Risikomanagement – Überblick

Kreditrisikoüberblick

  • Das globale Wachstum hat sich stabilisiert und die Erholung in Europa hält an, auch wenn es nur begrenzten Raum für weiteren Anstieg gibt. Die makroökonomischen Daten zeigen eine Erholung in den USA nach einer kurzfristigen Schwäche im ersten Quartal. Im Gegensatz dazu hat sich das Wachstum in Entwicklungsländern verlangsamt, obwohl das Risiko einer starken Wachstumsreduzierung in China zurückgegangen ist angesichts geld- und fiskalpolitischer Anreize. Wesentliches Risiko für die weitere Entwicklung beinhaltet eine erneute Eskalation der Griechenland-Krise mit einer entsprechenden Ansteckung der europäischen Länder sowie der Einfluss der amerikanische Geldpolitik insbesondere auf die Entwicklungsländer und das Risiko eines geopolitischen Schocks sowie die anhaltenden Spannungen zwischen Russland und der Ukraine. Mögliche Einflüsse auf das Kreditportfolio werden von uns eng beobachtet, wir erwarten jedoch keine wesentlichen Kreditverluste. Das Kreditengagement mit Russland nach dem Herkunftslandprinzip beträgt 4,0 Mrd € zum 30. Juni 2015 (im Vergleich zu 4,8 Mrd € zum 31. Dezember 2014), hauptsächlich mit Firmen in strategisch wichtigen Branchen. Das Kreditengagement für die Ukraine ist relativ klein mit 0,4 Mrd € zum 30. Juni 2015 (im Vergleich zu 0,4 Mrd € zum 31. Dezember 2014).
  • Unser Firmenkreditportfolio hat zum 30. Juni 2015 ein Investment-Grade-Rating von 71,2 %, welches sich verglichen mit 71,0 % zum 31. Dezember 2014 leicht verbessert hat. Das Firmenkreditengagement stieg um 49,5 Mrd € oder 9,0 % während der ersten sechs Monate 2015 an, zum Großteil bedingt durch Wechselkurseffekte und Anstiege vor allem mit Geschäftspartnern mit Investment-Grade-Rating.
  • Zum 30. Juni 2015 ist unser Konsumentenkreditengagement gegenüber dem Jahresende 2014 um 1,5 Mrd € (oder 0,8 %) hauptsächlich in Deutschland, Polen und Indien leicht angestiegen, aufgrund Erhöhungen in unseren Kreditbüchern. Der Anstieg des Konsumentenkreditengagements ausserhalb Deutschlands ist durch Währungskursveränderungen gegenüber dem Euro sehr stark beeinflusst worden. Zum 30. Juni 2015 verzeichneten wir für 68 % des Gesamtengagements an Immobilienfinanzierungen einen Beleihungsauslauf kleiner oder gleich 50 %.
  • Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft belief sich im ersten Halbjahr 2015 auf 369 Mio € und war damit um 127 Mio € (26 %) geringer als im Vorjahreszeitraum. Beinahe alle Geschäftsbereiche verzeichneten ein Ausbleiben großer Einzelkundenkreditereignisse sowie fortlaufende Auflösungen, die teilweise im Zusammenhang mit Verkäufen standen. Die gestiegene Risikovorsorge in CB&S war auf unsere Leveraged Finance- und Shipping- Portfolios zurückzuführen und wurde teilweise durch den Rückgang in den anderen Geschäftsbereichen ausgeglichen.
  • Die RWA für das Kreditrisiko haben sich seit dem 31. Dezember 2014 um 11,4 Mrd € oder 5 % auf 256 Mrd € erhöht, was hauptsächlich durch Fremdwährungsbewegungen zu begründen ist. Zum Anstieg trugen weiterhin eine begrenzte Ausweitung unserer Geschäftsaktivitäten im Kerngeschäft sowie Anpassungen in den Risikoparametern bei.
  • Der Ökonomische Kapitalbedarf für das Kreditrisiko reduzierte sich zum 30. Juni 2015 auf 12,5 Mrd € gegenüber 12,9 Mrd € zum Jahresende 2014. Der Rückgang reflektiert den geringeren Ökonomischen Kapitalbedarf für CB&S hauptsächlich resultierend aus niedrigeren Risiko-Positionswerten für Derivate.

