Ausblick

Der folgende Abschnitt sollte in Verbindung mit dem Ausblick im Lagebericht des Finanzberichts für das Jahr 2014 und des Zwischenberichts des ersten Quartals 2015 gelesen werden.

Die Weltwirtschaft

Nach der relativ schwachen Entwicklung in den vergangenen drei Jahren dürfte das Wachstum der Weltwirtschaft im Jahresdurchschnitt 2015 mit etwas über 3 % anhaltend moderat bleiben. Zurück geht dies teilweise auf negative Einmaleffekte am Jahresanfang. Für das Jahr 2016 rechnen wir mit einer Wachstumsbeschleunigung auf fast 4 % und mittelfristig dürfte das globale Wachstum bei soliden 3,5 % bis 4 % liegen. Die Wirtschaft in der Eurozone dürfte ihren Erholungspfad in den kommenden Jahren fortsetzen. Die extrem expansiv ausgerichtete Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) dürfte die Konjunktur weiter stützen und wir rechnen mit einer ersten Leitzinsanhebung erst im Jahr 2017. Die US-Wirtschaft dürfte dank des erstarkten Arbeits- und Häusermarktes sowie einer nur graduellen Normalisierung der Geldpolitik durch die Federal Reserve in den kommenden Jahren ebenfalls solide expandieren. Die japanische Wirtschaft sollte einem stabilen Wachstumspfad folgen, wobei die japanische Zentralbank erst im Jahr 2019 den Leitzins erhöhen dürfte. Das Wachstum in den Schwellenländern dürfte von einer stärkeren Nachfrage der Industrieländer profitieren. Die Wachstumsabschwächung in China auf mittelfristig etwa 6,5 % dürfte zwar die Weltwirtschaft dämpfen, dies sollte jedoch teilweise durch das stärkere Wachstum Indiens ausgeglichen werden.

Im Jahr 2015 dürfte sich das Wachstum der Weltwirtschaft leicht auf 3,2 % verlangsamen und damit unter der Trendwachstumsrate bleiben. Die globale Inflationsrate dürfte sich durch die vor allem zu Jahresbeginn schwache Entwicklung der Rohstoffpreise und weiter unterausgelastete Kapazitäten auf 3,3 % abschwächen.

Für die Industrieländer rechnen wir mit einer leichten Wachstumsbeschleunigung auf 1,9 % und einem gedämpften Anstieg der Verbraucherpreise um 0,5 %. Dagegen erwarten wir eine Wachstumsabschwächung in den Schwellenländern auf 4,2 %. Die Inflationsrate dürfte bei 5,5 % liegen.

Das BIP der Eurozone dürfte sich, unterstützt von der extrem expansiv ausgerichteten Geldpolitik der EZB und niedriger Ölpreise, im Jahr 2015 um 1,4 % erhöhen. Dämpfend wirken die anhaltenden geopolitischen Risiken sowie die Notwendigkeit des Abbaus der Verschuldung im privaten und öffentlichen Sektor. Die insgesamt moderate Konjunkturerholung dürfte nur für eine langsame Verbesserung auf dem Arbeitsmarkt sorgen. Wir erwarten, dass die Arbeitslosenquote auf knapp unter 11 % im Jahresdurchschnitt 2015 fällt. Die schwache Entwicklung der Rohstoffpreise und die unterausgelasteten Kapazitäten dürften den Anstieg der Verbraucherpreise im Jahr 2015 auf 0,3 % begrenzen. Die Konjunktur der Eurozone wird durch die anhaltend expansiv ausgerichtete Geldpolitik der EZB kräftig unterstützt, die im März 2015 im Rahmen ihrer unkonventionellen Maßnahmen mit dem erweiterten Kauf von Vermögenswerten von monatlich 60 Mrd € begonnen hat. Die politische Unsicherheit dürfte durch die anhaltend schwierige Lage in Griechenland sowie die anstehenden Wahlen in Portugal und Spanien, wo eurokritische Parteien Stimmengewinne erzielen könnten, im Verlauf des Jahres relativ hoch bleiben. Die deutsche Wirtschaft dürfte im Jahr 2015, vornehmlich binnenwirtschaftlich getrieben, um 1,6 % und damit erneut stärker als die Eurozone insgesamt wachsen.

