Deutsche Bank

Geschäftsbericht 2016

Grundsätze des Risikomanagements und der Risikosteuerung

Die Vielfältigkeit unseres Geschäftsmodells erfordert es, Risiken effektiv zu identifizieren, zu bewerten, zu messen, zu aggregieren und zu steuern sowie die verschiedenen Geschäftsbereiche mit Eigenkapital zu unterlegen. Risiken und Kapital werden mithilfe eines Rahmenwerks von Grundsätzen, Organisationsstrukturen sowie Mess- und Überwachungsprozessen gesteuert, die eng an den Tätigkeiten der Unternehmens- und Geschäftsbereiche ausgerichtet sind:

  • Die Kernaufgaben des Risikomanagements obliegen dem Vorstand, der deren Ausführung und Kontrolle an ranghohe Risikomanager und -Komitees delegiert.
  • Im Risikomanagement betreiben wir ein Modell der „Drei Verteidigungslinien“ („Three Lines of Defense“, 3LoD). Zur „ersten Verteidigungslinie“ („1. LoD“) gehören alle Unternehmensbereiche und ausgewählte Infrastrukturfunktionen (Group Technology Operations und Corporate Services), diese sind die „Risikoeigner“. Die „zweite Verteidigungslinie“ („2. LoD“) umfasst alle Kontrollfunktionen. Die „dritte Verteidigungslinie“ („3. LoD“) ist die Konzernrevision (Group Audit), welche die Effektivität der Kontrollen absichert. Das 3LoD-Modell und alle ihm zugrunde liegenden Prinzipien werden auf jeder Ebene des Unternehmens genutzt, einschließlich aller Regionen, Länder, Niederlassungen und rechtlichen Einheiten. Alle drei Verteidigungslinien sind voneinander unabhängig und dafür verantwortlich, sicherzustellen, dass Strukturen unterhalten werden, die die inhaltliche Umsetzung der Prinzipien des Three Line of Defence Programms gewährleisten.
  • Die Risikostrategie wird vom Vorstand jährlich genehmigt. Sie wird auf Basis unserer konzernweiten Risikotoleranz sowie unseres Strategie- und Kapitalplans definiert, um Risiko-, Kapital- und Ergebnisziele aufeinander abzustimmen.
  • Konzernweit durchgeführte risikoartenübergreifende Prüfungen sollen sicherstellen, dass solide Verfahren zur Risikosteuerung und eine ganzheitliche Wahrnehmung von Risiken bestehen.
  • Wir steuern alle wesentlichen Risiken, wie Kredit-, Markt-, operationelle, Liquiditäts-, Geschäfts- und Reputations-Risiken, durch Risikomanagementprozesse. Modellierungs- und Messansätze zur Quantifizierung von Risiken und des Kapitalbedarfs sind über alle bedeutenden Risikoklassen hinweg implementiert. Das Reputationsrisiko wird implizit in unserem Rahmenwerk für Ökonomisches Kapital berücksichtigt, insbesondere im operationellen Risiko und im strategischen Risiko. Weitere Informationen zu den Managementprozessen unserer wesentlichen Risiken werden im Kapitel „Risiko- und Kapitalmanagement“ dargestellt.
  • Für die wesentlichen Kapital- und Liquiditätsgrenzwerte und -kennziffern sind Überwachung, Stresstests sowie Eskalationsprozesse etabliert.
  • Systeme, Prozesse und Richtlinien sind essenzielle Komponenten für die Leistungsfähigkeit unseres Risikomanagements.
  • Der Sanierungsplan legt die Eskalationsabläufe zum Krisenmanagement fest und liefert dem Seniormanagement eine Aufstellung von Maßnahmen, die dazu dienen, die Kapital- und Liquiditätssituation im Krisenfall zu verbessern.
  • Der Abwicklungsplan wird von der für uns zuständigen Abwicklungsbehörde verantwortet, dem „Single Resolution Board“ (SRB). Er beschreibt eine Strategie zur Abwicklung der Deutschen Bank im Falle eines Ausfalls. Sein Ziel ist es, schwere Störungen des Finanzsystems oder des wirtschaftlichen Umfeldes zu verhindern, indem kritische Dienstleistungen aufrechterhalten werden.