Marktrisikoüberblick

  • Der durchschnittliche Value-at-Risk unserer Handelsbereiche betrug 47,6 Mio € innerhalb der ersten sechs Monate des Jahres 2015 im Vergleich zu 51,6 Mio € im Jahr 2014. Der Rückgang ist durch eine Verbesserung des Diversifikationseffektes und durch die Reduzierung des Zinsrisikos zu erklären.
  • Die RWA für das handelsbezogene Risiko reduzierten sich seit dem 31. Dezember 2014 um 2,6 Mrd € oder um 4,0 % auf 61,6 Mrd €. Der Rückgang ergibt sich größtenteils aufgrund geringerer Beträge für den Marktrisiko-Standardansatz für verbriefte Positionen, Value-at-Risk sowie Stressed Value-at-Risk
  • Der verwendete nicht handelsbezogene Ökonomische Kapitalbedarf für das Marktrisiko aus Nichthandelsaktivitäten erhöhte sich zum 30. Juni 2015 um 2,8 Mrd € auf 12,7 Mrd € gegenüber 9,9 Mrd € zum Jahresende 2014. Der Anstieg ist hauptsächlich auf ein höheres strukturelles Währungsrisiko infolge des erstarkten US-Dollars und eine veränderte Methode für das Aktienkompensationsrisiko zurückzuführen.
  • Der verwendete handelsbezogene Ökonomische Kapitalbedarf für das Marktrisiko aus Handelsaktivitäten belief sich zum 30. Juni 2015 auf 5,4 Mrd €, verglichen mit 5,0 Mrd € am Jahresende 2014. Der Anstieg lässt sich hauptsächlich durch die handelsbezogene Ausfallsrisikokomponente aus dem Handelsbuch und dem zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Bankbuch.

Operationelle Risiken – Überblick

  • Unser Ökonomischer Kapitalbedarf für operationelle Risiken stieg zum 30. Juni 2015 auf 9 Mrd € im Vergleich zu 7,6 Mrd € zum Jahresende 2014. Der Anstieg resultiert hauptsächlich aus einer Erhöhung von Verlusten und Rückstellungen aus Rechtsstreitigkeiten sowie aus der Erhöhung des operationellen Verlustrisikoprofils der kompletten Branche. Dies drückt sich in den Verlustdaten aus, welche zur Erhöhung des Ökonomischen Kapitalbedarfs führten und weitgehend der Häufung von Rechtsstreitigkeiten, Untersuchungen und regulatorischen Durchsetzungsmaßnahmen geschuldet sind.
  • Der Ökonomische Kapitalbedarf enthält formal weiterhin die in unserem AMA-Modell (Advanced Measurement Approach) eingebettete Sicherheitsmarge, die im Jahr 2011 zur Deckung unvorhergesehener Haftungsrisiken implementiert wurde. Risikosensitive Modellverbesserungen zur Ablösung der Sicherheitsmarge wurden im zweiten Quartal 2014 bei der BaFin zur Genehmigung eingereicht. Diese Verbesserungen werden zukünftig zu einem höheren Bedarf an Ökonomischem Kapital für operationelle Risiken im Vergleich zur Sicherheitsmarge führen. Das Management hat entschieden, diese Erhöhung ab dem zweiten Quartal 2014 zu berücksichtigen.
  • Die RWA für das operationelle Risiko erhöhten sich zum 30. Juni 2015 auf 80,3 Mrd € im Vergleich zu 67,1 Mrd € zum Jahresende 2014. Der Anstieg von 13,2 Mrd € ist durch eine Erhöhung von Verlusten und Rückstellungen aus Rechtsstreitigkeiten und durch die Erhöhung des operationellen Verlustprofils der kompletten Branche begründet.

