Deutsche Bank

Geschäftsbericht 2016

Deutsche Bank-Aktie und Anleihen

  • Kapitalerhöhung unterstützt strategische Neuordnung
  • Mehr Privataktionäre
  • Herausforderndes Marktumfeld für Anleihen

Die internationalen Börsenplätze starteten verhalten in das Jahr 2016. Gründe waren unter anderem die als kritisch bewertete Lage der Weltkonjunktur sowie die Unsicherheit über die weitere Zinspolitik der Notenbanken. Bis Mitte Februar verzeichneten alle wichtigen Börsenindizes deutliche Kursrückgänge; der DAX fiel um rund 19 % und damit unter 9.000 Punkte. Bankentitel waren besonders stark betroffen; der STOXX Europe 600 Banks musste einen Rückgang von 29 % hinnehmen. Die Deutsche Bank-Aktie verlor in diesem Umfeld überproportional. Nach der Veröffentlichung der Jahresergebnisse 2015 zeigten sich insbesondere die Anleiheinvestoren besorgt über die Fähigkeit der Bank, ihre Kupons auf zusätzliches Kernkapital (AT1) zu bedienen. Die Schwäche der Anleihekurse wirkte sich auch negativ auf den Aktienkurs aus, sodass die Deutsche Bank-Aktie am 9. Februar 2016 ihren Tiefststand im ersten Quartal mit 13,23 €, einem Rückgang von 41 %, markierte. Im zweiten Quartal gerieten die Börsen durch das Referendum zum Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union zusätzlich unter Druck. Der DAX verlor im ersten Halbjahr 2016 10 %; für den STOXX Europe 600 Banks fielen die Verluste mit 31 % noch erheblich höher aus. Die Aktie der Deutschen Bank notierte zum Ende des ersten Halbjahres mit rund 45 % im Minus. Im dritten Quartal kam es zu einer leichten Erholung der europäischen Aktienindizes. Während der DAX seine Verluste des ersten Halbjahres weitgehend ausgleichen konnte, blieb die Entwicklung der Bankentitel unbefriedigend. Der STOXX Europe 600 Banks schloss das dritte Quartal mit einem Verlust von 23 % gegenüber Ende 2015 ab. Nachdem die Aktie der Deutschen Bank die Verluste aus dem ersten Halbjahr zunächst leicht korrigieren konnte, fiel der Kurs am 30. September im Tagesverlauf vorübergehend auf sein Jahrestief von 9,90 €. Die Aktie notierte zum Ende des Tages und damit des dritten Quartals bei 11,57 € (Schlusskurs). Gegenüber dem Jahresstart war das ein Minus von 49 %. Der signifikante Kursrückgang resultierte aus der Unsicherheit in Verbindung mit damals noch offenen Rechtsfällen der Bank. Der Ausgang der Präsidentenwahl in den USA beflügelte im November die amerikanischen Börsen und vor allem die Bankentitel. Auch der STOXX Europe 600 Banks profitierte von der Erwartung einer Deregulierung der Banken. Er stieg deutlich und schloss das Jahr 2016 mit lediglich 7 % im Minus. Beim DAX führte die Ankündigung der Verlängerung des Anleihekaufprogramms durch die EZB Anfang Dezember zu erheblichen Kursgewinnen. Er beendete das Jahr 2016 mit einem Plus von 7 %. Die Aktie der Deutschen Bank konnte in diesem Marktumfeld insbesondere in den beiden letzten Monaten des Jahres einen Teil ihrer Verluste wieder aufholen. Sie schloss 2016 mit einem Minus von 23 % und einem Kurs von 17,25 € ab.