Für die USA erwarten wir im Jahr 2015 ein Wachstum von 2,3 %. Nach dem hauptsächlich durch Sonderfaktoren wie den Wettereffekt und den Hafenstreik bedingten BIP-Rückgang im ersten Quartal 2015 dürfte die US-Wirtschaft im weiteren Jahresverlauf relativ kräftig expandieren. Die fortgesetzte Belebung des Arbeitsmarktes und des Wohnungsbaus sorgen wahrscheinlich für ein kräftigeres Wirtschaftswachstum. Gesunkene Energiekosten dürften dem privaten Konsum einen Schub geben. Die Verbraucherpreise steigen im Jahr 2015 infolge schwacher Rohstoffpreise und eines nur moderaten Lohndrucks wahrscheinlich um 0,4 %. Die Geldpolitik der Federal Reserve dürfte die US-Konjunktur weiter unterstützen. Wir rechnen mit einer ersten Erhöhung des Leitzinses im September 2015 und mit einem Leitzins von 0,6 % zum Jahresende 2015.

Die japanische Wirtschaft dürfte im Jahr 2015 um 1,1 % wachsen. Die Fiskalpolitik und die weiter extrem expansiv ausgerichtete Geldpolitik dürften Wachstumsimpulse liefern. Zudem dürfte die zunehmende Verknappung auf dem Arbeitsmarkt für Lohndruck sorgen und den privaten Konsum unterstützen. Die Inflation dürfte nach dem Auslaufen des Effekts der Mehrwertsteuererhöhung und schwacher Rohstoffpreise im Jahr 2015 auf 0,9 % fallen.

Wir erwarten, dass sich das Wachstum in den Schwellenländern im Jahr 2015 abschwächen dürfte. Das Wachstum in Asien (ohne Japan) dürfte sich leicht auf 6,3 % abschwächen und die Inflation bei 2,6 % liegen. Chinas Wirtschaft dürfte im Jahr 2015 zum Großteil durch die Abkühlung am Immobilienmarkt und schwache ausländische Nachfrage nur noch um 7,0 % zulegen und eine Inflationsrate von 1,6 % erreichen. Die Geld- und Fiskalpolitik dürfte noch expansiver ausgerichtet werden, um die Wirtschaft zu stützen. In Indien dürfte sich das Wachstum im Jahr 2015 auf 7,5 % beschleunigen und die Verbraucherpreise um 5,3 % steigen.

In den Schwellenländern Osteuropas, des Nahen Ostens und Afrikas dürfte sich das Wachstum auf 1,2 % im Jahr 2015 verlangsamen und die Verbraucherpreise um 8,6 % steigen. Der schwache Ölpreis belastet das Wirtschaftswachstum in den Ölförderländern, was sich insbesondere in der russischen Wirtschaft bemerkbar machen dürfte. Wir gehen davon aus, dass die russische Wirtschaft in die Rezession rutschen wird und dadurch um 3,2 % schrumpft. Dämpfend wirken zudem die verhängten Sanktionen infolge der Ukraine- Krise. Die Inflation dürfte in Russland bei 15,2 % liegen, was den Spielraum der Zentralbank stark einschränken dürfte.

In Lateinamerika dürfte sich das Wachstum im Jahr 2015 auf 0,0 % abkühlen, weil Angebotsbeschränkungen und schwache Rohstoffpreise dämpfen. Die Verbraucherpreise dürften um 13,0 % steigen. Die brasilianische Wirtschaft dürfte im Jahr 2015 um 1,7 % schrumpfen und die Verbraucherpreise um 8,6 % steigen.

