Liquidität, Eigenkapital und Aufsichts­rechtliches Eigenkapital

Liquidität

Die Liquiditätsreserven beliefen sich zum 30. Juni 2015 auf 199 Mrd € (im Vergleich zu 184 Mrd € zum 31. Dezember 2014), woraus im Stressszenario zum 30. Juni 2015 ein positives Ergebnis resultierte (in einem kombinierten Szenario).

Eigenkapital

Das Eigenkapital hat sich zwischen dem 31. Dezember 2014 und dem 30. Juni 2015 insgesamt um 2,5 Mrd € erhöht. Dieser Anstieg resultierte in erster Linie aus einem positiven Effekt aus Wechselkursänderungen in Höhe von 2,6 Mrd € (vor allem US-Dollar). Zum Anstieg des Eigenkapitals trug des Weiteren das den Deutsche Bank-Aktionären und Zusätzlichen Eigenkapitalbestandteilen zurechenbare Konzernergebnis von 1,3 Mrd € bei. Teilweise gegenläufig zu dieser positiven Entwicklung waren die Dividendenzahlung an Deutsche Bank-Aktionäre von 1,0 Mrd €, unrealisierte Verluste (per Saldo) aus zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten in Höhe von 367 Mio €, die hauptsächlich aus niedrigeren Marktpreisen von festverzinslichen Wertpapieren europäischer Emittenten resultierten, sowie die Couponzahlung für Zusätzliche Eigenkapitalbestandteile von 228 Mio € nach Steuern.

Aufsichtsrechtliches Eigenkapital

Die Berechnung unseres aufsichtsrechtlichen Eigenkapitals, unserer risikogewichteten Aktiva und unserer Kapitalquoten auf Basis der Eigenkapitalanforderungen erfolgt gemäß der Capital Requirements Regulation (CRR) und der Capital Requirements Directive 4 (CRD 4), die am 27. Juni 2013 veröffentlicht wurde, einschließlich der darin enthaltenen Übergangsregelungen. Das aufsichtsrechtliche Eigenkapital und die Kapitalquoten, die in diesem Bericht dargestellt sind, berücksichtigen die Entscheidung (EU) (2015/4) der Europäischen Zentralbank (EZB) vom 4. Februar 2015 über die Anrechnung von Jahresend- oder Zwischengewinnen im Harten Kernkapital. Für die Darstellung der Ergebnisse unter Berücksichtigung der Übergangsregeln verwenden wir die Bezeichnung „CRR/CRD 4“. Bei Darstellung der Ergebnisse auf Basis einer vollständigen Anwendung des finalen Rahmenwerks verwenden wir den Begriff „CRR/CRD 4-Vollumsetzung“.

Das Kernkapital gemäß CRR/CRD 4 betrug 62,2 Mrd € zum Ende des zweiten Quartals 2015 und war damit 1,7 Mrd € niedriger als am Jahresende 2014. Die CRR/CRD 4-Kernkapitalquote belief sich zum 30. Juni 2015 auf 14,9 % und lag damit unter den 16,1 % zum Jahresende 2014. Das CRR/CRD 4-Harte Kernkapital (CET 1) verringerte sich in den ersten sechs Monaten des Jahres 2015 um 1,0 Mrd € auf 59,1 Mrd €. Die CRR/CRD 4 Harte Kernkapitalquote betrug zum Ende des Berichtsquartals14,2 %, verglichen mit 15,2 % zum Jahresende 2014. Das Zusätzliche Kernkapital (AT1) gemäß CRR/CRD 4 verringerte sich um 0,7 Mrd € auf 3,1 Mrd €.

Der Rückgang im Harten Kernkapital gemäß CRR/CRD 4 in den ersten sechs Monaten 2015 resultierte aus dem Anstieg in unseren Instrumenten und Rücklagen des Harten Kernkapitals in Höhe von 2,4 Mrd €, die durch höhere aufsichtsrechtliche Anpassungen des Harten Kernkapitals in Höhe von 3,4 Mrd € im Vergleich zum Jahresende 2014 mehr als ausgeglichen wurden. Beide Entwicklungen gehen im Wesentlichen auf Währungsumrechnungseffekte zurück. Die Anpassungen betreffen überwiegend Kapitalabzüge vom Harten Kernkapital, im Wesentlichen immaterielle Vermögenswerte und latente Steueransprüche, die in 2015 mit einem ‚Phase-in‘-Satz von 40 % (20 % in 2014) zu berücksichtigen sind. Das den Deutsche Bank-Aktionären und Zusätzlichen Eigenkapitalbestandteilen zurechenbare Ergebnis nach Steuern der ersten Jahreshälfte 2015 in Höhe von 1,3 Mrd € wurde durch die Dividendenabgrenzung größtenteils kompensiert, da gemäß der oben erwähnten EZB-Entscheidung eine Ausschüttungsquote in Höhe von 89 % zur Anwendung kommt und somit ein Restbetrag in Höhe von 136 Mio € im Harten Kernkapital Berücksichtigung findet.