1–1 Marktkapitalisierung
 
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Marktkapitalisierung (Balkendiagramm)
1–2 Regionale Verteilung
des Grundkapitals
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Regionale Verteilung des Grundkapitals (Tortendiagramm)

Strategie – wichtige Meilensteine erreicht

Im Berichtsjahr hat die Deutsche Bank gute Fortschritte bei der Umsetzung ihrer strategischen Agenda erzielt. Kosteneinsparungen und der Abbau von Komplexität im Konzern zeigten positive Effekte. Die risikogewichteten Aktiva konnten auch dank des beschleunigten Abbaus der Non-Core Operations Unit erheblich reduziert werden. Hohe Priorität hatte weiterhin der Abbau der Rechtsrisiken. Vor dem Hintergrund der Veränderungen des operativen Umfelds und der Herausforderungen für die Bank wurde zu Beginn des Jahres 2017 eine strategische Überprüfung unternommen und eine Reihe von Maßnahmen beschlossen. Ziel ist es, die Wurzeln der Deutschen Bank auf ihrem Heimatmarkt sowie ihre Position als führende europäische Bank mit globalem Netzwerk zu stärken. Unterstützt wird diese strategische Neuordnung durch eine Kapitalerhöhung, mit der eine harte Kernkapitalquote von etwa 14 % (bei Vollumsetzung, pro forma zum 31. Dezember 2016) erreicht werden dürfte. Vorstand und Aufsichtsrat beabsichtigen, der Hauptversammlung im Mai 2017 eine Gesamtdividende von 0,19 € je Aktie vorzuschlagen.

Marktkapitalisierung gesunken

Die Marktkapitalisierung der Deutschen Bank belief sich Ende 2016 auf 23,8 Mrd €, rund 7,3 Mrd € weniger als ein Jahr zuvor. Grafik 1–1 Im Durchschnitt wurden auf Xetra handelstäglich 13,2 Millionen Deutsche Bank-Aktien gehandelt (5,4 Millionen mehr als 2015). Das Xetra-Handelsvolumen (einfach gezählt) lag 2016 bei 48,4 Mrd €, 5,4 Mrd € weniger als 2015. Der Anteil der Deutsche Bank-Aktie am Xetra-Aktienumsatz belief sich auf 13,7 % (veränderte Basis im Vergleich zu Vorjahreswerten aufgrund eines Wechsels in den DAX-Werten, 2015: 8,0 %). Das entspricht Rang eins unter den DAX-Papieren (2015: Rang vier). Die Gewichtung der Deutsche Bank-Aktie im DAX betrug 2,5 % (2015: 3,5 %). An der New Yorker Börse, an der die Deutsche Bank-Aktie seit 2001 notiert ist, hat sich die durchschnittliche Zahl der pro Tag gehandelten Aktien im Vergleich zu 2015 um 4,1 Millionen Aktien auf 6,2 Millionen erhöht.

Der deutliche Kursrückgang im Berichtsjahr hat die Rendite der Deutsche Bank-Aktie stark beeinträchtigt. Ein Anleger, der Anfang 2012 für insgesamt 10.000 € Deutsche Bank-Aktien erworben, die Bardividende zum Kauf neuer Aktien eingesetzt und sich an Kapitalerhöhungen ohne Einbringung eigener Mittel beteiligt hat, besaß Ende 2016 ein Depot im Wert von 6.776 €. Dies entspricht einem durchschnittlichen jährlichen Verlust von 7,5 %. Der STOXX Europe 600 Banks verzeichnete im gleichen Zeitraum inklusive Dividende ein jährliches Plus von 8,6 %, der DAX von 14,2 %.

Mehr Privataktionäre, vier Großaktionäre

Die Deutsche Bank-Aktie befindet sich weiterhin fast vollständig in Streubesitz. 2016 waren 99 % der Aktionäre Privatpersonen. Der von ihnen gehaltene Anteil am Grundkapital betrug zum Ende des Berichtsjahres 23 % (2015: 19 %). Auf institutionelle Investoren entfielen 77 % (2015: 81 %) des gezeichneten Kapitals von 3.530.939.215,36 €.

Die Deutsche Bank hat vier Großaktionäre, deren Positionen über der gesetzlichen Meldeschwelle von 3 % liegen. Den größten Aktienanteil mit 5,95 % hält BlackRock Inc., Wilmington. Paramount Services Holdings Ltd., British Virgin Islands, und Supreme Universal Holdings Ltd., Cayman Islands, halten jeweils 3,05 %. Am 15. Februar 2017 informierte uns Hainan Jiaoguan Holding Co., Ltd., Haikou, dass sie einen Anteil von 3,04 % hält.

