Ausblick

Der folgende Abschnitt sollte in Verbindung mit dem Ausblick im Lagebericht des Finanzberichts für das Jahr 2014 und des Zwischenberichts des zweiten Quartals 2015 gelesen werden.

Die Weltwirtschaft

Im Jahr 2015 dürfte sich das Wachstum der Weltwirtschaft auf 3,1 % leicht verlangsamen und damit erneut unter der Trendwachstumsrate bleiben. Die globale Inflationsrate dürfte sich durch die schwache Entwicklung der Rohstoffpreise und weiter unterausgelastete Kapazitäten auf 3,5 % abschwächen. Für die Industrieländer rechnen wir mit einer leichten Wachstumsbeschleunigung auf 1,9 % und einem nahezu unveränderten Anstieg der Verbraucherpreise um 0,4 %. Dagegen erwarten wir in den Schwellenländern eine Wachstumsabschwächung auf 4,0 %. Die Inflationsrate dürfte dort bei 5,8 % liegen.

Das BIP der Eurozone dürfte aufgrund steigender Beschäftigung und Löhne sowie niedrigerer Ölpreise im Jahr 2015 um 1,5 % steigen. Die bestehenden geopolitischen Risiken sowie der notwendige Abbau der privaten und öffentlichen Schulden haben einen dämpfenden Effekt. Unterausgelastete Kapazitäten und die schwache Rohstoffpreisentwicklung dürften wahrscheinlich dazu führen, dass die Verbraucherpreise nur um 0,1 % steigen. Unterstützt wird die Konjunktur der Eurozone weiter durch die expansiv ausgerichtete Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB), die im März 2015 im Rahmen ihrer unkonventionellen Maßnahmen den Kauf von Vermögenswerten auf monatlich 60 Mrd € angehoben hat. Die deutsche Wirtschaft dürfte im Jahr 2015, hauptsächlich binnenwirtschaftlich getrieben, um 1,7 % und damit erneut stärker als die Eurozone insgesamt wachsen.

Für die USA erwarten wir im Jahr 2015 ein Wachstum von 2,4 %. Während die fortgesetzte Belebung des Arbeitsmarktes und des Wohnungsbaus positive Impulse liefern, dämpft das externe Umfeld infolge des aufgewerteten US-Dollar und der verhaltenen globalen Nachfrage. Die Verbraucherpreise steigen im Jahr 2015 infolge schwacher Rohstoffpreise und eines nur moderaten Lohndrucks wahrscheinlich um 0,4 %. Die Geldpolitik der Federal Reserve dürfte die US-Konjunktur weiter unterstützen. Wir rechnen mit einer ersten Erhöhung des Leitzinses im März 2016.

Die japanische Wirtschaft dürfte im Jahr 2015 um 0,6 % wachsen. Die Fiskalpolitik und die weiter extrem expansiv ausgerichtete Geldpolitik dürften Wachstumsimpulse liefern, wobei die schwache externe Nachfrage diese dämpfen könnte. Die Inflation dürfte nach dem Auslaufen des Effekts der Mehrwertsteuererhöhung und angesichts schwacher Rohstoffpreise im Jahr 2015 auf 0,8 % fallen. Wir erwarten, dass sich das Wachstum in den Schwellenländern im Jahr 2015 abschwächt. Das Wachstum in Asien (ohne Japan) dürfte sich auf 6,2 % verlangsamen und die Inflation bei 2,5 % liegen. Chinas Wirtschaft dürfte im Jahr 2015 zum Großteil durch die Abkühlung am Immobilienmarkt und schwache ausländische Nachfrage nur noch um 7,0 % zulegen und eine Inflationsrate von 1,7 % erreichen. Die Geldpolitik dürfte noch expansiver ausgerichtet werden, um die Wirtschaft zu stützen.

