Deutsche Bank

Geschäftsbericht 2017

Der Deutsche Bank-Konzern

Im März 2017 haben wir eine aktualisierte Strategie veröffentlicht, die Änderungen in der Geschäftsstrategie der Bank, eine Kapitalerhöhung und die Aktualisierung unserer Finanzziele beinhaltete. Für unsere angepassten Kosten hatten wir uns Ziele für 2018 und 2021 gesetzt; zu diesen geben wir eine Aktualisierung im Abschnitt zu den Kosten. Unsere verbleibenden Leistungsindikatoren wollen wir langfristig erreichen, im Einklang mit einer einfacheren und sichereren Bank. In 2018 werden wir weiter an der Umsetzung unserer Strategie arbeiten und streben eine Verbesserung der Profitabilität und der Margen an. Schlüsselelement unserer Strategie wird weiterhin das Kostenmanagement sein, und wir werden unsere Anstrengungen dazu im Jahr 2018 intensivieren.

Unsere bedeutsamsten Finanzkennzahlen sind in der folgenden Tabelle aufgeführt:

Finanzkennzahlen

Konzernfinanzkennzahlen

Status zum Ende 2017

Ziel Konzernfinanzkennzahl

1

Die Harte Kernkapitalquote gemäß der CRR/CRD 4 (Vollumsetzung) entspricht unserer Kalkulation der Harten Kernkapitalquote ohne Berücksichtigung der Übergangsregelungen der CRR/CRD 4. Weitere Informationen zur Berechnung dieser Quote sind im Risikobericht enthalten.

2

Weitere Informationen zur Berechnung der Verschuldungsquote gemäß CRR/CRD 4 (Übergangsregelungen) sind im Risikobericht zu finden.

3

Basierend auf dem den Deutsche Bank-Aktionären zurechenbaren Ergebnis nach Steuern. Die Berechnung basiert auf einer effektiven Steuerquote von 160 % zum 31. Dezember 2017. Weitere Informationen sind im Abschnitt „Sonstige Informationen: Nicht nach IFRS ermittelte finanzielle Messgrößen“ enthalten.

4

Die bereinigten Kosten entsprechen den zinsunabhängigen Aufwendungen ohne Wertberichtigungen auf den Geschäfts- oder Firmenwert und andere immaterielle Vermögenswerte, Aufwendungen für Rechtsstreitigkeiten, Restrukturierungsaufwendungen und Abfindungszahlungen. Weitere Informationen sind im Abschnitt „Sonstige Informationen: Nicht nach IFRS ermittelte finanzielle Messgrößen“ dieses Zwischenberichts enthalten.

Harte Kernkapitalquote gemäß CRR/CRD 4 (Vollumsetzung)1

14,0 %

größer als 13,0 %

Verschuldungsquote gemäß der CRR/CRD 4 (Übergangsregelungen)2

4,1 %

4,5 %

Eigenkapitalrendite nach Steuern, basierend auf dem durchschnittlichen materiellen Eigenkapital3

−1,4 %

circa 10,0 %

Bereinigte zinsunabhängige Aufwendungen4

23,9 Mrd €

2018: circa 22 Mrd €
2021: circa 21 Mrd €

Im Jahr 2018 erwarten wir leichte Erhöhungen der risikogewichteten Aktiva (RWA), hauptsächlich getrieben durch operationelle Risiken, Methodenänderungen, regulatorische Inflation und Wachstum in ausgewählten Geschäftsfeldern. Zum Jahresende 2018 erwarten wir, dass unsere Harte Kernkapitalquote gemäß der CRR/CRD 4 (Vollumsetzung) über 13 % liegen und unsere CRR/CRD 4-Verschuldungsquote gemäß Übergangsregelungen über 4 % bleiben wird.

Für 2018 erwarten wir höhere Erträge im Vergleich zum Jahr 2017. Der Ausblick spiegelt unsere Erwartung eines starken gesamtwirtschaftlichen Umfelds wider. Wir erwarten, dass sich die Weltwirtschaft gut entwickeln wird. In den USA und im Euroraum rechnen wir mit einem überproportionalen Wachstum. Die Aussichten auf eine Normalisierung des Zinsniveaus haben die Voraussetzungen für eine Verbesserung der Erträge geschaffen. Wir gehen davon aus, dass es weitere Zinserhöhungen in den USA geben und das Net Asset Purchase Program der EZB 2018 auslaufen wird. Die Marktvolatilität dürfte zunehmen, so dass die Handelsaktivitäten an den Finanzmärkten wieder auf ein normales Niveau zurückkehren sollten.

