Zusammenfassende Risikobewertung

Zu den für uns wichtigen Risikokategorien gehören das Kreditrisiko, das Marktrisiko, das operationelle Risiko (einschließlich Rechtsrisiko), das Geschäftsrisiko (einschließlich des steuerlichen und des strategischen Risikos), das Reputationsrisiko, das Liquiditätsrisiko, das Modellrisiko und das Compliance-Risiko (MaRisk, das heißt entsprechend den Mindestanforderungen an das Risikomanagement). Wir steuern die Identifikation und die Bewertung von Risiken sowie Maßnahmen zur Reduzierung der wichtigen und möglichen zukünftigen Risiken durch einen internen Governance-Prozess mithilfe von Risikomanagementtools und -prozessen. Unser Ansatz zur Identifizierung und Folgenabschätzung zielt darauf ab, Auswirkungen dieser Risiken auf unser finanzielles Ergebnis, unsere langfristigen strategischen Ziele und unsere Reputation zu reduzieren.

Im Rahmen unserer regelmäßigen Analyse von Risiken und deren Zusammenhängen werden die Sensitivitäten der wichtigsten Portfoliorisiken durch eine induktive Risikobewertung sowie eine deduktive Analyse makroökonomischer und politischer Szenarien überprüft. Dieser duale Ansatz erlaubt es uns, nicht nur Risiken zu erfassen, die sich auf unsere Risikobestände und Geschäftsbereiche auswirken, sondern auch solche, die nur für bestimmte Portfolios relevant sind.

Die aktuellen portfolioweiten Risiken, welche wir beobachten, beinhalten die sich verschlechternde Situation in Griechenland inmitten der schwierigen Verhandlungen bezüglich einer Rettung, Kapitalkontrollen und den Rückfall der inländischen Wirtschaft in eine Rezession sowie die Ansteckungsgefahr für andere europäische Länder. Nach der Einigung sind weitere Verhandlungen für das dritte Programm im dritten Quartal notwendig und es bleibt ein erhöhtes Implementierungsrisiko bestehen. Zudem fokussieren wir uns auf Szenarien wie eine durch China angeführte Abschwächung des asiatischen Wachstums, eine Verschärfung der amerikanischen Geldpolitik und ihrer Auswirkung insbesondere auf Entwicklungsländer, das Risiko einer geopolitischen Krise (Erschütterung), die möglichen Folgen der anhaltenden Spannungen zwischen Russland und der Ukraine wie auch die Auswirkungen eines niedrigen Ölpreises auf Ölförderländer und -industrien. Diese Risiken haben wir kontinuierlich über die letzten Quartale beobachtet. Auf manchen Finanzmärkten konnten wir eine starke Volatilität im zweiten Quartal beobachten und es verbleibt Potential für deutliche Korrekturen und/oder weiter anhaltende Volatilität insbesondere angesichts der aktuellen niedrigen Marktliquidität.

Die Bewertung der potenziellen Auswirkungen dieser Risiken erfolgt durch Integration in unsere konzernweiten Stresstests, die unsere Absorptionsfähigkeit dieser Ereignisse für den Fall ihres Eintritts bewerten. Die Ergebnisse dieser Tests zeigten, dass wir derzeit ausreichend Kapital und Liquiditätsreserven vorhalten, um die Auswirkungen dieser Risiken zu absorbieren, falls sie in Übereinstimmung mit den Testparametern eintreten.

In den ersten sechs Monaten 2015 hielt der in 2014 beobachtete globale aufsichtsrechtliche Trend zu mehr Regulierung an, der sich aus unserer Sicht auch in den nächsten Jahren wahrscheinlich fortsetzen wird. Wir konzentrieren uns daher darauf, potenzielle aufsichtsrechtliche Änderungen zu identifizieren und deren mögliche Auswirkungen auf unser Geschäftsmodell und unsere Prozesse zu bewerten.