Ausblick

Der folgende Abschnitt sollte in Verbindung mit dem Ausblick im Lagebericht des Finanzberichts für das Jahr 2014 gelesen werden, der unsere Erwartungen für 2015 und 2016 darlegt.

Die Weltwirtschaft

Für die Weltwirtschaft erwarten wir im Jahr 2015 wie im Vorjahr ein Wachstum von 3,4 % im Jahresdurchschnitt, welches damit unter dem Trend der Wachstumsrate vor der Finanzmarktkrise liegen dürfte. Die globale Inflationsrate dürfte sich durch die schwache Entwicklung der Rohstoffpreise und weiter unterausgelasteten Kapazitäten auf 3,3 % abschwächen.

Für die Industrieländer erwarten wir eine stärkere Wachstumsbeschleunigung auf 2,2 % und einen gedämpften Anstieg der Verbraucherpreise um 0,5 %. Dagegen rechnen wir mit einer Wachstumsabschwächung in den Schwellenländern auf 4,3 %. Die Inflation erwarten wir bei 5,5 %.

Das BIP der Eurozone dürfte sich, unterstützt von einer Lockerung der Kreditbedingungen, deutlich niedriger Ölpreise und einem schwächeren Euro im Jahr 2015 um 1,4 % erhöhen. Dämpfend wirken die anhaltenden geopolitischen Risiken sowie die Notwendigkeit des Abbaus der Verschuldung im privaten Sektor. Hysteresis-Effekte sowie das moderate Wachstum dürften nur für eine langsame Verbesserung auf dem Arbeitsmarkt sorgen. Wir erwarten, dass die Arbeitslosenquote im Durchschnitt auf 11,0 % im Jahr 2015 fällt. Die schwache Rohstoffpreisentwicklung und die unterausgelasteten Kapazitäten werden voraussichtlich dafür sorgen, dass die Verbraucherpreise im Jahr 2015 stagnieren. Die Konjunktur in der Eurozone wird durch die weiter expansiv ausgerichtete Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) kräftig unterstützt, die im März 2015 im Rahmen ihrer unkonventionellen Maßnahmen den Kauf von Vermögenswerten auf monatlich 60 Mrd € erhöhte und zusätzlich zu den Covered-Bonds und ABS-Papieren auch begann, von im Euroraum ansässigen Zentralregierungen, Emittenten mit Förderauftrag und europäischen Institutionen begebene Anleihen zu kaufen. Die politische Unsicherheit dürfte durch die anhaltend schwierigen Verhandlungen zwischen der EU, dem IWF und Griechenland, sowie den anstehenden Wahlen in Finnland, Portugal und Spanien, bei denen die eurokritischen Parteien Stimmengewinne erzielen könnten, im Verlauf des Jahres relativ hoch bleiben. Die deutsche Wirtschaft dürfte im Jahr 2015, hauptsächlich binnenwirtschaftlich getrieben, um 2,0 % wachsen und damit erneut stärker als die Eurozone insgesamt.

Für die USA erwarten wir im Jahr 2015 ein über dem Trend liegendes Wachstum von 3,1 %. Die USA sollten damit der Hauptwachstumstreiber unter den Industrieländern sein, zumal die wetterbedingte Wachstumsverlangsamung im ersten Quartal 2015 temporär sein dürfte. Die Verbraucherpreise werden voraussichtlich im Jahr 2015 in Folge schwacher Rohstoffpreise und eines nur moderaten Lohndrucks wahrscheinlich um 0,6 % steigen. Die fortgesetzte Belebung des Arbeitsmarktes und höhere wohnungsbaubezogenen Ausgaben sorgen wahrscheinlich für ein kräftigeres Wirtschaftswachstum. Die privaten Haushalte befinden sich in einer guten finanziellen Verfassung, was zusammen mit den niedrigeren Energiekosten für einen steigenden Konsum sorgen dürfte. Die Geldpolitik der Federal Reserve dürfte die US-Konjunktur weiter unterstützen. Wir rechnen mit einer ersten Erhöhung des Leitzinses im September 2015 und mit einem Leitzins von 0,6 % zum Jahresende 2015.

