Deutsche Bank

Geschäftsbericht 2016

Der Deutsche Bank-Konzern

Wir sehen die Deutsche Bank als eine führende europäische Bank mit globaler Reichweite und einer starken Heimatbasis in Deutschland, Europas größter Volkswirtschaft. Die Bank bedient die realwirtschaftlichen Bedürfnisse ihrer Unternehmens-, Institutions-, Vermögensverwaltung- und Privatkunden durch ein Dienstleistungsangebot im Bereich Zahlungsverkehr, Unternehmensfinanzierung und Kapitalmärkte, Asset Management, Vermögensverwaltung und Privatkundengeschäft.

Wir planen, unser Geschäft in die drei unterschiedlichen Geschäftsbereiche Corporate & Investment Bank (CIB), Private & Commercial Bank (PCB) und Deutsche Asset Management (Deutsche AM) umzugestalten. Wir erwarten, dass diese Neuordnung dazu beiträgt, uns auf Märkte, Produkte und Kunden zu fokussieren, bei denen wir besser positioniert sind, Wachstumschancen wahrzunehmen.

Im Jahr 2016 haben wir entscheidende Maßnahmen zur Verbesserung, Modernisierung und Vereinfachung der Bank getroffen. Infolgedessen haben wir 2016 mit starken Kapital- und Liquiditätskennzahlen abgeschlossen und wir erwarten, in 2017 die Trendwende für unser Gesamtergebnis zu erreichen. Im Rahmen unserer im März 2017 kommunizierten aktualisierten Strategie haben wir die Zusammensetzung und Ausprägung unserer wichtigsten finanziellen Ziele angepasst. Wir wollen unsere angepassten Kostenziele bis 2018 beziehungsweise 2021 und unsere verbleibenden Finanzkennzahlen langfristig im Einklang mit einer einfacheren und sichereren Bank erreichen. Diese Finanzkennzahlen sind in der nachfolgenden Tabelle aufgeführt.

Finanzkennzahlen

Konzernfinanzkennzahlen1

Status zum Ende 2016

Ziel Konzernfinanzkennzahl

1

In unserem Plan für 2017 haben wir einen USD/EUR-Wechselkurs von 1,01 und einen GBP/EUR-Wechselkurs von 0,88 bei der Festlegung der Finanzkennzahlen zugrundegelegt.

2

Die Harte Kernkapitalquote gemäß der CRR/CRD 4 (Vollumsetzung) entspricht unserer Kalkulation der Harten Kernkapitalquote ohne Berücksichtigung der Übergangsregelungen der CRR/CRD 4. Weitere Informationen zur Berechnung dieser Quote sind im Risikobericht enthalten.

3

Weitere Informationen zur Berechnung dieser Quote sind im Risikobericht zu finden.

4

Die Verschuldungsquote gemäß der CRR/CRD 4 entspricht unserer Kalkulation unserer Verschuldungsquote nach den Übergangsregelungen.

5

Basierend auf dem den Deutsche Bank-Aktionären zurechenbaren Ergebnis nach Steuern. Die Berechnung basiert auf einer effektiven Steuerquote von minus 67 % zum 31. Dezember 2016. Weitere Informationen sind im Abschnitt „Nicht nach IFRS ermittelte finanzielle Messgrößen“ enthalten.

6

Bereinigte zinsunabhängige Aufwendungen insgesamt ohne Wertberichtigungen auf Firmenwerte und andere immaterielle Vermögenswerte, Aufwendungen für Rechtsstreitigkeiten, Restrukturierung und Abfindungszahlungen. Im Jahr 2016 und früheren Jahren berichteten wir bereinigte zinsunabhängige Aufwendungen, welche zusätzlich Aufwendungen aus dem Versicherungsgeschäft von Abbey Life beinhalteten, die zum Ende des Jahres 2016 verkauft wurde. Weitere Informationen sind im Abschnitt „Ergänzende Informationen: Nicht nach IFRS ermittelte finanzielle Messgrößen“ enthalten.

Harte Kernkapitalquote gemäß CRR/CRD 4 (Vollumsetzung)2

11,8 %

größer als 13.0 %

Verschuldungsquote gemäß CRR/CRD 43

4,1 %4

4.5 %

Eigenkapitalrendite nach Steuern, basierend auf dem durchschnittlichen materiellen Eigenkapital5

–2,7 %

circa 10.0 %

Bereinigte zinsunabhängige Aufwendungen6

24,7 Mrd €

2018: circa 22 Mrd €
2021: circa 21 Mrd €

Unsere beabsichtigte Kapitalerhöhung von 8 Mrd € soll zu einer wesentlichen Stärkung unserer Kapitalbasis führen und wird voraussichtlich zu einer Harten Kernkapitalquote bei CRR/CRD 4-Vollumsetzung (CET 1-Kapitalquote (Vollumsetzung)) von ungefähr 14 % und einer CRR/CRD 4 Verschuldungsquote (Vollumsetzung) von ungefähr 4 % zum 31. Dezember 2016 auf pro-forma Basis führen. Darüber hinaus erwarten wir, dass der geplante Börsengang eines Minderheitsanteils der Deutschen AM, der für die nächsten 24 Monaten geplant ist, und andere Vermögensabgänge, durch eine Reduzierung der risikogewichteten Aktiva (RWA) und Kapitalauswirkungen, einen Gegenwert von bis zu 2,0 Mrd € Kapital generieren sollen.

