Deutsche Bank

Geschäftsbericht 2017

Vergütungsentscheidungen für 2017

Retention Award-Programm (gewährt im Januar 2017)

Wie bereits im Vergütungsbericht für die Mitarbeiter 2016 dargestellt, wurde Anfang 2017, im Kontext strategischer Überlegungen während des Jahresendprozesses 2016, für eine begrenzte Zahl von Mitarbeitern ein längerfristiges Anreizprogramm aufgesetzt (der sogenannte „Retention Award”). Um Abwanderungsrisiken vorzubeugen und unsere Bank zu schützen, hatte der Vorstand entschieden, diese Retention Awards unabhängig von der individuellen Leistung im Vorjahr einer ausgewählten Gruppe von Mitarbeitern in Schlüsselfunktionen zu gewähren, die als kritisch für den zukünftigen Erfolg unserer Bank identifiziert worden waren, für die eine hohe Nachfrage im Markt besteht und die zudem äußerst schwer zu ersetzen sind.

Insgesamt wurden 5.522 Mitarbeitern Retention Awards gewährt, was ungefähr 5 % der globalen Belegschaft der Deutschen Bank entspricht. 554 Mio € wurden als aufgeschobene Barkomponente und 554 Mio € wurden als aufgeschobene aktienbasierte Komponente gewährt. Die Retention Awards werden über einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren vollständig zurückbehalten und unterliegen zudem den gleichen Maßnahmen der nachträglichen Risikoadjustierung, die im Kapitel „Nachträgliche Risikoadjustierung der variablen Vergütung“ beschrieben sind. Die frühestmögliche Auszahlung für Bestandteile dieser Awards erfolgt daher zu Beginn des Jahres 2018 für diejenigen Mitarbeiter, die nicht als MRTs identifiziert wurden (als Pro-rata-Vesting über drei Jahre mit jährlichen Tranchen), und im Jahr 2021 für MRTs. Die Aktienkomponenten für MRTs unterliegen einer zusätzlichen Haltefrist von 12 Monaten, so dass MRTs die entsprechenden Anteile erst nach sechs Jahren vollständig erhalten.

Um die Retention Awards noch stärker am langfristigen Erfolg unserer Bank und den Interessen unserer Aktionäre auszurichten, ist die Aktienkomponente des Awards zusätzlich an die Entwicklung des Aktienkurses der Deutschen Bank gebunden. Dies bedeutet, dass der Aktienanteil nur bei vorherigem Erreichen eines festgelegten Zielkurswertes geliefert wird. Mitarbeiter, die nicht als MRT identifiziert wurden, erhalten die aktienbasierte Komponente nach dreieinhalb Jahren, MRTs unter Berücksichtigung der zusätzlichen Haltefrist jedoch erst nach fünf bis sechs Jahren. Analog zu anderen ausstehenden aktienbasierten Awards, sind der Zielkurswert und die Anzahl an ausstehenden Aktien für noch nicht erfüllte Retention Awards im Zuge unserer Kapitalerhöhung im April 2017 angepasst worden.

Obwohl sie nicht leistungsabhängig gewährt werden, sind die Retention Awards gemäß § 5 InstVV dennoch als variable Vergütung einzuordnen. In Bezug auf das Verhältnis von fixen zu variablen Vergütungskomponenten von 1:1 oder 1:2 berücksichtigt die Deutsche Bank die Retention Awards in Einklang mit den regulatorischen Vorschriften zeitanteilig über den Zurückbehaltungszeitraum. Für den Bezug der Retention Awards müssen die berechtigten Mitarbeiter in unserer Bank verbleiben. Wenn sie zu einem Wettbewerber wechseln, verfallen die jeweils noch nicht gelieferten Award-Bestandteile. Ende 2017 war die Fluktuationsquote der Empfänger von Retention Awards im Vergleich zu denjenigen Mitarbeitern geringer, die andere aufgeschobene Vergütungselemente erhielten.

Überblick zur Struktur des Retention Award-Programms

Überlegungen und Entscheidungen im Jahresendprozess 2017

Bei der Festlegung des Gesamtbetrags der variablen Vergütung für 2017 hat der Vorstand zahlreiche Faktoren einbezogen, darunter die Ergebnisse auf Konzern- und Geschäftsbereichsebene. Allerdings muss die Leistungsbewertung durch weitere Schlüsselfaktoren ergänzt werden. Hierzu zählen die Erreichung strategischer Ziele, eine wettbewerbsfähige Positionierung, um Mitarbeiter zu halten und zu motivieren sowie eine nachhaltige Balance zwischen den Interessen der Aktionäre und der Mitarbeiter, wie in der „Vergütungsstrategie“ beschrieben.

Für das Gesamtjahr 2017 erzielte die Deutsche Bank einen Gewinn vor Steuern von etwa 1,2 Mrd €, basierend auf soliden Erträgen vieler Bereiche unserer Bank. Nach Steuern machte die Bank jedoch einen Verlust von minus 0,7 Mrd €. Einer der Hauptgründe für diesen Verlust war die Steuerreform in den USA, die eine einmalige Steuerbelastung in Höhe von 1,4 Mrd € im vierten Quartal 2017 zur Folge hatte. Diese Steuerbelastung beeinflusste die harte Kernkapitalquote (Vollumsetzung) nur sehr begrenzt.

