Risikomanagement – Überblick

Kreditrisikoüberblick

  • Globale Wachstumstreiber haben sich in den letzten Monaten verändert. Die Eurozone erholt sich angesichts des niedrigen Ölpreises und einer signifikanten, durch das Ankaufprogramm der EZB getriebenen Schwächung des Euro, was weiteres Exportwachstum erwarten läßt. Im Gegensatz dazu zeigen die Makrodaten, dass das Wachstum im ersten Quartal 2015 in den Vereinigten Staaten langsamer geworden ist, obwohl dies nur kurzfristig erwartet wird. Das Wachstum in Entwicklungsländern wird sich nun verlangsamen für das Gesamtjahr 2015 mit einer Mehrzahl an großen Volkswirtschaften mit kleinerem Jahreswachstum. Ein wesentliches Risiko ist die mögliche erneute Eskalation der Europäischen Staatsschuldenkrise, der Einfluß der US Amerikanischen Geldpolitik insbesondere in Entwicklungsländern und anhaltende geopolitische Risiken, vordergründig in Russland/Ukraine. Mögliche Einflüsse dieser Ereignisse auf unser Kreditportfolio werden eng beobachtet und wir erwarten keine größeren Kreditverluste aus diesen Ereignissen. Das Kreditengagement mit Russland nach dem Herkunftslandprinzip beträgt 4,5 Mrd € zum 31. März 2015 (im Vergleich zu 4,8 Mrd € zum 31. Dezember 2014), hauptsächlich mit Firmen in strategisch wichtigen Branchen. Das Kreditengagement für die Ukraine ist relativ klein mit 0,4 Mrd € zum 31. März 2015 (im Vergleich zu 0,4 Mrd € zum 31. Dezember 2014).
  • Unser Firmenkreditportfolio hat zum 31. März 2015 ein „Investment-Grade“ Rating von 72 %, welches sich verglichen mit 71 % zum 31. Dezember 2014 leicht verbessert hat. Das Firmenkreditengagement stieg um 63,3 Mrd € oder 11,6 % während der ersten drei Monate 2015 an, zum Großteil bedingt durch Wechselkurseffekte und Anstiege vor allem mit Geschäftspartnern mit „Investment-Grade Rating“.
  • Zum 31. März 2015 ist unser Konsumentenkreditengagement gegenüber dem Jahresende 2014 um 0,7 Mrd € (oder 0,4 %) gestiegen, hauptsächlich in Polen, Indien und Deutschland. Der Anstieg des Konsumentenkreditengagements ausserhalb Deutschlands ist durch Währungskursveränderungen gegenüber dem EUR sehr stark beeinflusst worden. Zum 31. März 2015 verzeichneten wir für 68 % des Gesamtengagements an Immobilienfinanzierungen einen Beleihungsauslauf kleiner oder gleich 50 %.
  • Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft belief sich im ersten Quartal 2015 auf 218 Mio € und war damit um 28 Mio € (12 %) geringer als im Vorjahreszeitraum. Diese Verringerung resultiert insbesondere aus NCOU aufgrund einer geringeren Risikovorsorge für nach IAS 39 umklassifizierte Vermögenswerte. Teilweise kompensiert wurde die Verringerung durch einen Anstieg in CB&S aufgrund höherer Risikovorsorge für unser Schiffsportfolio.
  • Die risikogewichteten Aktiva für das Kreditrisiko haben sich seit dem 31. Dezember 2014 um 16,4 Mrd € oder 7 % auf 261 Mrd € erhöht, was hauptsächlich durch Fremdwährungsbewegungen und Ausweitungen unserer Geschäftsaktivitäten im CB&S zu begründen ist. Der Anstieg wurde teilweise durch Verbesserungen unserer Portfolioqualität kompensiert.
  • Der Ökonomische Kapitalbedarf für das Kreditrisiko erhöhte sich zum 31. März 2015 auf 14,1 Mrd € gegenüber 12,9 Mrd € zum Jahresende 2014. Der Anstieg resultierte hauptsächlich durch höhere Positionswerte in den Unternehmensbereichen CB&S und einem höheren Ökonomischen Kapitalbedarf für das Transferrisiko.

