Deutsche Bank

Geschäftsbericht 2016

Liquiditäts- und Kapitalmanagement

Erläuterungen zu unserem Liquiditätsrisikomanagement sind im Risikobericht enthalten.

Langfristige Bonitätseinstufung

Die Bonität der Deutsche Bank AG wird von Moody’s Investors Service Inc. („Moody’s”), Standard & Poor’s Credit Market Services Europe Limited (“S&P”), Fitch Ratings Limited („Fitch”) und DBRS, Inc. („DBRS”) bewertet. Sowohl S&P als auch Fitch sind in der Europäischen Union angesiedelt und wurden im Einklang mit der Regulierung (EC) No 1060/2009 des Europäischen Parlaments und des Europarates vom 16. September 2009 zu Kreditratingagenturen („CRA Regulierung“) registriert beziehungsweise zertifiziert. Bei Moody’s werden die langfristigen Bonitätseinstufungen im Einklang mit Artikel 4(3) der CRA Regulierung von ihrer Niederlassung in Großbritannien zugelassen (Moody’s Investors Services Ltd.). Bei DBRS werden die langfristigen Bonitätseinstufungen im Einklang mit Artikel 4(3) der CRA Regulierung von ihrer Niederlassung in Großbritannien zugelassen (DBRS Ratings Ltd.).

Entwicklung der Bonitätseinstufungen

Im Jahresverlauf 2016 waren die Langfristratings der Deutschen Bank durch die Umsetzung der Ziele, die ursprünglich im Oktober 2015 bekanntgegeben wurden, in einem herausfordernden Umfeld beeinträchtigt. Die Ratingagenturen haben zudem ihre Kriterien im Hinblick auf die Änderungen der Bankenabwicklungsmechanismen angepasst.

Im Januar 2016 finalisierte Moody’s die Anpassung seiner Ratingmethodik für die Bankenbranche. Diese berücksichtigt, dass in Deutschland ab dem 1. Januar 2017 Einlagen gesetzlichen Vorrang gegenüber vorrangigen unbesicherten Schuldtiteln haben. Infolgedessen erhöhte Moody’s das Einlagenrating der Deutschen Bank um eine Stufe auf „A2“ und stufte das Rating der vorrangigen unbesicherten Schuldtitel auf „Baa1“ herab. Im Mai 2016 senkte Moody’s jedoch alle Ratings der Deutschen Bank um eine Stufe (Counterparty Risk Assessment und Einlagenratings auf „A3“/ vorrangig unbesicherte Schuldtitel auf „Baa2“), was durch wahrgenommene Herausforderungen beim Erreichen der strategischen Ziele begründet wurde. Alle Ratings haben einen stabilen Ausblick. Im Zusammenhang mit der Änderung der deutschen Insolvenzhierarchie ab 2017 hat Moody’s im November 2016 ‚senior-senior‘ unbesicherte Langfristratings für deutsche Banken eingeführt. Vorrangig unbesicherte Schuldtitel, die in diese Kategorie fallen, beinhalten komplexe Strukturen, wodurch sie von einer Nachrangigstellung ausgenommen sind. Das Langfristrating dieser Instrumente ist identisch mit dem Einlagenrating von „A3“.

S&P hat im Juli 2016 den Ausblick auf das Rating von vorrangig unbesicherten Schuldtiteln sowie das Emittentenrating der Deutschen Bank auf negativ gesenkt. Dies wird mit dem operativen Umfeld begründet, welches die Fähigkeit der Bank die finanziellen Ziele der Strategie zu erreichen einschränken könnte. Im Dezember 2016 hat S&P die Langfristratings deutscher Banken auf CreditWatch gesetzt, um die bevorstehenden Änderungen in der deutschen Gesetzgebung beim Thema Bankenabwicklung zu reflektieren. Die Emittentenratings wurden auf CreditWatch auf positiv gesetzt, mit der Aussicht auf eine Heraufstufung, um den Anstieg der Verlustabsorbtionsfähigkeit durch das Gesetz zur Gläubigerbeteiligung abzubilden. Vorrangig unbesicherte Schuldtitel wurden auf CreditWatch developing gesetzt. S&P plant die Überprüfung im ersten Quartal 2017 abzuschliessen.

Unter der Annahme eines zur Generierung von Erträgen herausfordernden Umfeldes hat Fitch im November 2016 die Ratings der Deutschen Bank auf negative watch gesetzt. Sie erwarten die Überprüfung nach der Bekanntgabe der Geschäftszahlen des ersten Quartals 2017 abzuschliessen. Im Zusammenhang mit dem erweiterten Abwicklungsrahmenwerk in Deutschland hat Fitch im Dezember 2016 Ratings für Derivategegenpartien und Einleger eingeführt, die für deutsche Banken gelten. In diesem Zusammenhang wurden auch bestimmte vorrangig unbesicherte Schuldtitel, die Marktrisiko beinhalten, heraufgestuft.

DBRS hat im Juli 2016 die Langfristratings der Deutschen Bank um eine Stufe gesenkt, nachdem die Ratings im April als zur Überprüfung klassifiziert wurden. Im Oktober 2016 wurde der Trend der Ratings der Deutschen Bank auf negativ gesetzt, was durch die Herausforderungen der Bank, stabile Erträge zu erwirtschaften, begründet wurde.

