Risikomanagement – Überblick

Kreditrisikoüberblick

  • Das globale Wachstum hat sich verlangsamt, hauptsächlich angesichts des schwächeren Ausblicks in Emerging Markets. Die nachlassende Nachfrage belastet das Exportwachstum in den Industrieländern. Bedenken bezüglich des wirtschaftlichen Ausblicks gemeinsam mit der Unsicherheit bezüglich des Zeitpunkts einer Zinserhöhung in den USA und verschiedene idiosynkratische Risiken haben zu einem starken Anstieg der Marktvolatilität im August und September geführt. Für Portfoliorisiken verweisen wir auf das Kapitel „Zusammenfassende Risikobewertung“. Wir beobachten einen möglichen Einfluss dieser Risiken auf unser Kreditportfolio, erwarten aber aktuell keine wesentlichen Kreditverluste. Das Kreditengagement mit Russland nach dem Herkunftslandprinzip beträgt 3,9 Mrd € zum 30. September 2015 (im Vergleich zu 4,8 Mrd € zum 31. Dezember 2014), hauptsächlich mit Firmen in strategisch wichtigen Branchen. Das Kreditengagement für die Ukraine ist relativ klein mit 0,4 Mrd € zum 30. September 2015 (im Vergleich zu 0,4 Mrd € zum 31. Dezember 2014).
  • Unser Firmenkreditportfolio hat zum 30. September 2015 ein Investment-Grade-Rating von 71,6 %, welches sich verglichen mit 71,0 % zum 31. Dezember 2014 leicht verbessert hat. Das Firmenkreditengagement stieg um 48,1 Mrd € oder 8,8 % während der ersten neun Monate 2015 an, zum Großteil bedingt durch Wechselkurseffekte und Anstiege vor allem mit Geschäftspartnern mit Investment-Grade-Rating.
  • Zum 30. September 2015 ist unser Konsumentenkreditengagement gegenüber dem Jahresende 2014 um 2,1 Mrd € oder 1,1 % gestiegen, was hauptsächlich auf einen Anstieg in Deutschland zurückzuführen ist. Zum 30. September 2015 verzeichneten wir für 68 % des Gesamtengagements an Immobilienfinanzierungen einen Beleihungsauslauf kleiner oder gleich 50 %.
  • Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft belief sich in den ersten neun Monaten 2015 auf 576 Mio €, was einem Rückgang von 189 Mio € (25 %) entspricht. Dieser Rückgang ist den verbesserten Vorsorgeniveaus in nahezu allen Unternehmensbereichen (außer in CB&S) und fortlaufenden Auflösungen von Risikovorsorge zu verdanken, welche teilweise im Zusammenhang mit dem Verkauf von notleidenden Krediten standen. Die gestiegene Risikovorsorge in CB&S war auf unsere Leveraged Finance- und Shipping-Portfolios zurückzuführen und wurde teilweise durch einen Rückgang in anderen Bereichen ausgeglichen.
  • Die RWA für das Kreditrisiko haben sich seit dem 31. Dezember 2014 um 1,5 Mrd € oder 0,6 % auf 242,7 Mrd € verringert, was hauptsächlich durch die Behandlung des Pensionsfonds und einer verbesserten Portfolioqualität begründen ist. Der Rückgang bei den risikogewichteten Aktiva wurde teilweise durch Fremdwährungseffekte kompensiert.
  • Der Ökonomische Kapitalbedarf für das Kreditrisiko reduzierte sich zum 30. September 2015 auf 12,3 Mrd € gegenüber 12,9 Mrd € zum Jahresende 2014. Der Rückgang reflektiert den geringeren Ökonomischen Kapitalbedarf für CB&S hauptsächlich resultierend aus niedrigeren Risikopositionswerten für Derivate.

Marktrisikoüberblick

  • Der durchschnittliche Value-at-Risk unserer Handelsbereiche betrug 44,9 Mio € innerhalb der ersten neun Monate des Jahres 2015 im Vergleich zu 51,6 Mio € im Jahr 2014. Der Rückgang ist durch eine Verbesserung des Diversifikationseffektes und durch die Reduzierung des Value-at-Risk Zinsrisikos zu erklären.
  • Die RWA für das handelsbezogene Risiko reduzierten sich seit dem 31. Dezember 2014 um 4,6 Mrd € oder um 7,2 % auf 59,6 Mrd €. Der Rückgang ergibt sich größtenteils aufgrund geringerer Beträge für den Marktrisiko-Standardansatz für verbriefte Positionen.
  • Der verwendete nicht handelsbezogene Ökonomische Kapitalbedarf für das Marktrisiko aus Nichthandelsaktivitäten erhöhte sich zum 30. September 2015 um 1,4 Mrd € auf 11,3 Mrd € gegenüber 9,9 Mrd € zum Jahresende 2014. Der Anstieg ist hauptsächlich auf ein höheres strukturelles Währungsrisiko infolge des erstarkten US-Dollars und eine veränderte Methode für das Aktienkompensationsrisiko zurückzuführen.
  • Der verwendete handelsbezogene Ökonomische Kapitalbedarf für das Marktrisiko aus Handelsaktivitäten belief sich zum 30. September 2015 auf 4,7 Mrd €, verglichen mit 5,0 Mrd € am Jahresende 2014. Der Rückgang lässt sich hauptsächlich durch die Handelsbuchkomponente aufgrund niedrigerer Währungspositionen erklären.

