Operationelle Risiken

In den ersten neun Monaten 2014 war unser Risikoprofil weiterhin von operationellen Risikoverlusten aus bestehenden Rechtsstreitigkeiten sowie von Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten bestimmt. Die Summe der Verluste aus Rechtsstreitigkeiten ging im Vergleich zum Jahr 2013 zurück. Für einen Überblick über unsere bestehenden Rechtsstreitigkeiten verweisen wir auf das Kapitel „Sonstige Finanzinformationen“ in diesem Zwischenbericht. Unsere restlichen operationellen Verluste waren weiterhin geringer als in 2013. Der Ausblick für das verbleibende Jahr bleibt aufgrund des rechtlichen und regulatorischen Umfeldes, das sich, wie wir glauben, weiterhin auf unser Geschäft auswirken wird, zurückhaltend. Die zukunftsorientierte Steuerung unseres operationellen Risikos wird durch Überwachung der potenziellen Gewinn- und Verlustsituation auf Basis von Trendanalysen zu eingetretenen Verlusten und Risikoindikatoren sichergestellt.

Ökonomischer Kapitalbedarf für operationelle Risiken nach Geschäftsbereichen

 

 

 

Veränderung 2014 gegenüber 2013

in Mio €
(sofern nicht anders angegeben)

30.9.2014

31.12.2013

in Mio €

in %

Corporate Banking & Securities

3.285

2.475

810

33

Private & Business Clients

1.120

803

317

39

Global Transaction Banking

141

96

45

47

Deutsche Asset & Wealth Management

788

580

208

36

Non-Core Operations Unit

1.444

1.298

146

11

Ökonomischer Kapitalbedarf für operationelle Risiken insgesamt

6.778

5.253

1.525

29

Der Ökonomische Kapitalbedarf für operationelle Risiken erhöhte sich im Vergleich zum Jahresende 2013 um 1,5 Mrd € oder 29 % und betrug 6,8 Mrd € zum 30. September 2014. Der Anstieg resultiert hauptsächlich aus einer frühzeitigen Berücksichtigung der Auswirkungen von Modellverbesserungen in unserem fortgeschrittenen Messansatz (AMA-Modell), die wir im zweiten Quartal, wie nachstehend beschrieben, vorgenommen haben. Der Anstieg des Ökonomischen Kapitalbedarfs verteilt sich auf alle Geschäftsbereiche.

Entwicklung des Rahmenwerks im Operationellen Risikomanagement

Zur Ermittlung des regulatorischen Kapitals wenden wir den fortgeschrittenen Messansatz (AMA-Modell) an. Um das Risikoprofil angemessen zu berücksichtigen, unterliegt unser AMA-Modell kontinuierlichen Validierungen und Verbesserungen. Im Zusammenhang mit der kontinuierlichen Verbesserung und Validierung unseres Modells wurden Modellveränderungen entwickelt, die wir zur Genehmigung bei der BaFin eingereicht haben. Diese Modellveränderungen enthalten eine präzisere Berücksichtigung erwarteter Versicherungsleistungen, geänderte Berechnungen für die Modellierung der Verlustfrequenz sowie verbesserte Bewertungsmechanismen für die Risikoindikatoren unseres AMA-Modells.

Des Weiteren haben wir, um die zukunftsgerichtete Risikokomponente im AMA-Modell stärker zu betonen, einen zusätzlichen Antrag auf Modellveränderung bei der BaFin eingereicht, um die in unserem AMA-Modell seit 2011 nach wie vor berücksichtigte Sicherheitsmarge auf das Ökonomische Kapital von 1 Mrd € mit einer risikosensitiveren Komponente zu ersetzen. Im Ergebnis führt diese Modellveränderung, auch nach Herausnahme der Sicherheitsmarge, zu einem höheren Ökonomischen Kapitalbedarf. Diese Modellveränderungen verbessern unseren fortgeschrittenen Messansatz (AMA-Modell) dahingehend, dass unsere „relevanten Verlustdaten“ um die Berücksichtigung von hinreichend wahrscheinlichen Verlusten aus Rechtsstreitigkeiten erweitert werden. Diese hinreichend wahrscheinlichen Verluste aus Rechtsstreitigkeiten, welche aus bestehenden Rechtsstreitigkeiten und auch künftigen Rechtsstreitigkeiten resultieren können, werden jedes Quartal überprüft und basieren auf Bewertungen, die unsere Rechtsabteilung zur Verfügung stellt.

Während unsere Gespräche mit der BaFin zu diesen Modellverbesserungen noch andauern, hat die Geschäftsleitung entschieden, die Auswirkungen dieser Modelländerungen dort zu berücksichtigen, wo diese zu einem Anstieg des Kapitalbedarfs gegenüber dem derzeit von der BaFin genehmigten Modell führen.