Risikomanagement – Überblick

Kreditrisikoüberblick

  • Bedenken zum Wachstumsausblick und der geopolitische Lage sowie Ängste vor einer Straffung der amerikanischen Geldpolitik haben zu einem starken Anstieg der Marktvolatilität Ende September und Anfang Oktober geführt. Diese Bedenken betreffen insbesondere die Eurozone, in der das BIP im zweiten Quartal stagniert und die Erwartungen für die zweite Jahreshälfte von weniger Wachstum ausgehen, bevor die Vorhersage für 2015 wieder steigt. Die EZB hat auf diesen Wachstumsrückgang und auf die fallende Inflation mit zusätzlichen Anreizen wie Zinssenkungen und Vorbereitungen für den Ankauf von Wertpapieren reagiert. Demgegenüber ist das Wachstum in den USA nachhaltig unterstützt durch einen sich verbessernden Arbeitsmarkt. Das Bild für die Emerging Markets ist gemischt, aber insgesamt gehen wir von einem moderaten Anstieg des Wachstums für 2015 aus. Geopolitische Risiken sehen wir weiterhin zwischen Russland und dem Westen im Zusammenhang mit der Ukraine mit weiterer Eskalation im dritten Quartal und einen Anstieg der Risiken im Mittleren Osten, in Hong Kong und Afrika. Ein möglicher Einfluss dieser Ereignisse auf das Kreditportfolio wird eng beobachtet und wir erwarten keine wesentlichen Kreditausfälle als Ergebnis dieser Ereignisse. Das Gesamtkreditengagement gegenüber Russland nach dem Sitzlandprinzip beträgt 5,2 Mrd € per 30. September 2014 mit einem Schwergewicht auf strategisch wichtige Unternehmen. Das Gesamtkreditengagement für die Ukraine ist zum 30. September 2014 mit 0,5 Mrd € vergleichbar gering.
  • Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft belief sich in den ersten neun Monaten 2014 auf 765 Mio €, was einem Rückgang um 575 Mio € (43 %) gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres entspricht. Dieser Rückgang ist hauptsächlich bedingt durch geringere Risikovorsorge in NCOU, den Wegfall von in den ersten neun Monaten 2013 ausgewiesenen großen Einzelposten in unserem Kerngeschäft und der anhaltend guten Qualität im deutschen Privatkundengeschäft.
  • Der Anstieg der Firmenkreditengagements von 57,0 Mrd € oder 11,9 % ist getrieben von Akquisitionsfinanzierungen, der laufenden Umsetzung der Wachstumsstrategie in Asien und höheren Kreditvolumina in Nordamerika.
  • Der Anteil der Kredite mit Investment-Grade-Rating in unserem Firmenkundenkreditbuch ist zum 30. September 2014 mit 72 % unwesentlich höher als zum 31. Dezember 2013.
  • Der Ökonomische Kapitalbedarf für das Kreditrisiko erhöhte sich um 1,1 Mrd € auf 13,1 Mrd € zum 30. September 2014, verglichen mit 12,0 Mrd € zum Jahresende 2013. Der Anstieg resultierte hauptsächlich durch höhere risikorelevante Positionswerte im Unternehmensbereich CB&S.

Marktrisikoüberblick

  • Der Ökonomische Kapitalbedarf für das Marktrisiko aus Nichthandelspositionen erhöhte sich auf 9,8 Mrd € zum 30. September 2014, verglichen mit 8,5 Mrd € zum Jahresende 2013. Der Anstieg resultiert aus einem 338 Mio € höheren Ökonomischen Kapitalbedarf für das Investmentrisiko und 968 Mio € weiterem Ökonomischen Kapitalbedarf für Marktrisiko aus Nichthandelspositionen vorwiegend aus dem Anstieg des strukturellen Währungsrisikos und durch Modellverbesserungen für das Risiko aus Pensionsverpflichtungen im zweiten Quartal 2014.
  • Der Ökonomische Kapitalbedarf für das Marktrisiko aus Handelspositionen betrug 4,6 Mrd € zum 30. September 2014, verglichen mit 4,2 Mrd € zum Jahresende 2013. Der Anstieg war hauptsächlich auf höhere Positionswerte der zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten Aktiva im Anlagebuch zurückzuführen.
  • Der durchschnittliche Value-at-Risk innerhalb der ersten neun Monate 2014 betrug 53,4 Mio € und verminderte sich leicht um 0,2 Mio € gegenüber dem Jahresdurchschnitt 2013. Eine Reduzierung im Credit-Spread-Risiko und ein Rückgang im Rohwarenpreisrisiko wurde durch einen Anstieg des Zinsrisikos sowie des Aktienkursrisikos kompensiert. Der Diversifikationsnutzen hat sich infolge einer Änderung der Zusammensetzung des Portfolios verringert.

