Liquidität, Eigenkapital und Aufsichts­rechtliches Eigenkapital

Liquidität

Die Liquiditätsreserven beliefen sich zum 31. März 2015 auf 203 Mrd € (im Vergleich zu 184 Mrd € zum 31. Dezember 2014), woraus im Stressszenario zum 31. März 2015 ein positives Ergebnis resultierte (in einem kombinierten Szenario).

Eigenkapital

Das Eigenkapital hat sich zwischen dem 31. Dezember 2014 und dem 31. März 2015 insgesamt um 4,7 Mrd € erhöht. Dieser Anstieg resultierte in erster Linie aus positiven Effekten aus Wechselkursänderungen in Höhe von 3,7 Mrd € (vor allem US-Dollar). Zum Anstieg des Eigenkapitals trugen des Weiteren das den Deutsche Bank-Aktionären zurechenbare Konzernergebnis von 544 Mio € sowie unrealisierte Gewinne (per Saldo) aus zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten in Höhe von 412 Mio € bei, die hauptsächlich aus gestiegenen Marktpreisen von festverzinslichen Wertpapieren europäischer Emittenten resultierten.

Aufsichtsrechtliches Eigenkapital

Die Berechnung von aufsichtsrechtlichem Eigenkapital und Kapitalquoten, die in diesem Bericht dargestellt sind, berücksichtigt die Entscheidung (EU) (2015/4) der Europäischen Zentralbank (EZB) vom 4. Februar 2015 über die Anrechnung von Jahresend- oder Zwischengewinnen im Harten Kernkapital.

Seit dem 1. Januar 2014 erfolgt die Berechnung unseres aufsichtsrechtlichen Eigenkapitals, unserer risikogewichteten Aktiva und unserer Kapitalquoten auf Basis der Eigenkapitalanforderungen gemäß der Capital Requirements Regulation (CRR) und der Capital Requirements Directive 4 (CRD 4), die am 27. Juni 2013 veröffentlicht wurde, einschließlich der darin enthaltenen Übergangsregelungen. Für die Darstellung der Ergebnisse unter Berücksichtigung der Übergangsregeln verwenden wir die Bezeichnung „CRR/CRD 4“. Bei Darstellung der Ergebnisse auf Basis einer vollständigen Anwendung des finalen Rahmenwerks verwenden wir den Begriff „CRR/CRD 4-Vollumsetzung“.

Das Kernkapital gemäß CRR/CRD 4 betrug 63,0 Mrd € zum Ende des ersten Quartals 2015 und war damit 0,9 Mrd € niedriger als am Jahresende 2014. Die CRR/CRD 4-Kernkapitalquote belief sich zum 31. März 2015 auf 14,6 % und lag damit unter den 16,1 % zum Jahresende 2014. Das CRR/CRD 4 Harte Kernkapital (CET 1) verringerte sich in den ersten drei Monaten des Jahres 2015 um 0,4 Mrd € auf 59,7 Mrd €. Die CRR/CRD 4 Harte Kernkapitalquote betrug zum Ende des Berichtsquartals 13,8 %, verglichen mit 15,2 % zum Jahresende 2014. Das Zusätzliche Kernkapital (AT1) gemäß CRR/CRD 4 verringerte sich um 0,5 Mrd € auf 3,3 Mrd €.

Der Anstieg in unseren Instrumenten und Rücklagen des Harten Kernkapitals in den ersten drei Monaten 2015 beruhte im Wesentlichen auf positiven Effekten aus Anpassungen aus der Währungsumrechnung in der Kumulierten sonstigen erfolgsneutralen Eigenkapitalveränderung in Höhe von 3,7 Mrd € und wurde mehr als ausgeglichen durch höhere aufsichtsrechtliche Anpassungen des Harten Kernkapitals in Höhe von 4,1 Mrd €, verglichen mit dem Jahresende 2014. Diese Anpassungen betreffen überwiegend Kapitalabzüge vom Harten Kernkapital, im Wesentlichen immaterielle Vermögenswerte und latente Steueransprüche, die in 2015 mit einem ‚Phase-in‘-Satz von 40 % (20 % in 2014) zu berücksichtigen sind. Das den Deutsche Bank-Aktionären zurechenbare Ergebnis nach Steuern aus dem ersten Quartal 2015 in Höhe von 544 Mio € wurde durch die Dividendenabgrenzung vollständig kompensiert, da gemäß der oben erwähnten EZB-Entscheidung eine Ausschüttungsquote in Höhe von 100 % zur Anwendung kommt.

