Risikoprofil

Die folgende Tabelle zeigt unsere Gesamtrisikoposition, gemessen am Ökonomischen Kapitalbedarf, berechnet für das Kredit-, Markt-, operationelle und Geschäftsrisiko, für die angegebenen Stichtage. Zur Ermittlung unserer (nicht aufsichtsrechtlichen) Gesamtrisikoposition ziehen wir in der Regel Diversifikationseffekte zwischen den Risikoklassen in Betracht.

Gesamtrisikoposition, gemessen am Ökonomischen Kapitalbedarf nach Risikoklasse

 

 

 

Veränderung 2015 gegenüber 2014

in Mio €
(sofern nicht anders angegeben)

30.6.2015

31.12.2014

in Mio €

in %

1

Diversifikationseffekt über Kredit-, Markt-, operationelles und strategisches Risiko (größte Geschäftsrisiko-Komponente)

Kreditrisiko

12.510

12.885

−375

−3

Marktrisiko

18.062

14.852

3.210

22

Marktrisiko aus Handelspositionen

5.360

4.955

405

8

Marktrisiko aus Nichthandelspositionen

12.701

9.898

2.803

28

Operationelles Risiko

9.006

7.598

1.408

19

Geschäftsrisiko

2.480

3.084

−604

−20

Diversifikationseffekte über die Risikoarten1

−7.249

−6.554

−695

11

Ökonomischer Kapitalbedarf insgesamt

34.808

31.866

2.942

9

Zum 30. Juni 2015 betrug unser gesamter Ökonomischer Kapitalbedarf 34,8 Mrd €. Dies entspricht einem Anstieg um 2,9 Mrd € oder 9 % gegenüber dem Vorjahresbedarf von 31,9 Mrd €.

Unser Ökonomischer Kapitalbedarf für das Kreditrisiko reduzierte sich zum 30. Juni 2015 auf 12,5 Mrd €, 375 Mio € oder 3 % niedriger im Vergleich zum Jahresende 2014. Der Rückgang reflektiert hauptsächlich den geringeren Ökonomischen Kapitalbedarf für CB&S im Wesentlichen resultierend aus niedrigeren Risiko-Positionswerten für Derivate.

Der Ökonomische Kapitalbedarf für das Marktrisiko aus Handelspositionen erhöhte sich zum 30. Juni 2015 auf 5,4 Mrd € im Vergleich zu 5,0 Mrd € zum Jahresende 2014. Der Anstieg resultiert aus einem höheren Kapitalbedarf für das handelsbezogene Ausfallrisiko. Unser Ökonomischer Kapitalbedarf für das Marktrisiko aus Nichthandelspositionen erhöhte sich um 2,8 Mrd € oder 28 %, hauptsächlich resultierend aus dem Anstieg von strukturellen Währungsrisiken aufgrund des gestiegenen US-Dollar Kurses, sowie aufgrund von Modellanpassungen für das Risiko aus aktienbasierten Vergütungen.

Unser Ökonomischer Kapitalbedarf für operationelle Risiken betrug 9,0 Mrd € zum 30. Juni 2015, was einem Anstieg von 1,4 Mrd € oder 19 % gegenüber 7,6 Mrd € Ökonomischem Kapitalbedarf zum 31. Dezember 2014 entspricht. Der Anstieg resultiert hauptsächlich aus einer Erhöhung von Verlusten und Rückstellungen aus Rechtsstreitigkeiten sowie aus der Erhöhung des operationellen Verlustrisikoprofils der kompletten Branche. Dies drückt sich in den Verlustdaten aus, welche zur Erhöhung des Ökonomischen Kapitalbedarfs führten und weitgehend der Häufung von Rechtsstreitigkeiten, Untersuchungen und regulatorischen Durchsetzungsmaßnahmen geschuldet ist.

Unser Ökonomischer Kapitalbedarf für das Geschäftsrisiko besteht aus einer strategischen Risikokomponente, die implizit auch Komponenten von Nicht-Standard-Risiken wie das Refinanzierungs- und das Reputationsrisiko beinhaltet, sowie einer Steuerrisikokomponente. Der Ökonomische Kapitalbedarf für das Geschäftsrisiko reduzierte sich um 604 Mio € auf 2,5 Mrd € zum 30. Juni 2015. Der Rückgang reflektierte einen geringeren Ökonomischen Kapitalbedarf für die strategische Risikokomponente, der aus einem verbesserten Geschäftsausblick für 2015 resultierte.