Die japanische Wirtschaft dürfte im Jahr 2015 um 0,9 % wachsen. Die Fiskalpolitik und die weiter extrem expansiv ausgerichtete Geldpolitik dürften weitere Wachstumsimpulse liefern. Die Inflation dürfte nach dem Auslaufen des Effekts der Mehrwertsteuererhöhung und schwacher Rohstoffpreise auf 0,7 % fallen.

Wir erwarten, dass sich das Wachstum in den Schwellenländern im Jahr 2015 über alle Hauptregionen hinweg abschwächen dürfte. Das Wachstum in Asien (ohne Japan) dürfte sich moderat auf 6,4 % verlangsamen und die Inflation bei 2,7 % liegen. Chinas Wirtschaft dürfte im Jahr 2015 zum Großteil durch die Abkühlung des Immobilienmarktes nur noch um 7 % wachsen und die Inflation bei 1,8 % liegen. Die Geld- und Fiskalpolitik dürften expansiver ausgerichtet werden. In Indien dürfte sich das Wachstum im Jahr 2015 auf 7,5 % beschleunigen und die Verbraucherpreise um 5,3 % steigen.

In den Schwellenländern Osteuropas, des Nahen Ostens und Afrikas dürfte sich das Wachstum auf 0,6 % im Jahr 2015 verlangsamen und die Verbraucherpreise um 8,4 % steigen. Wir erwarten, dass der schwache Ölpreis die Ölförderländer unter Druck setzt. Getroffen wird davon vor allem die russische Wirtschaft, die in die Rezession rutschen und um 5,2 % schrumpfen dürfte. Dämpfend werden sich zudem die verhängten Sanktionen in Folge der Ukraine-Krise auswirken. Die Inflation in Russland dürfte bei 16,2 % liegen.

In Lateinamerika dürfte sich das Wachstum im Jahr 2015 auf 0,7 % abkühlen, gedämpft durch Angebotsbeschränkungen und niedrige Rohstoffpreise. Die Verbraucherpreise dürften um 12,8 % steigen. Die brasilianische Wirtschaft dürfte im Jahr 2015 um 0,7 % schrumpfen, während die Verbraucherpreise vermutlich um 7,9 % steigen werden.

Risiken für unsere Prognosen können unter anderem durch den anstehenden Kurswechsel der US-Geldpolitik, der holprig verlaufen könnte und zu einem deutlich stärker als von uns unterstellten Zinsanstieg am Rentenmarkt führen könnte, entstehen. Dies hätte negative Folgen für die Finanzmärkte und könnte insbesondere in den Schwellenländern zu Problemen führen. Zudem könnte der negative Effekt der USD-Aufwertung größer als erwartet ausfallen. In Europa könnten eine aufflammende Diskussion über den weiteren Kurs der Geldpolitik, eine ausbleibende fiskalische Konsolidierung und eine Verzögerung bei der Implementierung von Strukturreformen sowie eine gestiegene Unterstützung für eurokritische Parteien erhebliches Störpotential für unsere Prognosen entfalten. Für unseren Ausblick auf die Entwicklung in den Schwellenländern bestehen insbesondere drei Risiken: Die Nachfrage aus den Industrieländern könnte schwächer als erwartet ausfallen, die Ukraine-Krise könnte sich verschärfen und der Versuch Chinas, die Wirtschaft abzukühlen, könnte zu einer harten Landung führen.

Die Bankenbranche

Wie im Finanzbericht 2014 dargelegt, ist im Verlauf dieses Jahres bei den europäischen Banken eine bessere Geschäftsentwicklung wahrscheinlich. Wir erwarten moderates Wachstum bei den Erträgen und den Kreditvolumina des Privatsektors sowie dessen Einlagen. Von einem weiteren Rückgang der Risikovorsorge ist unter der Voraussetzung, dass sich die gesamtwirtschaftliche Lage wie erwartet weiter stabilisiert und keine neuerlichen größeren Verwerfungen im Rahmen der Schuldenkrise auftreten, auszugehen.