Liquiditätsrisikoüberblick

  • Die Liquiditätsreserven zum 30. Juni 2015 beliefen sich auf 199 Mrd € (zum Vergleich: 184 Mrd € zum 31. Dezember 2014). Wir erhielten eine positive Netto-Liquiditätsposition unter Stress zum 30. Juni 2015 (in einem kombinierten Szenario).
  • Die Emissionsaktivitäten am Kapitalmarkt in den ersten sechs Monaten 2015 betrugen 22,4 Mrd €, im Vergleich zu einem geplanten Gesamtvolumen für das Jahr 2015 in Höhe von 30 bis 35 Mrd €.
  • Unsere Refinanzierung stammte zu 75 % aus Refinanzierungsquellen, die wir als die stabilsten einstufen. Dazu gehören Kapitalmarktemissionen und Eigenkapital sowie Einlagen von Privatkunden und Transaktionsbankkunden.

Kapitalmanagementüberblick

  • Die Harte Kernkapitalquote berechnet gemäß CRR/CRD 4 („Phase-in“-Rate von 40 %) betrug 14,2 % zum 30. Juni 2015, verglichen mit 15,2 % zum Jahresende 2014 („Phase-in“-Rate von 20 %).
  • Das Harte Kernkapital gemäß CRR/CRD 4 sank um 1,0 Mrd € auf 59,1 Mrd €, verglichen mit 60,1 Mrd € Hartem Kernkapital zum 31. Dezember 2014. Die Verminderung ist auf aufsichtsrechtliche Anpassungen in Höhe von 3,4 Mrd € zurückzuführen, im Wesentlichen aufgrund von Abzügen vom Harten Kernkapital wie immaterielle Vermögensgegenstände, die in 2015 mit 40 % angesetzt werden im Vergleich zu 20 % in 2014. Die Reduktion in den ersten sechs Monaten 2015 wurde teilweise kompensiert durch den Anstieg in unseren Instrumenten und Rücklagen des Harten Kernkapitals in Höhe von 2,4 Mrd € im Vergleich zum Jahresende 2014.
  • Das Zusätzliche Kernkapital gemäß CRR/CRD 4 sank um 0,7 Mrd € auf 3,1 Mrd €, verglichen mit 3,8 Mrd € Zusätzlichem Kernkapital zum Jahresende 2014.
  • Das Zusätzliche Kernkapital gemäß CRR/CRD 4 Vollumsetzung blieb stabil bei 4,6 Mrd €.
  • Die RWA sind um 20 Mrd € von 397 Mrd € per 31. Dezember 2014 auf 417 Mrd € per 30. Juni 2015 gemäß CRR/CRD 4 gestiegen. Der Anstieg ist hauptsächlich durch Effekte aus Bewegungen der Fremdwährungskurse verursacht worden und reflektiert darüber hinaus höhere risikogewichtete Aktiva, die durch die Berücksichtigung von Verlusten und Rückstellungen aus Rechtsstreitigkeiten sowie durch die Erhöhung des operationellen Verlustprofils der kompletten Branche entstehen. Der Anstieg wurde teilweise durch geringere Risikovolumen und Bemühungen zur Risikoreduzierung bei den RWA im Marktrisiko und CVA ausgeglichen.
  • Die Interne Kapitaladäquanzquote reduzierte sich auf 164 % zum 30. Juni 2015, verglichen mit 177 % zum 31. Dezember 2014. Der Rückgang resultierte hauptsächlich aus dem höheren Ökonomischen Kapitalbedarf.
  • Die Harte Kernkapitalquote gemäß CRR/CRD 4 in der Vollumsetzung sank in den ersten sechs Monaten von 11,7 % zum 31. Dezember 2014 auf 11,4 % zum 30. Juni 2015.

Bilanzmanagementüberblick

Zum 30. Juni 2015 betrug unsere CRR/CRD 4-Verschuldungsquote auf Basis einer Vollumsetzung 3,6 % verglichen mit 3,5 % am 31. Dezember 2014, unter Berücksichtigung des Kernkapitals auf Basis einer Vollumsetzung in Höhe von 51,9 Mrd € im Verhältnis zum anzuwendenden Risikomaß in Höhe von 1.461 Mrd € (50,7 Mrd € sowie 1.445 Mrd € per 31. Dezember 2014).