Hauptrisiken für unseren globalen Ausblick liegen in China, wo eine harte Landung globale Verwerfungen nach sich ziehen könnte, und in einer Verschärfung geopolitischer Risiken, insbesondere in der anhaltenden Syrien-Krise. Risiken für unsere Prognosen liegen zudem in den USA, wo der anstehende Kurswechsel der US-Geldpolitik zu einem deutlich stärker als von uns zunächst unterstellten Zinsanstieg am Rentenmarkt führen könnte. Dies hätte negative Folgen für andere Assetklassen und könnte insbesondere in den Schwellenländern zu Kapitalabflüssen führen. Zudem könnte die US-Dollar-Aufwertung den US-Außenhandel stärker als erwartet belasten. In Europa könnten eine aufflammende Diskussion über den weiteren Kurs der Geldpolitik und die Zukunft der Eurozone, eine ausbleibende fiskalische Konsolidierung und eine Verzögerung bei der Implementierung von Strukturreformen sowie eine gestiegene Zustimmung für eurokritische Parteien erhebliches Störpotenzial für unsere Prognosen entfalten. Außerdem könnte der Flüchtlingszustrom nach Europa die politische Uneinigkeit in der Europäischen Union verschärfen.

Die Bankenbranche

In den nächsten zwölf Monaten ist eine weitere Verbesserung der Geschäftsentwicklung und Profitabilität der europäischen Banken zu erwarten. Das Kreditgeschäft mit Unternehmen dürfte auf dem zu Beginn dieses Quartals eingeschlagenen Wachstumspfad bleiben, ebenso die Kreditvergabe an private Haushalte. Infolge der konjunkturellen Belebung im Euroraum ist ein weiterer Rückgang der Kreditrisikovorsorge wahrscheinlich. Die Einlagenvolumina werden voraussichtlich ebenfalls moderat ansteigen. In Deutschland ist grundsätzlich von einer ähnlichen Entwicklung wie im Euroraum insgesamt auszugehen. Die moderate Expansion des Kreditvolumens mit Unternehmen, die in Deutschland früher wieder eingesetzt hatte, sollte anhalten, ebenso wie die Ausweitung des privaten Hypothekengeschäfts.

In den USA ist im Laufe des nächsten Jahres ein anhaltendes Wachstum der Bilanzsumme zu erwarten, die soliden Konjunkturaussichten könnten insbesondere zu einer höheren Kreditvergabe an Unternehmen führen. Mit der zu erwartenden Zinswende der Federal Reserve ist mittelfristig von einer Stabilisierung der Zinsmarge auszugehen. Auch deswegen könnte die bereits auf einem hohen Niveau liegende Profitabilität der amerikanischen Banken noch weiter zulegen.

Nachdem in Japan die Kreditvergabe zuletzt über dem langjährigen Trend lag, könnte das Geschäft mit exportabhängigen Unternehmen infolge der konjunkturellen Eintrübung im asiatischen Raum nun an Dynamik verlieren. In China dürften die niedrigen zweistelligen Wachstumsraten des Kredit- und Einlagenvolumens anhalten.

Mit Blick auf Themen der Finanzmarkt-Regulierung und -Aufsicht könnten in den nächsten zwölf Monaten einerseits die globalen Debatten um weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Eigenkapitalausstattung von Banken und ihrer Abwickelbarkeit im Krisenfall im Fokus stehen (höhere Risikogewichte für Handelsbuchpositionen, Vereinheitlichung von Risikobewertungen, "Total Loss Absorbing Capacity" (TLAC)), andererseits speziell in Europa verschiedene bereits länger diskutierte Vorhaben wie die sogenannte Bankenstrukturreform oder die Finanztransaktionssteuer. Der konkreten Ausgestaltung des Großprojekts Kapitalmarktunion wird erhebliche Bedeutung zukommen. Fest steht in jedem Fall, dass in der Bankenunion mit dem Jahr 2016 der einheitliche Abwicklungsmechanismus mitsamt Abwicklungsbehörde und Abwicklungsfonds voll zu greifen beginnt (Letzterer muss dann allerdings noch schrittweise aufgebaut werden). Am 24. September 2015 hat der Deutsche Bundestag das Abwicklungsmechanismusgesetz beschlossen, mit dem das Sanierungs- und Abwicklungsgesetz (SAG) an die SRM-Verordnung angepasst wird. Der Bundesrat hat dem Gesetz am 16. Oktober 2015 zugestimmt. Das Gesetz, das noch nicht in Kraft getreten ist, würde die Rangfolge im Insolvenzfall von deutschen Kreditinstituten, die der Kapitaladäquanzverordnung unterliegen, in der Weise ändern, dass im Abwicklungsfall vorrangige nicht-strukturierte unbesicherte Schuldverschreibungen im Rang hinter sonstigen vorrangigen Verbindlichkeiten zurücktreten.