Ausgewählte Ratingkategorien

 

Counterparty Risk

Vorrangig unbesicherte Schuldtitel

Einlagen

Kurzfristrating

1

Die „A“-Bonitätseinstufung von Moody’s kennzeichnet Verbindlichkeiten, die der oberen Mittelklasse zugeordnet werden und ein geringes Kreditrisiko bergen. Verbindlichkeiten mit einem „Baa“-Rating werden der Mittelklasse zugerechnet und bergen ein moderates Kreditrisiko. Die Zahl 1 zeigt die Einstufung am oberen Ende der „Baa“-Kategorie an. Die Zahl 2 zeigt die Einstufung in der Mitte der „A“-Kategorie an. Die Zahl 3 steht für eine Einstufung am unteren Ende der „A“-Kategorie. Daher können sie bestimmte spekulative Elemente aufweisen.

2

Standard & Poor’s klassifiziert mit der Bonitätseinstufung der Kategorie „BBB“ Verbindlichkeiten mit angemessenen Sicherungsparametern. Nachteilige Veränderungen des wirtschaftlichen Umfelds oder sich verändernde Rahmenbedingungen verringern jedoch mit größerer Wahrscheinlichkeit die Fähigkeit des Schuldners, seine finanziellen Verpflichtungen zu erfüllen. Das Pluszeichen steht für die Einstufung am oberen Ende der „BBB“-Kategorie.

3

Eine „A“-Bonitätseinstufung von Fitch Ratings belegt eine hohe Bonität. Die „A“-Bonitätseinstufung von Fitch Ratings kennzeichnet eine geringe Wahrscheinlichkeit eines Kreditrisikos. Fitch Ratings zufolge deuten „A“-Bonitätseinstufungen auf eine hohe Fähigkeit hin, finanziellen Verpflichtungen termingerecht nachzukommen. Ungünstige geschäftliche sowie wirtschaftliche Entwicklungen machen sich in dieser Kategorie etwas stärker bemerkbar als in den höheren Kategorien. Das Pluszeichen zeigt die Einstufung am oberen Ende der „A“-Kategorie an. Das Minuszeichen steht für die Einstufung am unteren Ende der „A“-Kategorie.

4

DBRS definiert seine „A“-Bonitätseinstufung als Beleg für eine zufriedenstellende Kreditqualität mit einem hohen Schutz von Kapital- und Zinszahlungen. Emittenten dieser Kategorie sind anfälliger für nachteilige Wirtschaftsbedingungen und konjunkturelle Schwankungen als Emittenten der Kategorien „AAA“ und „AA“.

Moody’s Investors Service, New York1

A3 (cr)

Baa2

A3

P-2

Standard & Poor’s, New York2

BBB+

A-2

Fitch Ratings, New York3

A (dcr)

A-

A

F1

DBRS, Toronto4

A (high)

A (low)

R-1 (low)

Jede Bonitätseinstufung verdeutlicht die Einschätzung der Ratingagentur lediglich zum Zeitpunkt, zu dem der Deutschen Bank die Bonitätseinstufung mitgeteilt wurde. Die Ratingagenturen können ihre Bonitätseinstufungen jederzeit ändern, wenn sie der Meinung sind, dass die Umstände dies rechtfertigen. Diese langfristigen Bonitätseinstufungen dienen nicht als Empfehlung zum Kauf, Halten oder Verkauf der Wertpapiere der Deutschen Bank.

Vertragliche Verpflichtungen

Noch nicht fällige Barleistungsverpflichtungen zum 31. Dezember 2016

Vertragliche Verpflichtungen

Zahlungsfälligkeit nach Periode

in Mio €

Insgesamt

Bis 1 Jahr

1 bis 3 Jahre

3 bis 5 Jahre

Mehr als 5 Jahre

1

Beinhaltet Zinszahlungen.

2

Beinhaltet im Wesentlichen zum beizulegenden Zeitwert klassifizierte langfristige Verbindlichkeiten und langfristige Einlagen.

Verpflichtungen aus langfristigen Verbindlichkeiten1

189.950

32.089

67.429

40.354

50.078

Hybride Kapitalinstrumente1

6.978

2.617

4.268

93

0

Langfristige zum beizulegenden Zeitwert klassifizierte Verpflichtungen2

6.923

2.486

824

643

2.969

Finanzleasingverpflichtungen

91

6

11

8

67

Operating-Lease-Verpflichtungen

3.893

707

1.216

877

1.093

Kaufverpflichtungen

2.521

641

769

266

845

Langfristige Einlagen1

28.255

0

12.508

4.513

11.234

Sonstige langfristige Verbindlichkeiten

4.593

1.310

1.925

502

856

Insgesamt

243.203

39.856

88.949

47.255

67.142

In den oben genannten Zahlen sind die Erträge aus nicht kündbaren Untervermietungen in Höhe von 89 Mio € für Operating Leases nicht enthalten. Kaufverpflichtungen für Waren und Dienstleistungen umfassen zukünftige Zahlungen, unter anderem für Informationstechnologie und Gebäudemanagement. Einige der unter „Kaufverpflichtungen“ ausgewiesenen Beträge stellen vertragliche Mindestzahlungen dar, tatsächlich anfallende künftige Zahlungen könnten höher ausfallen. In den langfristigen Einlagen sind Einlagen mit einer Restlaufzeit von weniger als einem Jahr nicht enthalten. Unter bestimmten Bedingungen können zukünftige Zahlungen aus einigen langfristigen zum beizulegenden Zeitwert klassifizierten Verpflichtungen früher fällig werden. Weitere Informationen finden sich in den folgenden Erläuterungen (Anhangangaben) des Konzernabschlusses: Anhangangabe 5 „Zinsüberschuss und Ergebnis aus zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten/Verpflichtungen“, Anhangangabe 25 „Leasingverhältnisse“, Anhangangabe 29 „Einlagen“ und Anhangangabe 33 „Langfristige Verbindlichkeiten und hybride Kapitalinstrumente“.