Deutsche Bank

Geschäftsbericht 2016

Mindestkapital­anforderungen und zusätzliche Kapitalpuffer

Die für den Konzern geltende Säule 1 Mindestanforderung an das Harte Kernkapital beläuft sich auf 4,50 % der risikogewichteten Aktiva (RWA). Um die Säule 1 Mindestanforderung an das Gesamtkapital von 8,00 % zu erfüllen, kann auf bis zu 1,50 % Zusätzliches Kernkapital und bis zu 2,00 % Ergänzungskapital zurückgegriffen werden.

Die Nichteinhaltung der Mindestkapitalanforderungen kann Maßnahmen der Aufsichtsbehörden nach sich ziehen, wie beispielsweise die Beschränkung von Dividendenzahlungen oder von bestimmten Geschäftsaktivitäten wie Kreditvergaben. Wir haben in 2016 die aufsichtsrechtlichen Kapitaladäquanzvorschriften eingehalten. Für unsere Tochterunternehmen, die wegen ihrer Immaterialität nicht in unseren aufsichtsrechtlichen Konsolidierungskreis einbezogen wurden, bestanden 2016 keine eigenen aufsichtsrechtlichen Mindesteigenkapitalvorgaben.

Zusätzlich zu diesen Mindestkapitalanforderungen wurden die folgenden kombinierten Kapitalpufferanforderungen schrittweise seit 2016 eingeführt und werden ab 2019 zur Vollumsetzung kommen (abgesehen von dem systemischen Risikopuffer, sofern dieser verlangt sein sollte, welcher keiner schrittweisen Einführung unterliegt). Die Kapitalpufferanforderungen sind zusätzlich zu den Säule 1 Mindestkapitalanforderungen zu erfüllen, es besteht jedoch die Möglichkeit, diese in Stresszeiten abzubauen.

Im März 2015 wurde die Deutsche Bank von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) im Einvernehmen mit der Deutschen Bundesbank als global systemrelevantes Institut („Global Systemically Important Institution“, G-SII) eingestuft, was zu einer G-SII-Kapitalpufferanforderung von 2,00 % Hartem Kernkapital der RWA in 2019 führt. Dies steht im Einklang mit der vom Financial Stability Board (FSB) getroffenen Beurteilung der Systemrelevanz auf der Grundlage der Indikatoren, welche im Jahr 2015 veröffentlicht wurden. Die zusätzliche Kapitalpufferanforderung von 2,00 % für G-SIIs wurde auf Basis einer Übergangsregelung in 2016 mit 0,50 % eingeführt und beläuft sich im Jahr 2017 auf 1,00 %. Wir werden weiterhin unsere Kennzahlen auf unserer Website veröffentlichen.

Der Kapitalerhaltungspuffer gemäß § 10c KWG, welcher die Umsetzung des Artikels 129 CRD 4 widerspiegelt, beläuft sich auf 2,50 % CET 1 Kapital der RWA. Die zusätzliche Kapitalpufferanforderung von 2,50 % wurde in 2016 mit 0,625 % eingeführt und beläuft sich auf 1,25 % in 2017.

Der antizyklische Kapitalpuffer wird angewendet, wenn exzessives Kreditwachstum zu einer Erhöhung des systemweiten Risikos in einer Volkswirtschaft führt. Er kann zwischen 0 und 2,50 % CET 1 Kapital der RWA im Jahr 2019 variieren. In besonderen Fällen kann er auch 2,50 % überschreiten. Der institutsspezifische antizyklische Kapitalpuffer für die Deutsche Bank berechnet sich als gewichteter Durchschnitt der antizyklischen Kapitalpuffer jener Länder, in denen unsere relevanten kreditbezogenen Positionswerte getätigt wurden. Zum 31. Dezember 2016 (sowie zum aktuellen Zeitpunkt) belief sich der institutsspezifische antizyklische Kapitalpuffer auf 0,01 %.