In den USA werden sich auf der Ertragsseite voraussichtlich verschiedene Trends überlagern. Einerseits werden die Geschäftsvolumina wohl weiter wachsen, andererseits dürfte der Margendruck anhalten und damit den Zinsüberschuss belasten. Die erwartete Wende in der Geldpolitik könnte diesbezüglich mittelfristig für Entlastung sorgen. Gleichzeitig deutet sich ein Anstieg der Kreditrisikovorsorge an, von einem sehr niedrigem Niveau aus.

Im globalen Investmentbanking scheint im Jahr 2015 eine leichte Belebung möglich. Die Aktivitäten gerade im M&A-Bereich, aber auch im Aktien- und in Teilen des Anleihesegments, könnten zunehmen.

Die Vermögensverwaltung dürfte weltweit von einer Reihe von Faktoren profitieren: von zunehmender Divergenz in der Geldpolitik auf beiden Seiten des Atlantiks und damit erhöhter Volatilität an den Kapitalmärkten, höherem Wirtschaftswachstum sowohl in Europa als auch den USA, weiterhin sehr hohen Bewertungen auf vielen Wertpapiermärkten und wachsender Risikoneigung der Investoren.

Mit Blick auf Regulierungs- und Finanzaufsichtsthemen dürften im Euroraum unter anderem die weitere Etablierung der einheitlichen Bankenaufsicht sowie der Aufbau des gemeinsamen Abwicklungsmechanismus im Vordergrund stehen. Außerdem stehen die Ausformulierung des Projekts Kapitalmarktunion und Entscheidungen zur sogenannten Bankenstrukturreform und der Finanztransaktionssteuer an. Global wird den Diskussionen über die Einführung zusätzlicher Anforderungen mit Blick auf das gesamte verlustabsorptionsfähige Kapital (TLAC) und den nominalen Verschuldungsgrad (Leverage-Ratio) unserer Meinung nach große Bedeutung zukommen. Die Belastungen aus Rechtsstreitigkeiten könnten außerdem beträchtlich bleiben.

Der Deutsche Bank-Konzern

Seit der Veröffentlichung unserer strategischen und finanziellen Ziele für 2015 im Rahmen der Strategie 2015+ haben wir signifikante Fortschritte im Hinblick auf unsere Ziele der Strategie 2015+ gemacht. Insbesondere hat sich unsere Tier-1-Kernkapitalquote seit 2012 signifikant verbessert und wir sind der Auffassung, dass wir eine ausgewogenere Bank geworden sind, da jeder unserer Kerngeschäftsbereiche ein Ergebnis vor Steuern von mehr als 1 Mrd € im Jahr 2014 erzielt hat. Trotzdem haben es das regulatorische und das anhaltende niedrige Zinsumfeld zusammen mit hohen Kosten, die aus Rechtsstreitigkeiten und Untersuchungen, denen wir ausgesetzt sind, aus regulatorischen und aufsichtsrechtlichen Anfonderungen sowie unserer andauernden operationellen Komplexität und weiterhin hohen operativen Kostenbasis resultieren, es schwieriger gemacht, die Ziele der Strategie 2015+ zu erreichen, als wir ursprünglich angenommen hatten. Nach Abschluss einer umfassenden Strategieüberprüfung haben wir die nächste Phase unserer Strategie entwickelt, die den Zeitraum bis zum Jahr 2020 abdeckt, auf die wir von nun an als „Strategie 2020“ referieren. Wir haben die folgenden grundlegenden Entscheidungen getroffen:

  • Wir beabsichtigen, die Bilanz in Corporate Banking & Securities (CB&S) zu reduzieren und solche Geschäftsbereiche zu stärken, die uns zu einer fokussierten, nachhaltigen Investmentbank mit kundenorientiertem Geschäftsmodell werden lassen. Durch diese Maßnahmen planen wir, unsere CRR/CRD 4 Leverage Exposure in CB&S um brutto ungefähr 200 Mrd € bis zum Jahr 2018 zu reduzieren. Dies soll durch den Abbau von niedrig-verzinsten Vermögenswerten, einem reduzierten Produkt-Kunden-Umfang und einem Abbau von Derivaten erreicht werden der teilweise durch Wiederanlage und Wachstum von ungefähr 50-70 Mrd € kompensiert werden soll. Wir gehen davon aus, dass der Abbau unseres Leverage Exposures zu einem dauerhaften Ertragsrückgang von ungefähr 0,6 Mrd € führen und Kosten von ungefähr 0,8 Mrd € bis zum Jahr 2018 verursachen wird. Diese Effekte werden aber durch Marktwachstum und Erträge aus der Wiederanlage unserer Vermögenswerte überkompensiert.
  • Wir sind der Auffassung, dass unsere Möglichkeiten, den vollen Wert aus der Postbank-Akquisition zu realisieren, in Anbetracht des veränderten regulatorischen Umfeldes und unserer überarbeiteten Strategie, nicht mehr gegeben sind. Als Teil unserer Neuausrichtung beabsichtigen wir, die Postbank zu entkonsolidieren und im Jahr 2016 einen erneuten Börsengang zu starten. Dieser Schritt wird voraussichtlich zu einem Rückgang des CRR/CRD 4 Leverage Exposures um ungefähr 140 Mrd € führen. Um die Implementierung der vorgenannten Maßnahmen zu ermöglichen, beabsichtigen wir, im Jahr 2015 einen Squeeze-Out-Prozess für die Minderheits-Aktionäre der Postbank einzuleiten. Wir erwarten durch diesen Schritt zusätzliche Flexibilität bei der Ausführung des geplanten Re-IPO der Postbank.
  • Wir beabsichtigen, bis zum Jahr 2020 bis zu 1 Mrd € konzernweit zu investieren, um neue digitale Technologien auf unseren Plattformen einzusetzen mit dem Fokus auf Kundenerlebnis, neue Ertragspotentiale, Plattformverbesserungen und dem Gewinn neuer Kunden.
  • Wir planen, bis zum Jahr 2020 mehr als 1,5 Mrd € in Plattformen unserer Kernprodukte in GTB und Deutsche AWM zu investieren, um das Wachstum zu beschleunigen. Für GTB erwarten wir einen Anstieg des inkrementellen CRR/CRD 4 Leverage Exposures von mehr als 50 Mrd €, das uns bei der Bereitstellung von Dienstleistungen für Firmenkunden und Finanzinstitutionen unterstützen wird. Für Deutsche AWM planen wir, unser Kreditbilanzvolumen für unsere Kunden um 5 bis 10 % jährlich, und in den kommenden 2 Jahren die Zahl der Kundenbetreuer um 15 % in Kernmärkten zu erhöhen. Als Ergebnis dieser Initiativen erwarten wir ein Bilanzwachstum in den Bereichen GTB und Deutsche AWM von ungefähr 30–40 % bis 2020.
  • Wir beabsichtigen, unsere geografische Präsenz mit einem geplanten Marktaustritt aus 7 bis 10 Ländern und Investitionen in Wachstumszentren zu optimieren.
  • Wir planen, durch einen höheren regionalen sowie Produkt- und Kundenfokus, durch Modernisierung der IT-Infrastruktur, eine fundamentale Neugestaltung des operativen und Governance-Modells eine Steigerung der Effizienz, Verringerung der Komplexität, Aufbau stärkerer Kontrollen und einfacherer Abwicklungsfähigkeit zu erreichen. Mit den geplanten aggregierten Umsetzungskosten von ungefähr 3,7 Mrd € wollen wir weitere organische Kosteneinsparungen von brutto ungefähr 3,5 Mrd € bis 2020 erzielen.