Risiken für unsere Prognosen liegen unter anderem in den USA, wo der anstehende Kurswechsel der US-Geldpolitik zu einem deutlich stärker als von uns unterstellten Zinsanstieg am Rentenmarkt führen könnte. Dies hätte negative Folgen für andere Assetklassen und könnte insbesondere in den Schwellenländern zu Kapitalabflüssen führen. Andererseits könnte die US-$-Aufwertung den US-Außenhandel stärker als erwartet belasten. In Europa könnten eine aufflammende Diskussion über den weiteren Kurs der Geldpolitik und die Zukunft der Eurozone, eine ausbleibende fiskalische Konsolidierung und eine Verzögerung bei der Implementierung von Strukturreformen sowie eine gestiegene Zustimmung für eurokritische Parteien erhebliches Störpotential für unsere Prognosen entfalten. Risiken für unseren Ausblick auf die Entwicklung in den Schwellenländern bestehen vor allem durch eine schwächer als erwartete Nachfrage aus den Industrieländern, eine Verschärfung geopolitischer Risiken sowie eine harte Landung Chinas.

Die Bankenbranche

In den nächsten zwölf Monaten ist eine weitere Verbesserung der Geschäftsentwicklung bei den europäischen Banken zu erwarten. Das Kreditgeschäft mit Unternehmen dürfte nach langer Zeit wieder leicht expandieren, ebenso die Kreditvergabe an private Haushalte. Ein weiterer, allerdings nicht mehr so kräftiger Rückgang der Kreditrisikovorsorge ist dank der konjunkturellen Belebung wahrscheinlich. Die Einlagenvolumina werden vermutlich ebenfalls weiter moderat ansteigen.

In den USA ist bis Sommer nächsten Jahres von einer anhaltenden Ausweitung der Bilanzsummen auszugehen, ebenso wie von leicht steigenden Risikokosten und einer Stabilisierung der Zinsmarge aufgrund der bis dahin voraussichtlich eingeleiteten Geldpolitik der Federal Reserve.

Im globalen Investmentbanking sind die Aussichten für die Banken grundsätzlich gut, wobei zunehmender Margendruck eine positive Volumenentwicklung teilweise kompensieren könnte. Die Perspektiven im M&A-Geschäft und auch bei Eigenkapitalemissionen bleiben nicht zuletzt aufgrund sich abzeichnender weiterer regulatorischer Verschärfungen vielversprechender als im Fremdkapital-, Devisen- und Rohstoff-Bereich.

In der weltweiten Vermögensverwaltung werden die Banken voraussichtlich ebenfalls von einem generell freundlichen Umfeld an den globalen Kapitalmärkten profitieren, vorausgesetzt die Verhandlungen über ein drittes Hilfspaket des Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) für Griechenland verlaufen erfolgreich, wodurch Risiken für politisch-ökonomische Turbulenzen in Europa begrenzt würden.

Mit Blick auf Themen der Finanzmarkt-Regulierung und -Aufsicht könnten in den nächsten zwölf Monaten einerseits die globalen Debatten um weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Eigenkapitalausstattung von Banken und ihrer Abwickelbarkeit im Krisenfall im Fokus stehen (höhere Risikogewichte für Handelsbuchpositionen, Vereinheitlichung von Risikobewertungen, „Total Loss Absorbing Capacity“ (TLAC)), andererseits speziell in Europa verschiedene bereits länger diskutierte Vorhaben wie die sogenannte Bankenstrukturreform oder die Finanztransaktionssteuer. Der konkreten Ausgestaltung des Großprojekts Kapitalmarktunion wird erhebliche Bedeutung zukommen. Fest steht in jedem Fall, dass in der Bankenunion mit dem Jahr 2016 der einheitliche Abwicklungsmechanismus mitsamt Abwicklungsbehörde und Abwicklungsfonds voll zu greifen beginnt (Letzterer muss dann allerdings noch schrittweise aufgebaut werden). Ob die Belastungen der Bankenbranche aus Rechtsstreitigkeiten nachhaltig rückläufig sein werden, ist hingegen nicht vorhersehbar.