Zusätzlich zu den zuvor erwähnten Kapitalpuffern können nationale Regulatoren, wie die BaFin, einen systemischen Risikopuffer verlangen, um langanhaltende, nicht-zyklische systemische oder makro-prudenzielle Risiken zu vermeiden und zu entschärfen, welche nicht von der CRR abgedeckt werden. Sie können bis zu 5,00 % CET 1 Kapital der RWA als zusätzlichen Puffer verlangen. Zum Jahresende 2016 (sowie zum aktuellen Zeitpunkt) war der systemische Risikopuffer nicht relevant für die Deutsche Bank.

Zudem wurde die Deutsche Bank AG von der BaFin als anderweitig systemrelevantes Insititut („Other Systemically Important Institution“, O-SII) mit einer zusätzlichen Kapitalpufferanforderung von 2,00 % eingestuft, welche auf konsolidierter Ebene zu erfüllen ist. Für die Deutsche Bank wird der O-SII-Puffer in Schritten von 0,66 % in 2017, 1,32 % in 2018 und 2,00 % in 2019 angewendet. Zum Jahresende 2016 war für die Deutsche Bank keine O-SII-Kapitalpufferanforderung anzuwenden.

Abgesehen von gewissen Ausnahmen muss nur die höhere Anforderung aus entweder dem systemischen Risikopuffer, dem G-SII Kapitalpuffer und dem O-SII Kapitalpuffer umgesetzt werden. Entsprechend ist der O-SII-Puffer für die Deutsche Bank derzeit nicht relevant, da er niedriger ist als der G-SII-Puffer.

Ferner kann die Europäische Zentralbank (EZB) gemäß dem aufsichtlichen Überprüfungs- und Bewertungsprozess (Supervisory Review and Evaluation Process, SREP) nach Säule 2 einzelnen Banken Eigenkapitalanforderungen auferlegen, die strenger als die gesetzlichen Anforderungen sind (sogenannte Säule 2 Anforderung). Am 4. Dezember 2015 hat die EZB der Deutschen Bank mitgeteilt, dass der Konzern verpflichtet ist, eine Harte Kernkapitalquote von mindestens 10,25 % basierend auf den gemäß CRR/CRD 4 anzuwendenden Übergangsregelungen zu jeder Zeit aufrechtzuhalten. Bei Berücksichtigung des G-SII Kapitalpuffers in Höhe von 0,50 % und des antizyklischen Kapitalpuffers in Höhe von 0,01 % betrugen unsere gesamten CET 1 Kapitalanforderungen 10,76 % zum 31. Dezember 2016. Die entsprechenden Anforderungen an die Kernkapitalquote der Deutschen Bank beliefen sich demnach auf 12,26 % und die Anforderungen an die Gesamtkapitalquote auf 14,26 % zum 31. Dezember 2016.

Am 8. Dezember 2016 wurde die Deutsche Bank von der EZB über ihre Entscheidung hinsichtlich der prudentiellen Mindestkapitalanforderungen für 2017 informiert, welche aus den Ergebnissen des SREP im Jahr 2016 resultierte. Die Entscheidung verlangt, dass die Deutsche Bank auf konsolidierter Ebene eine Harte Kernkapitalquote unter Anwendung von Übergangsregelungen in Höhe von mindestens 9,51 % aufrechterhält, beginnend ab dem 1. Januar 2017. Diese Anforderung an das Harte Kernkapital umfasst die Säule 1 Mindestkapitalanforderung in Höhe von 4,50 %, die Säule 2 Anforderung (SREP Add-on) in Höhe von 2,75 %, den Kapitalerhaltungspuffer unter Übergangsregelungen in Höhe von 1,25 %, den antizyklischen Kapitalpuffer (derzeit 0,01 %) und den G-SII-Puffer unter Übergangsregelungen in Höhe von 1,00 %, welcher sich aus der Einstufung der Deutschen Bank als global systemrelevantes Institut („Global Systemically Important Institution“, G-SII) ableitet. Die neue CET 1-Kapitalanforderung in Höhe von 9,51 % für 2017 liegt unter der CET 1-Kapitalanforderung von 10,76 %, welche für die Deutsche Bank in 2016 galt. Demnach belaufen sich im Jahr 2017 die Anforderungen an die Kernkapitalquote der Deutschen Bank auf 11,01 % und an die Gesamtkapitalquote auf 13,01 %. Im Anschluss an die Ergebnisse des SREP in 2016 hat uns die EZB eine individuelle Erwartung mitgeteilt, einen CET 1-Kapital-Zusatzbetrag gemäß Säule 2 bereitzuhalten, besser bekannt als ‚„Säule 2“-Empfehlung‘. Der Kapital-Zusatzbetrag gemäß der „Säule 2“-Empfehlung besteht eigenständig von und ergänzend zu der Säule 2 Anforderung. Die EZB hat ihre Erwartung geäußert, dass die Banken die „Säule 2“-Empfehlung einhalten, obwohl diese nicht rechtsverbindlich ist, und ein Versäumnis, der „Säule 2“-Empfehlung nachzukommen, nicht automatisch rechtliche Schritte nach sich zieht.