Die Zahl der Aktionäre stieg 2016 auf 598.122 (2015: 561.559). Dies spiegelt den Anstieg der Zahl der Privataktionäre wider. Die regionale Verteilung des Grundkapitals hat sich im Berichtsjahr erneut zugunsten der USA verschoben. Laut Aktienregister blieb der in Deutschland gehaltene Anteil am Grundkapital mit 56 % konstant, auch der in der Schweiz gehaltene Anteil blieb mit 4 % unverändert. Der in der Europäischen Union ohne Deutschland gehaltene Anteil ging auf 20 % (2015: 22 %) zurück, der Anteil im Rest der Welt sank 2016 auf 1 % (2015: 3 %). Hingegen stieg der in den USA gehaltene Anteil das zweite Jahr in Folge an; er lag zum Jahresende bei 18 % (2015: 15 %). Grafik 1–2 Die regionale Verteilung des Grundkapitals spiegelt den Verwahrort der Aktien wider und nicht notwendigerweise den Sitz der Aktionäre.

Aktienrückkäufe zur Erfüllung von Vergütungsplänen

Die ordentliche Hauptversammlung 2016 erteilte dem Vorstand die Ermächtigung, bis zu 10 % des Grundkapitals (137,9 Millionen Aktien) bis Ende April 2021 zurückzukaufen. Davon können bis zu 5 % (69,0 Millionen Aktien) über den Einsatz von Derivaten erworben werden. Diese Ermächtigungen ersetzen die Genehmigungen der Hauptversammlung 2015. Im Zeitraum von der Hauptversammlung 2016 bis zum 31. Dezember 2016 wurden 0,9 Millionen Aktien zurückgekauft. Sie dienten im gleichen Zeitraum der Erfüllung von Vergütungsplänen. Die Bank hielt zum 31. Dezember 2016 keine zurückgekauften eigenen Aktien.

Solide Nachfrage nach Fremdkapitalinstrumenten der Deutschen Bank

Trotz der Herausforderungen, denen sich die Deutsche Bank 2016 stellen musste, gab es starke Unterstützung seitens der Fremdkapitalinvestoren. Dies ermöglichte eine Refinanzierung zu angemessenen Spreads. Die Deutsche Bank hat 2016 insgesamt Schuldtitel im Wert von 31,8 Mrd € mit einem durchschnittlichen Spread von 129 Basispunkten über Drei-Monats-EURIBOR (alle Spreads aus anderen Währungen als Euro wurden an den Drei-Monats-EURIBOR angepasst) und einer durchschnittlichen Laufzeit von 6,7 Jahren ausgegeben. Davon entfielen 17 Mrd € auf Benchmarkemissionen, das heißt Emissionen, die bestimmte Größenanforderungen erfüllen. Weitere 14,8 Mrd € wurden im Rahmen von Privatplatzierungen bei institutionellen und Privatkunden (Retail) eingenommen. Siehe zu Bonitätseinstufungen Kapitel Liquiditäts- und Kapitalmanagement im Lagebericht

Zu den wichtigsten Transaktionen 2016 zählte die Emission vorrangig unbesicherter Schuldtitel im März in Höhe von 1,6 Mrd € mit einer Laufzeit von drei Jahren. Weitere wichtige Transaktionen waren die Emissionen von 0,75 Mrd € Ergänzungskapital im Mai mit einer Laufzeit von zehn Jahren sowie vorrangig unbesicherter Schuldtitel in Höhe von 4,5 Mrd US-$ mit einer Laufzeit von fünf Jahren im Oktober.

Insgesamt sind die Emissionen der Deutschen Bank im Hinblick auf Märkte, Instrumente, Währungen und Anlegergruppen gut diversifiziert. Zum Ende des Berichtsjahres stammten 72 % der Refinanzierung der Bank aus sehr stabilen Quellen. Dazu zählen Einlagen von Privatkunden und Kunden aus dem Transaction Banking sowie Emissionen an den Kapitalmärkten und Eigenkapital.

1–3 Langfristige Rendite
Langfristige Rendite (Liniendiagramm)