Der Diversifikationseffekt des Ökonomischen Kapitalbedarfs zwischen den einzelnen Risiken über Kredit-, Markt-, operationelles und strategisches Risiko hinweg stieg zum 30. Juni 2015 um 695 Mio € oder 11 %. Dieser Anstieg reflektiert hauptsächlich den erhöhten Ökonomischen Kapitalbedarf vor Diversifikation und eine Methodenanpassung beim Diversifikationsmodell im ersten Quartal 2015.

Die Vielfalt unserer Geschäftsaktivitäten impliziert verschiedene Risikoübernahmen durch unsere Geschäftsbereiche. Wir messen die wesentlichen inhärenten Risiken in unseren entsprechenden Geschäftsmodellen durch unsere nicht diversifizierte Gesamtgröße für das Ökonomische Kapital. Diese spiegelt das Risikoprofil für jeden Unternehmensbereich vor risikoartenübergreifenden Effekten auf Konzernebene wider.

Risikoprofil unserer Geschäftsbereiche auf Basis des Ökonomischen Kapitals und risikogewichteter Aktiva im Vergleich zu Erfolgskennzahlen

 

30.6.2015

in Mio €
(sofern nicht anders angegeben)

Corporate Banking & Securities

Private & Business Clients

Global Transaction Banking

Deutsche Asset & Wealth Management

Non-Core Operations Unit

Consoli­dation & Adjustments

Insgesamt

Insgesamt in %

N/A – Nicht aussagekräftig

1

Diversifikationseffekt über Kredit-, Markt-, operationelles und strategisches Risiko (größte Geschäftsrisiko-Komponente).

2

Risikogewichtete Aktiva basieren auf CRR/CRD 4-Vollumsetzung.

3

Für den Konzern wird die Eigenkapitalrendite nach Steuern basierend auf dem durchschnittlichen Active Equity unter Berücksichtigung der berichteten effektiven Steuerquote des Konzerns ermittelt, die im Sechsmonatszeitraum 2015 49 % betrug. Für die Segmente wird für die Eigenkapitalrendite nach Steuern basierend auf dem durchschnittlichen Active Equity eine Steuerquote von 35 % angewendet.

4

Die Buchkapitalallokation wird gesteuert über die risikogewichteten Aktiva und die Verschuldungsposition. Siehe auch „Segmentberichterstattung“ für eine Beschreibung der Zuordnung des durchschnittlichen aktiven Eigenkapitals zu den Geschäftsbereichen.

Kreditrisiko

5.365

3.641

2.322

388

764

30

12.510

36

Marktrisiko

5.497

3.831

209

2.049

1.386

5.088

18.062

52

Operationelles Risiko

6.029

610

796

1.151

420

0

9.006

26

Geschäftsrisiko

1.857

0

6

1

616

0

2.480

7

Diversifikationseffekte1

−4.339

−1.048

−494

−707

−459

−202

−7.249

−21

Ökonomischer Kapitalbedarf insgesamt

14.409

7.034

2.839

2.882

2.728

4.916

34.808

100

Ökonomischer Kapitalbedarf insgesamt (in %)

41

20

8

8

8

14

100

N/A

Risikogewichtete Aktiva2

201.972

78.629

51.668

20.559

43.924

19.028

415.780

N/A

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Jan. − Jun. 2015

Ergebnis vor Steuern

1.842

1.019

692

713

−1.290

−268

2.708

N/A

Eigenkapitalrendite nach Steuern (basierend auf dem Tangible Shareholders Equity) (in %)3

9

11

14

36

−25

N/A

5

N/A

Eigenkapitalrendite vor Steuern (basierend auf dem durchschnittlichen Average Active Equity) (in %)4

12

13

19

18

−35

N/A

8

N/A

 

30.6.20141

in Mio €
(sofern nicht anders angegeben)

Corporate Banking & Securities

Private & Business Clients

Global Transaction Banking

Deutsche Asset & Wealth Management

Non-Core Operations Unit

Consoli­dation & Adjustments

Insgesamt

Insgesamt in %

N/A – Nicht aussagekräftig

1

Die Betragszuordnung für die Unternehmensbereiche wurde an die Struktur zum 30. Juni 2015 angepasst.

2

Diversifikationseffekt über Kredit-, Markt-, operationelles und strategisches Risiko (größte Geschäftsrisiko-Komponente).

3

Risikogewichtete Aktiva basieren auf CRR/CRD 4-Vollumsetzung.