Operationelle Risiken – Überblick

  • Unser Ökonomischer Kapitalbedarf für operationelle Risiken stieg zum 30. September 2015 auf 9,8 Mrd € im Vergleich zu 7,6 Mrd € zum Jahresende 2014. Der Anstieg resultiert hauptsächlich aus einer Erhöhung von Verlusten und Rückstellungen aus Rechtsstreitigkeiten sowie aus der Erhöhung des operationellen Verlustrisikoprofils der kompletten Branche. Dies drückt sich in den Verlustdaten aus, welche zur Erhöhung des Ökonomischen Kapitalbedarfs führten und weitgehend der Häufung von Rechtsstreitigkeiten, Untersuchungen und regulatorischen Durchsetzungsmaßnahmen geschuldet sind.
  • Der Ökonomische Kapitalbedarf enthält formal weiterhin die in unserem AMA-Modell (Advanced Measurement Approach) eingebettete Sicherheitsmarge, die im Jahr 2011 zur Deckung unvorhergesehener Haftungsrisiken implementiert wurde. Risikosensitive Modellverbesserungen zur Ablösung der Sicherheitsmarge wurden im zweiten Quartal 2014 bei der BaFin zur Genehmigung eingereicht. Diese Verbesserungen werden zukünftig zu einem höheren Bedarf an Ökonomischem Kapital für operationelle Risiken im Vergleich zur Sicherheitsmarge führen. Das Management hat entschieden, diese Erhöhung ab dem zweiten Quartal 2014 zu berücksichtigen.
  • Die RWA für das operationelle Risiko erhöhten sich zum 30. September 2015 auf 86,9 Mrd € im Vergleich zu 67,1 Mrd € zum Jahresende 2014. Der Anstieg von 19,8 Mrd € ist durch eine Erhöhung von Verlusten und Rückstellungen aus Rechtsstreitigkeiten und durch die Erhöhung des operationellen Verlustprofils der kompletten Branche begründet.

Liquiditätsrisikoüberblick

  • Die Liquiditätsreserven zum 30. September 2015 beliefen sich auf 219 Mrd € (zum Vergleich: 184 Mrd € zum 31. Dezember 2014). Wir erhielten eine positive Netto-Liquiditätsposition unter Stress zum 30. September 2015 (in einem kombinierten Szenario).
  • Die Emissionsaktivitäten am Kapitalmarkt in den ersten neun Monaten 2015 betrugen 32,8 Mrd €, im Vergleich zu einem geplanten Gesamtvolumen für das Jahr 2015 in Höhe von 30 bis 35 Mrd €.
  • Unsere Refinanzierung stammte zu 75 % aus Refinanzierungsquellen, die wir als die stabilsten einstufen. Dazu gehören Kapitalmarktemissionen und Eigenkapital sowie Einlagen von Privatkunden und Transaktionsbankkunden.

Kapitalmanagementüberblick

  • Die Interne Kapitaladäquanzquote reduzierte sich auf 165 % zum 30. September 2015, verglichen mit 174 % zum 31. Dezember 2014. Der Rückgang resultierte aus dem niedrigeren Kapitalangebot.
  • Die Harte Kernkapitalquote gemäß CRR/CRD 4 in der Vollumsetzung sank in den ersten neun Monaten von 11,7 % zum 31. Dezember 2014 auf 11,5 % zum 30. September 2015, im Wesentlichen verursacht durch gestiegene RWA.

Bilanzmanagementüberblick

  • Zum 30. September 2015 betrug unsere CRR/CRD 4-Verschuldungsquote auf Basis einer Vollumsetzung 3,6 % verglichen mit 3,5 % am 31. Dezember 2014, unter Berücksichtigung des Kernkapitals auf Basis einer Vollumsetzung in Höhe von 51,5 Mrd € im Verhältnis zum anzuwendenden Risikomaß in Höhe von 1.420 Mrd € (50,7 Mrd € sowie 1.445 Mrd € per 31. Dezember 2014).