Deutsche Bank

Geschäftsbericht 2017

Unsere Strategie

Wir sind eine führende europäische Bank mit globaler Reichweite und einem starken Heimatmarkt in Deutschland, Europas größter Volkswirtschaft. Wir bieten unseren Kunden vielfältige Finanzdienstleistungen an – diese beinhalten Produkte und Dienstleistungen in den Bereichen Zahlungsverkehr, Unternehmensfinanzierung, Kapitalmarktgeschäft, Vermögensverwaltung, Anlageberatung sowie im Privatkundengeschäft. Zu unseren Kunden gehören Firmenkunden, institutionelle Anleger, Privatkunden, kleine und mittelständische Unternehmen sowie der öffentliche Sektor.

Im Oktober 2015 stellten wir eine mehrjährige Strategie vor, die darauf ausgerichtet ist, die wesentlichen Stärken unseres Geschäftsmodells und unserer kundenbezogenen Aktivitäten auszubauen. Die vier wichtigsten Ziele dieser Strategie waren die Bank einfacher und effizienter zu machen, Risiken abzubauen, unsere Kapitalposition zu stärken und die Bank disziplinierter zu führen.

Im Jahresverlauf 2016 haben wir signifikante Verbesserungen in unseren internen Kontrollen erzielt und unsere Risiken aus Rechtsfällen und aufsichtsrechtlichen Untersuchungen reduziert. So haben wir wichtige Rechtsfälle teilweise oder vollständig beigelegt – unter ihnen einige der größten wie etwa das dann anhängige Prüfverfahren des US-Justizministeriums (U.S. Department of Justice, DoJ) zu dem Geschäft mit hypothekengedeckten Wertpapieren (U.S. Residential Mortgage Backed Securities, RMBS). Wir haben auch den Verkauf von mehreren, nicht strategisch relevanten Vermögenswerten abgeschlossen. Dazu zählen der Verkauf unserer Minderheitsbeteiligung an der Hua Xia Bank, die Veräußerung von Abbey Life Assurance und der Private Client Services in den USA. Weiterhin haben wir uns aus bereits bekannt gegebenen Ländern zurückgezogen oder diesen Prozess vorbereitet und den Abbau der Portfolios der Non-Core Operations Unit beschleunigt. Die Non-Core Operations Unit wurde dann Anfang 2017 aufgelöst

Um die Bank weiter zu stärken, sie besser zu positionieren und Wachstumschancen wahrnehmen zu können, haben wir im März 2017 zusätzliche Maßnahmen ergriffen. Diese beinhalteten insbesondere eine Kapitalerhöhung in Höhe von 8 Mrd € durch Bezugsrechtsemission. Wesentliche Ziele dieser Maßnahmen lauten wie folgt:

  • ein hohes CET 1 Kapitalniveau aufrechterhalten, gestützt durch die Kapitalerhöhung, sowie ein hohes Liquiditätsniveau beibehalten;
  • ein führendes Corporate & Investment Bank (CIB)-Geschäft mit der Größe und Stärke zu betreiben, um uns erfolgreich im Wettbewerb zu positionieren und global zu wachsen;
  • als Privat- und Geschäftskundenbank mit über 20 Millionen Kunden in unserem Heimatmarkt Deutschland die führende Position mit der Private & Commercial Bank (PCB) einnehmen;
  • unseren erstklassigen Geschäftsbereich Deutsche Asset Management (Deutsche AM) operativ trennen, um beschleunigtes Wachstum zu ermöglichen;
  • unsere Infrastrukturfunktionen und Kosten reduzieren, unter anderem durch eine stärkere Verzahnung und eine Verlagerung von großen Teilen der Infrastrukturfunktionen in die Geschäftsbereiche, und
  • unseren Ertrags- und Geschäftsmix hin zu stabilen Geschäften verlagern.

Grundsätzlich beabsichtigen wir, unsere globale Präsenz beizubehalten, planen aber, unser Geschäft dort zu konzentrieren, wo unsere Kundenbeziehungen am stärksten sind, das Wachstumspotenzial am größten und die potenzielle risikoadjustierte Rendite am höchsten ist.

  • PCB ist hauptsächlich auf Deutschland, die Vermögensverwaltung jedoch auf die ganze Welt ausgerichtet.
  • Um der globalen Tätigkeit unserer Unternehmenskunden zu entsprechen, wollen wir weiterhin unser CIB-Geschäft in Deutschland und der Region EMEA (ohne Deutschland), den USA und Kanada sowie in der Region Asien-Pazifik (APAC) betreiben und ausbauen. Während wir unsere institutionellen Kunden global bedienen möchten, konzentrieren wir uns im Übrigen hauptsächlich auf Deutschland und die Region EMEA (ohne Deutschland), wo unsere Wettbewerbsfähigkeit am höchsten ist. Wir planen, eine starke, aber gebündelte regionale Präsenz in den USA zu bewahren.
  • Die Deutsche AM bietet weiterhin ein umfassendes Angebot von Vermögensverwaltungsdienstleistungen in Deutschland und der weiteren Region EMEA an – bei gleichzeitigem Ausbau spezialisierter Fähigkeiten in den USA und im asiatisch-pazifischen Raum.