Der Deutsche Bank-Konzern

Im April 2015 haben wir mit der „Strategie 2020“ die nächste Phase unserer Strategie angekündigt und haben dazu im Oktober 2015 weitere Details veröffentlicht, um die Schlüsselthemen der Strategie 2020 herauszuarbeiten. Diese umfassen Kostensenkungen, die Stärkung des Kapitals und der Kontrollen. Wir haben des Weiteren spezifische Durchführungsmaßnahmen für jedes Segment bekannt gegeben und unsere finanziellen Ziele aktualisiert.

Wir veröffentlichten Pläne zur Reduzierung unserer Kostenbasis auf ein strukturell vertretbares Niveau. Spezifische Maßnahmen umfassen die Einschränkung unserer regionalen Präsenz, die Verringerung der Anzahl der Kunden in Global Markets und im Corporate & Investment Banking um ungefähr die Hälfte, die Verschlankung unseres Produktportfolios in Global Markets und in Private, Wealth and Commercial Clients, die Überarbeitung unserer IT-Architektur, und die Verringerung der organisatorischen Komplexität durch Eliminierung von Hierarchieebenen und Reduzierung der Anzahl von rechtlichen Einheiten. Unser Ziel ist es, mit den Kostensenkungsmaßnahmen Nettoeinsparungen (berechnet als Nettoveränderung gegenüber unserer Kostenbasis von 2015) von circa 1 bis 1,5 Mrd € in unseren bereinigten Zinsunabhängigen Aufwendungen bis 2018 zu erzielen (die bereinigten Zinsunabhängigen Aufwendungen definieren wir als Zinsunabhängige Aufwendungen insgesamt, abzüglich Abfindungszahlungen, Restrukturierungsaufwand, Wertminderung auf Geschäfts- oder Firmenwert und sonstige immaterielle Vermögenswerte, Aufwendungen im Versicherungsgeschäft und Aufwendungen im Zusammenhang mit Rechtsstreitigkeiten). Dem stehen Restrukturierungs- und Abfindungskosten von circa 3 bis 3,5 Mrd € gegenüber, die voraussichtlich zwischen 2015 und 2018 anfallen, so dass wir von einer geplanten bereinigten zinsunabhängigen Kostenbasis von unter 22 Mrd € ausgehen. Darüber hinaus planen wir für die nächsten 24 Monate Verkäufe von Vermögenswerten, die derzeit eine Gesamtkostenbasis von ungefähr 4 Mrd € reflektieren.

Wir planen eine organische Stärkung unserer Kapitalposition. Um dies zu erreichen, gaben wir eine Reihe spezifischer Maßnahmen bekannt, wie die Reduzierung der Risikogewichteten Aktiva (RWA) von derzeit 408 Mrd € auf circa 320 Mrd € bis zum Jahr 2018, vor RWA-Anstieg auf Grund veränderter regulatorischer Anforderungen („RWA-Inflation“). Unter Berücksichtigung dieser regulatorischen Erhöhungen erwarten wir, dass die RWAs im Jahr 2020 über 410 Mrd € liegen werden. Wir beabsichtigen, das Leverage Exposure gemäß CRD 4 um circa 170 Mrd € bis zum Jahr 2018 zu reduzieren und durch die Empfehlung an unsere Aktionäre, die Dividendenzahlungen in 2015 und 2016 auszusetzen, Kapital zu erhalten.

