Überblick zur Finanz- und Ertragslage

Wirtschaftliches Umfeld

Das Wachstum der Weltwirtschaft dürfte sich im ersten Quartal 2015 leicht auf 3,2 % gegenüber dem Vorjahresquartal verlangsamt haben. Während sich das Wachstum in den Industrieländern von 1,6 % im vierten Quartal 2014 auf 2,0 % im ersten Quartal 2015 beschleunigt haben dürfte, verlangsamte sich das Wachstum in den Schwellenländern im ersten Quartal 2015 wohl von 4,9 % im Vorjahr auf 4,2 %.

Die Wirtschaft in der Eurozone dürfte im ersten Quartal 2015 annualisiert um 2,0 % gegenüber dem Vorquartal zugelegt haben, nachdem sie im vierten Quartal 2014 um 1,3 % expandierte. Günstig wirkten sich niedrige Ölpreise und der schwächere Euro aus. Die deutsche Wirtschaft dürfte, teilweise getrieben durch das milde Winterwetter, im ersten Quartal 2015 um 3,1 % gewachsen sein. Im Vorquartal lag das Wachstum bei 2,8 %.

Nach einem annualisierten Wachstum von 2,2 % gegenüber dem Vorquartal dürfte sich die Dynamik in den USA im ersten Quartal 2015 wetterbedingt auf 1,7 % abgeschwächt haben. Das Wachstum der japanischen Wirtschaft dürfte sich im ersten Quartal 2015 um 2,9 % wieder etwas beschleunigen, nachdem es im vierten Quartal 2014 bei 1,5 % lag.

In China schwächte sich das Wirtschaftswachstum annualisiert wahrscheinlich von 7,2 % im vierten Quartal 2014 auf 6,8 % im ersten Quartal 2015 ab. Zurückzuführen ist dies zum Großteil auf eine Korrektur im Immobiliensektor. Die russische Wirtschaft dürfte nach einem Rückgang um 0,4 % im Schlussquartal 2014 im ersten Quartal 2015 um 6,6 % geschrumpft sein.

Der Jahresauftakt 2015 verlief für die globale Bankenbranche recht erfolgreich, trotz zahlreicher geopolitischer Krisen. Im Euroraum entwickelte sich die Kreditvergabe an Unternehmen im ersten Quartal 2015 leicht positiv, so dass sich der Vorjahresvergleich weiter einer Stabilisierung näherte. Das Kreditvolumen mit Haushalten setzte seinen im Spätsommer 2014 begonnenen Aufwärtstrend im abgelaufenen Quartal fort. Das Einlagengeschäft mit dem Privatsektor blieb trotz der sehr niedrigen Zinsen robust, für Unternehmen liegen die Zuwachsraten mit über 7 % gegenüber dem Vorjahr mittlerweile sogar auf dem höchsten Niveau seit Anfang 2008. Seit Beginn der Finanzkrise im Sommer 2007 sind die Einlagen des Privatsektors im Eurogebiet somit um fast 40 % angestiegen. Die Erhöhung der Bilanzsumme der Banken gewann im ersten Quartal 2015 zusätzlich an Fahrt.

In Deutschland zeigt sich bei den Krediten an Privathaushalte ein gemischtes Bild; während das Immobilienkreditgeschäft weiter solide wächst, setzt sich die Schrumpfung des Konsumentenkreditvolumens ebenso fort. Die zunehmende Konsumlust der Verbraucher lässt sich offensichtlich hinreichend aus steigenden Einkommen bestreiten; eine stärkere Kreditfinanzierung scheint gegenwärtig jedenfalls nicht nötig zu sein. Die Kredite an Unternehmen sind zum Jahresbeginn überraschend kräftig gestiegen, was auf Nachholeffekte nach einem enttäuschenden zweiten Halbjahr 2014 und eine mittlerweile wachsende Investitionsneigung hindeutet.

