Deutsche Bank

Geschäftsbericht 2017

Zinsüberschuss und Ergebnis aus zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten/Verpflichtungen

Unsere Handels- und Risikomanagementaktivitäten umfassen wesentliche Geschäfte in Zinsinstrumenten und zugehörigen Derivaten. Nach IFRS werden Zinsen und ähnliche Erträge aus Handelsinstrumenten und zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumenten (beispielsweise Coupon- und Dividendenerträge) sowie Refinanzierungskosten für Handelspositionen im Zinsüberschuss ausgewiesen. Die Erträge aus unseren Handelsaktivitäten werden in Abhängigkeit von unterschiedlichen Faktoren, zu denen auch Risikomanagementstrategien gehören, entweder im Zinsüberschuss oder im Ergebnis aus zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten/Verbindlichkeiten erfasst.

Um diese Entwicklung mit Blick auf die Geschäftstätigkeit des Konzerns besser analysieren zu können, untergliedern wir in der folgenden Tabelle den Zinsüberschuss und das Ergebnis aus zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten/Verbindlichkeiten nach Unternehmensbereichen.

in Mio €

 

 

 

Veränderung 2017
gegenüber 2016

Veränderung 2016
gegenüber 2015

(sofern nicht anders angegeben)

2017

2016

2015

in Mio €

in %

in Mio €

in %

N/A – Nicht aussagekräftig

1

Diese Aufgliederung reflektiert lediglich den Zinsüberschuss und das Ergebnis aus zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten/Verpflichtungen. Die Erläuterung der Segmenterträge insgesamt nach Produkten erfolgt in der Anhangangabe 4 „Segmentberichterstattung“.

Zinsüberschuss

12.378

14.707

15.881

−2.329

−16

−1.174

−7

Ergebnis aus zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten/Verpflichtungen

2.926

1.401

3.842

1.524

109

−2.440

−64

Zinsüberschuss und Ergebnis aus zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten/Verpflichtungen insgesamt

15.304

16.108

19.723

−805

−5

−3.615

−18

 

 

 

 

 

 

 

 

Aufgliederung nach Konzernbereich:1

 

 

 

 

 

 

 

Corporate & Investment Bank

9.078

10.773

12.348

−1.695

−16

−1.576

−13

Private & Commercial Bank

6.158

6.420

6.573

−262

−4

−153

−2

Deutsche Asset Management

30

365

255

−335

−92

110

43

Non-Core Operations Unit

0

−1.307

−362

1.307

N/A

−944

N/A

Consolidation & Adjustments

37

−143

910

180

N/A

−1.052

N/A

Zinsüberschuss und Ergebnis aus zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten/Verpflichtungen insgesamt

15.304

16.108

19.723

−805

−5

−3.615

−18

2017

Die Summe aus Zinsüberschuss und Ergebnis aus zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten/Verbindlichkeiten betrug 15,3 Mrd € im Geschäftsjahr 2017 gegenüber 16,1 Mrd € im Jahr 2016, was einem Rückgang von 805 Mio € (5 %) entsprach. Hierzu trug in erster Linie CIB mit einem Rückgang der Summe aus Zinsüberschuss und Ergebnis aus zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten/Verbindlichkeiten von 1,7 Mrd € (16 %) gegenüber 2016 auf 9.0 Mrd € im Geschäftsjahr 2017 bei. In Sales & Trading (FIC) lagen die Erträge in 2017 um 503 Mio € (10 %) unter den Erträge in 2016, was vor allem auf eine gesunkene Kundennachfrage in einem Umfeld geringer Volatilität, fehlende wesentliche Marktimpulse und höhere Refinanzierungskosten zurückging. In Sales & Trading (Equity) sanken die Erträge in 2017 gegenüber 2016 um 342 Mio € (18 %). Hauptgründe hierfür waren höhere Refinanzierungskosten in den USA sowie niedrigere durchschnittliche Volumina und geringere Margen in Prime Finance. Die Erträge aus Sonstigen CIB Produkten beliefen sich in 2017 auf 2,8 Mrd €, was einem Rückgang gegenüber 2016 von 850 Mio € (23 %) entsprach. Er beinhaltete Verluste von 348 Mio € aus forderungsbedingten Bewertungsanpassungen (Debt Value Adjustments – DVA) als Folge niedrigerer Risikoaufschläge und rückläufiger Derivateverbindlichkeiten. Einen zusätzlichen negativen Einfluss hatten ungünstige Wechselveränderungen. Darüber hinaus ging die Summe aus Zinsüberschuss und Ergebnis aus zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten/Verbindlichkeiten in Deutsche AM zurück, im Wesentlichen bedingt durch das Ausbleiben von Erträgen aus Abbey Life, die Ende 2016 verkauft worden war, und eine 2016 vorgenommene Wertaufholung auf unsere Risikoposition bei der HETA, wie auch in PCB, beeinflusst durch das anhaltend niedrige Zinsumfeld und eine Reduzierung des Kreditportfolios. Teilweise ausgeglichen wurde der Rückgang durch NCOU, die Anfang 2017 aufhörte, als eigenständiger Geschäftsbereich zu bestehen, und in 2016 eine negative Summe aus Zinsüberschuss und Ergebnis aus zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten/Verbindlichkeiten von 1,3 Mrd € auswies, einschließlich der vorgenannten Verluste aus dem Risikoabbau.

