Deutsche Bank

Geschäftsbericht 2017

Liquiditäts- und Kapitalmanagement

Erläuterungen zu unserem Liquiditätsrisikomanagement sind im Risikobericht enthalten.

Langfristige Bonitätseinstufung

Die Bonität der Deutsche Bank AG wird von Moody’s Investors Service Inc. („Moody’s”), Standard & Poor’s Credit Market Services Europe Limited (“S&P”), Fitch Ratings Limited („Fitch”) und DBRS, Inc. („DBRS”, zusammen mit Moody’s, S&P und Fitch „die Ratingagenturen“) bewertet. Sowohl S&P als auch Fitch sind in der Europäischen Union angesiedelt und wurden im Einklang mit der Regulierung (EC) No 1060/2009 des Europäischen Parlaments und des Europarates vom 16. September 2009 zu Kreditratingagenturen („CRA Regulierung“) registriert beziehungsweise zertifiziert. Bei Moody’s werden die langfristigen Bonitätseinstufungen im Einklang mit Artikel 4(3) der CRA Regulierung von ihrer Niederlassung in Großbritannien zugelassen (Moody’s Investors Services Ltd.). Bei DBRS werden die langfristigen Bonitätseinstufungen im Einklang mit Artikel 4(3) der CRA Regulierung von ihrer Niederlassung in Großbritannien zugelassen (DBRS Ratings Ltd.).

Entwicklung der Bonitätseinstufungen

Nach dem Strategieupdate und der Kapitalerhöhung im März 2017 haben alle vier Ratingagenturen die Ratings der Deutschen Bank bestätigt. Allerdings haben die Ratingagenturen erneut ihre Ratingmethoden angepasst um die Änderungen im Europäischen Bankenabwicklungsmechanismus zu reflektieren. Diese Methodikanpassungen resultierten in weiteren Ratingveränderungen im Jahresverlauf.

Nach der Ankündigung der Kapitalerhöhung und dem Strategieupdate im März 2017 hat Fitch seinen „Credit Watch Negative“ zurückgenommen und den Ausblick der Ratings auf negativ gesenkt. DBRS hat im Juni 2017 den Ausblick auf vorrangig unbesicherte Schuldtitel sowie Einlagen von negativ auf stabil gesetzt um die Entlastung der Bonitätskennzahlen durch die erfolgreich durchgeführte Kapitalerhöhung anzuerkennen.

Standard & Poor’s hat im März 2017 den auf deutsche Banken bezogenen Credit Watch, der die bevorstehenden Änderungen in der deutschen Gesetzgebung beim Thema Bankenabwicklung wiederspiegelte, aufgelöst. Das Emittentenrating der Deutschen Bank sowie das Rating der Instrumente, die S&P als bevorzugte, nicht nachrangige Schuldtitel betrachtet, wurden auf „A-“ von „BBB+“ hochgestuft um den Anstieg der Verlustabsorptionsfähigkeit zu reflektieren. Instrumente, die als nicht bevorzugte, nicht nachrangige Schuldtitel klassifiziert wurden, wurden auf „BBB-“ von „BBB+“ herabgestuft. Der Ausblick für das Deutsche Bank Emittentenrating ist weiterhin negativ.

Im September 2017 hat Fitch die Ratings der Deutschen Bank für Derivategegenparteien, Schuldtitel und Einlagen um eine Stufe herabgestuft (Derivategegenparteien und Einlagen auf „A-“ und nicht bevorzugte, nicht nachrangige Schuldtitel auf „BBB+“). Dieser Schritt reflektiert die Einschätzung der Agentur einer weiterhin bestehenden Belastung der Erträge der Deutschen Bank kombiniert mit einer länger andauernden Umsetzung der Strategie. Durch die Herabstufung der Langfristratings ergab sich auch eine Herabsetzung der Kurzfristratings auf „F-2“ von „F-1“. Der Ausblick wurde auf „stabil“ angehoben.

Im Dezember 2017 hat Moody’s das „Baa2“ Rating der nicht bevorzugten, nicht nachrangigen Schuldtitel bestätigt und gleichzeitig den Ausblick für diese Instrumente auf negativ gesetzt. Diese Veränderung des Trends betrifft die meisten deutschen Banken und bezieht sich ausschließlich auf eine Anpassung der EU-Richtlinie zur Sanierung und Abwicklung von Finanzinstituten (Bank Recovery and Resolution Directive, BRRD), welche Banken zukünftig dazu verpflichtet, eine Klasse „bevorzugte“ und eine Klasse „nicht bevorzugte“ nachrangiger Schuldtitel einzuführen. Moody’s erachtet diese Entwicklung als negativ für Anleihehalter existierender „nicht bevorzugter“, nachrangiger Schuldtitel, da diese zukünftig gleichrangig mit zukünftig ausgegebenen Junior Senior Anleihen stehen könnten, sobald die BRRD Anpassungen im Deutschen Gesetz reflektiert wurden. Sobald diese Anpassung vollzogen wurde, wird Moody’s wahrscheinlich den verbliebenen Notch Staatsunterstützung für diese Instrumente herausziehen.

