Operationelle Risiken

In den ersten neun Monaten 2015 waren unsere operationellen Risikoverluste weiterhin durch Verluste aus Rechtsstreitigkeiten und durch Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten bestimmt. Für einen Überblick über unsere bestehenden rechtlichen und regulatorischen Verfahren verweisen wir auf das Kapitel „Sonstige Finanzinformationen“ in diesem Zwischenbericht. Unsere nicht auf Rechtsstreitigkeiten beruhenden operationellen Risikoverluste waren weiterhin geringer als in den ersten neun Monaten 2014. Der Ausblick für das verbleibende Jahr bleibt aufgrund des rechtlichen und regulatorischen Umfeldes, das sich unseres Erachtens weiterhin auf unser Geschäft auswirken wird, verhalten. Die zukunftsorientierte Steuerung unseres operationellen Risikos wird durch die Überwachung der potenziellen Gewinn- und Verlustsituation auf Basis von regulären Überprüfungen von Rechtsrisiken, Trendanalysen zu eingetretenen Verlusten und Risikoindikatoren gefördert.

Ökonomischer Kapitalbedarf für operationelle Risiken nach Geschäftsbereichen

 

 

 

Veränderung 2015 gegenüber 2014

in Mio €
(sofern nicht anders angegeben)

30.9.2015

31.12.2014

in Mio €

in %

Corporate Banking & Securities

6.516

3.569

2.947

83

Private & Business Clients

735

1.088

−354

−32

Global Transaction Banking

989

150

839

559

Deutsche Asset & Wealth Management

1.153

722

431

60

Non-Core Operations Unit

455

2.070

−1.615

−78

Ökonomischer Kapitalbedarf für operationelle Risiken insgesamt

9.847

7.598

2.249

30

Der Ökonomische Kapitalbedarf für operationelle Risiken erhöhte sich im Vergleich zum Jahresende 2014 um 2,2 Mrd € oder 30 % und betrug zum 30. September 2015 9,8 Mrd €. Der Anstieg resultiert im Wesentlichen aus internen und externen Verlusten aus Rechtsstreitigkeiten, die in unserem Kapitalmodell genutzt werden und ein erhöhtes operationelles Risikoverlustprofil der gesamten Branche widerspiegeln. Abgesehen von der Gesamtzunahme des Ökonomischen Kapitals wurden die geschäftsbereichsbezogenen Veränderungen auf periodischer Basis durch eine Änderung der Allokationsmethode hervorgerufen. Insbesondere wurde die Kapitalallokationsmethode für die Non-Core Operations Unit (NCOU) auf eine vermögenswertbasierte Methode angepasst. Die neue Allokation ersetzt die komplexere, jedoch ungenauere bisherige Allokation und berücksichtigt unseres Erachtens das zurückgehende Restrisiko bei dem Abbau von Geschäftseinheiten in angemessenerer Art und Weise. Dies führt zu einem Anstieg im Ökonomischen Kapital von CB&S.

Entwicklung des Rahmenwerks im operationellen Risikomanagement

Um das Risikoprofil angemessen widerzuspiegeln, wird unser AMA-Modell (Advanced Measurement Approach) fortlaufend validiert und optimiert. Im Zuge der kontinuierlichen Verbesserung und Validierung unseres Modells wurden Modellveränderungen entwickelt, die wir zur Genehmigung bei der BaFin eingereicht haben. Wir haben einen vorläufigen Genehmigungsbrief erhalten und erwarten den finalen Genehmigunsbrief zu diesen Änderungen in naher Zukunft. Diese Veränderungen beinhalten eine verbesserte Methode zur Validierung und Rekalibrierung der Versicherungsparameter, Modifizierungen bei der Modellierung der Verlustfrequenz sowie verbesserte Bewertungsmechanismen für die Self Assessment Ergebnisse unseres AMA-Modells.

Ferner haben wir einen weiteren Antrag auf Modellveränderung bei der BaFin eingereicht, um die in unserem AMA-Modell seit 2011 berücksichtigte Sicherheitsmarge auf das Ökonomische Kapital von 1 Mrd € durch eine zukunftsgerichtete, risikosensitivere Komponente zu ersetzen. Im Ergebnis führt diese Modellveränderung, auch nach Herausnahme der Sicherheitsmarge, zu einem höheren Ökonomischen Kapitalbedarf. Diese Modellveränderung verbessert unseren fortgeschrittenen Messansatz (AMA-Modell) dahingehend, dass unsere „relevanten Verlustdaten“ um die Berücksichtigung von hinreichend wahrscheinlichen Verlusten aus Rechtsstreitigkeiten erweitert werden. Diese hinreichend wahrscheinlichen Verluste aus Rechtsstreitigkeiten, welche aus anhängigen und auch künftigen Rechtsstreitigkeiten resultieren können, werden jedes Quartal überprüft und basieren auf Bewertungen unserer Rechtsexperten.

Obgleich unsere Gespräche mit der gemeinschaftlichen Aufsicht über diese Modellverbesserungen noch andauern, hat die Geschäftsführung beschlossen, die Auswirkungen dieser Änderungen im zweiten Quartal 2014 zu berücksichtigen, was zu einem Anstieg des Kapitalbedarfs gegenüber den derzeit von der BaFin genehmigten Modellen führen wird.

Im ersten Quartal 2015 erlaubte uns die gemeinschaftliche Aufsicht (BaFin und EZB) die Nutzung einer erweiterten divisionalen Kapitalallokationsmethode, die durch eine divisionsspezifische Verlusthöhenverteilung der Kerngeschäftsfelder sowie durch eine verbesserte Allokation auf die Non-Core Operations Unit gekennzeichnet ist. Die sich unseres Erachtens aus der Nutzung der neuen Methode ergebenden wesentlichen Vorteile sind ein gesteigertes Augenmerk auf eigenständige divisionale Risikoprofile sowie eine maßgebliche Reduzierung geschäftsfeldübergreifender Effekte. Darüber hinaus sind wir von der Nutzung einer komplexen, die Abwicklung des NCOU-Geschäfts nicht vollständig widerspiegelnden Allokation, auf eine neue vermögenswertbasierte NCOU-Allokation übergegangen. Überdies wurde die Allokation der Sicherheitsmarge für das Ökonomische Kapital von 1 Mrd €, die RWA von Kerngeschäftsfeldern zur Non-Core Operations Unit verschiebt, als nicht mehr angemessen erachtet und entfernt. Diese Veränderungen sind bereits umgesetzt und spiegeln sich in den Ergebnissen seit dem ersten Quartal 2015 wider.