Wir beabsichtigen, unser Kontrollumfeld zu stärken. Dies wird Investitionen in Bereiche wie Know-Your-Customer (KYC) und Anti-Geldwäsche-Kontrollen (Anti-Money-Laundering; „AML“), die Überprüfung von Kundenbeziehungen und von Bereichen für potentielle Kontrollrisiken, und die Einführung von Maßnahmen zur Stärkung der Verantwortlichkeit für Fehlverhalten in der Organisation beinhalten.

Wir haben kürzlich ein neues Geschäftsmodell veröffentlicht, das eine Reorganisation unserer Segmente umfasst. Seitdem haben wir spezifische Maßnahmen zur Umsetzung der Strategie 2020 in den vier neuen Segmenten entwickelt. Diese beinhalten die folgenden vorgesehenen Maßnahmen mit den wie folgt konkretisierten vorgesehenen Effekten:

  • Global Markets: Rationalisierung und Optimierung des Business-Mix, Ausstieg oder Rationalisierung mehrerer Produkte einschließlich Rates Legacy, RMBS Trading, Securitized Trading und Emerging Market Debt bei gleichzeitiger Reinvestition in weniger bilanzintensive Geschäfte. Wir beabsichtigen, unser Leverage Exposure um circa 70 Mrd € und unsere RWAs um circa 30 Mrd € zu reduzieren. Wir planen des Weiteren, die Anzahl der Kundenbeziehungen zu überprüfen und materiell zu reduzieren und Handelsaktivitäten vor Ort in einer Reihe von Ländern einzustellen.
  • Corporate & Investment Banking (CIB): Zusammenfassung von Firmenkundengeschäft, Unternehmensfinanzierung und Transaktionsgeschäft unter einheitlicher Leitung. Wir beabsichtigen, die Kundenbeziehungen zu hochkarätigen und erstklassigen Kunden zu vertiefen, die Produktdurchdringung zu erhöhen um Erträge zu steigern, Kundenbeziehungen mit unzureichenden Erträgen einzustellen, unsere geographische Präsenz zu reduzieren und zu rationalisieren, und durch eine Verbesserung der Kapitalallokation und der Kreditvergabeprozesse eine Erhöhung der Effizienz zu erreichen.
  • Private, Wealth and Commercial Clients: Zusammenführung von Private & Business Clients (PBC) und Wealth Management, um eine führende, stark digitalisierte Beratungsbank mit einem wachsenden Angebot an globaler Vermögensverwaltung zu schaffen. Diese Ziele beinhalten das Anbieten eines nahtlosen „One-Bank-Ansatzes“ für die Kundenabdeckung in Deutschland, die Entwicklung eines integrierten Ansatzes für den wachsenden Bereich der Unternehmer in Deutschland und Europa, und eine weitere Expansion in den Bereichen der High Net- Worth und Ultra High Net Worth-Kundensegmente in Amerika und Asien. Wir beabsichtigen, unser Portfolio, einschließlich der Veräußerung der Postbank und des Verkaufs unseres 19,99 %-igen Anteils an der Hua Xia Bank Co. Ltd. in China, zu überarbeiten. Außerdem planen wir, mit der Schließung von mehr als 200 Filialen in Deutschland, der Vereinfachung unserer deutschen regionalen Struktur und durch die Verschlankung unserer Zentrale, eine Rationalisierung unseres Netzwerkes durchzuführen. Wir beabsichtigen weiterhin, das Produktportfolio mit dem Ziel zu straffen, die Anzahl der Produkte um circa ein Drittel zu reduzieren.
  • Asset Management: Wir planen, auf einer globalen Kundenbasis mit starkem Momentum aufzubauen, einschließlich eines diversifizierten Geschäfts mit regelmäßigen Provisionserträgen, das kapitaleffizient ist und attraktive Erträge und starke Nettomittelzuflüsse generiert. Wir streben die Entwicklung innovativer Angebote für den Ruhestand und strategischer Betaprodukte an. Ebenso werden wir passive Produktangebote (ETFs), alternative Produkte und Multi-Asset-Anlagemöglichkeiten weiterentwickeln, weiter in Kundenlösungen in Schlüsselbereichen wie der Altersvorsorge investieren, Nachhaltigkeit stärken, das Investieren als etablierte Vermögensklasse beeinflussen und die Investitionsprozesse automatisieren.
  • Non-Core Operations Unit (NCOU): Zusätzlich planen wir in der NCOU den Abbau zu beschleunigen, der mit positiver Auswirkung auf die Tier-1-Kernkapitalquote weitestgehend bis 2016 abgeschlossen sein soll.