Der Deutsche Bank-Konzern

Im April 2015 haben wir mit der „Strategie 2020“ die nächste Phase unserer Strategie angekündigt. Seit dieser Bekanntgabe gab es zahlreiche Veränderungen im Vorstand einschließlich der Ernennung eines neuen Co-Vorstandsvorsitzenden. Ungeachtet der Veränderungen bekennt sich der Vorstand weiterhin uneingeschränkt zur Strategie 2020 und den damit verbundenen sechs grundlegenden Entscheidungen.

Unsere Strategie 2020 wird durch folgende grundlegende Entscheidungen gestützt:

  • Wir wollen Corporate Banking & Securities (CB&S) neu positionieren, um einen nachhaltigeren kundenorientierten Bereich aufzubauen. Wir planen, unser Leverage Exposure gemäß CRR/CRD 4 in CB&S um rund 200 Mrd € (brutto) durch eine Fokussierung unseres Geschäftsmodells zu reduzieren, und 50 - 70 Mrd € in kundengetriebenes Geschäft zu reinvestieren. Wir sind der Ansicht, dass wir die Verschuldung erheblich reduzieren können, ohne unsere Investmentbank wesentlich zu beeinträchtigen.
  • Wir beabsichtigen, unser Privatkundengeschäft neu auszurichten und zu einer führenden, stark digitalisierten Beratungsbank für Privat- und Firmenkunden zu entwickeln. Außerdem planen wir, die Postbank durch einen erneuten Börsengang zu entkonsolidieren. Gleichzeitig bekennen wir uns weiterhin zu unserem Privat- und Firmenkundengeschäft, dessen Effizienz und Dienstleistungsqualität wir verbessern wollen. Wir planen, in den nächsten fünf Jahren weitere 400 - 500 Mio € in die Digitalisierung zu investieren und bis zum Jahr 2017 bis zu 200 Filialen zu schließen.
  • Wir wollen die Digitalisierung all unserer Geschäftsbereiche und unserer operativen Plattform weiter vorantreiben, um neue Erträge zu generieren, die Effizienz unserer Plattform zu steigern und neue Angebote für unsere Kunden zu entwickeln. Wir beabsichtigen, bis zum Jahr 2020 insgesamt bis zu 1 Mrd € zu investieren, um dieses Ziel zu erreichen.
  • Wir planen, in beschleunigtes Wachstum von Global Transaction Banking (GTB) und Deutsche Asset & Wealth Management (Deutsche AWM) zu investieren. Dazu beabsichtigen wir, bis zum Jahr 2020 mehr als 1,5 Mrd € in diese Unternehmensbereiche zu investieren.
  • Wir wollen unsere geografische Präsenz optimieren, indem wir unser Ländernetzwerk fokussieren und in die Standorte investieren, die für unsere Kunden besonders wichtig sind.
  • Wir wollen unser Geschäftsmodell durch eine Reduzierung der Komplexität, Stärkung der Kontrollen und Steigerung der Effizienz weiterentwickeln. Unser Ziel ist es, bei Umsetzungskosten von insgesamt rund 3,7 Mrd € jährlich zusätzliche Kosteneinsparungen von rund 3,5 Mrd € zu erreichen.

Auf Grundlage dieser Entscheidungen haben wir die folgenden mittelfristigen Finanzziele festgelegt:

  • Verschuldungsquote gemäß CRR/CRD 4 (Vollumsetzung) von mindestens 5 %,
  • Harte Kernkapitalquote gemäß CRR/CRD 4 (Vollumsetzung) von rund 11 %,
  • Eigenkapitalrendite nach Steuern von mehr als 10 %, basierend auf dem durchschnittlichen materiellen Eigenkapital,
  • Organische Bruttokostensenkungen von rund 3,5 Mrd € und eine Aufwand-Ertrag-Relation von rund 65 %,
  • Das Bestreben, eine Ausschüttungsquote von mindestens 50 % durch Dividenden und Aktienrückkäufe zu erreichen.