In den USA beschleunigte sich die rapide Expansion (mit zweistelligen Wachstumsraten) bei Firmenkrediten im ersten Quartal 2015 noch. Gleichzeitig belebte sich auch das Geschäft mit Privatkunden etwas, vor allem dank eines plötzlichen Anziehens der Hypothekarkreditvergabe. Auf der anderen Seite schnitten sogenannte Home-Equity-Kredite schwach ab, während Verbraucherkredite die saisonübliche Stagnation verzeichneten. Auf der Einlagenseite wurde der Rückschlag im vierten Quartal 2014 durch einen sehr starken Jahresauftakt, eine annualisierte Wachstumsrate von über 8 %, vollständig ausgeglichen.

Im weltweiten Investmentbanking hielt die zuletzt überwiegend freundliche Stimmung an. Im Fremdkapitalgeschäft stiegen die Erträge der Banken vor allem dank einer guten Entwicklung im Hochzinsbereich an, obwohl das Emissionsvolumen insgesamt gegenüber dem Vorjahreszeitraum sank. Überwiegend positiv schnitten dabei die USA und Europa ab, demgegenüber stand eine verringerte Aktivität in den Schwellenländern. Bei Aktienemissionen wurde mit Blick auf die Volumina das beste erste Quartal seit Beginn der Datenerhebung 1980 erzielt, nicht zuletzt dank eines Rekords bei Folgeplatzierungen, während Börsengänge etwas geringer waren als im Jahr 2014. Alle drei großen Weltregionen (Nordamerika, Europa und Asien) verbuchten insgesamt zweistellige Zuwächse. Die Erträge aus Eigenkapitalemissionen blieben jedoch verglichen mit dem Vorjahr konstant. M&A-Transaktionen legten weiter zu, auf den besten Wert eines ersten Quartals seit dem Jahr 2007, wobei Asien und die USA besonders gute Ergebnisse erreichten. Die Einnahmen der Banken aus der Beratung zu Fusionen und Übernahmen lagen leicht im Plus. Der Handel sowohl mit Aktien als auch mit festverzinslichen Wertpapieren war ebenfalls etwas intensiver als im Vorjahreszeitraum.

Die Vermögensverwaltung profitierte von einem ausgesprochen freundlichen Umfeld, vor allem an den europäischen Kapitalmärkten, mit kräftigen Kursgewinnen am Aktien- wie auch am Anleihemarkt. Ein wesentlicher Grund hierfür waren die direkten Markteingriffe der EZB, welche mit massiven Käufen von staatlichen Schuldverschreibungen begann. In den USA erreichte der Dow Jones-Aktienindex im März ein neues Allzeithoch; insgesamt war hier das erste Quartal 2015 allerdings von einer Seitwärtsbewegung nahe dem Rekordniveau gekennzeichnet. Die Renditen für US-Staatsanleihen gingen trotz zunehmender Signale einer bevorstehenden Zinswende der Notenbank weiter zurück. Die erhöhte Volatilität vor allem am Devisenmarkt mit der fortgesetzten Abwertung des Euro dürfte den Erträgen der Banken zudem nicht geschadet haben.

Unter dem Strich könnte die Profitabilität sowohl der US-amerikanischen als auch der europäischen Banken dank operativer Fortschritte, einer verbesserten gesamtwirtschaftlichen Lage und geringerer Belastungen aus Rechtsstreitigkeiten im ersten Quartal 2015 gestiegen sein.

Hinsichtlich neuer regulatorischer und aufsichtsrechtlicher Entwicklungen wurde zum Start des Jahres 2015 unter anderem die Basel 3-Liquiditätskennzahl (LCR) eingeführt. Gleichzeitig begann im Rahmen der Bankenunion die Umsetzungsphase des Regelwerks für die Restrukturierung und Abwicklung gescheiterter Finanzinstitute einschließlich der Festlegung der genauen Berechnungsmethode für die Beiträge zum gemeinsamen Abwicklungsfonds. Schließlich wurden die Überlegungen zur Schaffung einer Kapitalmarktunion mit der Vorlage eines Grünbuchs durch die Europäische Kommission konkreter. Die Diskussionen über die sogenannte Bankenstrukturreform hielten an.