Unsere Finanzziele

Unsere Finanzziele sind:

  • Bereinigte zinsunabhängige Aufwendungen in Höhe von 22 Mrd € im Jahr 2018 und 21 Mrd € bis zum Jahr 2021 einschließlich der bereinigten zinsunabhängigen Aufwendungen der Postbank; für das Jahr 2018 erwarten wir bereinigte zinsunabhängige Aufwendungen in Höhe von rund 23 Mrd €; dies umfasst das von uns angestrebte Kostenziel von 22 Mrd € sowie die zusätzlichen Kosten der noch nicht verkauften Geschäftseinheiten;
  • Eigenkapitalrendite nach Steuern, basierend auf dem durchschnittlichen materiellen Eigenkapital, von circa 10 % in einem normalisierten Geschäftsumfeld;
  • Harte Kernkapitalquote gemäß CRR/CRD 4 (Vollumsetzung) von deutlich über 13 %;
  • Verschuldungsquote gemäß CRR/CRD 4 (Übergangsregelungen) von 4,5 %;
  • Angestrebte wettbewerbsfähige Ausschüttungsquote ab dem Geschäftsjahr 2018.

Wir stehen zu unserem Ziel, unsere bereinigten Kosten weiter zu reduzieren. Im Oktober 2015 haben wir für die Höhe der bereinigten Kosten in 2018 ein Ziel von 22 Mrd € herausgegeben. Die Erreichung diese Ziels beinhaltete unter anderem unsere Annahme zu dem Abbau jährlicher Kosten in Höhe von 900 Mio € durch die Veräußerung von Geschäftseinheiten. Dabei ist zu berücksichtigen, dass wir einige Geschäftseinheiten – anders als geplant – noch nicht verkauft haben, so dass sich die Kosteneinsparungen in Höhe von 900 Mio € entgegen unserer Planung in 2018 nicht verwirklichen. Deshalb erwarten wir nun für das Jahr 2018 eine bereinigte Kostenbasis in Höhe von rund 23 Mrd €. Dem Anstieg der bereinigten Kosten in Höhe von 900 Mio € stehen aber zusätzliche Erträge in ähnlicher Höhe gegenüber, so dass wir einen positiven Gesamteinfluss auf den Vorsteuergewinn für das Jahr 2018 erwarten.

Was erreicht wurde

Im Jahr 2017 haben wir deutliche Fortschritte bei der Umsetzung unserer zu Jahresbeginn angekündigten Ziele gemacht. Zu den erreichten Meilensteinen im Jahr 2017 zählen:

  • Wir haben unsere Kapitalausstattung wesentlich verbessert und mittels einer Kapitalerhöhung etwa 8 Mrd € netto an zusätzlichem Kapital aufgenommen. Unsere harte Kernkapitalquote gemäß CRR/CRD 4 (Vollumsetzung) ist von 11,8 % Ende 2016 auf 14,0 % Ende 2017 gestiegen.
  • Wir haben unsere Geschäftsbereiche erfolgreich in drei eigenständige Einheiten umstrukturiert, um das Geschäft jeder einzelnen Einheit zu stärken, die Kunden besser zu bedienen, Marktanteile zu steigern, effizienter zu werden und damit Wachstum zu ermöglichen:
    • Die neue Corporate & Investment Bank (CIB), die unser Kapitalmarkt-, Beratungs-, Finanzierungs- und Transaction-Banking-Geschäft vereint;
    • Die Private & Commercial Bank (PCB), die die Postbank und unser bestehendes Geschäft mit Privat- und Geschäftskunden sowie unser Vermögensverwaltungsgeschäft umfasst;
    • Ein operativ und rechtlich getrennter Geschäftsbereich Deutsche Asset Management (Deutsche AM).
  • Wir vollziehen zurzeit den Zusammenschluss der Postbank mit dem deutschen Private & Commercial Clients Geschäft mit dem Ziel, eine marktführende Präsenz im Privatkundenbereich in Deutschland zu erreichen, durch Größenvorteile und Skaleneffekte eine höhere Effizienz zu erlangen und die Ertrags- und Refinanzierungsstabilität der Bank zu verbessern.
  • Gleichzeitig haben wir die Umsetzung bestehender strategischer Maßnahmen in PCB fortgesetzt und unser Ziel, 188 Filialen in Deutschland zu schießen, nahezu erreicht.
  • Bei der Vorbereitung des geplanten Teilbörsengangs der Deutsche AM machen wir gute Fortschritte; wir haben unsere Organisation neu aufgestellt und dazu unser Angebot im Active-, Passive- und Alternatives-Geschäft auf einer globalen, integrierten Anlageplattform gebündelt sowie eine global einheitliche Vertriebseinheit geschaffen. Die Mehrzahl der dedizierten Asset Management Rechtseinheiten wurden in 2017 und im ersten Quartal 2018 in einer gemeinsamen deutschen Vermögensverwaltungs-Holdinggesellschaft DWS SE gebündelt. Asset Management Rechtseinheiten inklusive der U.S. Holdinggesellschaft werden in der ersten Jahreshälfte 2018 übergehen. Die Überführung der DWS SE in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) wurde erfolgreich im ersten Quartal 2018 umgesetzt. Die DWS Group GmbH & Co. KGaA wird durch einen Komplementär (DWS Management GmbH) geführt, deren Geschäftsleiter im März 2018 benannt wurden. Zusätzlich wurden die Vermögensverwaltungsgeschäftstätigkeiten als auch die Mitarbeiter in dedizierte AM-Gesellschaften übertragen. Hierfür werden im Laufe des Jahres 2018 neue europäische Filialen der Gesellschaft DeAM International GmbH aufgesetzt.
  • Wir setzen unser Geschäftsveräußerungsprogramm fort und haben im Jahr 2017 zahlreiche Transaktionen unterzeichnet und abgeschlossen, darunter die Vereinbarung zum Verkauf eines Großteils unseres Privat- und Firmenkundengeschäfts in Polen. Dies steht im Einklang mit unserer Absicht, uns stärker zu fokussieren und die Komplexität unseres Geschäftsmodels zu reduzieren.
  • Darüber hinaus haben wir die Komplexität unserer IT-Umgebung gesenkt, indem wir die Zahl der genutzten Betriebssysteme seit 2015 um knapp 30 % verringert haben.