Wir haben auch unsere Finanzziele wie folgt aktualisiert:

  • Harte Kernkapitalquote gemäß CRR/CRD 4 (Vollumsetzung) von mindestens 12,5 % ab dem Jahresende 2018,
  • Verschuldungsquote gemäß CRR/CRD 4 (Vollumsetzung) von mindestens 4,5 % bis 2018 und mindestens 5 % bis 2020,
  • Eigenkapitalrendite nach Steuern von mehr als 10 %, basierend auf dem durchschnittlichen materiellen Eigenkapital, ab 2018,
  • Bereinigte Zinsunabhängige Aufwendungen von unter 22 Mrd € ab 2018,
  • Eine Aufwand-Ertrag-Relation von circa 70 % in 2018 und circa 65 % in 2020,
  • Risikogewichtete Aktiva (RWA) von circa 320 Mrd € in 2018 und 310 Mrd € in 2020, vor Berücksichtigung der RWA-Inflation aus regulatorischen Anforderungen, die auf mindestens 100 Mrd € für den Zeitraum bis 2020 geschätzt wird.
  • Des Weiteren streben wir eine marktgerechte Dividendenausschüttungsquote nach dem Geschäftsjahr 2016 an.

Die Umsetzung der Ziele unserer Strategie 2020 und die Realisierung ihres erwarteten Nutzens können durch zahlreiche interne und externe Faktoren wie Markt-, wirtschaftliche und politische Unsicherheiten beeinträchtigt oder behindert werden. Wirtschaftliche Unsicherheiten wie ein erneutes Auftreten extremer Turbulenzen an den Märkten, eine Verschlechterung der globalen, regionalen und nationalen Wirtschaftslage, ein anhaltendes Niedrigzinsumfeld, ein verstärkter Wettbewerb am Markt und politische Instabilität, besonders in Europa, können sich auf unsere Fähigkeit zur Erreichung dieser Ziele auswirken. Aufsichtsrechtliche Veränderungen könnten ebenfalls negative Auswirkungen auf unsere strategischen Ziele haben. Insbesondere könnten Aufsichtsbehörden Änderungen unseres Geschäftsmodells oder unserer Organisationsstruktur verlangen, die möglicherweise unsere Profitabilität senken.

Außerdem unterliegen wir zahlreichen Rechts-, Schlichtungs- und aufsichtsrechtlichen Verfahren sowie Untersuchungen in Deutschland und im Ausland, insbesondere in den USA, deren Ausgang äußerst unsicher ist. Obwohl wir eine Reihe wichtiger Rechtsfälle beigelegt und bei anderen Fortschritte erzielt haben, erwarten wir in dieser Hinsicht ein weiterhin herausforderndes Umfeld. Sollten Rechtsstreitigkeiten und regulatorische Angelegenheiten im selben Maße wie in den vergangenen Jahren anhalten, können wir die Ziele unserer Strategie 2020 möglicherweise nicht erreichen. Falls wir unsere strategischen Initiativen nicht oder nur teilweise implementieren können, diese nicht den erwarteten Nutzen bringen oder die Umsetzungskosten von circa 3 bis 3,5 Mrd € überschreiten, können wir unsere finanziellen Ziele unter Umständen nicht erreichen oder einen Verlust erleiden. Des Weiteren könnte auch unsere Profitabilität sinken oder sich unsere Kapitalbasis verringern. Und unsere finanzielle Konstitution, unsere Geschäftsergebnisse und unser Aktienkurs könnten wesentlich und nachteilig beeinflusst werden.