Operationelle Risiken – Überblick

  • Der Ökonomische Kapitalbedarf für operationelle Risiken erhöhte sich im Vergleich zum Jahresende 2013 von 5,3 Mrd. € um 1,5 Mrd € und betrug 6,8 Mrd € zum 30. September 2014. Der Anstieg resultierte hauptsächlich aus einer frühzeitigen Berücksichtigung der Auswirkungen von Modellverbesserungen in unserem fortgeschrittenen Messansatz (AMA-Modell), die wir im zweiten Quartal vorgenommen haben.
  • Während unsere Gespräche mit der BaFin zu diesen Modellverbesserungen noch andauern, hat die Geschäftsleitung entschieden, die Auswirkungen dieser Modelländerungen dort zu berücksichtigen, wo diese zu einem Anstieg des Kapitalbedarfs gegenüber demjenigen des derzeit von der BaFin genehmigten Modells führen.

Liquiditätsrisikoüberblick

  • Die Liquiditätsreserven beliefen sich zum 30. September 2014 auf 188 Mrd € (im Vergleich zu 196 Mrd € zum 31. Dezember 2013). Wir erhalten eine positive Liquiditätsposition unter Stress zum 30. September 2014 (in einem kombinierten Szenario).
  • Der Finanzierungsplan von 30 bis 35 Mrd € wurde im September vollständig erfüllt. Die Emissionsaktivitäten am Kapitalmarkt in den ersten neun Monaten 2014 betrugen 36,2 Mrd €.
  • 72 % der Gesamtrefinanzierung der Bank basierten auf den Refinanzierungsquellen, die wir als die stabilsten einstufen; diese beinhalteten Kapitalmarktemissionen und Eigenkapital sowie Einlagen aus dem Privatkunden- und Transaction-Banking-Geschäft.

Kapitalmanagementüberblick

  • Die CRR/CRD 4 Tier-1-Kernkapitalquote lag zum 30. September 2014 bei 14,7 %. Zum Jahresende 2013 lag die vergleichbare Pro-forma-Quote bei 14,6 %.
  • Die risikogewichteten Aktiva gemäß CRR/CRD 4 erhöhten sich um 104 Mrd € auf 404 Mrd € zum 30. September 2014 im Vergleich zu 300 Mrd € gemäß Basel 2.5 zum Jahresende 2013, hauptsächlich aufgrund der Änderungen durch das CRR/CRD 4-Rahmenwerk.
  • Die interne Kapitaladäquanzquote stieg zum 30. September 2014 auf 177 % im Vergleich mit 167 % zum 31. Dezember 2013.
  • Die CRR/CRD 4-Common-Equity-Tier-1-Kapitalquote (auf Basis einer Vollumsetzung) war zum 30. September 2014 11,5 % verglichen mit 9,7 % zum Jahresende 2013.

Bilanzmanagementüberblick

  • Unsere Verschuldungsquote, berechnet auf Basis der gesamten IFRS-Aktiva im Vergleich zum gesamten IFRS-Eigenkapital, betrug 24 zum 30. September 2014 und war damit niedriger verglichen mit dem Stand von 29 zum Jahresende 2013.
  • Zum 30. September 2014 betrug unsere CRR/CRD 4-Verschuldungsquote auf Basis einer Vollumsetzung, eine nicht nach IFRS ermittelte finanzielle Messgröße, 3,3 % verglichen mit 2,4 % am 31. Dezember 2013, unter Berücksichtigung des Tier-1-Kapitals auf Basis einer Vollumsetzung in Höhe von 49,5 Mrd € im Verhältnis zum anzuwendenden Risikomaß in Höhe von 1.478 Mrd € (34,0 Mrd € sowie 1.445 Mrd € zum 31. Dezember 2013).
  • Am 10. Oktober 2014 hat die Europäische Kommission mit einem delegierten Rechtsakt wesentliche Neuerungen bezüglich der Berechnung des Risikomaßes für die Verschuldungsquote umgesetzt, die zu einer Erhöhung des Risikomaßes auf 1.526 Mrd € und zu einer Verringerung der Verschuldungsquote auf 3,2 % zum 30. September 2014 führen.