Mögliche Auswirkungen einer Bonitätsherabstufung

Die Deutsche Bank berechnet die möglichen Auswirkungen einer Bonitätsherabstufung durch die Ratingagenturen (Moody’s, Standard & Poor’s and Fitch) um eine Stufe beziehungsweise um zwei Stufen auf ihre Liquiditätsposition und bezieht dieses Ergebnis in ihren täglichen Liquiditätsstresstest sowie in die Berechnung ihrer Mindestliquiditätsquote (Liquidity Coverage Ratio) mit ein.

Die hypothetische Auswirkung einer Bonitätsherabstufung durch die drei Ratingagenturen Moody’s, Standard & Poor’s and Fitch um eine Stufe würde die Liquiditätsposition der Deutschen Bank um ungefähr 1,3 Mrd €. schwächen, hauptsächlich durch erhöhte vertragliche derivative Abflüsse und/ oder Nachschussforderungen. Die hypothetische Auswirkung einer Bonitätsherabstufung um zwei Stufen würde die Liquiditätsposition der Deutschen Bank um ungefähr 3 Mrd. € schwächen, bedingt durch erhöhte vertraglich derivative Abflüsse und/ oder Nachschussforderungen in Höhe von ungefähr 1,6 Mrd. € sowie Termineinlagen mit Herabstufungsklausel in Höhe von ungefähr 1,4 Mrd. €.

Die obige Analyse nimmt eine gleichzeitige Bonitätsherabstufung durch die drei Ratingagenturen Moody’s, Standard & Poor’s and Fitch an, infolge derer die Refinanzierungskapazität der Bank in Höhe der genannten Beträge reduziert werden würde. Diese auf den vertraglichen Verpflichtungen basierende Analyse wird in das ideosynkratische Liquiditätsstresstestszenario der Bank eingefügt.

Die tatsächliche Auswirkung eines Downgrades auf das Rating der Deutschen Bank ist unvorhersehbar und kann von den oben genannten Refinanzierungs- und Liquiditätsauswirkungen abweichen.

Ausgewählte Ratingkategorien

 

Counterparty Risk

Bevorzugte, nicht nachrangige Schuldtitel/Einlagen1

Nicht bevorzugte, nicht nachrangige Schuldtitel2

Kurzfristrating

1

Definiert als ‚senior senior‘ Rating bei Moody’s, ‚senior unsecured‘ bei Standard & Poor’s, ‘senior preferred debt rating’ bei Fitch. DBRS vergibt kein explizites Rating für bevorzugte nachrangige Schuldtitel. Moody‘; Standard & Poor’s und Fitch vergeben separate Ratings für Einlagen und bevorzugte nachrangige Shculdtitel, jedoch mit der gleichen Bonitätsbewertung.

2

Definiert als ‚senior unsecured debt‘ rating bei Moody’s, ‚senior subordinated debt‘ bei Standard & Poor’s, ‘senior non-preferred debt’ bei Fitch und ‘senior unsecured debt‘ bei DBRS.

3

Die „A“-Bonitätseinstufung von Moody’s kennzeichnet Verbindlichkeiten, die der oberen Mittelklasse zugeordnet werden und ein geringes Kreditrisiko bergen. Verbindlichkeiten mit einem „Baa“-Rating werden der Mittelklasse zugerechnet und bergen ein moderates Kreditrisiko und können als solche gewisse spekulative Charakteristiken aufweisen. Die Zahl 2 zeigt die Einstufung im mittleren Bereich der jeweiligen Kategorie an, die Zahl 3 steht für eine Einstufung am unteren Ende jeweiligen Kategorie.

4

Standard & Poor’s klassifiziert mit der Bonitätseinstufung der Kategorie „A“ Verbindlichkeiten die etwas anfälliger gegenüber Änderungen der wirtschaftlichen Bedingungen sind als Verbindlichkeiten in höheren Kategorien. Dennoch ist die Fähigkeit des Schuldners seinen finanziellen Verbindlichkeiten nachzukommen hoch. Verbindlichkeiten im Bereich ‚BBB‘ signalisiert angemessene Sicherungsparameter. Nachteilige Veränderungen des wirtschaftlichen Umfelds oder sich verändernde Rahmenbedingungen verringern jedoch mit größerer Wahrscheinlichkeit die Fähigkeit des Schuldners, seine finanziellen Verpflichtungen zu erfüllen. Das Minuszeichen steht für die Einstufung am unteren Ende der „BBB“-Kategorie.