Mit der Implementierung der Strategie 2020 streben wir an, mittelfristig die folgenden finanziellen Ambitionen zu erreichen:

  • CRR/CRD4 Verschuldungsquote auf Basis einer Vollumsetzung von größer oder gleich 5 %
  • Tier-1-Kernkapitalquote (CRR/CRD 4-Vollumsetzung) von ungefähr 11 %
  • Eigenkapitalrendite nach Steuern basierend auf dem durchschnittlichen materiellen Eigenkapital von mehr als 10 %
  • Organische Brutto-Kostenreduktionen von ungefähr 3,5 Mrd € und eine Aufwand-Ertrags-Relation von ungefähr 65 %
  • Ausschüttungsquote, hier gemeint als Summe der gezahlten Dividenden und den Preisen der Aktien, die wir am Markt zurückkaufen, von mindestens 50 %

Wir konzentrieren uns nun eher auf die erfolgreiche Umsetzung der Strategie 2020 und den damit zusammenhängenden finanziellen Zielen als auf die Konzernkennzahlen und finanziellen Ziele, die wir im Rahmen der Strategy 2015+ kommuniziert und im Mai 2014 aktualisiert haben.

Die Umsetzung unserer strategischen Ziele beziehungsweise die Realisierung ihres erwarteten Nutzens könnten durch einige externe und interne Faktoren, wie zum Beispiel Unsicherheiten im Marktumfeld, ökonomische und politische Unsicherheiten beeinträchtigt werden. Dazu zählen wirtschaftliche Faktoren wie das erneute Auftreten extremer Turbulenzen auf den für uns relevanten Märkten, die Verschlechterung globaler, regionaler und nationaler Wirtschaftsbedingungen, inklusive des anhaltenden niedrigen Zinsumfeldes, ein verstärkter Wettbewerb am Markt und politische Instabilität, besonders in Europa. Insbesondere erwarten wir für die Non-Core Operating Unit (NCOU) mittelfristig einen negativen Effekt auf unser Ergebnis vor Steuern, da wir Risikoaktiva langsamer abbauen und weiterhin Rechtstreitigkeiten beilegen. Darüber hinaus haben wir unsere Kosteneinsparungsziele auf Bruttobasis präsentiert. Unsere Nettokosten werden möglicherweise nicht um den vorgenannten Betrag oder überhaupt nicht sinken, auch wenn unsere Kosteneinsparungsziele auf Bruttobasis erreicht werden. Das Ausmaß unserer Zielerreichung könnte auch durch regulatorische Änderungen beeinflusst werden, die unser Geschäft anders als derzeit erwartet treffen. Insbesondere könnten Aufsichtsbehörden Änderungen an unserem Geschäftsmodell oder unserer Organisation verlangen, die die Profitabilität reduzieren könnten. Da diese behördlichen Initiativen momentan noch in Diskussion sind, können wir ihre künftigen Auswirkungen noch nicht abschätzen. Wir sind an zahlreichen Rechts- und Schlichtungsverfahren sowie aufsichtsrechtlichen Untersuchungen in Deutschland und zahlreichen Jurisdiktionen außerhalb Deutschlands, insbesondere in den USA, beteiligt, deren Ausgang unsicher ist. Wir haben zahlreiche signifikante Rechtsstreitigkeiten beigelegt und Fortschritte bei laufenden Verfahren erreicht. Uns ist bewusst, dass das Umfeld in Bezug auf Rechtsstreitigkeiten auch künftig herausfordernd sein wird. Sollten Rechtsstreitigkeiten und regulatorische Angelegenheiten in selbem Maße wie in den vergangenen Jahren anhalten, könnten wir unsere Ziele der Strategie 2020 nicht erreichen.

Falls wir bei der Implementierung unserer strategischen Ziele teilweise oder in Gänze scheitern oder sollten die Initiativen, die implementiert werden, nicht den erwarteten finanziellen Nutzen bringen oder sollten die Kosten, die wir zur Erreichung unserer Ziele benötigen, die erwarteten 3,7 Mrd € überschreiten, könnten wir möglicherweise unsere finanziellen Ziele nicht erreichen oder einen Verlust erleiden. Auch könnte unsere Kapitalbasis erodieren und unser Aktienkurs materiell und negativ beeinflusst werden.

