrenze von 10 %, anstelle einer 100 % Gewichtung der außerbilanziellen Risikopositionen.
  • Aufsichtsrechtlichen Anpassungen: Änderungen bei aufsichtsrechtlichen Anpassungen in Bezug auf nicht abziehbare Unternehmen der Finanzbranche.

Die folgende Tabelle zeigt eine Schätzung der möglichen Auswirkungen der überarbeiteten CRR/CRD 4 Regeln auf das Risikomaß für die Verschuldungsquote:

Überleitung des für die Berechnung der Verschuldungsquoten verwendeten neuen Risikomaßes

in Mrd €

30.9.2014

Risikomaß für die Verschuldungsquote nach CRR/CRD 4

1.478

Veränderungen bei:

 

Geschriebene Kreditderivate

79

Abzug variabler Nachschusszahlungen

–68

Wertpapierfinanzierungsgeschäfte: Einbeziehung von Bruttoforderungen und Wechsel vom aufsichtsrechtlichen Ansatz für Volatilitätsanpassungen zum Nettorisikomaß

147

Außerbilanzielle Risikopositionen: Änderungen bei den Gewichtungsfaktoren

–89

Aufsichtsrechtliche Anpassungen

–20

Geändertes Risikomaß für die Verschuldungsquote nach CRR/CRD 4

1.526

 

 

Tier-1-Kapital auf Basis einer Vollumsetzung

49,5

 

 

Geänderte CRR/CRD 4-Verschuldungsquote auf Basis einer Vollumsetzung (in %) unter Berücksichtigung aufsichtsrechtlicher Änderungen

3,2

Zum 30. September 2014 belief sich unsere geänderte CRR/CRD 4-Verschuldungsquote auf Basis einer Vollumsetzung, die unsere Erwartungen bezüglich Änderungen wie zuvor dargelegt berücksichtigt und die eine nicht nach IFRS ermittelte finanzielle Messgröße ist, auf 3,2 %. Dabei berücksichtigte sie ein Tier-1-Kapital auf Basis einer Vollumsetzung in Höhe von 49,5 Mrd € sowie ein anwendbares geändertes Risikomaß in Höhe von 1.526 Mrd €.