Marktrisikoüberblick

  • Der durchschnittliche Value-at-Risk unserer Handelsbereiche betrug 49,6 Mio € innerhalb der ersten drei Monate des Jahres 2015 im Vergleich zu 51,6 Mio € im Jahr 2014. Der Rückgang ist durch eine Verbesserung des Diversifikationseffektes und durch die Reduzierung des Zinsrisikos zu erklären.
  • Die RWA für das handelsbezogene Risiko stiegen seit dem 31. Dezember 2014 um 8,4 Mrd € oder um 13 % auf 72,6 Mrd €. Der Anstieg ergibt sich größtenteils aufgrund des gestiegenen Inkrementellen Risikoaufschlags und eines Anstiegs des Marktrisiko-Standardansatzes für verbriefte Positionen aufgrund der beendeten Übergangsfrist nach Artikel 337 (4) CRR und Währungsschwankungen.
  • Der verwendete nicht-handelsbezogene ökonomische Kapitalbedarf für das Marktrisiko aus Nichthandelsaktivitäten stieg zum 31. März 2015 um 2,2 Mrd € oder 22 % auf 12,1 Mrd €. Der Anstieg ist hauptsächlich auf eine veränderte Methode für das Aktienkompensationsrisiko, ein höheres strukturelles Währungsrisiko in Folge des erstarkten US Dollars und auf ein höheres Investitionsrisiko zurückzuführen.
  • Der verwendete handelsbezogene ökonomische Kapitalbedarf für das Marktrisiko aus Nichthandelsaktivitäten belief sich zum 31. März 2015 auf 5,2 Mrd €, verglichen mit 5,0 Mrd € am Jahresende 2014. Der Anstieg lässt sich hauptsächlich durch die handelsbezogene Ausfallsrisikokomponente aus dem Handelsbuch und dem zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Bankbuch.

Operationelle Risiken – Überblick

  • Unser Ökonomischer Kapitalbedarf für operationelle Risiken stieg zum 31. März 2015 auf 8,5 Mrd € im Vergleich zu 7,6 Mrd € zum Jahresende 2014. Der Anstieg resultiert hauptsächlich aus der Erhöhung des operationellen Verlustrisikoprofils der kompletten Branche. Dies drückt sich in den externen Verlustdaten aus, welche zur Erhöhung des Ökonomischen Kapitalbedarfs führten und weitgehend der Häufung von Rechtsstreitigkeiten, Untersuchungen und regulatorischen Durchsetzungsmaßnahmen geschuldet ist.
  • Der Ökonomische Kapitalbedarf enthält formal weiterhin die in unserem AMA-Modell (Advanced Measurement Approach) eingebettete Sicherheitsmarge, die im Jahr 2011 zur Deckung unvorhergesehener Haftungsrisiken implementiert wurde. Risikosensitive Modellverbesserungen zur Ablösung der Sicherheitsmarge wurden im zweiten Quartal 2014 bei der BaFin eingereicht. Diese Verbesserungen werden zukünftig zu einem höheren Bedarf an Ökonomischem Kapital für operationelle Risiken im Vergleich zur Sicherheitsmarge führen. Das Management hat entschieden, diese Erhöhung ab dem zweiten Quartal 2014 zu berücksichtigen.
  • Die risikogewichteten Aktiva für das operationelle Risiko erhöhten sich zum 31. März 2015 auf 75,5 Mrd € im Vergleich zu 67,1 Mrd € zum Jahresende 2014. Der Anstieg von 8,4 Mrd € ist durch die Erhöhung des operationellen Verlustprofils der kompletten Branche begründet.