Wir sind entschlossen, unsere angestrebte Eigenkapitalrendite nach Steuern, basierend auf dem durchschnittlichen materiellen Eigenkapital, von 10 % zu erreichen, unter der Annahme eines normalisierten Umsatzumfeldes und auf der Grundlage der Erreichung unserer Kostenziele. Die derzeit laufenden und für die Umsetzung im Jahr 2018 und in den folgenden Jahren geplanten Maßnahmen sind Schlüsselfaktoren für die Erreichung dieses Ziels. Angesichts der potentiellen Belastungen, vor allem aus Rechtsstreitigkeiten und Restrukturierungskosten, erwarten wir im Jahr 2018 derzeit nur eine moderate Verbesserung unserer Eigenkapitalrendite nach Steuern, basierend auf dem durchschnittlichen materiellen Eigenkapital. Damit tragen wir unserer Erwartung Rechnung, dass die Kreditkosten und die Prozesskosten im Jahr 2018 voraussichtlich steigen werden und die Restrukturierungskosten auf einem ähnlichen Niveau wie 2017 verharren werden.

Im März 2017 haben wir ein Ziel von 22 Mrd € für unsere angepassten Kosten für das Jahr 2018 angekündigt. Dieses beinhaltete ca. 900 Mill € geplante Kosteneinsparungen durch Unternehmensverkäufe. Während wir bei den geplanten Veräußerungen Fortschritte erzielt haben, sind einige davon verzögert oder teilweise ausgesetzt worden. Als Ergebnis gehen wir im Moment nicht davon aus, dass wir die geplanten Kosteneinsparungen von 900 Mill € in 2018 realisieren können. Des Weiteren rechnen wir in 2018 mit höheren Kosten durch den Brexit und der Einführung von MiFID II. Auch haben sich einige der Kostensynergien, die wir im Jahr 2018 aus der Verschmelzung der Postbank auf unsere deutsche Bank erwartet haben, verzögert, wobei wir davon ausgehen, dass diese Verschmelzung im zweiten Quartal 2018 abgeschlossen sein wird. Diese Einsparungen werden nun voraussichtlich im Jahr 2019 realisiert. Dennoch haben wir zusätzliche Maßnahmen ergriffen, um diese Auswirkungen auszugleichen und auch von den aktuellen Wechselkursen zu profitieren im Vergleich zu unseren früheren Annahmen. Wir gehen deshalb aktuell für das Jahr 2018 von bereinigten Kosten von rund 23 Mrd € aus. Dieses beinhaltet die ursprünglich geplanten 22 Mrd € zuzüglich der Kosteneffekte aus den verzögerten und ausgesetzten Geschäftsverkäufen. In den Jahren bis 2021 gehen wir von einer weiteren Verringerung der bereinigten Kosten aus. Dies hängt jedoch zum Teil davon ab, ob wir unsere vorgenannten Unternehmensverkäufe erfolgreich und innerhalb der geplanten Fristen durchführen können.

Wir streben eine marktgerechte Ausschüttungsquote für das Geschäftsjahr 2018 und danach an, sofern wir wir im Jahresabschluss der Deutschen Bank AG nach HGB ausreichende ausschüttungsfähige Gewinne ausweisen.

Bedingt durch die Art unserer Geschäftstätigkeit sind wir an Rechts- und Schiedsverfahren sowie aufsichtsrechtlichen Verfahren und Untersuchungen in Deutschland und zahlreichen Jurisdiktionen außerhalb Deutschlands, insbesondere in den USA, beteiligt, deren Ausgang unsicher ist. Obwohl wir bereits zahlreiche signifikante Rechtsstreitigkeiten beigelegt und Fortschritte bei laufenden Verfahren erzielt haben, dürfte das Umfeld für Rechtsstreitigkeiten und Rechtsdurchsetzungen auch künftig herausfordernd bleiben. Die Aufwendungen für Rechtsstreitigkeiten im Jahr 2017 lagen auf relativ niedrigem Niveau, was vor allem auf unsere erfolgreichen Bemühungen zurückzuführen ist, eine Reihe von Rechtsstreitigkeiten zu günstigen Konditionen zu lösen. Für 2018 und mit der Einschränkung, dass Prognosen für Aufwendungen von Rechtsstreitigkeiten von Natur aus schwierig sind, gehen wir davon aus, dass die Kosten für Rechtsstreitigkeiten deutlich über dem Niveau von 2017 liegen werden, aber immer noch deutlich unter den in den letzten Jahren beobachteten erhöhten Werten.