Überblick zur Finanz- und Ertragslage

Wirtschaftliches Umfeld

Das Wachstum der Weltwirtschaft dürfte sich im dritten Quartal 2014 beschleunigt haben. Dies geht vor allem auf eine stärkere Dynamik in den Industrieländern zurück. In den sieben größten Industrienationen dürfte das Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts gegenüber dem Vorquartal auf Jahresbasis von 1,7 % im zweiten Quartal auf 3 % zugenommen haben. Die Wirtschaft der Eurozone dürfte im dritten Quartal 2014 leicht zugelegt haben, nachdem sie im zweiten Quartal stagniert hatte, und auch die deutsche Wirtschaft dürfte wieder Fahrt aufgenommen haben, nachdem sie im zweiten Quartal 2014 um 0,6 % pro Jahr geschrumpft war. Infolge einiger schwächerer Daten im Verlauf des dritten Quartals 2014, sind die Risiken für die kurzfristigen Wachstumsaussichten in der Eurozone jedoch etwas angestiegen.

Nach einem kräftigen Wachstum um 4,6 % im zweiten Quartal hat sich die Dynamik in den USA wohl im dritten Quartal 2014 leicht abgeschwächt. Nach einem vor allem durch die Mehrwertsteuererhöhung bedingten Einbruch um 7,1 % auf jährlicher Basis im zweiten Quartal 2014 dürfte die japanische Wirtschaft im dritten Quartal 2014 um 2,4 % expandiert sein.

In China schwächte sich das Wirtschaftswachstum im dritten Quartal, begründet durch eine schwache Entwicklung bei den Bauinvestitionen, auf 7,3 % gegenüber dem Vorjahr ab. In Russland signalisieren die Einschätzungen der Einkaufsmanager ein leicht kräftigeres Wachstum im dritten Quartal 2014.

Im dritten Quartal 2014 ging die Kreditvergabe an den Privatsektor in Europa weiterhin moderat zurück. Das Einlagenwachstum blieb allerdings stabil. In Deutschland entwickelte sich das Kreditgeschäft mit Privatkunden und Unternehmen erneut besser als im Euroraum insgesamt, konnte sich jedoch nicht vom überwiegend schwierigen wirtschaftlichen Umfeld abkoppeln. Die europäischen Banken gaben sich in Bezug auf Geschäftsaussichten auch im dritten Quartal leicht zuversichtlicher; zudem stieg die Bilanzsumme etwas an. Gleichzeitig nahmen die Banken das neue, von der EZB aufgelegte langfristige Refinanzierungsprogramm zur Stützung der Kreditvergabe an die Realwirtschaft bislang nur moderat in Anspruch.

In den USA blieb das Kreditwachstum, insbesondere mit dem Unternehmenssektor, weiterhin rege. Das Konsumentenkreditgeschäft war ebenfalls lebhaft. Dagegen stagnierte das Volumen der Hypothekenkredite in den Bilanzen der Banken und auch die Verbriefungsaktivitäten lagen weit unter dem Niveau des Vorjahres. Die schleppende Kreditvergabe bei der privaten Immobilienfinanzierung dürfte jedoch überwiegend auf einen immer noch hohen Anteil an Bargeld-Transaktionen und weniger auf einen schwachen Häusermarkt zurückzuführen sein. Das Einlagenwachstum bei US-amerikanischen Banken verlangsamte sich etwas, war aber nach wie vor solide.

Im Investmentbanking war das in der Regel schwache Sommerquartal in diesem Jahr das stärkste dritte Quartal seit Beginn der Finanzkrise. Im Vergleich zum Vorjahr lief das Geschäft mit Aktienemissionen auf Hochtouren, und auch die M&A-Aktivitäten nahmen kräftig zu, so dass die entsprechenden Erträge erheblich anstiegen. Die Emissionen von Unternehmensanleihen besserten sich leicht, und die Konsortialkreditvergabe blieb nahezu unverändert. Die Erträge in diesen Segmenten stagnierten daher weitgehend. Die Handelsvolumina lagen im Großen und Ganzen auf Vorjahresniveau.

In der Vermögensverwaltung dürften die Banken von der etwas höheren Marktvolatilität profitiert haben, wobei die Aktienmärkte in der Nähe ihrer Rekordstände blieben oder sogar neue Allzeithochs erreichten. Europa blieb trotz einer erheblichen Abwertung des Euro hinter Asien und den USA zurück. An den europäischen Rentenmärkten waren jedoch weitere Zuwächse zu verzeichnen; die Renditen fielen erneut auf Rekordtiefs. So rentierten beispielsweise 10-jährige Bundesanleihen zum ersten Mal in ihrer Geschichte bei unter 1 % p.a.

Die Aufwendungen für Rechtsstreitigkeiten und Vergleichsvereinbarungen stellten für die Banken weltweit weiterhin eine erhebliche Belastung dar. Die gegen einzelne Finanzinstitute verhängten Geldstrafen erreichten in den USA neue Rekorde für den Unternehmenssektor insgesamt.

In puncto Finanzmarktpolitik, Regulierung und Aufsicht war das dritte Quartal 2014 geprägt von der Neuaufstellung der Europäischen Kommission, dem Fortgang der Bilanzprüfung und des Stresstests großer Banken im Euroraum sowie der Ankündigung US-amerikanischer Behörden, die Kapitalanforderungen für systemrelevante Finanzinstitute auf ein Niveau erhöhen zu wollen, das sogar über das international vereinbarte Regelwerk Basel 3 hinausgeht.