Die Segmente

Corporate Banking & Securities (CB&S) konnte im ersten Quartal 2015 ebenso wie die anderen Investmentbanken höhere Erträge verzeichnen. Dies spiegelt eine Erhöhung der Volatilität, gestiegene Aktienbewertungen und stabile Transaktionsvolumina in Corporate Finance wider. Für die Zukunft rechnen wir damit, dass die Erträge in der Investmentbankingbranche aufgrund des günstigeren makroökonomischen Ausblicks und der erhöhten Volatilität moderat wachsen. Jedoch wird es weiterhin Herausforderungen geben einschließlich der anhaltend hohen regulatorischen Anforderungen und des fortgesetzten Drucks auf Ressourcen sowie der Auswirkungen potenzieller geopolitischer Ereignisse. Im Bereich Sales & Trading rechnen wir im Jahr 2015 mit einem leichten Anstieg der Erträge im weltweiten Fixed Income-Geschäft gegenüber 2014, der durch eine erhöhte Volatilität und Kundenaktivität infolge der zunehmenden Unterschiede in der Geldpolitik unterstützt wird. In Corporate Finance erwarten wir für das Jahr 2015 ein Provisionsaufkommen auf dem Niveau des Vorjahres. Dank einer gestiegenen Ertragsdynamik aus den Vorquartalen planen wir unser Geschäft weiter fortlaufend zu optimieren und gleichzeitig unsere Kostenziele, die angestrebten Kapital- und Verschuldungsquoten sowie den Kulturwandel umzusetzen. Aus geografischer Sicht werden wir sicherstellen, dass die Ressourcen den Marktchancen entsprechend eingesetzt werden, um die Profitabilität und die Ergebnisse zu maximieren.

Private & Business Clients (PBC) strebt an sich bietende Geschäftschancen durch eine Stärkung unserer Position als Marktführer in Deutschland wahrzunehmen. Darüber hinaus beabsichtigen wir, unser gut aufgestelltes Beratungsgeschäft in ausgewählten internationalen Märkten auszubauen. In Bezug auf unser Investmentgeschäft planen wir, den Wachstumskurs für alle unsere Geschäftsaktivitäten fortzusetzen. Unser Erfolg hängt dabei in besonderem Maße von den Veränderungen im makroökonomischen Umfeld in Europa und der Verbesserung des Kundenvertrauens in Deutschland ab. Ferner werden wir in digitale Plattformen investieren, um unser Multikanal-Angebot auszubauen und Kunden neue Erfahrungen zu bieten. Wir erwarten, dass das niedrige Zinsumfeld kurzfristig anhält und damit voraussichtlich weiter unsere Erträge aus dem Einlagengeschäft beeinflusst. Weitere Veränderungen des regulatorischen Umfeldes könnten zusätzlich unsere Möglichkeiten beeinflussen, Erträge zu realisieren.

Global Transaction Banking (GTB) wird im Jahr 2015 voraussichtlich weiter negativ von dem vergleichsweise niedrigen Zinsniveau mit sogar negativen Zinssätzen in Kernmärkten, dem äußerst wettbewerbsintensiven Umfeld sowie Herausforderungen aufgrund von geopolitischen Ereignissen beeinflusst. Wir rechnen zum Jahresende jedoch mit einer leichten Erholung des Zinsumfelds in einigen Märkten sowie einem anhaltenden Volumenzuwachs bei Handelsfinanzierungen und im Zahlungsverkehr, die diese Entwicklungen ausgleichen. Zusammen mit unserer anhaltenden Fokussierung auf den Auf- und Ausbau von Kundenbeziehungen sowie unserer umfassenden Palette an erstklassigen, innovativen Produkten und Dienstleistungen sind wir daher gut aufgestellt, um in dem schwierigen Umfeld zu bestehen und unser Geschäft weiter auszubauen.

