Deutsche Bank

Geschäftsbericht 2016

Zusammenfassende Risikobewertung

Haupt-Risikokategorien sind 1) finanzielle Risiken wie das Kreditrisiko (einschließlich Transfer- und Abwicklungsrisiken), Marktrisiko (einschließlich Marktrisiko aus Handelsaktivitäten, aus Nicht-Handelsaktivitäten sowie aus dem handelsbezogenen Ausfallrisiko („Traded Default Risk“)), Liquiditätsrisiken, Geschäftsrisiken (einschließlich des steuerlichen und strategischen Risikos), und 2) nichtfinanzielle Risiken (NFRs) wie das Reputationsrisiko und das operationelle Risiko (mit den wichtigen Unterkategorien Compliance-Risiko, Rechtsrisiko, Modellrisiko, Informations­sicherheits­risiko, Betrugsrisiko und Geldwäscherisiko). Wir verwalten die Identifizierung, Bewertung und Minderung der wichtigsten aktuellen und aufkommenden Risiken durch einen internen Steuerungsprozess und die Verwendung von Risiko-Management-Tools und -Verfahren. Unser Ansatz zur Identifizierung und Folgenabschätzung soll sicherstellen, dass wir die Auswirkungen dieser Risiken auf unsere Finanzergebnisse und langfristigen strategischen Ziele und den Ruf mildern. Lesen Sie den Abschnitt „Risiko- und Kapitalmanagement“ für detaillierte Informationen über die Verwaltung unserer wesentlichen Risiken.

Im Rahmen unserer regelmäßigen Analyse von Risiken und deren Zusammenhängen werden die Sensitivitäten der wichtigsten Portfoliorisiken durch eine induktive Risikobewertung sowie eine deduktive Analyse makroökonomischer und politischer Szenarien überprüft. Dieser duale Ansatz erlaubt es uns, nicht nur Risiko-Einflussfaktoren zu erfassen, die sich auf unsere Risikobestände und Geschäftsbereiche auswirken, sondern auch solche, die nur für bestimmte Portfolios relevant sind.

Im vierten Quartal 2016 besteht weiterhin ein erhöhter Grad an politischer Unsicherheit. Die Märkte reagieren insgesamt positiv auf die US Präsidentschaftswahlen im November 2016 mit einem Anstieg des US Dollars und ansteigenden Anleiherenditen in Erwartungen eines potentiellen Fiskalstimulus und höherem Wirtschaftswachstum, obgleich sich die Schwellenmärkten aufgrund von Kapitalabflüssen unterdurchschnittlich entwickelten. Das Scheitern des italienischen Referendums über eine Senatsreform im Dezember 2016 war gemeinhin von Marktteilnehmern erwartet worden, wobei sich die kurzfristigen Risiken auf das fragile Bankensystem konzentrieren. Der Ölpreis erholte sich aufgrund der Vereinbarung der OPEC, die Öl-Förderung zu drosseln. Wir erwarten, dass die politischen Unsicherheiten weiterhin die Risiken im Euroraum im Jahr 2017 dominieren werden, insbesondere die Wahlen in mehreren wichtigen europäischen Ländern vor dem Hintergrund der möglicherweise angespannten Brexit-Verhandlungen nach der Auslösung des Artikels 50 des Vertrags über die Europäische Union seitens Großbritanniens, der bis Ende März 2017 erwartet wird. Eine mögliche Umstellung auf eine protektionistischere politische Haltung in den USA würde Druck auf seine wichtigen Handelspartner wie China und Mexiko ausüben. Ausgewählte Schwellenmärkte stehen vor erhöhten politischen und Sicherheitsrisiken.

Die Bewertung der potenziellen Auswirkungen dieser Risiken ist integriert in unsere konzernweiten Stresstests, die unsere Absorptionsfähigkeit dieser Ereignisse für den Fall ihres Eintritts bewerten. Die Ergebnisse dieser Tests zeigten, dass wir derzeit ausreichend Kapital und Liquiditätsreserven vorhalten, um die Auswirkungen dieser Risiken im Zusammenspiel mit den verfügbaren Risikominderungsmaßnahmen zu absorbieren, falls sie in Übereinstimmung mit den Testparametern eintreten. Informationen über die Risiko- und Kapitalpositionen unserer Portfolios sind im Kapitel „Risiko- und Kapitalperformance“ zu finden.

Im Jahr 2016 hielt der in den Vorjahren beobachtete globale Trend zu mehr Regulierung der Finanzdienstleistungsindustrie an, und er wird sich aus unserer Sicht auch in den nächsten Jahren fortsetzen. Wir konzentrieren uns darauf, potenzielle politische und aufsichtsrechtliche Änderungen zu identifizieren und deren mögliche Auswirkungen auf unser Geschäftsmodell und unsere Prozesse zu bewerten.

Insgesamt lag der Fokus des Risiko- und Kapitalmanagements im gesamten Jahr 2016 darauf, unser Risikoprofil in Übereinstimmung mit unserer Risikostrategie zu halten, unsere Kapitalbasis zu stärken und unsere strategischen Initiativen zu unterstützen. Ein besonderes Augenmerk galt dabei der Optimierung der Bilanzstruktur. Dieser Ansatz spiegelt sich in den nachfolgenden Risikobewertungen wider.