Die Gespräche über die weitere Ausarbeitung der Strategie 2020 und die Umsetzung der Entscheidungen dauern noch an. Nähere Informationen zum Implementierungsplan werden bis Ende Oktober 2015 vorgestellt. Da wir die aus der Strategie 2020 resultierenden detaillierten Implementierungspläne noch nicht finalisiert haben, sind die Auswirkungen dieser Entscheidungen noch nicht in unseren finanziellen Ergebnissen reflektiert. Diese Pläne und Einzelheiten der Umsetzung könnten negative Auswirkungen auf unsere finanziellen Ergebnisse in den Jahren 2015 und 2016 haben.

Die Umsetzung der Ziele unserer Strategie 2020 und die Realisierung ihres erwarteten Nutzens können durch zahlreiche interne und externen Faktoren wie Markt-, wirtschaftliche und politische Unsicherheiten beeinträchtigt oder behindert werden. Wirtschaftliche Unsicherheiten wie ein erneutes Auftreten extremer Turbulenzen an den Märkten, eine Verschlechterung der globalen, regionalen und nationalen Wirtschaftslage, ein anhaltendes Niedrigzinsumfeld, ein verstärkter Wettbewerb am Markt und politische Instabilität, besonders in Europa, können sich auf unsere Fähigkeit zur Erreichung dieser Ziele auswirken. Aufsichtsrechtliche Veränderungen könnten ebenfalls negative Auswirkungen auf unsere strategischen Ziele haben. Insbesondere könnten Aufsichtsbehörden Änderungen unseres Geschäftsmodells oder unserer Organisationsstruktur verlangen, die möglicherweise unsere Profitabilität senken. Außerdem unterliegen wir zahlreichen Rechts-, Schlichtungs- und aufsichtsrechtlichen Verfahren sowie Untersuchungen in Deutschland und im Ausland, insbesondere in den USA, deren Ausgang äußerst unsicher ist. Obwohl wir eine Reihe wichtiger Rechtsfälle beigelegt und bei anderen Fortschritte erzielt haben, erwarten wir in dieser Hinsicht ein weiterhin herausforderndes Umfeld. Sollten Rechtsstreitigkeiten und regulatorische Angelegenheiten im selben Maße wie in den vergangenen Jahren anhalten, können wir die Ziele unserer Strategie 2020 möglicherweise nicht erreichen.

Falls wir unsere strategischen Initiativen nicht oder nur teilweise implementieren können, diese nicht den erwarteten Nutzen bringen oder die Umsetzungskosten die erwarteten 3,7 Mrd € überschreiten, können wir unsere finanziellen Ziele unter Umständen nicht erreichen oder einen Verlust erleiden. Des Weiteren könnte auch unsere Profitabilität sinken oder sich unsere Kapitalbasis verringern und unser Aktienkurs könnte wesentlich und nachteilig beeinflusst werden.