2016

Die Summe aus Zinsüberschuss und Ergebnis aus zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten/Verbindlichkeiten betrug 16,1 Mrd € im Geschäftsjahr 2016, ein Rückgang um 3,6 Mrd € (18 %) gegenüber 19,7 Mrd € im Jahr 2015. In CIB betrug der Rückgang 1,6 Mrd €, davon 777 Mrd € (13 %) in Sales & Trading (FIC) aufgrund des herausfordernden Marktumfeldes und des Rückzugs aus Ländern im Rahmen der Umsetzung der im Oktober 2015 bekannt gegebenen Ziele. Niedrigere Erträge im Bereich Emerging Markets und im Devisengeschäft konnten teilweise durch höhere Erträge im Bereich Core Rates ausgeglichen werden. In Sales & Trading (Equity) lagen die Erträge um 904 Mio € (32 %) unter denen des Jahres 2015. Der Rückgang erstreckte sich über alle Equity Bereiche als Folge einer geringeren Kundenaktivität in einem herausfordernden Marktumfeld. Darüber hinaus standen die Erträge in Prime Finance unter dem Einfluss gestiegener Refinanzierungskosten bedingt durch höherer Risikoaufschläge auf eigene Verbindlichkeiten in Folge der negativen Marktwahrnehmung der Bank. Die Erträge im Bereich Trade Finance sanken unter dem Einfluss von Margendruck und negative Zinsen. Die Erträge aus Sonstigen CIB Produkten erhöhten sich gegenüber 2015 um 106 Mio € (3 %). In PCB ging die Summe aus Zinsüberschuss und Ergebnis aus zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten/Verbindlichkeiten um 153 Mio € zurück, im Wesentlichen infolge des anhaltenden Niedrigzinsumfeld in Europa, teilweise kompensiert durch positive transaktionsbezogene Effekte im Zusammenhang mit dem Anteil von PCB an der Hua Xia Bank Co. Ltd. In Deutsche AM stieg die Summe aus Zinsüberschuss und Ergebnis aus zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten/Verbindlichkeiten im Geschäftsjahr 2016 um 110 Mio €. Hauptgründe für den Anstieg waren eine 2016 vorgenommene Wertaufholung auf unsere Risikoposition bei der HETA innerhalb unserer Fonds mit Kapitalgarantie, günstige Marktwertanpassungen im Versicherungsgeschäft in Abbey Life und positive Effekte in Zusammenhang mit der Veräußerung der Deutsche AM India. In der NCOU sank die Summe aus Zinsüberschuss und Ergebnis aus zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten/Verbindlichkeiten um 944 Mio €. Diese Entwicklung resultierte im Wesentlichen aus der Auflösung von langfristigen Derivaten sowie aus verschiedenen Anleiheverkäufen und weiteren Abwicklungen im Portfolio. In C&A belief sich der Rückgang auf 1,1 Mrd €. Er war vor allem auf einen Anstieg der Zinsen am langen Ende der Zinsstrukturkurve für den US-Dollar und Euro im vierten Quartal 2016 zurückzuführen. Die gegenläufigen Marktwertanpassungen wurden in anderen Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen.

Risikovorsorge im Kreditgeschäft

2017

Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft belief sich 2017 auf 525 Mio €. Dies entspricht einem Rückgang von 857 Mio € (62 %) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, was auf deutlich niedrigere Belastungen und höhere Auflösungen in allen Unternehmensbereichen zurückzuführen war. Die Verbesserung in CIB spiegelte eine bessere Performance aller Portfolios einschließlich des Schifffahrtsportfolios wider. Trotz des Rückgangs gegenüber dem Vorjahr war das Schifffahrtsportfolio auch im Jahr 2017 der Haupttreiber der Risikovorsorge im Kreditgeschäft, teilweise aufgrund der unterjährigen Umstellung der Wertminderungsmethodik. In PCB verringerte sich die Risikovorsorge im Kreditgeschäft, was die gute Portfolioqualität und das anhaltend günstige Umfeld sowie eine signifikante Auflösung bei der Postbank widerspiegelt.

2016

Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft belief sich 2016 auf 1,4 Mrd € und war damit um 427 Mio € (45 %) höher als im Vorjahreszeitraum. Grund war vor allem eine höhere Risikovorsorge im Unternehmensbereich CIB, verursacht durch höhere Forderungen gegenüber den Branchen Schifffahrt, Metalle und Bergbau sowie Öl und Gas. In der NCOU erhöhte sich die Risikovorsorge im Kreditgeschäft aufgrund der nach IAS 39 umklassifizierten Aktiva in den europäischen Hypothekenportfolios. Die Zunahme wurde teilweise durch einen Rückgang der Risikovorsorge im Kreditgeschäft in PCB ausgeglichen, was die hohe Qualität des Kreditportfolios und das günstige Wirtschaftsumfeld widerspiegelte.