4

Für den Konzern wird die Eigenkapitalrendite nach Steuern basierend auf dem durchschnittlichen Active Equity unter Berücksichtigung der berichteten effektiven Steuerquote des Konzerns ermittelt, die im Sechsmonatszeitraum 2014 48 % betrug. Für die Segmente wird für die Eigenkapitalrendite nach Steuern basierend auf dem durchschnittlichen Active Equity eine Steuerquote von 35 % angewendet.

5

Die Buchkapitalallokation wird gesteuert über die risikogewichteten Aktiva und die Verschuldungsposition. Siehe auch „Segmentberichterstattung“ für eine Beschreibung der Zuordnung des durchschnittlichen aktiven Eigenkapitals zu den Geschäftsbereichen.

Kreditrisiko

4.701

3.705

2.172

309

1.004

31

11.923

40

Marktrisiko

6.389

3.057

180

1.607

793

2.431

14.456

48

Operationelles Risiko

3.095

1.055

133

742

1.360

0

6.385

21

Geschäftsrisiko

2.329

0

5

1

669

0

3.004

10

Diversifikationseffekte2

−3.110

−1.031

−218

−563

−802

−6

−5.730

−19

Ökonomischer Kapitalbedarf insgesamt

13.404

6.786

2.272

2.096

3.024

2.456

30.038

100

Ökonomischer Kapitalbedarf insgesamt (in %)

45

23

8

7

10

8

100

N/A

Risikogewichtete Aktiva3

185.691

79.654

42.019

15.480

56.663

19.166

398.674

N/A

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Jan. − Jun. 2014

Ergebnis vor Steuern

2.265

854

578

371

−1.133

−337

2.597

N/A

Eigenkapitalrendite nach Steuern (basierend auf dem Tangible Shareholders Equity) (in %)4

16

11

16

30

−22

N/A

6

N/A

Eigenkapitalrendite vor Steuern (basierend auf dem durchschnittlichen Average Active Equity) (in %)5

20

12

21

12

−30

N/A

9

N/A

Das Risikoprofil von Corporate Banking & Securities (CB&S) wird geprägt vom Handel zur Unterstützung der Tätigkeiten als Originator sowie Strukturierungs- und Marktpflegeaktivitäten, welche Markt- und Kreditrisiken unterliegen. Weiterhin bestehen Kreditrisiken durch Ausleihungen an Unternehmen und Finanzinstitute. Der Anteil der operationellen Risiken am Risikoprofil von CB&S hat sich über das letzte Jahr deutlich erhöht und reflektiert ein erhöhtes Verlustrisikoprofil der kompletten Branche, interne Verluste als auch eine Änderung in der Allokationsmethode innerhalb des Konzerns. Der übrige Teil des Risikoprofils von CB&S leitet sich aus dem Geschäftsrisiko ab, dass die Ertragsschwankungsrisiken reflektiert. Die Eigenkapitalrendite von CB&S reduzierte sich in der ersten Hälfte 2015 vor Steuern um 8 Prozentpunkte auf 12 % und nach Steuern um 7 Prozentpunkte auf 9 %. Diese Entwicklung liegt vor allem an der gestiegenen Allokation des durchschnittlichen aktiven Eigenkapitals als Folge der Kapitalerhöhung im Mai 2014 und Veränderungen in den Wechselkursen auf Konzernebene sowie der Erhöhung der risikogewichteten Aktiva in CB&S. Das CB&S Ergebnis vor Steuern reduzierte sich um 423 Mio € oder 19 % in den ersten sechs Monaten des Jahres 2015 im Vergleich zu den ersten sechs Monaten des Jahres 2014. Dies trug zusätzlich zu den niedrigeren Renditen bei und wurde durch Kosten für Rechtsstreitigkeiten und Ausgaben für regulatorische Programme verursacht, teilweise kompensiert durch starke Erträge zum Teil aus Wechselkursveränderungen.

Das Risikoprofil von Private & Business Clients (PBC) spiegelt Kreditrisiken aus dem Kreditgeschäft mit Privatkunden und kleinen und mittleren Unternehmen sowie Marktrisiken aus Nichthandelsaktivitäten aus Investitionsrisiken, aus der Einlagenmodellierung und aus Credit-Spread-Risiken wider. Bei weitgehend unverändertem Risikoprofil von PBC über das letzte Jahr erhöhte sich das berichtete Ergebnis vor Steuern im Vergleich zum ersten Halbjahr 2014 um 165 Mio € oder 19 % aufgrund niedrigerer zinsunbhängiger Aufwendungen, einer niedrigeren Risikovorsorge im Kreditgeschäft und gestiegenen Erträgen. Eine gestiegene Allokation des durchschnittlichen aktiven Eigenkapitals wirkte dem erhöhten Gewinn vor Steuern entgegen, was somit zu einer nahezu unveränderten Eigenkapitalrendite vor und nach Steuern führte.