Die Segmente

Nach einem starken Start in das Jahr im ersten Quartal 2015 verzeichneten Corporate Banking & Securities (CB&S) und die gesamte Investmentbankingbranche im zweiten Quartal 2015 einen Rückgang der Marktvolumina, der auf eine geringere Volatilität, Marktunsicherheiten und übliche saisonale Schwankungen zurückzuführen war. Für das nächste Jahr rechnen wir damit, dass die Erträge in der Investmentbankingbranche aufgrund des günstigeren makroökonomischen Ausblicks und der erhöhten Volatilität moderat steigen. Wir werden jedoch weiterhin vor Herausforderungen stehen einschließlich der anhaltend hohen regulatorischen Anforderungen, des fortgesetzten Drucks auf Ressourcen und der potenziellen Auswirkungen geopolitischer Ereignisse. Im Bereich Sales & Trading rechnen wir im Jahr 2015 mit einem leichten Anstieg der Erträge im weltweiten Fixed Income-Geschäft gegenüber dem Jahr 2014, der durch eine gestiegene Volatilität und Kundenaktivität infolge der zunehmenden Unterschiede in der Geldpolitik unterstützt wird. Die Erträge in Sales & Trading (Equity) dürften im Vergleich zum Vorjahr aufgrund der stärkeren Volatilität und der höheren Preise von Vermögenswerten ebenfalls leicht zunehmen. In Corporate Finance erwarten wir für das Jahr 2015 ein Provisionsaufkommen, das leicht über dem Niveau des Vorjahres liegen wird. Wie im April 2015 bekannt gegeben, werden wir das Leverage Exposure von CB&S um brutto rund 200 Mrd € und netto rund 130 - 150 Mrd € reduzieren. Dies wollen wir durch die Veräußerung von Vermögenswerten mit niedriger Rendite (hauptsächlich langfristigen Derivatepositionen), die Fokussierung des Kundenkreises und Produktangebots sowie einen Abbau von Derivaten erreichen. Wir wollen unsere risikogewichteten Aktiva in einer disziplinierten Art und Weise aktiv verwalten. Wir werden in Abhängigkeit von den Marktbedingungen und den erzielbaren Renditen weitere Reinvestionen vornehmen.

Im Rahmen der neuen Strategie 2020 plant der Unternehmensbereich Private & Business Clients (PBC) sein Geschäftsmodell neu auszurichten. Mit der geplanten Entkonsolidierung der Postbank werden wir uns auf das Beratungsgeschäft refokussieren und unsere Verschuldungsquote weiter verringern. Darüber hinaus beabsichtigen wir, unser Vertriebsmodell dem veränderten Kundenverhalten anzupassen, indem wir die Kapazität unseres Omnikanal-Modells durch zusätzliche Investitionen in digitale Lösungen erhöhen und bis zu 200 Filialen in Deutschland bis 2017 schließen. Zudem wollen wir weiterhin in die Verbesserung unserer Effizienz und Servicequalität investieren und die Kosten für unsere Infrastruktur und die zugrundeliegenden Geschäftsprozesse optimieren. Diese Transformation wird es uns ermöglichen, PBC als eine führende, beratungsorientierte, digitale Bank für Privat- und Geschäftskunden zu positionieren. Die Umsetzung der damit verbundenen Maßnahmen wird voraussichtlich bereits in diesem Jahr beginnen und könnte damit unser Ergebnis im Jahr 2015 negativ beeinflussen. Unser weiteres Ziel ist es, die Produktivität unserer Bilanz durch einen Fokus auf Anlage- und Versicherungsprodukte zu steigern. Im Kreditgeschäft streben wir des Weiteren nach einer ausgewogenen Entwicklung unter Beibehaltung der strengen Risikodisziplin und bei gezielter Optimierung unseres Kapitaleinsatzes an. Trotz dieser geschäftlichen Chancen könnten das gesamtwirtschaftliche Umfeld, das niedrige Zinsniveau sowie steigende aufsichtsrechtliche Anforderungen unsere Ergebnisentwicklung auch künftig negativ beeinflussen.

Auch im Jahr 2015 dürften das anhaltende Niedrigzinsumfeld mit negativen Zinssätzen in Kernmärkten, ein äußerst starker Wettbewerb sowie Herausforderungen aufgrund geopolitischer Ereignisse für Abwärtsdruck im Geschäft von Global Transaction Banking (GTB) sorgen. Wir erwarten jedoch, dass der Volumenzuwachs in Securities Services, Institutional Cash, Cash Management Corporates und bestimmten Trade Finance-Bereichen anhalten wird. Außerdem dürfte sich das Zinsumfeld gegen Ende des Jahres an bestimmten Märkten leicht erholen, was zur Lösung dieser Herausforderungen beitragen dürfte. Wir legen weiterhin den Fokus auf den Aufbau und die Vertiefung von Kundenbeziehungen. Dies wird durch unsere umfassende Palette an hochwertigen und innovativen Produkten sowie Dienstleistungen unterstützt. Wir glauben, dass wir dadurch gut aufgestellt sind, um in dem herausfordernden Umfeld erfolgreich zu bestehen und das Geschäft von GTB weiter auszubauen.

