Deutsche Bank

Geschäftsbericht 2016

Identifikation und Bewertung des Risikos

Durch unsere Geschäftsaktivitäten sind wir einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt. Zu diesen Risiken gehören Kreditrisiko, Marktrisiko, Geschäftsrisiko, Liquiditätsrisiko, operationelles Risiko und Reputationsrisiko, die wir in den folgenden Kapiteln näher beschreiben. Unsere Risikoidentifizierungs- und Risikobewertungs-Prozesse aktivieren unser „Drei Verteidigungslinien“ („Three Lines of Defense“, 3LoD) Modell. Die wesentlichen Risiken werden in der ersten Verteidigungslinie identifiziert. Die zweite Linie ergänzt und aggregiert identifizierte Risiken in der konzernweiten Risikoarten-Taxonomie und bewertet die Wesentlichkeit der identifizierten Risiken. Die Prozesse sind in der gesamten Organisation implementiert, um die relevanten Messgrößen und Indikatoren zu erfassen. Das Kernziel aller Prozesse ist es eine angemessene Transparenz und Verständnis für die bestehenden und neu entstehenden Risiken zur Verfügung zu stellen, und eine ganzheitliche risikotypübergreifende Sichtweise zu fördern. Die Risikoinventur wird regelmäßig, mindestens einmal im Jahr und bei Bedarf auch öfter aktualisiert, indem der Risikoidentifizierungs- und Risikobewertungsprozess gemäß MaRisk durchgeführt wird.

In Anpassung an unsere „drei Verteidigungslinien“ Taxonomie, kategorisieren wir unsere wesentlichen Risiken in finanziellen Risiken und nicht-finanzielle Risiken mit Wirkung zum 1. Januar 2016. Die finanziellen Risiken beinhalten das Kreditrisiko (einschließlich Transfer- und Abwicklungsrisiken), das Marktrisiko (einschließlich Marktrisiko aus Handelsaktivitäten, aus Nicht-Handelsaktivitäten sowie aus dem handelsbezogenen Ausfallrisiko („Traded Default Risk“)), das Liquiditätsrisiko und das Geschäftsrisiko. Die nicht-finanziellen Risiken umfassen die operationellen Risiken und Reputationsrisiken sowie Compliance-Risiken, Rechtsrisiken, Modellrisiken und Informationssicherheitsrisiken, die durch unser Rahmenwerk zu den operationellen Risiken berücksichtigt werden. Für alle wesentlichen Risiken gelten gemeinsame Risikomanagement-Standards, einschließlich einer dedizierten Risikomanagement-Funktion, die Festlegung einer spezifischen Risikoart Appetit und die Entscheidung über die Höhe des vorzuhaltenden Kapitals.

Kredit-, Markt- und operationelles Risiko erfordern aufsichtsrechtliches Eigenkapital. Im Rahmen unseres Prozesses zur Bewertung der internen Kapitaladäquanz berechnen wir das Ökonomische Kapital von Kredit-, Markt-, Geschäfts- und operationellen Risiken, das benötigt wird, um die aus unseren Geschäftsaktivitäten resultierenden Risiken abzudecken, wobei Diversifikationseffekte zwischen diesen Risikotypen berücksichtigt werden. Darüber hinaus berücksichtigt unser Ökonomisches Kapitalrahmenwerk weitere Risiken, wie zum Beispiel Reputationsrisiken und Refinanzierungsrisiken, für die keine eigenständigen Modelle zur Ermittlung eines Ökonomischen Kapitals eingebettet wurden. Das Liquiditätsrisiko wird bei der Berechnung des Ökonomischen Kapitals nicht berücksichtigt.