Die Umsätze von Global Transaction Banking (GTB) umfassen mehrere Produkte mit unterschiedlichen Risikoprofilen. Der Großteil der Risiken stammt von Kreditrisiken aus Handelsfinanzierungsgeschäften, während andere Geschäftsbereiche wenig bis kein Kreditrisiko haben. Der relativ geringe Anteil von Marktrisiken ergibt sich aus der Modellierung der Kundeneinlagen. Trotz einer deutlichen Steigerung des Vorsteuerergebnisses in Global Transaction Banking um 114 Mio € oder 20 % getrieben durch eine gute Ertragssituation und einem Rückgang der Risikovorsorge im Kreditgeschäft in den ersten sechs Monaten 2015 im Vergleich zur ersten Hälfte des Jahres 2014 reduzierte sich die Eigenkapitalrendite vor und nach Steuern um 2 Prozentpunkte auf 19 % bzw. 14 %. Dieser Rückgang liegt vor allem in der gestiegenen Allokation des durchschnittlichen aktiven Eigenkapitals als Folge der Kapitalerhöhung im Mai 2014 und Veränderungen in den Wechselkursen auf Konzernebene. Zudem ergab sich ein Anstieg der risikogewichteten Aktiva, der in erster Linie von RWA für operationelles Risiko verursacht wurde.

Der Hauptrisikotreiber in unserem Unternehmensbereich Deutsche Asset & Wealth Management (Deutsche AWM) sind Garantien auf Investmentfonds, die wir unter Marktrisiken aus Nichthandelsaktivitäten ausweisen. Weiterhin bringt das Beratungs- und Kommissionsgeschäft von Deutsche AWM entsprechende operationelle Risiken mit sich. Die Eigenkapitalrendite vor und nach Steuern im Bereich AWM erhöhte sich um 6 Prozentpunkte auf 18 % bzw. 36 % zum 30. Juni 2015 im Vergleich zur ersten Jahreshälfte 2014 durch höhere Erträge aufgrund eines Anstiegs im verwalteten Vermögen. Der Anstieg des Ökonomischen Kapitalbedarfs resultierte hauptsächlich aus einem höheren Marktrisiko aus Nichthandelspositionen für Garantiefonds sowie einer höherer Allokation vom operationellen Risiko.

Zum Portfolio der Non-Core Operations Unit (NCOU) gehören Aktivitäten, die entsprechend der Geschäftsstrategie der Bank nicht zum zukünftigen Kerngeschäft zählen, sowie Vermögenswerte, die für Risikoabbaumaßnahmen vorgesehen sind. Die NCOU umfasst auch weitere zur Abtrennung geeignete Vermögenswerte, Vermögenswerte mit erheblicher Kapitalbindung und niedrigen Renditen sowie Vermögenswerte, die Rechtsrisiken unterliegen. Das Risikoprofil der NCOU umfasst Risiken über die gesamte Bandbreite unseres Unternehmens und enthält hauptsächlich Kredit- und Marktrisiken, für die der gezielte beschleunigte Risikoabbau vorgesehen ist. Der Anteil der operationellen Risiken am Risikoprofil der NCOU hat über das letzte Jahr durch eine Änderung in der Allokationsmethode innerhalb des Konzerns deutlich abgenommen. Die Entwicklung der Eigenkapitalrenditen vor und nach Steuern spiegelt ein negativeres Ergebnis in den ersten sechs Monaten des Jahres 2015 im Vergleich zum Jahr 2014 bei einer weitgehend unveränderten Eigenkapitalallokation wider hauptsächlich verursacht durch Aufwendungen für Rechtsstreitigkeiten.

Consolidation & Adjustments beinhaltet hauptsächlich Marktrisiken aus Nichthandels­aktivitäten für strukturelle Währungsrisiken, das Risiko aus Pensionsverpflichtungen sowie das Aktienvergütungsrisiko. Der Anstieg im Marktrisiko aus Nichthandelsaktivitäten im Vergleich zur ersten Hälfte 2014 resultiert hauptsächlich aus einem erhöhten strukturellen Währungsrisiko, beruhend auf einem stärkeren US-Dollar wie auch einer methodischen Änderung des Aktienvergütungsrisikos.