Liquidität, Eigenkapital und Aufsichts­rechtliches Eigenkapital

Liquidität

Die Liquiditätsreserven beliefen sich zum 30. September 2014 auf 188 Mrd € (im Vergleich zu 196 Mrd € zum 31. Dezember 2013), woraus im Stressszenario zum 30. September 2014 ein positives Ergebnis resultierte (in einem kombinierten Szenario).

Eigenkapital

Das Eigenkapital hat sich zwischen dem 31. Dezember 2013 und dem 30. September 2014 insgesamt um 15,1 Mrd € erhöht. Dieser Anstieg resultierte in erster Linie aus der Ausgabe von 359,8 Mio Stammaktien im Juni 2014 mit Gesamterlösen von 8,5 Mrd € sowie der Emission von neuen zusätzlichen Eigenkapitalbestandteilen (Zusätzliche Tier-1-Anleihen, die nach IFRS als Eigenkapital klassifiziert werden) am 20. Mai 2014 mit Erlösen von 3,5 Mrd €. Zum Anstieg des Eigenkapitals trugen des Weiteren das den Deutsche Bank-Aktionären zurechenbare Konzernergebnis von 1,2 Mrd €, positive Effekte aus Wechselkursänderungen in Höhe von 2,1 Mrd € (vor allem US-Dollar) sowie unrealisierte Gewinne (per Saldo) aus zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten in Höhe von 763 Mio € bei, die hauptsächlich aus gestiegenen Marktpreisen von festverzinslichen Wertpapieren europäischer Emittenten resultierten. Teilweise gegenläufig zu dieser positiven Entwicklung war die Dividendenzahlung an Deutsche Bank-Aktionäre von 765 Mio €.

Aufsichtsrechtliches Eigenkapital

Seit dem 1. Januar 2014 erfolgt die Berechnung unseres aufsichtsrechtlichen Eigenkapitals und unserer Kapitalquoten auf Basis der Eigenkapitalanforderungen gemäß der Verordnung über Aufsichtsanforderungen an Kreditinstitute und Wertpapierfirmen (Capital Requirements Regulation) und der Richtlinie über den Zugang zur Tätigkeit von Kreditinstituten und die Beaufsichtigung von Kreditinstituten und Wertpapierfirmen (Capital Requirements Directive 4), die bestimmten Übergangsregelungen unterliegen. Insofern verwenden wir bei der Darstellung der Ergebnisse unter Berücksichtigung der Übergangsregeln die Bezeichnung „CRR/CRD 4“. Bei Darstellung der Ergebnisse auf Basis einer vollständigen Anwendung des final angestrebten Rahmenwerks (und damit ohne Berücksichtigung der anwendbaren Übergangsregeln) verwenden wir den Begriff „CRR/CRD 4-Vollumsetzung“. In einigen Fällen bestehen trotz der CRR/CRD 4 unverändert Übergangsbestimmungen für die Risikogewichtung bestimmter Gruppen von Vermögenswerten, die von früheren Kapitaladäquanz-Rahmenwerken einschließlich Basel 2.5 eingeführt worden waren. Hierzu gehören Regeln, die zum Beispiel den Bestandsschutz von Beteiligungen mit einem Risikogewicht von 100 % ermöglichen und die Auswahl der höheren Position aus Long- und Short-Positionen als Basis für die Bemessung im Marktrisiko-Standardansatz erlauben, anstelle der Summe aus Long- und Short-Positionen. In diesen Fällen geht unsere CRR/CRD 4-Methodik von der Annahme aus, dass die Auswirkung des Ablaufs dieser Übergangsregelungen durch den Verkauf von zugrunde liegenden Vermögenswerten oder andere Maßnahmen vor dem Ablauf dieser Übergangsregeln gemindert werden wird.

Das Tier-1-Kapital gemäß CRR/CRD 4 betrug 62,7 Mrd € zum Ende des dritten Quartals 2014 und war damit 10,9 Mrd € höher als am Jahresende 2013. Die CRR/CRD 4 Tier-1-Kapitalquote belief sich zum 30. September 2014 auf 15,5 % und lag damit über den 14,6 % zum Jahresende 2013. Das CRR/CRD 4 Tier-1-Kernkapital verzeichnete in den ersten neun Monaten des Jahres 2014 einen Anstieg um 7,9 Mrd € auf 59,6 Mrd €. Die CRR/CRD 4 Tier-1-Kernkapitalquote betrug zum Ende des Berichtsquartals 14,7 %, verglichen mit 14,6 % zum Jahresende 2013.