Liquiditätsrisikoüberblick

  • Die Liquiditätsreserven zum 31. März 2015 beliefen sich auf 203 Mrd € (zum Vergleich 184 Mrd € zum 31. Dezember 2014). Wir erhielten eine positive Netto-Liquiditätsposition unter Stress zum 31. März 2015 (in einem kombinierten Szenario).
  • Die Emissionsaktivitäten am Kapitalmarkt in den ersten drei Monaten 2015 betrugen € 16,9 Mrd, basierend auf einem geplanten Gesamtvolumen für das Jahr 2015 in Höhe von € 30-35 Mrd.
  • Unsere Refinanzierung stammte zu 75 % aus Refinanzierungsquellen, die wir als die Stabilsten einstufen. Dazu gehören Kapitalmarktemissionen und Eigenkapital sowie Einlagen von Privatkunden und Transaktionsbankkunden.

Kapitalmanagementüberblick

  • Die Harte Kernkapitalquote berechnet gemäß CRR/CRD 4 („Phase-in“-Rate von 40 %) betrug 13,8 % zum 31. März 2015, verglichen mit 15,2 % zum Jahresende 2014 („Phase-in“-Rate von 20 %).
  • Das Harte Kernkapital gemäß CRR/CRD 4 sank um 0,4 Mrd € auf 59,7 Mrd € verglichen mit 60,1 Mrd € Hartes Kernkapital zum 31. Dezember 2014. Die Verminderung ist auf aufsichtsrechtliche Anpassungen in Höhe von 4,1 Mrd € zurückzuführen, im Wesentlichen aufgrund von Abzügen des Harten Kernkapitals wie immaterielle Vermögensgegenstände, die in 2015 mit 40 % angesetzt werden im Vergleich zu 20 % in 2014. Die Reduktion in den ersten drei Monaten 2015 wurde teilweise kompensiert durch Anpassungen aus der Währungsumrechnung in unserem bilanziellen Eigenkapital in Höhe von 3,7 Mrd €.
  • Das Zusätzliche Kernkapital gemäß CRR/CRD 4 sank um 0,5 Mrd € auf 3,3 Mrd € verglichen mit 3,8 Mrd € Zusätzlichem Kernkapital zum Jahresende 2014.
  • Die RWA sind im Jahresvergleich um 35 Mrd € von 397 Mrd € per 31. Dezember 2014 auf 432 Mrd € per 31. März 2015 gemäß CRR/CRD 4 gestiegen. Der Anstieg ist hauptsächlich durch Effekte aus Bewegungen der Fremdwährungskurse verursacht worden und reflektiert darüber hinaus die Ausweitung der Geschäftsaktivitäten im Bereich Kredit- und Marktrisiko sowie höhere risikogewichtete Aktiva aus operationellen Risiken durch Einbeziehung externer Verluste.
  • Die Interne Kapitaladäquanzquote reduzierte sich auf 166 % zum 31. März 2015, verglichen mit 177 % zum 31. Dezember 2014. Der Rückgang resultierte hauptsächlich aus dem höheren Ökonomischen Kapitalbedarf.
  • Die Harte Kernkapitalquote gemäß CRR/CRD 4 in der Vollumsetzung sank in den ersten drei Monaten von 11,7 % zum 31. Dezember 2014 auf 11,1 % zum 31. März 2015.

Bilanzmanagementüberblick

Zum 31. März 2015 betrug unsere CRR/CRD 4-Verschuldungsquote auf Basis einer Vollumsetzung 3,4 % verglichen mit 3,5 % am 31. Dezember 2014, unter Berücksichtigung des Kernkapitals auf Basis einer Vollumsetzung in Höhe von 52,5 Mrd € im Verhältnis zum anzuwendenden Risikomaß in Höhe von 1.549 Mrd € (50,7 Mrd € sowie 1.445 Mrd € per 31. Dezember 2014).