Die Segmente

Am 18. Oktober 2015 hat die Deutsche Bank Pläne bekannt gegeben, ihre Geschäftsabläufe unter einer neuen Segmentstruktur zu reorganisieren. Die folgenden Abschnitte enthalten den Ausblick der Segmente in ihrer derzeitigen organisatorischen Struktur.

Corporate Banking & Securities (CB&S) verzeichnete im Einklang mit der gesamten Investmentbankingindustrie ein starkes erstes Halbjahr 2015, während im zweiten Halbjahr mit einem Rückgang des Wachstums zu rechnen ist. Für das Gesamtjahr 2015 rechnen wir damit, dass die Erträge im Jahresvergleich aufgrund des günstigeren ökonomischen Ausblicks und der hohen Volatilität moderat steigen. Wir werden jedoch weiter vor Herausforderungen stehen, insbesondere erwarten wir schwierige Marktbedingungen im vierten Quartal 2015 und sehen uns anhaltenden hohen regulatorischen Anforderungen und einem fortgesetzten Druck auf Ressourcen ausgesetzt. Im Bereich Sales & Trading rechnen wir im Jahr 2015 mit einem leichten Anstieg der Erträge gegenüber 2014, der durch eine gestiegene Volatilität und Kundenaktivität infolge der zunehmenden Unterschiede in der Geldpolitik unterstützt wird. Die Erträge in Sales & Trading (Equity) dürften im Vergleich zum Vorjahr aufgrund der stärkeren Volatilität und der höheren Kundenaktivität ebenfalls zunehmen. In Corporate Finance erwarten wir für das Jahr 2015 ein Provisionsaufkommen, das leicht über dem Niveau des Vorjahres liegen wird. CB&S wird sich weiter auf die Umsetzung der Ziele der Strategie 2020 fokussieren.

Im Rahmen der neuen Strategie 2020 plant der Unternehmensbereich Private & Business Clients (PBC) sein Geschäftsmodell neu auszurichten. Mit der geplanten Entkonsolidierung der Postbank werden wir uns auf das Beratungsgeschäft refokussieren und unsere Verschuldungsquote weiter verringern. Darüber hinaus beabsichtigen wir, unser Vertriebsmodell dem veränderten Kundenverhalten anzupassen, indem wir die Kapazität unseres Omnikanal-Modells durch zusätzliche Investitionen in digitale Lösungen erhöhen und mehr als 200 Filialen in Deutschland schließen. Zudem wollen wir weiterhin in die Verbesserung unserer Effizienz und Servicequalität investieren sowie zentrale Funktionen und Front-to-Back-Prozesse optimieren. Diese Transformation wird es uns ermöglichen, PBC als eine führende, beratungsorientierte, digitale Bank für Privat- und Geschäftskunden zu positionieren. Die Umsetzung der damit verbundenen Maßnahmen wird voraussichtlich bereits in diesem Jahr beginnen und könnte damit unser Ergebnis im Jahr 2015 negativ beeinflussen. Darüber hinaus ist es unser Ziel, die Bilanzeffizienz weiter zu steigern und unseren Fokus auf Anlage- und Versicherungsprodukte auszubauen. Im Kreditgeschäft streben wir eine ausgewogene Entwicklung unter Beibehaltung der strengen Risikodisziplin und bei gezielter Optimierung unseres Kapitaleinsatzes an. Trotz dieser geschäftlichen Chancen könnten das gesamtwirtschaftliche Umfeld, das niedrige Zinsniveau sowie steigende aufsichtsrechtliche Anforderungen unsere Ergebnisentwicklung auch künftig negativ beeinflussen.

