Deutsche Bank

Geschäftsbericht 2017

Ökonomisches Kapital

Interne Kapitaladäquanz

Unser Internal Capital Adequacy Assessment Process (ICAAP) zielt darauf ab, die Funktionsfähigkeit der Deutsche Bank fortlaufend zu erhalten. Wir bewerten unsere interne Kapitaladäquanz als das Verhältnis aus internen Kapitalangebot zu internen ökonomischen Kapitalbedarf. Dies wird in der folgenden Tabelle dargestellt. Historisch beruhte der Deutsche Bank ICAAP auf einem "Gone Concern Ansatz". Dieser Ansatz wurde im November 2017 geändert, um eine Perspektive zu verfolgen, die darauf abzielt, die langfristige Fortführung der Unternehmenstätigkeit des Konzerns sicherzustellen. Infolgedessen wurde das Quantil zur Ermittlung des ökonomischen Kapitalbedarfs von 99,98 % auf 99,9 % geändert, wodurch auch die Vergleichbarkeit mit dem regulatorischen Kapitalbedarf verbessert wurde, zudem erfolgten folgenden Anpassungen der Definition des internen Kapitalangebots: die überarbeitete Definition des internen Kapitalangebots schließt alle Tier-1 Kapitalinstrumente aus, die einer Übergangsregelung unterliegen nebst aller Tier-2-Kapitalinstrumente. Rückstellungen für AT1-Kupons und IFRS aktive latente Steuern, die sich auf die zukünftige Profitabilität ohne Berücksichtigung von temporären Differenzen stützen, werden vollständig in Abzug gebracht. Aktive latente Steuern aus temporären Differenzen werden risikogewichtet und im Rahmen des ökonomischen Kapitalbedarfs für Geschäftsrisiko im internen Kapitalbedarf abgedeckt. Zuvor wurden die aktiven latenten Steuern vollständig vom internen Kapitalangebot abgezogen. Fair Value Anpassungen für reklassifizierte Vermögenswerte, bei denen keine kongruente Refinanzierung verfügbar ist, werden nicht mehr von dem internen Kapitalangebot abgezogen.

Ökonomisches Kapitalangebot und ökonomischer Kapitalbedarf

in Mio €
(sofern nicht anders angegeben)

31.12.2017

31.12.2016

1

Beinhaltet Anteile ohne beherrschenden Einfluss bis zum Betrag des ökonomischen Kapitalbedarfs für jede Tochtergesellschaft.

2

Beinhaltet Abzüge von Fair-Value-Erträgen auf eigene Krediteffekte in Bezug auf eigene Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, sowie Debt Valuation Adjustments.

3

Analog zum Abzug beim regulatorischen Kapital.

4

Die Abzinsung latenter Steueransprüche aus temporären Differenzen wurde in den ökonomischen Kapitalbedarf für Geschäftsrisiko einbezogen

5

Beinhaltet Netto-Vermögenswerte (Aktiva abzüglich Verbindlichkeiten) leistungsdefinierter Pensionsfonds, im vorliegenden Beispiel angewandt auf den Fall einer Überdeckung von Pensionsverpflichtungen.

6

Beinhaltet Adjustierungen des beizulegenden Zeitwerts für in Übereinstimmung mit IAS 39 umgewidmete Vermögenswerte sowie für Anlagevermögen, für das keine kongruente Refinanzierung vorliegt. Positive Beträge werden nicht berücksichtigt.

7

Per 31. Dezember 2016 berücksichtigt unter "Hybrid-Tier-1-Kapitalinstrumente"

Kapitalangebot

 

 

Den Aktionären zurechenbares Eigenkapital

63.174

59.833

Anteile ohne beherrschenden Einfluss1

0

0

Abgrenzungsbeträge für AT1 Kupons

−213

N/A

Anpassungen wegen Anstieg des Eigenkapitals durch verbriefte Vermögenswerte sowie wegen Rücklagen aus zeitwertbilanzierten Geschäften zur Absicherung von Zahlungsströmen

−29

N/A

Gewinne aus beizulegenden Zeitwerten eigener Verbindlichkeiten und Debt Valuation Adjustments in Bezug auf eigenes Kreditrisiko2

−73

−440

Zusätzliche Bewertungsanpassung3

−1.204

−1.398

Immaterielle Vermögenswerte

−8.839

−8.982

IFRS Aktive latente Steuern, die nicht aus temporären Differenzen resultieren4

−3.341

N/A

IFRS Aktive latente Steuern4

N/A

−8.666

Fehlbetrag zwischen Wertberichtigungen und erwartetem Verlust

−502

−297

Vermögenswerte leistungsdefinierter Pensionsfonds5

−1.125

−945

Eigene Instrumente des harten Kernkapitals

−131

−45

Fonds zur bauspartechnischen Absicherung

−19

−231

Sonstige Anpassungen

−322

N/A

Anpassungen des beizulegenden Zeitwerts für Anlagevermögen, für das keine kongruente Refinanzierung vorliegt6

N/A

−557

Als Eigenkapital geltende Instrumente des Zusätzlichen Kernkapitals7

4.675

N/A

Hybride Tier-1-Kapitalinstrumente

N/A

11.259

Tier-2-Kapitalinstrumente

N/A

8.003

Kapitalangebot

52.051

57.534

 

 

 

Ökonomischer Kapitalbedarf

 

 

Kreditrisiko

10.769

13.105

Marktrisiko

10.428

14.593

Operationelles Risiko

7.329

10.488

Geschäftsrisiko

5.677

5.098

Diversifikationseffekte

−7.074

−7.846

Kapitalbedarf

27.129

35.438

 

 

 

Interne Kapitaladäquanzquote

192 %

162 %

Eine Quote von mehr als 100 % bestätigt, dass unser gesamtes Kapitalangebot ausreicht, die über die Risikopositionen ermittelte Kapitalanforderung abzudecken. Diese Quote betrug 192 % zum 31. Dezember 2017 im Vergleich zu 162 % zum 31. Dezember 2016. Die Änderung der Quote resultierte aus dem Grund, dass das Kapitalangebot proportional weniger zurückgegangen ist als der Kapitalbedarf. Der Rückgang des Kapitalbedarfs resultierte hauptsächlich aus dem niedrigeren ökonomischen Kapitalbedarf, zum Teil aufgrund der Veränderung des Quantils wie im Abschnitt „Risikoprofil“ erläutert. Der Rückgang des Kapitalangebots um 5.4 Mrd € resultierte hauptsächlich aus der neuen Definition des Kapitalangebots gemäß der neuen, im November 2017 umgesetzten Perspektive der internen Kapitaladäquanz.

Die obigen Messgrößen zur Risikotragfähigkeit werden auf den konsolidierten Konzern (inklusive Postbank) angewandt und bilden einen integralen Teil unseres Rahmenwerks für das Risiko- und Kapitalmanagement.