Der Rückgang in unseren Instrumenten des Zusätzlichen Kernkapitals in Höhe von 2,6 Mrd € in den ersten drei Monaten 2015 im Vergleich zum 31. Dezember 2014 war im Wesentlichen auf unsere Kündigungen von ehemals emittierten hybriden Kernkapital-Instrumenten zurückzuführen. Ein ausgleichender Effekt ergab sich aus bestimmten Abzügen (hauptsächlich immaterielle Vermögenswerte), die schrittweise abnehmend vom Zusätzlichen Kernkapital abgesetzt werden. Diese Abzüge stellen den Restbetrag von bestimmten Kapitalabzügen des Harten Kernkapitals (das heißt 60 % in 2015 verglichen mit 80 % in 2014) dar, die bei Anwendung der CRR/CRD 4 in der Vollumsetzung vom Harten Kernkapital abgezogen werden, während der Übergangszeit jedoch vom Zusätzlichen Kernkapital abgezogen werden dürfen. Dieser Effekt führte in den ersten drei Monaten 2015 zu niedrigeren aufsichtsrechtlichen Anpassungen des Zusätzlichen Kernkapitals in Höhe von 2,1 Mrd €.

Unser CRR/CRD 4-Kernkapital in der Vollumsetzung betrug 52,5 Mrd € zum 31. März 2015 und war damit 1,8 Mrd € höher als zum Jahresende 2014. Die CRR/CRD Kernkapitalquote (Vollumsetzung) belief sich zum 31. März 2015 auf 12,2 % und lag damit unter den 12,9 % zum 31. Dezember 2014. Unser CRR/CRD 4 Hartes Kernkapital in der Vollumsetzung erhöhte sich in den ersten drei Monaten 2015 um 1,8 Mrd € auf 47,8 Mrd €. Die Harte Kernkapitalquote gemäß CRR/CRD 4-Vollumsetzung belief sich zum 31. März 2015 auf 11,1 % und lag damit unter den 11,7 % zum 31. Dezember 2014.

Der Anstieg des Harten Kernkapitals basierte im Wesentlichen auf positiven Effekten aus Anpassungen aus der Währungsumrechnung in der Kumulierten sonstigen erfolgsneutralen Eigenkapitalveränderung in Höhe von 3,7 Mrd € und wurde teilweise kompensiert durch, im Vergleich zum Jahresende 2014 höhere aufsichtsrechtliche Anpassungen des Harten Kernkapitals in Höhe von 2,1 Mrd €; auch dieser Anstieg im Wesentlichen zurückgehend auf Währungsumrechnungseffekte. Der positive Effekt auf das Harte Kernkapital wurde in seiner Auswirkung auf die Quote allerdings mehr als ausgeglichen durch den Anstieg der RWA gemäß CRR/CRD 4-Vollumsetzung.

Die RWA gemäß CRR/CRD 4 betrugen 432 Mrd € zum 31. März 2015 im Vergleich zu 397 Mrd € zum Jahresende 2014. Der Anstieg um 35 Mrd € beruht größtenteils auf Fremdwährungsschwankungen in Höhe von 18 Mrd € und der Berücksichtigung von branchenweiten Verlusten in unseren Berechnungsmodellen für das operationelle Risiko in Höhe von 8 Mrd €. Zusätzlich trägt die Ausweitung von Geschäftsaktivitäten zum Anstieg der RWA vor allem beim Kredit- und Marktrisiko bei.

Die RWA gemäß CRR/CRD 4-Vollumsetzung betrugen 431 Mrd € zum 31. März 2015 und sind damit um 0,7 Milliarden geringer als die RWA unter Anwendung der Übergangsbestimmungen. Der Unterschied kommt durch niedrigere RWA aus von der künftigen Rentabilität abhängigen latenten Steueransprüchen, die aus temporären Differenzen resultieren, und direkten, indirekten und synthetischen Positionen in Instrumenten des Tier-1-Kernkapitals von Unternehmen der Finanzbranche, an denen das Institut eine wesentliche Beteiligung hält, welche in die Schwellenwert-Ausnahmeregelung gemäß Artikel 48 CRR einbezogen werden, zustande.