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die verschiedenen Säule 1 und Säule 2 Mindestkapital- und Kapitalpufferanforderungen (die „Säule 2“-Empfehlung hierin jedoch nicht enthalten), die für die Deutsche Bank in den Jahren 2016 und 2017 gelten (unter Anwendung der Übergangsregeln):

Übersicht Mindestkapitalanforderungen und Kapitalpuffer

 

 

 

2016

2017

1

Die antizyklische Kapitalpufferanforderung der Deutschen Bank basiert auf von der EBA und dem Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht („Basel Committee of Banking Supervision“, BCBS) verordneten länderspezifischen Kapitalpufferquoten sowie den relevanten kreditbezogenen Positionswerten der Deutschen Bank zum jeweiligen Berichtsstichtag. Da für das Jahr 2017 noch keine Daten verfügbar sind, wird für 2017 eine antizyklische Kapitalpufferquote von 0,01 % angenommen.

2

Für den systemischen Risikopuffer wurde für das projizierte Jahr 2017 angenommen, dass dieser bei 0 % bleibt; er unterliegt jedoch Änderungen, die sich aus weiteren Vorgaben ergeben können.

3

Abgesehen von gewissen Ausnahmen, muss nur die höhere Anforderung aus entweder dem systemischen Risikopuffer, dem G-SII-Puffer und dem O-SII Puffer angewendet werden.

4

Die gesamte Anforderung an das Harte Kernkapital aus Säule 1 und Säule 2 (ohne Berücksichtigung der „Säule 2“-Empfehlung) berechnet sich als Summe der SREP-Anforderung, der höheren Anforderung aus der G-SII-, O-SII-, und systemischen Risikopufferanforderung sowie der antizyklischen Kapitalpufferanforderung.

Säule 1

 

 

Mindestanforderung an das Harte Kernkapital

4,50 %

4,50 %

Kapitalerhaltungspuffer

0,625 %

1,25 %

Antizyklischer Kapitalpuffer

0,01 %

0,01 %1

G-SII Kapitalpuffer3

0,50 %

1,00 %

O-SII Kapitalpuffer3

0,00 %

0,66 %

Systemischer Risikopuffer3

0,00 %

0,00 %2

Säule 2

 

 

Säule 2 SREP Add-on - aus dem Harten Kernkapital (die "Säule 2"-Empfehlung hierin nicht enthalten)

5,125 %

2,75 %

SREP-Anforderung an das Harte Kernkapital

10,25 %

8,50 %

Gesamte Anforderung an das Harte Kernkapital aus Säule 1 und Säule 24

10,76 %

9,51 %

Gesamte Anforderung an das Kernkapital aus Säule 1 und Säule 2

12,26 %

11,01 %

Anforderung an das Gesamtkapital aus Säule 1 und Säule 2

14,26 %

13,01 %