Das Geschäftsjahr 2017 stand wie erwartet im Zeichen der Verfolgung unserer strategischen Ziele. Entsprechend wurde das Jahresergebnis weiterhin durch Restrukturierungs- und Abfindungskosten sowie Kosten für Rechtsfälle belastet. Insgesamt wurden beachtliche Fortschritte erzielt: Wir konnten die Verhandlungen zu bedeutenden Verfahren abschließen, setzten die effizientere Gestaltung der Infrastrukturfunktionen fort, investierten in die Digitalisierung und trieben sowohl die Integration der Postbank als auch den Teilbörsengang („Initial Public Offering“ – „IPO“) der Deutschen Asset Management voran, unserer Vermögensverwaltungssparte.

Vor diesem Hintergrund hat das SECC die Tragfähigkeit der variablen Vergütung für den Konzern im Verlauf des Jahres 2017 regelmäßig überwacht. Das Gremium hat festgestellt, dass trotz des negativen Jahresergebnisses die Kapital- und Liquiditätsausstattung der Deutschen Bank klar über den regulatorisch vorgeschriebenen Mindestanforderungen liegen und daher die Tragfähigkeitsparameter erfüllt wurden. Des Weiteren übertreffen der Jahresabschluss 2017 und die Ziele für die Geschäftsjahre 2018 und 2019 sowohl die internen Ziel-Kennzahlen zur Risikobereitschaft als auch die erwarteten regulatorischen Mindestanforderungen.

Der Prozess zur Festlegung des Gesamtbetrags der variablen Vergütung für das Performance-Jahr bezieht nicht nur den Einfluss auf das aktuelle Jahr in die Betrachtung ein, sondern auch auf zukünftige Jahre. Mit Blick auf die Aktienrendite wägen wir daher sorgfältig zwischen kurzfristiger und langfristiger Rendite ab und berücksichtigen dabei, dass wir im Moment dabei sind, den Grundstein für Wachstum und zukünftigen Erfolg zu legen. Dies umfasst Investitionen in die Mitarbeiter unserer Bank, um das Momentum aufrechtzuerhalten, das in den vergangenen Jahren aufgebaut wurde.

Nach der Entscheidung, für 2016 den Gesamtbetrag der variablen Vergütung deutlich zu begrenzen, hätte ein weiteres Jahr mit drastisch reduzierter variabler Vergütung oder keiner speziellen Anerkennung individueller Leistung ein erhebliches Fluktuationsrisiko bedeutet, besonders in Bezug auf Mitarbeiter, die für den zukünftigen Erfolg unserer Bank kritisch sind und viele weitere Mitarbeiter, die alle hart gearbeitet und dadurch geholfen haben, unsere Bank durch Zeiten des permanenten Wandels zu führen. Wir haben im Verlauf des Jahres mehrfach betont, im Jahr 2017 wieder zu einem normalen System der variablen Vergütung zurückkehren zu wollen, bestehend aus der Gruppenkomponente und der individuellen Komponente der variablen Vergütung.

Auf Basis dieser Überlegungen, in Übereinstimmung mit den regulatorischen Anforderungen und unter Berücksichtigung der risikobereinigten Geschäftsergebnisse hat der Vorstand einen Gesamtbetrag der leistungsabhängigen variablen Vergütung für 2017 in Höhe von 2,2 Mrd € festgelegt (dies umfasst die individuelle Komponente und die Gruppenkomponente der variablen Vergütung sowie die Recognition Awards). Die variable Vergütung für den Vorstand der Deutschen Bank AG ist in diesem Betrag nicht enthalten, da diese separat von unserem Aufsichtsrat festgelegt wird. Die Vergütung des Vorstands für das Jahr 2017 wird im „Vergütungsbericht für den Vorstand“ näher erläutert. Sie ist zudem in den nachfolgenden Tabellen und Schaubildern enthalten.

Als Teil der in März 2018 für das Performance-Jahr 2017 gewährten variablen Vergütung, wird die „Gruppenkomponente der variablen Vergütung“ allen berechtigten Mitarbeitern auf Basis der Bewertung der vier Leistungskennzahlen, wie im Kapitel „Struktur der Gesamtvergütung“ beschrieben, gewährt. Der Vorstand hat für 2017 unter Berücksichtigung der beträchtlichen Leistungen der Mitarbeiter und in seinem Ermessen einen Zielerreichungsgrad von 55 % festgelegt.

Gegenüber 2016 ist die Summe der fixen Vergütung für 2017 um etwa 4 % von 8,3 Mrd € auf 8.0 Mrd € gesunken, vor allem aufgrund der gesunkenen Mitarbeiterzahl. Wie in unserem Vergütungsrahmenwerk festgehalten, ist die fixe Vergütung weiterhin die primäre Vergütungskomponente für die Mehrheit unserer Mitarbeiter, vor allem für die Mitarbeiter der unteren Hierarchieebenen.

