Zusammenfassende Risikobewertung

Zu den für uns wichtigen Risikokategorien gehören das Kreditrisiko, das Marktrisiko, das operationelle Risiko (einschließlich Rechtsrisiko), das Geschäftsrisiko (einschließlich des steuerlichen und des strategischen Risikos), das Reputationsrisiko, das Liquiditätsrisiko, das Modellrisiko und das Compliance-Risiko (MaRisk, das heißt entsprechend den Mindestanforderungen an das Risikomanagement). Wir steuern die Identifikation und die Bewertung von Risiken sowie Maßnahmen zur Reduzierung der wichtigen und möglichen zukünftigen Risiken durch einen internen Governance-Prozess mithilfe von Risikomanagementtools und -prozessen. Unser Ansatz zur Identifizierung und Folgenabschätzung zielt darauf ab, Auswirkungen dieser Risiken auf unser finanzielles Ergebnis, unsere langfristigen strategischen Ziele und unsere Reputation zu reduzieren.

Im Rahmen unserer regelmäßigen Analyse von Risiken und deren Zusammenhängen werden die Sensitivitäten der wichtigsten Portfoliorisiken durch eine induktive Risikobewertung sowie eine deduktive Analyse makroökonomischer und politischer Szenarien überprüft. Dieser duale Ansatz erlaubt es uns, nicht nur Risiken zu erfassen, die sich auf unsere Risikobestände und Geschäftsbereiche auswirken, sondern auch solche, die nur für bestimmte Portfolios relevant sind.

Die aktuellen portfolioweiten Risiken, die wir beobachten, beinhalten einen signifikanten Ausverkauf an den Finanzmärkten und eine ansteigende Volatilität im dritten Quartal 2015, dies insbesondere durch eine Kombination aus Bedenken bezüglich des globalen Wachstums und idiosynkratischen Faktoren. Es bleibt Spielraum für weitere scharfe Korrekturen und/oder Volatilitätseffekte angesichts von Unsicherheit bezüglich des Zeitpunkts von Zinserhöhungen in den USA und der kontinuierlichen Verlangsamung des Emerging-Markets-Wachstums, dies insbesondere angesichts der niedrigen Marktliquidität. Wir beobachten auch weiterhin den niedrigen Ölpreis in den wichtigsten ölproduzierenden Ländern und Branchen sowie das Risiko von geopolitischen Schocks inklusive der Spannungen zwischen Russland und der Ukraine, den Konflikt im Mittleren Osten und das Ansteckungspotenzial für andere Regionen sowie anstehende Wahlen in einer Anzahl wichtiger Volkswirtschaften. Obwohl das kurzfristige Risiko, dass Griechenland den Euro verlässt, sich reduziert hat, bleibt das politische und Implementierungsrisiko bestehen.

Die Bewertung der potenziellen Auswirkungen dieser Risiken erfolgt durch Integration in unsere konzernweiten Stresstests, die unsere Absorptionsfähigkeit dieser Ereignisse für den Fall ihres Eintritts bewerten. Die Ergebnisse dieser Tests zeigten, dass wir derzeit ausreichend Kapital und Liquiditätsreserven vorhalten, um die Auswirkungen dieser Risiken zu absorbieren, falls sie in Übereinstimmung mit den Testparametern eintreten.

In den ersten neun Monaten 2015 hielt der in 2014 beobachtete globale aufsichtsrechtliche Trend zu mehr Regulierung an, der sich aus unserer Sicht auch in den nächsten Jahren wahrscheinlich fortsetzen wird. Wir konzentrieren uns daher darauf, potenzielle aufsichtsrechtliche Änderungen zu identifizieren und deren mögliche Auswirkungen auf unser Geschäftsmodell und unsere Prozesse zu bewerten.