Deutsche Asset & Wealth Management (Deutsche AWM) erwartet eine Fortsetzung seines Wachstumskurses. Grundlage hierfür sind ein anhaltendes Ertragswachstum durch einen höheren Marktanteil in wichtigen Kundensegmenten sowie die Bereitstellung innovativer Lösungen und einer starken Performance bei Anlageprodukten. Ferner tragen ein kontinuierlicher Fokus auf das Kostenmanagement und die erfolgreiche Umsetzung laufender Initiativen zur Optimierung unserer Betriebs- und Technologieplattform zu dem Erfolg bei. Im Wealth Management bauen wir unsere Geschäftsbeziehungen mit sehr vermögenden Privatkunden in Industrie- und Schwellenländern weiter aus. Im Asset Management kombinieren wir unsere traditionellen Stärken im aktiven Anlagemanagement mit einem steigenden Fokus auf passive und börsennotierte Fonds sowie Alternative Asset- und Multi-Asset-Lösungen, um die Bedürfnisse von Privat- und institutionellen Kunden gleichermaßen zu erfüllen. Zusätzlich planen wir in der Deutschen AWM, unsere Beziehungen zu anderen Bereichen der Deutschen Bank zu vertiefen, um den Produktvertrieb und den Kundenservice auszubauen. Wir erwarten eine fokussierte Umsetzung laufender Transformationsprojekte in Bezug auf unsere Betriebsplattform, einschließlich einer Verbesserung der Systeme für das Anlagemanagement, den Kundenservice und die Berichterstattung. Trotz der Unsicherheiten aufgrund bestimmter makroökonomischer Entwicklungen, darunter die europäische Staatsschuldenkrise, die Volatilität in den Schwellenländern und das sich verändernde aufsichtsrechtliche Umfeld, dürfte die Asset Management- und Wealth Management-Branche im Jahr 2015 von der anhaltenden Erholung der Weltwirtschaft profitieren. Dies sollte großen, lösungsorientierten Vermögensverwaltern, wie der Deutschen AWM, zugutekommen. Kurzfristig könnte sich ein Rückgang der Transaktionsaktivitäten im Wealth Management auf das Wachstum des verwalteten Vermögens und der Erträge auswirken.

Die Non-Core Operations Unit (NCOU) dürfte weiterhin einen Beitrag zur Erreichung der strategischen Ziele des Konzerns leisten, einschließlich des Deleveraging-Programms. Ziel ist die Reduzierung der Bilanzsumme und Freisetzung von Kapital sowie der Schutz des Aktionärsvermögens durch die Reduzierung von Risiken aus verbleibenden Vermögenswerten und Geschäftsaktivitäten. Der Schwerpunkt liegt daher auf der Reduzierung des Kapitalbedarfs, um die Kapitalquoten der Deutschen Bank zu verbessern, ohne dass es für die Aktionäre zu einem Verwässerungseffekt kommt. Künftig wird ebenfalls ein starker Fokus auf der Verkürzung der Bilanz in Übereinstimmung mit der CRR/CRD 4 liegen, um die Bank bei der Erreichung ihrer Ziele in Bezug auf den Verschuldungsgrad zu unterstützen. Weitere Schwerpunkte sind die Reduzierung wesentlicher latenter Risiken und bankfremder Vermögenswerte sowie die Anpassung der Kostenbasis des Unternehmensbereichs NCOU an den fortschreitenden Risikoabbau. Bei der erfolgreichen Umsetzung unserer Strategie zum Risikoabbau bestehen jedoch weiterhin Herausforderungen. Dazu zählen Veränderungen des wirtschaftlichen Umfelds und der makroökonomischen Bedingungen. Solche Veränderungen können zu Abweichungen im Zeitplan für den Risikoabbau führen und sich auf künftige Ergebnisse auswirken. Darüber hinaus fallen in der NCOU weiterhin Kosten aufgrund hochverzinslicher Verbindlichkeiten und für die Inanspruchnahme der Infrastruktur des Deutsche Bank-Konzerns an. Die Geschwindigkeit des Risikoabbaus hat sich verlangsamt, da das Portfoliovolumen gesunken ist. Neben den Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Strategie zum Risikoabbau in der NCOU rechnen wir mit einem weiterhin herausfordernden Umfeld für Rechtsstreitigkeiten und Durchsetzungen.