5

Eine „A“-Bonitätseinstufung von Fitch Ratings belegt eine hohe Bonität. Die „A“-Bonitätseinstufung von Fitch Ratings kennzeichnet eine geringe Wahrscheinlichkeit eines Kreditrisikos. Fitch definiert ein „BBB“ Rating als Bonitätseinstufung für eine gute Kreditqualität. Fitch Ratings zufolge deuten „BBB“-Bonitätseinstufungen darauf hin, dass aktuell eine geringe Ausfallwahrscheinlichkeit besteht. Die Fähigkeit finanziellen Verpflichtungen nachzukommen wird als angemessen erachtet, jedoch können gegenläufige Geschäfts- oder Wirtschaftseinflüsse diese Fähigkeit eher beeinträchtigen. Ungünstige geschäftliche sowie wirtschaftliche Entwicklungen machen sich in dieser Kategorie etwas stärker bemerkbar als in den höheren Kategorien. Das Pluszeichen zeigt die Einstufung am oberen Ende der jeweiligen Kategorie an. Das Minuszeichen steht für die Einstufung am unteren Ende jeweiligen Kategorie.

6

DBRS definiert seine „A“-Bonitätseinstufung als Beleg für eine zufriedenstellende Kreditqualität mit einem hohen Schutz von Kapital- und Zinszahlungen. Emittenten dieser Kategorie sind anfälliger für nachteilige Wirtschaftsbedingungen und konjunkturelle Schwankungen als Emittenten der Kategorien „AAA“ und „AA“. Das Attribut (high) steht für die Einstufung am oberen Ende der jeweiligen Kategorie. Das Attribut (low) steht für die Einstufung am unteren Ende der jeweiligen Kategorie.

Moody’s Investors Service, New York3

A3 (cr)

A3

Baa2

P-2

Standard & Poor’s, New York4

A-

BBB-

A-2

Fitch Ratings, New York5

A- (dcr)

A-

BBB+

F2

DBRS, Toronto6

A (high)

A (low)

A (low)

R-1 (low)

Jede Bonitätseinstufung verdeutlicht die Einschätzung der Ratingagentur lediglich zum Zeitpunkt, zu dem der Deutschen Bank die Bonitätseinstufung mitgeteilt wurde. Die Ratingagenturen können ihre Bonitätseinstufungen jederzeit ändern, wenn sie der Meinung sind, dass die Umstände dies rechtfertigen. Diese langfristigen Bonitätseinstufungen dienen nicht als Empfehlung zum Kauf, Halten oder Verkauf der Wertpapiere der Deutschen Bank.

Vertragliche Verpflichtungen

Noch nicht fällige Barleistungsverpflichtungen zum 31. Dezember 2017

Vertragliche Verpflichtungen

Zahlungsfälligkeit nach Periode

in Mio €

Insgesamt

Bis 1 Jahr

1 bis 3 Jahre

3 bis 5 Jahre

Mehr als 5 Jahre

1

Beinhaltet Zinszahlungen.

2

Beinhaltet im Wesentlichen zum beizulegenden Zeitwert klassifizierte langfristige Verbindlichkeiten und langfristige Einlagen.

Verpflichtungen aus langfristigen Verbindlichkeiten1

173.571

48.981

41.227

36.373

46.990

Hybride Kapitalinstrumente1

5.726

5.038

677

11

0

Langfristige zum beizulegenden Zeitwert klassifizierte Verpflichtungen2

6.753

1.967

1.020

650

3.116

Finanzleasingverpflichtungen

98

8

11

10

70

Operating-Lease-Verpflichtungen

4.564

684

1.140

838

1.901

Kaufverpflichtungen

1.836

266

680

111

779

Langfristige Einlagen1

30.843

0

13.587

5.105

12.151

Sonstige langfristige Verbindlichkeiten

1.293

405

605

66

218

Insgesamt

224.683

57.349

58.946

43.164

65.224

In den oben genannten Zahlen sind die zukünftigen Erträge aus nicht kündbaren Untervermietungen in Höhe von 58 Mio € für Operating Leases nicht enthalten. Kaufverpflichtungen für Waren und Dienstleistungen umfassen zukünftige Zahlungen, unter anderem für Informationstechnologie und Gebäudemanagement. Einige der unter „Kaufverpflichtungen“ ausgewiesenen Beträge stellen vertragliche Mindestzahlungen dar, tatsächlich anfallende künftige Zahlungen könnten höher ausfallen. In den langfristigen Einlagen sind Einlagen mit einer Restlaufzeit von weniger als einem Jahr nicht enthalten. Unter bestimmten Bedingungen können zukünftige Zahlungen aus einigen langfristigen zum beizulegenden Zeitwert klassifizierten Verpflichtungen früher fällig werden. Weitere Informationen finden sich in den folgenden Erläuterungen (Anhangangaben) des Konzernabschlusses: Anhangangabe 5 „Zinsüberschuss und Ergebnis aus zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten/Verpflichtungen“, Anhangangabe 24 „Leasingverhältnisse“, Anhangangabe 28 „Einlagen“ und Anhangangabe 32 „Langfristige Verbindlichkeiten und hybride Kapitalinstrumente“.