Der Rückgang in unseren Instrumenten des Zusätzlichen Kernkapitals gemäß CRR/CRD 4 in Höhe von 2,9 Mrd € in den ersten sechs Monaten 2015 im Vergleich zum 31. Dezember 2014 war im Wesentlichen auf unsere Kündigungen von ehemals emittierten Hybriden Kernkapital-Instrumenten zurückzuführen. Ein ausgleichender Effekt ergab sich aus bestimmten Abzügen (hauptsächlich immaterielle Vermögenswerte), die schrittweise abnehmend vom Zusätzlichen Kernkapital abgesetzt werden. Diese Abzüge stellen den Restbetrag von bestimmten Kapitalabzügen des Harten Kernkapitals (das heißt 60 % in 2015 verglichen mit 80 % in 2014) dar, die bei Anwendung der CRR/CRD 4 in der Vollumsetzung vom Harten Kernkapital abgezogen werden, während der Übergangszeit jedoch vom Zusätzlichen Kernkapital abgezogen werden dürfen. Dieser Effekt führte in den ersten sechs Monaten 2015 zu niedrigeren aufsichtsrechtlichen Anpassungen des Zusätzlichen Kernkapitals in Höhe von 2,2 Mrd €.

Die RWA gemäß CRR/CRD 4 betrugen 417 Mrd € zum 30. Juni 2015 im Vergleich zu 397 Mrd € zum Jahresende 2014. Der Anstieg um 20 Mrd € beruht größtenteils auf Fremdwährungsschwankungen in Höhe von 13 Mrd € und risikogewichteten Aktiva aus dem operationellen Risiko in Höhe von 13 Mrd €, die durch die Berücksichtigung von Verlusten und Rückstellungen aus Rechtsstreitigkeiten sowie durch die Erhöhung des operationellen Verlustprofils der kompletten Branche entstehen. Der Anstieg wurde teilweise durch geringere Risikovolumen und Bemühungen zur Risikoreduzierung bei den risikogewichteten Aktiva im Marktrisiko und CVA ausgeglichen.

Unser CRR/CRD 4-Kernkapital in der Vollumsetzung betrug 51,9 Mrd € zum 30. Juni 2015 und war damit 1,2 Mrd € höher als zum Jahresende 2014. Die CRR/CRD Kernkapitalquote (Vollumsetzung) belief sich zum 30. Juni 2015 auf 12,5 % und lag damit unter den 12,9 % zum 31. Dezember 2014. Unser CRR/CRD 4 Hartes Kernkapital in der Vollumsetzung erhöhte sich in den ersten sechs Monaten 2015 um 1,3 Mrd € auf 47,4 Mrd €. Die Harte Kernkapitalquote gemäß CRR/CRD 4-Vollumsetzung belief sich zum 30. Juni 2015 auf 11,4 % und lag damit unter den 11,7 % zum 31. Dezember 2014.

Der Anstieg des Harten Kernkapitals gemäß CRR/CRD 4-Vollumsetzung in den ersten sechs Monaten 2015 basierte im Wesentlichen auf Währungsumrechnungseffekten in Höhe von 1,4 Mrd € im Vergleich zum Jahresende 2014. Der positive Effekt aus das Harte Kernkapital wurde in seiner Auswirkung auf die Quote allerdings mehr als ausgeglichen durch den Anstieg der RWA gemäß CRR/CRD 4-Vollumsetzung.

Die risikogewichteten Aktiva gemäß CRR/CRD 4-Vollumsetzung betrugen 416 Mrd € zum 30. Juni 2015 im Vergleich zu 394 Mrd € zum Jahresende 2014. Der Anstieg resultiert aus den gleichen Veränderungen wie zuvor für die risiko-gewichteten Aktiva unter Anwendung der Übergangsbestimmungen beschrieben. Die risiko-gewichteten Aktiva gemäß CRR/CRD 4-Vollumsetzung waren um 0,8 Mrd € geringer als die RWA unter Anwendung der Übergangsbestimmungen. Der Unterschied kommt durch niedrigere risiko-gewichtete Aktiva aus unseren latenten Steueransprüchen, die aus temporären Differenzen resultieren, und unseren signifikanten Beteiligungen in Instrumente des harten Kernkapital von Unternehmen der Finanzbranche, welche beide in die Schwellenwert-Ausnahmeregelung gemäß Artikel 48 CRR einbezogen werden, zustande.