Der Anstieg unseres Tier-1-Kapitals in den ersten neun Monaten 2014 resultierte im Wesentlichen aus einer Kapitalerhöhung aus genehmigtem Kapital gegen Bareinlagen mit einem Bruttoerlös von 8,5 Mrd € sowie aus der Platzierung von Zusätzlichen Tier-1-Anleihen (Additional Tier 1-Notes, im Folgenden „AT1-Anleihen“) gemäß CRR/CRD 4 mit einem Nominalwert von 3,5 Mrd €. Beide Transaktionen wurden im zweiten Quartal 2014 durchgeführt. Unser den Deutsche Bank-Aktionären zurechenbares Konzernergebnis in den ersten neun Monaten 2014 in Höhe von 1,2 Mrd €, ermäßigt um die abgegrenzte zukünftige Dividendenzahlung in Höhe von 846 Mio €, trug ebenfalls zu diesem Anstieg bei. Diese Erhöhungen wurden teilweise kompensiert durch eine weitere 10 %-ige Anrechnungsreduzierung unserer Altemissionen in den Zusätzlichen Tier-1-Instrumenten, die während der Umsetzunsphase jährlich um 1,3 Mrd € geringer angerechnet werden. Wir sahen weitere negative Effekte auf unser Tier-1-Kapital und Tier-1-Kernkapital als Ergebnis aus Kapitalabzügen, die jährlich mit 20 % pro Jahr erhöht werden, darunter Abzüge von latenten Steueransprüchen in Höhe von 624 Mio € und von Vermögenspositionen aus leistungsdefinierten Pensionsfonds in Höhe von 156 Mio €. Diese Beträge wurden zum Jahresende 2013 nicht in Abzug gebracht. Ferner wurde unser Tier-1-Kernkapital sowie unser Tier-1-Kapital durch eine Bewertungskorrektur eines Vermögenswerts in der NCOU negativ beeinflusst.

Unser CRR/CRD 4 Tier-1-Kapital in der Vollumsetzung betrug 49,5 Mrd € zum 30. September 2014 und war damit 15,5 Mrd € höher als zum Jahresende 2013. Die CRR/CRD 4 Tier-1-Kapitalquote (Vollumsetzung) belief sich zum 30. September 2014 auf 12,3 % und lag damit über den 9,7 % zum 31. Dezember 2013. Unser CRR/CRD 4 Tier-1-Kernkapital in der Vollumsetzung erhöhte sich in den ersten neun Monaten des Jahres 2014 um 12,0 Mrd € auf 46,0 Mrd €. Die CRR/CRD 4 Tier-1-Kernkapitalquote in der Vollumsetzung belief sich zum 30. September 2014 auf 11,5 %, verglichen mit 9,7 % zum 31. Dezember 2013.

Der Anstieg im Tier-1-Kapital war im Wesentlichen das Ergebnis der zwei Kapitalerhöhungstransaktionen im ersten Halbjahr 2014 mit einem Gesamtvolumen von 12,0 Mrd €, wovon 8,5 Mrd € auf das Tier-1-Kernkapital entfielen. Der Erhöhungseffekt aus der Aktienkapitalerhöhung führte hierbei zusätzlich zu einem positiven Effekt auf unsere Tier-1-Kernkapital bezogenen Schwellenwerte mit dem Effekt einer Reduzierung der schwellenwert abhängigen Abzugspositionen der direkten, indirekten und synthetischen Positionen in Instrumenten des Tier-1-Kernkapital von Unternehmen in der Finanzbranche, an denen das Institut eine wesentliche Beteiligung hält, sowie auf die latenten Steueransprüche, die aus temporären Differenzen resultieren (10/15 %-Regel).

Die risikogewichteten Aktiva gemäß CRR/CRD 4 beliefen sich zum Ende des dritten Quartals 2014 auf 404 Mrd € und waren damit 104 Mrd € (34,6 %) höher als zum Jahresende 2013 gemäß Basel 2.5. Dieser Anstieg reflektierte im Wesentlichen die Änderungen aufgrund der Einführung des CRR/CRD 4-Rahmenwerks sowie technische Einflüsse aus den zuvor angeführten Kapitalerhöhungen. Die risikogewichteten Aktiva für das Kreditrisiko erhöhten sich in den ersten neun Monaten des Jahres 2014 um 48,8 Mrd €, vorwiegend aufgrund der Einführung des CRR/CRD 4-Rahmenwerks sowie Änderungen in Fremdwährungspositionen und Modelanpassungen. Darüber hinaus trug die neue Berechnung der risikogewichteten Aktiva zur erstmaligen Berücksichtigung von CVA gemäß CRR/CRD 4 in Höhe von 18,6 Mrd € zu dem Gesamtanstieg bei. Zusätzlich erhöhten sich die risikogewichteten Aktiva für das Marktrisiko um 24,4 Mrd €, vorwiegend aufgrund der Einbeziehung der zuvor als Kapitalabzugsposten berücksichtigten mit höherem Risiko behafteten Verbriefungspositionen in die Berechnung der risikogewichteten Aktiva im CRR/CRD 4-Rahmenwerk. Die risikogewichteten Aktiva für das operationelle Risiko erhöhten sich zum 30. September 2014 um 12,2 Mrd €, vorrangig aus einer frühzeitigen Berücksichtigung der Auswirkungen von Modellverbesserungen in unserem fortgeschrittenen Messansatz (AMA-Modell), die wir im zweiten Quartal vorgenommen haben und die zu zusätzlichen RWA von 7,7 Mrd € führte.