Für Deutsche Asset & Wealth Management (Deutsche AWM) erwarten wir, dass sich die anhaltende Erholung der Weltwirtschaft in 2015 positiv auf die Vermögensverwaltungsbranche und besonders auf große lösungsorientierte Anbieter wie Deutsche AWM auswirken wird. Bestimmte makroökonomische Entwicklungen wie die griechische Schuldenkrise, die Volatilität in Schwellenländern und das sich verändernde regulatorische Umfeld sorgen allerdings für Unsicherheit. Weiter steigende Kosten in der Vermögensverwaltung stehen im Besonderen dem Wachstum bei alternativen und passiven Anlagen sowie Altersvorsorgeprodukten entgegen. Außerdem könnten ein Rückgang der Transaktionsaktivitäten, geringere erfolgsabhängige Provisionen und das Niedrigzinsumfeld, das sich auf die Margen im Einlagengeschäft auswirkt, einen Anstieg der Erträge und der Profitabilität dämpfen. Deutsche AWM erwartet jedoch, seinen Wachstumskurs wie geplant fortsetzen zu können. Die Gründe hierfür sind ein Ertragswachstum dank eines steigenden Marktanteils in wichtigen Kundensegmenten, die Bereitstellung innovativer Investmentlösungen sowie die Präsenz in Wachstumsmärkten. Wir werden unser diszipliniertes Kosten- und Ressourcenmanagement beibehalten. Des Weiteren erwarten wir eine fokussierte Umsetzung laufender Transformationsprojekte in Bezug auf unsere Betriebsplattform, einschließlich einer Verbesserung der Systeme für das Anlagemanagement, den Kundenservice und die Berichterstattung. Im Asset Management kombinieren wir unsere traditionellen Stärken im aktiven Anlagemanagement mit einem zunehmenden Fokus auf passive und börsennotierte Fonds, alternative Anlagen sowie Multi-Asset-Lösungen, damit wir sich ändernden Kundenanforderungen gerecht werden. Im Wealth Management bauen wir unsere Beziehungen mit sehr vermögenden Kunden in Schwellen- und Industrieländern mithilfe unseres globalen Betreuungsmodells und integrierten Leistungsangebots aus. Die engere Zusammenarbeit mit anderen Bereichen des Deutsche Bank-Konzerns bleibt ebenfalls eine Kernpriorität für Deutsche AWM. Dadurch können wir den Vertrieb unserer Produkte und Dienstleistungen erweitern sowie gemeinsame Initiativen nutzen, um unseren Kunden einen besseren Service zu bieten.

Die Non-Core Operations Unit (NCOU) plant weiterhin, sich auf den Abbau der Verschuldung, der risikogewichteten Aktiva und der Komplexität zu fokussieren. Die Herausforderungen im derzeitigen Marktumfeld kann die erfolgreiche Umsetzung unserer Strategie zum Risikoabbau beeinflussen. Solche Herausforderungen können zu Abweichungen im Zeitplan für den Risikoabbau führen und sich auf künftige Ergebnisse auswirken. Darüber hinaus fallen in der NCOU weiterhin Kosten für die Inanspruchnahme der Infrastruktur des Deutsche Bank-Konzerns an sowie Kosten aufgrund hochverzinslicher Verbindlichkeiten, die sich jedoch bei einer zukünftigen Entkonsolidierung der Postbank vermindern. Die Geschwindigkeit des Risikoabbaus hat sich verlangsamt, da das Portfoliovolumen gesunken ist. Neben den Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Strategie zum Risikoabbau in der NCOU rechnen wir mit einem weiterhin herausfordernden Umfeld für Rechtsstreitigkeiten und Durchsetzungen.