Deutsche Bank

Geschäftsbericht 2015

Mindestkapital­anforderungen und zusätzliche Kapitalpuffer

Die für den Konzern geltende Mindestanforderung an das Harte Kernkapital hat sich von 4 % der risikogewichteten Aktiva (RWA) im Jahr 2014 auf 4,5 % der RWA vom Jahr 2015 an erhöht. Um die vollständige Mindestanforderung an das Gesamtkapital von 8 % zu erfüllen, kann von 2015 an auf bis zu 1,5 % Zusätzliches Kernkapital und bis zu 2 % Ergänzungskapital zurückgegriffen werden.

Die Nichteinhaltung der Mindestkapitalanforderungen kann Maßnahmen der Aufsichtsbehörden nach sich ziehen, wie beispielsweise die Beschränkung von Dividendenzahlungen oder von bestimmten Geschäftsaktivitäten wie Kreditvergaben. Wir haben in 2015 die aufsichtsrechtlichen Kapitaladäquanzvorschriften eingehalten. Für unsere Tochterunternehmen, die wegen ihrer Immaterialität nicht in unseren aufsichtsrechtlichen Konsolidierungskreis einbezogen wurden, bestanden 2015 keine eigenen aufsichtsrechtlichen Mindesteigenkapitalvorgaben.

Zusätzlich zu diesen Mindestkapitalanforderungen werden die folgenden Kapitalpuffer schrittweise von 2016 bis zur Vollumsetzung in 2019 eingeführt (abgesehen von dem systemischen Risikopuffer, sofern dieser verlangt sein sollte, welcher keiner schrittweisen Einführung unterliegt). Die Kapitalpufferanforderungen sind zusätzlich zu den Mindestkapitalanforderungen zu erfüllen, es besteht jedoch die Möglichkeit, diese in Stresszeiten abzubauen.

Im März 2015 wurde die Deutsche Bank von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) im Einvernehmen mit der Deutschen Bundesbank als global systemrelevantes Institut („Global Systemically Important Institution“, G-SII) eingestuft, was zu einer G-SII Kapitalpufferanforderung von 2 % Hartem Kernkapital der RWA in 2019 führt. Dies steht im Einklang mit der vom Financial Stability Board (FSB) getroffenen Beurteilung der Systemrelevanz auf der Grundlage der Indikatoren, welche im Jahr 2014 veröffentlicht wurden. Diese zusätzliche Kapitalpufferanforderung von 2 % für G-SIIs wird auf Basis einer Übergangsregelung ab 2016 mit jährlich 0,5 % eingeführt. Wir werden weiterhin unsere Kennzahlen auf unserer Webseite veröffentlichen.

Der Kapitalerhaltungspuffer gemäß 10c KWG, welcher die Umsetzung des Artikels 129 CRD 4 widerspiegelt, beläuft sich auf 2,5 % Hartes Kernkapital der RWA. Die zusätzliche Kapitalpufferanforderung von 2,5 % wird ab 2016 in Schritten von 0,625 % eingeführt.

Der antizyklische Kapitalpuffer wird angewendet, wenn exzessives Kreditwachstum zu einer Erhöhung des systemweiten Risikos in einer Volkswirtschaft führt. Er kann zwischen 0 und 2,5 % Hartes Kernkapital der RWA im Jahr 2019 variieren. In gegebenen Sonderfällen kann er 2,5 % auch überschreiten. Der institutsspezifische antizyklische Kapitalpuffer für die Deutsche Bank berechnet sich als gewichteter Durchschnitt der antizyklischen Kapitalpuffer jener Länder, in denen unsere relevanten kreditbezogenen Positionswerte getätigt wurden. Für die Deutsche Bank war in 2015 kein institutsspezifischer antizyklischer Kapitalpuffer anzuwenden. Erwartungsgemäß wird der antizyklische Kapitalpuffer in 2016 eine unwesentliche Größenordnung haben.

Zusätzlich zu den zuvor erwähnten Kapitalpuffern können nationale Regulatoren, wie die BaFin, einen systemischen Risikopuffer verlangen, um langanhaltende, nicht-zyklische systemische oder makro-prudenzielle Risiken zu vermeiden und zu entschärfen. Sie können bis zu 5 % Hartes Kernkapital der RWA als zusätzlichen Puffer verlangen. Es ist zu beachten, dass, abgesehen von gewissen Ausnahmen, nur die höhere Anforderung aus entweder dem systemischen Risikopuffer oder dem G-SII-Puffer umgesetzt werden muss. Zum Jahresende 2015 war der systemische Risikopuffer nicht relevant für die Deutsche Bank.

Die folgende Grafik gibt einen Überblick über die verschiedenen Mindestkapital- und Kapitalpufferanforderungen:

Übersicht Mindestkapitalanforderungen und Kapitalpuffer
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Übersicht Mindestkapitalanforderungen und Kapitalpuffer (Balkendiagramm)

Ferner kann die Europäische Zentralbank (EZB) gemäß dem aufsichtlichen Überprüfungs- und Bewertungsprozess (Supervisory Review and Evaluation Process, SREP) einzelnen Banken Eigenkapitalanforderungen auferlegen, die strenger als die gesetzlichen Anforderungen sind. Am 20. Februar 2015 hat uns die EZB mitgeteilt, dass wir verpflichtet sind, künftig eine Harte Kernkapitalquote von mindestens 10,00 % (basierend auf den Übergangsregelungen) aufrechtzuerhalten. Am 4. Dezember 2015 hat die EZB der Deutschen Bank mitgeteilt, dass der Konzern verpflichtet ist, eine Harte Kernkapitalquote von mindestens 10,25 % basierend auf den gemäß CRR/CRD 4 anzuwendenden Übergangsregelungen zu jeder Zeit aufrechtzuhalten. Diese Anforderung umfasst den Kapitalerhaltungspuffer, jedoch keinen der anderen Puffer (zum Beispiel den G-SII Puffer).

In Folge dessen beliefen sich im Dezember 2015 unsere SREP CET 1 Kapitalanforderungen auf 10,25 %. Bei Berücksichtigung des G-SII Kapitalpuffers gemäß Übergangsvorschriften und ohne Einbeziehung des antizyklischen Kapitalpuffers erhöhen sich unsere SREP CET 1 Kapitalanforderungen in 2016 auf 10,75 %.