Deutsche Bank

Geschäftsbericht 2016

Risiko- und Kapitalmanagement

Kapitalmanagement

Unsere Treasury-Abteilung steuert die Solvabilität, die Kapitaladäquanz und die Verschuldungsquote auf Konzernebene und auf lokaler Ebene in jeder Region. Treasury implementiert unsere Kapitalstrategie, die vom Group Risk Committee entwickelt und vom Vorstand genehmigt wird. Sie umfasst die Emission sowie den Rückkauf von Aktien und Kapitalinstrumenten, die Absicherung von Kapitalquoten von Devisenschwankungen, die Festlegung von Limiten für wesentliche finanzielle Ressourcen, die Allokation von Eigenkapital sowie die regionale Kapitalplanung. Es ist unser Ziel, stets eine solide ökonomische und aufsichtsrechtliche Kapitalisierung aufrechtzuerhalten. Wir überwachen und passen fortwährend Kapitalnachfrage und -angebot an im Bestreben, ein adäquates Gleichgewicht ökonomischer und aufsichtsrechtlicher Bedingungen zu jeder Zeit und unter allen Aspekten zu erzielen. Die verschiedenen Sichtweisen beinhalten das Buchkapital nach IFRS, das aufsichtsrechtliche Kapital sowie das Ökonomische Kapital und die Kapitalanforderungen durch Ratingagenturen.

Treasury steuert die Emission und den Rückkauf von Kapitalinstrumenten, das heißt das Tier-1-Kernkapital, zusätzliches Tier-1-Kapital sowie die Tier-2-Kapitalintrumente. Treasury beobachtet den Markt für Passiv-Management-Geschäfte fortlaufend. Solche Transaktionen stellen eine antizyklische Möglichkeit dar, Tier-1-Kern-Kapital durch den Rückkauf von Deutsche Bank-Fremdkapitalemissionen unter deren Ausgabepreis zu schaffen.

Unsere Hauptwährungen sind Euro, US-Dollar und Britisches Pfund. Treasury steuert die Sensitivität unserer Kapitalquoten im Hinblick auf Schwankungen in diesen Hauptwährungen. Das Kapital unserer ausländischen Tochtergesellschaften und Niederlassungen in anderen Währungen ist größtenteils gegen Währungsschwankungen abgesichert. Treasury bestimmt, welche Währungen abgesichert werden sollen, entwickelt geeignete Absicherungsstrategien in enger Abstimmung mit dem Risikomanagement und schließt entsprechende Absicherungsgeschäfte ab.

Wir erwarten darüber hinaus Anforderungen zu ausreichende Mindeststandard an Eigenmitteln und berücksichtigungsfähigen Verbindlichkeiten (zusammengefasst in „MREL“) als auch eine ausreichende Verlustabsorptionskapazität („TLAC“). In diesem Zusammenhang überprüfen wir unser Emissionsportfolio aus vorrangigen Wertpapieren, um es haftungsfähig unter Bail-In zu machen. Wir bereiten uns darauf vor, diese neuen Anforderungen zu erfüllen, sobald sie anwendbar sind.

Festlegung von Limiten für Ressourcen

Der Verbrauch von wesentlichen Finanzressourcen werden durch folgende Governance-Prozesse und Anreizmechanismen beeinflusst.

Die angestrebten Zielkapazitäten für die Ressourcennutzung werden in unserem jährlichen Strategischen Plan überprüft und mit unseren angestrebten Zielen für die Tier-1-Kernkapitalquote sowie die Verschuldungsquote abgestimmt. In einem quartärlichen Prozess genehmigt das Group Risk Committee die auf dem strategischen Plan basierenden divisionalen Limite für die Ressourcennutzung hinsichtlich Kapitalanforderung und Verschuldungsposition, welche um aktuelle Marktbedingungen und den kurzfristigen Ausblick angepasst werden. Die Einhaltung der Limite wird über einen engen Überwachungsprozess und ein Verfahren für Überziehungen durchgesetzt.

Die aufsichtsbehördlichen Anforderungen ergeben sich aus dem höheren Wert der Solvenzanforderungen auf Basis der Tier-1-Kernkapitalquote und der Verschuldungsanforderungen auf Basis der aufsichtsrechtlichen Bilanzsumme. Für die interne Kapitalallokation erfolgt die Zuteilung erst auf Basis der Solvenz und anschließend auf Basis des Verschuldungsgrades, sofern benötigt. Die Allokationsmethode folgt einem zweistufigen Ansatz: Im ersten Schritt wird das den Aktionären zurechenbare Eigenkapital („Shareholders Equity“) allokiert, bis das extern kommunizierte Ziel einer 12,5 %-Tier-1-Kernkapital-Solvenzquote (beruhend auf der Vollumsetzung von CRR/CRD 4) erreicht ist. Im zweiten Schritt wird das restliche den Aktionären zurechenbare Eigenkapital auf Basis seines Beitrags zur aufsichtsrechtlichen Bilanzsumme auf die Segmente verteilt, bis das extern kommunizierte Ziel einer 4,5 %-Verschuldungsquote (bei Vollumsetzung von CRR/CRD 4) erreicht ist, sofern benötigt. Die Allokationgrenzen werden nach Bedarf überprüft, falls eine Anpassung der extern kommunizierten Ziele für die Tier-1-Kernkapitalquote und Verschuldungsquote erfolgt. In der Leistungsmessung, verwendet unsere Methode unterschiedliche Eigenkapitalkosten für die einzelnen Geschäftsfelder verwendet, um die Ergebnisvolatilität der einzelnen Geschäftsmodelle differenzierter zu reflektieren. Dies ermöglicht verbesserte Leistungssteuerung und Investitionsentscheidungen.

Regionale Kapitalpläne, die den Kapitalbedarf der Filialen und Tochtergesellschaften abdecken, werden jährlich erstellt und dem Group Investment Committee vorgestellt. Die meisten unserer Tochtergesellschaften unterliegen gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Kapitalanforderungen. Bei der Entwicklung, Umsetzung und Prüfung der Kapital- und Refinanzierungspläne werden solche gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Anforderungen vollumfänglich berücksichtigt.

Außerdem ist Treasury im Anlageausschuss des größten Pensionsfonds der Bank vertreten. Dieser Ausschuss legt die Investitionsrichtlinien des Pensionsfonds fest. Durch diese Vertretung wird eine Absicherung unserer Kapitalbasis durch die Abstimmung von Pensionsfondsvermögen und -verbindlichkeiten beabsichtigt.