Offenlegung der Gesamtvergütung für 2017

Um die Zusammenarbeit und Effizienz innerhalb unseres Konzerns zu stärken, hat die Deutsche Bank im Jahr 2017 beschlossen, dass Mitarbeiter aus den Infrastrukturbereichen in die von ihnen betreuten Geschäftsbereiche wechseln sollten. Dies gab unseren Geschäftsbereichen mehr Verantwortung und Autonomie für ihre organisatorischen Entscheidungen und Prozesse und führte im Vergleich zu 2016 zu einer signifikanten Erhöhung der Mitarbeiterzahlen in den Geschäftsbereichen, vor allem in der Unternehmens- und Investmentbank und der Deutsche Asset Management. Die unabhängigen Kontrollfunktionen verblieben grundsätzlich in den Infrastrukturfunktionen.

Wie bereits dargestellt, ist der im Januar 2017 gewährte Retention Award nicht Teil der variablen Vergütung, die Mitarbeitern für ihre Leistung im Jahr 2017 zugesprochen wird.

Gesamtvergütung für 2017 – alle Mitarbeiter

 

2017

2016

in Mio €
(sofern nicht anders angegeben)1

CIB

PCB2

Deutsche AM

Unabhängige Kontroll­funktionen3

Unter­nehmens­funktionen4

Konzern Gesamt

Konzern Gesamt

N/A – Nicht anwendbar

1

Die Tabelle kann Rundungsabweichungen enthalten.

2

Die Zahlen zu PCB enthalten ebenfalls Angaben zu den Mitarbeitern der Postbank-Gruppe (17.441 Mitarbeiter) sowie der fixen Vergütung in der Postbank-Gruppe (971 Mio €). Die variable Vergütung, die von der Postbank-Gruppe gewährt wird, ist nicht in dem oben genannten Betrag über variable Vergütung enthalten. Für die variable Vergütung der Postbank-Gruppe ist ein Betrag von 95 Mio € vorgesehen.

3

Im Einklang mit regulatorischen Vorgaben umfasst die Kategorie „Unabhängige Kontrollfunktionen“ für den Zweck dieser Tabelle den Bereich des Chief Risk Officer, Group Audit, Compliance, Anti-Financial Crime und Human Resources (zentral und regional). Zusätzlich hat die Deutsche Bank die folgenden Infrastrukturfunktionen als unabhängige Kontrollfunktionen identifiziert: Legal, Global Governance, Group Incident & Investigation Management, Chief Information Security Office, Group Finance, Group Tax und Regulatory Affairs. Für sämtliche genannten Bereiche gilt ein Verhältnis von fixer zu variabler Vergütung von 1:1.

4

„Unternehmensfunktionen“ umfasst alle Infrastrukturfunktionen, die für den Zweck dieser Tabelle nicht unter „Unabhängige Kontrollfunktionen“ oder als Teil eines Geschäftsbereichs erfasst sind. Dies beinhaltet zum Beispiel den Bereich des Chief Operating Officer sowie Corporate Social Responsibility. „Unternehmensfunktionen“ enthält zudem die Vergütung des Vorstands der Deutsche Bank AG.

5

„Andere variable Vergütung“ beinhaltet andere vertragliche Verpflichtungen zur Gewährung oder Zahlung von variabler Vergütung im Berichtszeitraum, wie beispielsweise „sign-on awards“ (Neueinstellungsprämien).

6

„Variable Vergütung“ beinhaltet die leistungsabhängige variable Vergütung der Deutschen Bank sowie die anderen Verpflichtungen zur Gewährung oder Zahlung von variabler Vergütung im Berichtszeitraum. „Buyouts“ in Höhe von 60 Mio € (Ausgleichszahlungen für entgangene Ansprüche von Neueinstellungen gegenüber früheren Arbeitgebern) sind nicht enthalten.

7

Die Angaben zum “Retention Award-Programm (Jan 2017)” berücksichtigen verfallene Awards und sind für 2017 währungsbereinigt (Wert bei Gewährung im Januar 2017 basierend auf Wechselkursen von 2016: 1.108 Mio €).

Anzahl der Mitarbeiter (in Vollzeitkräfte umgerechnet) am Jahresende

17.251

43.460

3.803

13.478

19.542

97.535

99.744

Gesamtvergütung

3.881

3.121

635

1.320

1.313

10.270

8.887

Fixe Vergütung

2.463

2.834

417

1.131

1.150

7.995

8.341

Leistungsabhängige variable Vergütung

1.341

279

195

186

160

2.161

 

Andere variable Vergütung5

77

8

23

3

2

113

 

Variable Vergütung6

1.418

287

218

189

163

2.275

546

Retention Award-Programm (Jan 2017)7

 

 

 

 

 

961

N/A

Leistungsabhängige variable Vergütung und Anteil der aufgeschobenen Vergütung im Jahresvergleich