Für Global Transaction Banking (GTB) dürften das anhaltend niedrige Zinsniveau mit negativen Zinssätzen in wichtigen Märkten, die hohe Volatilität an den Aktienmärkten, ein äußerst starker Wettbewerb sowie Herausforderungen aufgrund geopolitischer Ereignisse auch für die verbleibenden Monate des Jahres 2015 bis in das Jahr 2016 hinein für Abwärtsdruck in unserem Geschäft sorgen. Wir erwarten jedoch, dass der Volumenzuwachs diese Entwicklungen über alle unsere Hauptprodukte hinweg ausgleicht. Wir fokussieren uns weiterhin auf den Aufbau und die Vertiefung von Kundenbeziehungen. Dies wird durch unsere umfassende Palette an hochwertigen und innovativen Produkten sowie Dienstleistungen unterstützt. Wir glauben, dass wir dadurch gut aufgestellt sind, um in dem von Herausforderungen geprägten Umfeld erfolgreich zu bestehen und das Geschäft von GTB weiter auszubauen.

Für Deutsche Asset & Wealth Management (Deutsche AWM) erwarten wir, dass sich im Jahr 2015 das anhaltende Wachstum in der Vermögensverwaltungsbranche weltweit fortsetzt. Dies dürfte durch langfristige Trends begünstigt werden, die sich positiv auf große lösungsorientierte Anbieter wie Deutsche AWM auswirken. Zu diesen Treibern gehören ein wachsendes Segment der sehr vermögenden Privatkunden, eine alternde Bevölkerung, die sich auf den Vermögenstransfer zwischen den Generationen vorbereitet, und die seitens der Privat- wie auch institutionellen Kunden gestiegene Nachfrage nach alternativen und passiven/Beta-Anlageprodukten. Bestimmte makroökonomischen Entwicklungen, wie die Volatilität an den Finanzmärkten, sorgen allerdings für Unsicherheiten und eine Risikoaversion der Investoren, während ein zunehmend reguliertes globales Geschäftsumfeld die Kosten erhöht und das Geschäftswachstum beeinflussen kann. Kurzfristig könnten ein Rückgang der Transaktionsaktivitäten an den Kapitalmärkten, geringere erfolgsabhängige Provisionen und das anhaltende Niedrigzinsumfeld, das sich auf die Margen im Einlagengeschäft auswirkt, einen Anstieg der Erträge und der Profitabilität dämpfen. Deutsche AWM erwartet jedoch, auch künftig die Erträge und den Marktanteil in den wichtigsten Kundensegmenten ausbauen zu können. Hierfür bietet der Bereich mithilfe eines integrierten und differenzierten Leistungsangebots und Betreuungsmodells innovative Anlagelösungen und Beratung an. Neben der Fortsetzung unseres Kosten- und Ressourcenmanagements erwarten wir, dass die Transformation unserer Betriebs- und Technologieplattformen die Komplexität verringert sowie die Systeme und Effizienz für das Anlagemanagement, den Kundenservice und die Berichterstattung verbessert.

Die Non-Core Operations Unit (NCOU) wird sich weiterhin auf die Verringerung der Verschuldung und der risikogewichteten Aktiva fokussieren. Ziel ist es, die verbleibenden Positionen bis zum Jahr 2018 im Wesentlichen aufzulösen. Die Herausforderungen im derzeitigen Marktumfeld können die Umsetzung der NCOU-Strategie zum Risikoabbau beeinflussen. Sie können zudem zu Abweichungen im Zeitplan für den Risikoabbau führen und sich auf künftige Ergebnisse auswirken. Neben den Unsicherheiten, die sich aus der NCOU-Strategie zum Risikoabbau ergeben, fallen in diesem Bereich weiterhin Kosten aufgrund hochverzinslicher Verbindlichkeiten an, die sich jedoch bei einer künftigen Entkonsolidierung der Postbank vermindern sollten. Das Umfeld für Rechtsstreitigkeiten und Durchsetzungen dürfte auch in absehbarer Zukunft schwierig bleiben.