Deutsche Bank

Geschäftsbericht 2016

Aufsichtsrechtliches Umfeld

Die Einhaltung der regulatorischen Vorschriften sicherzustellen, ist ein wesentlicher Bestandteil der konzernweiten Vergütungsstrategie. Die Bank will bei der Umsetzung aufsichtsrechtlicher Änderungen im Bereich Vergütung eine Vorreiterrolle einnehmen. Dabei wird sie weiterhin eng mit ihrer Aufsichtsbehörde, der Europäischen Zentralbank („EZB“), zusammenarbeiten, um alle bestehenden und neuen Anforderungen zu erfüllen.

Als ein in der EU ansässiges Institut unterliegt die Deutsche Bank weltweit den Vorschriften der CRD 4, die im Kreditwesengesetz und der Institutsvergütungsverordnung (InstVV) in deutsches Recht umgesetzt wurden. Die Bank hat die Vorgaben für alle Tochtergesellschaften und Niederlassungen weltweit übernommen, sofern dies nach Maßgabe von § 27 InstVV erforderlich ist. Die Bank identifiziert zudem alle Mitarbeiter, deren Tätigkeit einen wesentlichen Einfluss auf das Risikoprofil der Bank hat („Material Risk Takers“ oder „MRTs“) anhand der Kriterien der Delegierten Verordnung (EU) Nr. 604/2014 vom 4. März 2014. MRTs werden sowohl für die Gruppe als auch für die bedeutenden Institute im Sinne von § 17 InstVV auf Ebene der Gesellschaft identifiziert.

Nach Maßgabe der CRD 4 und der anschließend in das Kreditwesengesetz übernommenen Anforderungen unterliegt die Bank einem Verhältnis von fixen zu variablen Vergütungskomponenten von 1:1 mit der Maßgabe, dass die Anteilseigner eine Erhöhung auf 1:2 billigen können. Im Rahmen der Hauptversammlung vom 22. Mai 2014 und gemäß § 25a Abs. 5 Kreditwesengesetz haben 95,27 % der Aktionäre einer Erhöhung des Verhältnisses auf 1:2 zu zugestimmt. Um sicherzustellen, dass der Schwerpunkt der Vergütung für Mitarbeiter in Kontrollfunktionen auf der fixen Vergütung liegt, hat die Bank festgelegt, dass für die Mitarbeiter, die in von der Bank gemäß des internen Kontrollrahmenwerks identifizierten Kontrollfunktionen arbeiten, weiterhin ein Verhältnis von 1:1 gilt.

Infolge einer branchenspezifischen Regulierung und im Einklang mit der InstVV fallen bestimmte Asset Management-Tochtergesellschaften unter die „Richtlinie über die Verwalter alternativer Investmentfonds“ (AIFM-Richtlinie) oder die „Richtlinie zur Koordinierung der Rechts- und Verwaltungsvorschriften bezüglich bestimmter Organismen für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren“ (OGAW-Richtlinie) und unterliegen den entsprechenden Vergütungsvorgaben. Ein wesentlicher Unterschied zur CRD 4 und ihrer Umsetzung in deutsches Recht besteht darin, dass die Material Risk Taker unter der AIFM- und der OGAW-Richtlinie nicht dem in der CRD 4 festgelegten Verhältnis von fixer zu variabler Vergütung unterliegen. Die Bank identifiziert AIFM-/OGAW-MRTs in Einklang mit den AIFM-/OGAW-Vorgaben und wendet auf sie die gleichen Vergütungsgrundsätze wie für die InstVV-MRTs an, mit Ausnahme der Beschränkung des 1:2-Verhältnisses von fixen zu variablen Vergütungsbestandteilen.

Des Weiteren hält die Bank die Leitlinien der „Markets in Financial Instruments Directive“ (MiFID) ein, die für Mitarbeiter der Bank mit direktem oder indirektem Kundenkontakt gelten. Das von der BaFin im Januar 2014 aktualisierte MaComp-Rundschreiben führt vergütungsbezogene Aspekte der MiFID detailliert auf und verlangt die Einführung einer spezifischen Vergütungsrichtlinie, die allgemeine Anforderungen umfasst, sowie die Überprüfung von Vergütungsplänen und die Identifizierung „relevanter Personen“ vorschreibt. Alle InstVV-Anforderungen gelten für diese Mitarbeiter gleichermaßen.

Ferner beachtet die Bank weltweit die Anforderungen an Vergütungsvereinbarungen in der finalen Regelung zur Umsetzung von Section 619 des Dodd-Frank Wall Street Reform and Consumer Protection Act („Volcker Regel“).

Zusätzlich unterliegt die Bank spezifischen Richtlinien und Vorschriften bestimmter lokaler Regulierungsbehörden. Viele dieser Anforderungen befinden sich mit der InstVV im Einklang. In den Fällen, in denen Abweichungen offensichtlich sind, ermöglichte die aktive und offene Kommunikation mit den Aufsichtsbehörden der Bank, den lokalen Anforderungen zu entsprechen und gleichzeitig sicherzustellen, dass die entsprechenden Mitarbeiter oder Standorte weiterhin nach den Vorgaben des globalen Vergütungsrahmens der Bank behandelt werden konnten. Dies schließt zum Beispiel die Identifizierung der „Covered Employees“ in den Vereinigten Staaten nach den Vorgaben des Federal Reserve Board ein. In jedem Fall werden die Anforderungen der InstVV als Mindeststandards global eingehalten.

Die Bank wird das regulatorische Umfeld auch weiterhin eng verfolgen. Die Bank ist der Auffassung, dass sich für 2017 der signifikanteste Einfluss aus der Neufassung der InstVV durch die BaFin ergeben wird. Eine sorgfältige Analyse zeigt, dass das Vergütungssystem der Bank bereits in weiten Teilen den neuen Vorgaben entspricht. Allerdings wird es einige bedeutende Änderungen am Vergütungssytem geben, wie etwa die Einführung von Rückforderungsmöglichkeiten für bereits ausbezahlte variable Vergütungsbestandteile, so genannte „Clawbacks“.