Im Geschäftsjahr 2017 erwarten wir eine Erhöhung der RWA, hauptsächlich durch operationelle Risiken, Methodenänderungen und Wachstum in ausgewählten Geschäftsfeldern. Bis zum Ende des Jahres 2017 wird unsere CET 1-Kapitalquote (Vollumsetzung) voraussichtlich etwa 13 % und unsere CRR/CRD 4-Verschuldungsquote (Vollumsetzung) etwa 4 % (etwa 4,5 % gemäß Übergangsregelungen) betragen.

Für 2017 gehen wir davon aus, dass die Erträge im Vergleich zu 2016 weitgehend unverändert bleiben werden. Ohne die bereits abgeschlossenen und erwarteten Veräußerungen und die Auswirkungen der NCOU im Jahr 2016 erwarten wir jedoch eine Steigerung der Erträge, die von einem besseren operativen Umfeld für die Deutsche Bank und einem besseren makroökonomischem Ausblick getragen wird. Der Ausblick spiegelt die erwartete leichte Konjunkturerholung in Europa wider, während das Wachstum in Nord- und Südamerika voraussichtlich von steuerlichen Anreizen profitieren wird, sowie die positiven Auswirkungen eines verbesserten Zinsumfeldes. Wir erwarten eine bedeutende Zunahme der Kundenaktivitäten im Jahr 2017, eine Fortsetzung des Trends, den wir bereits seit Anfang des Jahres sehen können, und beabsichtigen, unsere Strukturen weiter zu vereinfachen und Prozesse effizienter zu gestalten.

Wir sind entschlossen, unsere angestrebte Eigenkapitalrendite nach Steuern, basierend auf dem durchschnittlichen materiellen Eigenkapital, von 10 % zu erreichen, unter der Annahme eines normalisierten Umsatzumfeldes und auf der Grundlage der Erreichung unserer Kostenziele. Die derzeit laufenden und für die Umsetzung im Jahr 2017 und in den folgenden Jahren geplanten Maßnahmen sind Schlüsselelemente für die Erreichung dieses Ziels. Angesichts der anhaltenden Belastung, vor allem aus Rechtsstreitigkeiten und Restrukturierungskosten, erwarten wir derzeit nur eine moderate Verbesserung unserer Eigenkapitalrendite nach Steuern, basierend auf dem durchschnittlichen materiellen Eigenkapital, im Jahr 2017.

Im Rahmen des konzernweiten Kostensenkungsprogramms planen wir, die Optimierung unseres Filialnetzwerkes umzusetzen, Effizienzen durch Digitalisierung von Prozessen zu realisieren und in den COO- und Infrastrukturfunktionen Personal und Kosten zu senken. Parallel dazu planen wir, unsere Investitionen in die Stärkung der Kontrollfunktionen und der unterstützenden Infrastrukturumgebung fortzusetzen.

Wir rechnen mit rund 22 Mrd € bereinigten zinsunabhängigen Aufwendungen im Jahr 2018, einschließlich der bereinigten zinsunabhängigen Aufwendungen der Postbank, und erwarten bis 2021 eine weitere Reduktion auf rund 21 Mrd €. Im Jahr 2017 erwarten wir Netto-Kostensenkungen durch im letzten Jahr getätigten Investitionen, durch die Auswirkungen des erwarteten Personalabbaus und des erfolgreichen Abschlusses unserer NCOU-Abgänge. Wir erwarten des Weiteren, dass wir unsere angekündigten Filialschließungen überwiegend im ersten Halbjahr 2017 umsetzen. Wir planen im Jahr 2017 zu unseren normalen Vergütungsprogrammen zurückzukehren, nachdem der Vorstand für 2016 eine grundsätzliche Begrenzung der Bonuszahlungen beschlossen hatte. Insgesamt gehen wir davon aus, dass unsere bereinigten zinsunabhängigen Aufwendungen im Jahr 2017 im Vergleich zum Jahr 2016 weiter sinken werden.

Wir streben eine marktgerechte Ausschüttungsquote für das Geschäftsjahr 2018 und danach an. Sollten wir im Jahresabschluss der Deutsche Bank AG nach HGB ausreichende ausschüttungsfähige Gewinne für das Geschäftsjahr 2017 ausweisen, werden wir voraussichtlich empfehlen, zumindest eine Minimumdividende von 0,11 € pro Aktie für das Geschäftsjahr 2017 zu zahlen.